Drehmomentschlüssel - Einsatz vorne: genaue Bezeichnung?

  • Moin,

    ich habe mein Werkzeug aus eigenem Verschulden (zu ungeduldig() zerlegt:

    Die letzte Radschraube wollte nicht (trotz "Vor"Lösen in der Werkstatt und Anziehen mit nur 130Nm) .....: Am Ende habe ich meinen Drehmomentschlüssel mit Verlängerung aufgesetzt und dann vorne den Nupsie (scheint Alu zu sein) abgeschert.

    Ich habe immerhin festgestellt, dass sich die Einsätze (da wo die Nuss aufgesteckt wird) zumindest meiner beiden Drehmomentschlüssel (unterschiedlich alt, unterschiedliche Fabrikate) abschrauben und austauschen lassen.

    Daher möchte ich jetzt nur den Einsatz ersetzen. Mir fehlt aber der Fachbegriff, so dass die Suche etwas mühselig ist.

    Wie genau wird das Teil vorne bezeichnet?

    Gruß

    Michael

  • Moin Michael,


    puh, spontan würde ich es mit Werkzeugaufnahme versuchen, oder "Aufnahme mit xx Zoll Antrieb" (also '1/2" Antrieb', '3/8" Antrieb") bezeichnet, aber ich denke damit wird es nicht arg viel einfacher zu suchen.


    Zumindest für die BGS Drehmomentschlüssel tauchen bei der Suche nach "Drehmomentschlüssel ersatzteile" direkt ganze Reperatursätze auf (z.b. hier).


    Vielleicht lässt sich in Verbindung mit dem Herstellernamen deines Drehmomentschlüssels ja etwas passendes finden?


    Gruß

    Sven

  • Hallo Michael,


    vertraust du einem Drehmomentschlüssel der sich bei der geringsten Belastung selbst zerlegt?

    Mein Drehmomentschlüssel muss 430NM ertragen :)


    Gruß Ralf

  • Moin,

    KingWarin: Danke schön. Nach ein paar weiteren Runden bin ich auch auf den Begriff "Reparaturset" gestoßen. Da mache ich mich dann mal an die Arbeit.

    diekorks: Bis gesten ja. Der Schlüssel geht bis 350Nm. Allerdings sind die ja wohl nicht immer auch zum Lösen oder Festknallen (gerade mit Verlängerung) gedacht. Das war also sicherlich mehr als eine "geringste Belastung". (Noch) ziehe ich mir den Schuh selber an. Anders wäre aber schöner.

    Gruß

    Michael

  • Ja, es gibt Schlüssel, die müssen sowohl zum Lösen, als auch zum Festziehen freigegeben werden.

    Wenn du jetzt aber schon mit Verlängerung die Aufnahme abgedreht hast, dann würde ich mir eher Sorge um die Genauigkeit machen, zwecks Hebellänge und Krafteinwirkung bei nicht korrekter Bedienung.

    Überleg Mal, was 10KG bei 1M Hebel an Kraft auf den vorderen Punkt bedeutet.


    Und ganz wichtig, ein Drehmomentschlüssel ist ein MESSWERKZEUGE!

    Mit einem Zirkel bohrst du ja auch keine Löcher ...

  • ivo Hilfreich wäre wenn man wüsste um was für einen Drehmomentschlüssel (Marke und Typ) es sich genau handelt...

    Den Begriff Reparatursatz hast du ja schon bekommen. Ansonsten (sofern es sich um Markenware handelt) bei einem guten Werkzeuglieferanten suchen. In CH könnte ich da z. B. Brütsch & Rüegger empfehlen (nein, bin weder Aktionär noch verwandt oder verschwägert 😏). Da findet man Stichworte wie Einsteck-Knarre, Einsteck-Einsatz oder Ersatzteil-Satz... guckst du z.B. hier.


    vertraust du einem Drehmomentschlüssel der sich bei der geringsten Belastung selbst zerlegt?

    Mein Drehmomentschlüssel muss 430NM ertragen :)

    Meines Erachtens wird jeder Drehmomentschlüssel massivst überlastet wenn eine Schraubverbindung damit nur mittels Verlängerungsrohr gelöst werden kann.

    Die Tatsache dass ein 350Nm Schlüssel ein zu kurzer Hebel hatte um eine mit angeblich 130Nm angezogene Schraube zu lösen zeigt mir dass die Schraube entweder nicht mit 130Nm angezogen war oder das Losbrechmoment extrem gross war, sei es durch ein verdrecktes oder beschädigtes Gewinde, oder falsche Schrauben/Muttern (Kegel- statt Kugelbund z. B...) oder durch irgend einer anderen Ursache.


    Ansonsten ist es genau wie Mrmomba schreibt. Ein Drehmomentschlüssel ist ein Messmittel und sollte entsprechend behandelt werden. Ein mit Verlängerungsrohren malträtiertem Drehmomentschlüssel würde ich ohne Prüfung nicht mal mehr so weit trauen wie ich es werfen kann.

    Für sowas gibt es bessere, weniger empfindlichere und vor allem billigere Werkzeuge. Ich hab mir für solche Aktionen eine gute ausziehbare Knarre (max ca 55cm lang) und für gröberes eine etwas längere Breaker Bar zugelegt. Letztere hätte ich auch keine Hemmungen mit einem Rohr zu verