Welches Basis für Leben und Arbeiten im WoMo

  • Hallo liebe Community,

    seit einiger Zeit überlegen mein Freund und ich, unser Leben umzukrempeln und aus 2 Wohnungen in ein WoMo umzuziehen. Seit einem Jahr arbeiten wir Beide - coronabedingt - von Zuhause und eine 100 %ige Rückkehr ins Büro wird es wohl nicht mehr geben. Im Augenblick ist seitens unseres Arbeitgebers eine 20 %ige Anwesenheitspflicht im Gespräch. Da haben wir angefangen, zu träumen. Wie wäre es, wenn wir mit einem WoMo unterwegs wären (erst einmal nur in Deutschland, da gibt es auch sehr viele schöne Ecken) und eben alle 2 bis 3 Monate mal nach Hause fahren, um uns im Büro blicken zu lassen?

    Die Idee gefällt uns sehr gut und wir fangen schon an, uns über Details Gedanken zu machen.

    Was muss unser WoMo alles haben, damit wir nicht nur darin leben, sondern auch darin arbeiten können? Was braucht man zum Leben? Was zum Arbeiten? Wie groß muss das WoMo sein? Welche Größe sollte es nicht überschreiten? Sollen wir unseren "Schreibtisch" als Anhänger hinter uns herziehen? Finden wir was Fertiges, was unseren Anforderungen entspricht? Können wir was annähernd Passendes umbauen? Oder ist es besser, gleich etwas selbst auszubauen?


    Zusammen mit meinem Ex habe ich schon mal einen Ford Transit zum WoMo umgebaut. So eine Wochenende-WoMo, nix Besonderes (Bett, Schrank, kleine Küche). Also ein paar grundlegende Erfahrungen habe ich schon mal gemacht. Mein Freund ist von der Idee des Selbstausbaus nicht so sehr begeistert. Unter der Anleitung eines erfahrenen Selbstausbauers oder Handwerkers, Schreiner (oder so wem halt) würde er aber mit machen.


    So viele Fragen, die mir gerade im Kopf herumspucken und mich verwirren.

    Wo fange ich an?


    Ok, Angefangen habe ich jetzt schon, in dem ich versuche, Informationen zu sammeln. Bestimmt sind wir nicht die Ersten, die im WoMo leben und arbeiten möchten. Und irgendjemand dieser Menschen, die das tun, haben bestimmt auch schon mal was darüber geschrieben.

    Auf diesem Weg habe ich auch dieses Forum gefunden. Auch wenn das vielleicht nicht der Schwerpunkt dieses Forums ist, würde ich mich freuen, wenn mir hier jemand für den Anfang einfach ein paar nützliche Tipps geben könnte.


    Auch über eine Diskussion des Für und Widers würde ich mich freuen.


    Liebe Grüße

    Sabine

  • Hi und willkommen im Forum!


    ich denke ihr müsst euch erst mal klar werden was eure Bedürfnisse sind.

    Es gibt Pärchen die wohnen im VW-Bus, andere brauchen eine LKW...

    Wieviel Platz braucht ihr? Getrennte Arbeitsbereiche für jeden? Wie ausgestattet? Reicht ein Laptop, oder müssen es 2 x 24" Monitore sein?

    Führerscheine? 3,5to oder bis 7,5to?

    Geld Budget?

    Gruß, Holger


    Bilder meiner alten Kabine hier, und die aktuellen Kabine --> hier
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  • Moin moin und herzlich willkommen!


    neben dem, was Holger richtigerweise aufgezählt hat:


    Unterschätzt, den Aufwand nicht, ein Fahrzeug komplett selbst so auszubauen, dass man dauerhaft darin leben kann.

    Da sollten schon beide überzeugt vom Selbstbau sein.

    Die externe Mithilfe wird ohnehin immer mal wieder nötig sein, da niemand alles ausreichend gut kann oder sich zumindest zutraut.

    Wenn aber die Mithilfe permanent nötig ist, geht es entweder richtig ins Geld, oder der Baufortschritt wird sich sehr lange ausdehnen.


    Ich würde mich unter Euren Voraussetzungen, nach dem Abklären der notwendigen Rahmenbedingungen, erst einmal intensiv auf dem Gebrauchtmakt umsehen, mir viele Fahrzeuge anschauen, um ein Gefühl für Raumsituationen und Grundrisse zu bekommen. Dann, falls Ihr noch keine eigenen Erfahrungen mit WoMo-Reisen habt, unbedingt einmal ein Mobil der dann gewünschten Größe ausleihen und so mehr Erfahrung sammeln.


    Wenn sich dann herausstellt, ja, das ist es, aber es gibt nix auf dem Markt, das unseren Vorstellungen entspricht, steht wirklich Selbstbau an.


    EDIT: Habe gerade erst in der Vorstellung gelesen, dass Ihr bereits Campingerfahrung habt. Dann relativieren sich natürlich die Voraussetzungen etwas.

    Gruß vom Niederrhein
    Michael

  • Hallo


    da kann ich mich den Vorrednern nur anschließen: überlegt euch gut wie groß das Fahrzeug sein soll und was ihr alles braucht und könnt. So ein Selbstbau kann sich auch unter guten Bedingungen schnell mal ein paar Jahre hinziehen. Dazu braucht es noch Platz, Werkzeug und vielfältige Kenntnisse. Ein komplettes Fahrzeug oder zumindest eine Leerkabine zum Dauerwohnen und zum Arbeiten auszubauen ist schon ne andere Nummer wie einen alten Kastenwagen zum Urlaubsmobil umzugestalten.


    Ich will euch nicht den Mut nehmen, aber viele andere haben auch in wirklich großen Mobilen versucht dauerhaft darin zu wohnen, (z.B. Tiffy) haben sich aber recht schnell wieder einen festen Aufenthaltsort in Form einer Imobilie zugelegt.


    Aber es gibt natürlich auch Beispiele, da klappt es über Jahre ständig mobil unterwegs zu sein.


    Deshalb: überlegt euch gut was ihr wollt bzw. braucht. Dazu gehören auch so Dinge wie evtl. Waschmaschine, richtiger Herd und Platz sich auch mal aus dem Weg gehen zu können. Auch wenn einer evtl. mal krank danieder liegt. Platz ist auch in der kleinsten Hütte, aber unterschätzt nicht den Aufenthalt in einer kleinen Kiste wenn das Wetter über Wochen nicht mitspielt oder man sich, was durchaus auch in einer intakten Beziehung vorkommt, mal so richtig in die Haare kriegt.


    Viel Erfolg beim Nachdenken


    Anton

    Wir brauchen dringend ein paar Verrückte - seht euch doch mal um, wo uns die Vernüftigen hingebracht haben!

  • Hallo Zusammen,

    jetzt bin ich gerührt, habe Gänsehaut und Tränen in den Augen.
    Mit soviel Feedback habe ich nicht gerechnet, das ist lieb von Euch.


    Das Einzige was wir gesichert wissen, ist die Ausstattung der Arbeitsplätze. Ich benötige 2 größere Bildschirm und mein 2 Freund nur einen. Und wir brauchen 2 räumlich trennbare Arbeitsbereiche, da mein Freund auch mal Sachen zu klären hat, die mich nix angehen.

    Wir haben Beide noch den "schon etwas älteren" 3er Führerschein, also 7.5to

    Ein bisschen Budget ist auch da, nicht viel, aber dafür gibt es ja Banken, die geben gerne.


    Über die Idee, erst einmal ein paar Erfahrungen in einem geliehenen WoMo zu sammeln, haben wir auch schon nachgedacht. Das wird wahrscheinlich schwierig, darin zu arbeiten, weil - wie gerade schon beschrieben - wir brauchen doch etwas Raum zum Arbeiten für jeden.


    Aber einfach mal schauen und viel gucken, was es so gibt und wie wir das eventuell anpassen könnten, das ist eine gute Idee.


    Was haltet Ihr von dem Gedanken, einen Anhänger als Büro zu verwenden? Vielleich ein Kühl- Anhänger? Der ist schon isoliert, also eigentlich auch schon wintertauglich, Heizung statt Kühlaggregat einbauen, ein Fenster rein, Schreibtischplatte zum Hochklappen an die Wand, Bildschirme an die Wand gehängt. Den könnten wir dann einfach mal irgendwo stehen lassen, wenn wir ihn mal nicht brauchen und im WoMo selbst bräuchten wir nicht so viel Platz.

    Oder ist das eine blöde Idee?

  • Hallo Sorrenia (edit: Sabine),


    die Idee finde ich bei Eurem beschriebenen Platzbedarf super. Um so mehr dürfte Euch dann (zumindest erstmal) ein Standard-Womo reichen.

    Wenn Ihr dann beim Selbstausbau des Anhängers so richtig in Übung gekommen seid, habt Ihr evtl keine Lust zum Weiterbau mehr oder dann erst recht. :D


    Auch das Thema Arbeitszimmer-Anhänger sollte aber hier ebenfalls unbedingt breit diskutiert werden.......... 8)

    Gruß vom Niederrhein
    Michael

  • Die Anhängeridee finde ich auch nicht schlecht, schränkt euch aber etwas in der Bewegungsfreiheit ein. Eure Entscheidung.

    Da könnte man auch einen älteren kleinen Wohnwagen nehmen und entsprechend umbauen mit einem ordentlichen Arbeitsplatz mit Bürostuhl und fest montierten Monitoren.

    Gruß, Holger


    Bilder meiner alten Kabine hier, und die aktuellen Kabine --> hier
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  • Bei dem Platzbedarf für zwei getrennte Arbeitsplätze sehe ich bei unter 7,5 t eigentlich keine andere Chance, außer einen Arbeitsplatz in einen Anhänger zu verlegen.

    Viele Grüße
    Krabbe
    (Sachkundiger für Campinggasanlagen)

  • ich schließe mich den anderen an. 2*24" sehen auf den Schreibtisch schon sehr sehr klein aus, aber im Fahrzeug... Da reicht einer schon als TV in passender Größe.

    Wenn man es sich leisten kann und gewillt ist, scheint die Idee mit einem Anhänger schon deutlich besser. Vor allem kann man in den Anhänger dann 3 getrennte Räume integrieren ( kleines WC) damit man nicht immer in das mobil Rennen muss ..

    Zusätzlich kann man überlegen, ob man den Anhänger als "Booster" nutzt, sprich große Batteriebank die man sich mit der Versorgungselektrik im Mobil teilen könnte. Solar auf den Dach ggf. Noch etwas (mehr zusätzliches Wasser) ...

    Ich sag Mal so 50L sind bei aktuell 3,5T schon viel, während es bei einem 1,1T Anhänger eher weniger ins Gewicht fällt.

    Das ist ebenfalls ein Vorteil; man kann mit 3,5T durch die gegen fahren und muss sich weniger um die länderspezifischen Regelungen über 3,5T kümmern. Da ich aber kein> 3,5T fahre, kann ich überhaupt nicht beurteilen wie weit diese Regelungen überhaupt einschränken.

    Und ihr könnt euch quasi mit dem Anhänger einmal Wohnmobil Light Ausbau gönnen... Vieles ist / wird identisch sein.

  • Hallo Zusammen,

    vielen lieben Dank für die tollen Ideen und Tipps. Zusätzliche Wasser und Strom im Anhänger mitzunehmen, ist super. Dann könnten wir dort auch noch eine Waschmaschine einbauen. (Gibt es welche, die nur mit dem Strom aus den Batterien betrieben werden können? Wenn nicht, dann halt nur Landstrom) Und wir haben noch Platz für ein extra Sofa, wenn wir uns mal aus dem Weg gehen wollen (das können wir bei gutem Wetter auch rausstellen). Und, wenn ich Glück habe, kann auch noch mein E-Drumset mit, es würde mich sehr schmerzen, wenn ich es zurücklassen müsste.

    Sobald Corona es zulässt, werden wir mit Besichtigungen anfangen. Und dann brauchen wir nur noch das ‚Go‘ unseres Arbeitgebers, damit wir mit der konkreten Umsetzung beginnen können.

    Gibt es eigentlich auf vielen Campingplätzen Preisstaffelungen für die Größe eines WoMos?

    Liebe Grüße

    Sabine

  • Die Fahrzeuggröße ist auf Campingplätzen eigentlich nicht so relevant, außer man ist so groß dass man nicht auf die Stellplätze paßt. Dann bekommt man einen schönen Stellplatz neben den Mülltonnen auf dem Parkplatz fürs gleiche Geld :-)

    Wenn dann wird unterschieden zwischen Standardplätzen und Komfort, wo es dann Frisch/Abwasseranschluss usw gibt. Die sind dann oft auch was größer und kosten natürlich mehr. Für den zusätzlichen Anhänger mus man meist extra bezahlen.

    Gruß, Holger


    Bilder meiner alten Kabine hier, und die aktuellen Kabine --> hier
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  • Und wenn man als Anhänger einen Wohnwagen verwendet hat man sogar direkt die Einrichtung drin, die man nach eigenen Wünschen verändern kann. So ergibt sich eine fahrbare Zweizimmerwohnung mit Bad und WC und Arbeitsplatz ohne großen Aufwand. Ein etwas älterer Wohnwagen aus den neunziger Jahren hat bei einer Länge von 4,25 Meter ein z.g.G. von etwa 1000 bis 1300 kg.
    MfG
    J_m_E

  • Eine wirklich spannende Idee . Ein eher kleineres Universalzugfahrzeug , um überall hin zu kommen und einen eher größeren Wohnwagen mit zwei Büros . Um großzügiges Umbauen werdet Ihr wohl nicht herum kommen , sonst habt Ihr alles doppelt und nichts passend .

    Da das Leben außer Arbeiten auch noch andere Annehmlichkeiten bietet wäre auch eine mittelfristige Familienplanung sinnvoll .

    Bei den Überlegungen bin ich auf zwei interessante links gestoßen :

    https://www.caravaning.de/einz…673-pk-2019-im-supertest/

    und damit Ihr nicht übermütig werdet auch diesen :

    https://reisevergnuegen.com/camping-wohnwagen/


    viel Spaß beim Planen und Werkeln .

    Mir fällt auch noch Jonson ein ,


    Vorstellung Jonson - LAK Gespann?


    der zwar kärglich einfach , aber wirklich viel mit seinem Gespann und x anderen fahrbaren Untersätzen umher gefahren ist und seit über 20 Jahren darin lebt . Er kann Euch am besten sagen , was es heißt , immer mit Anhänger unterwegs zu sein oder lieber doch mit einem großen Fahrzeug alleine . Sein letzter Anhänger wäre ideal für Euch gewesen - denkt bei der Größe auch an die kostenintensive Achsenzahl bei der Maut .

    viel Spaß beim Planen/Bauen

    LG

    Ralf

    der Urologe


    Vorsorge tut gut - KAT fahren

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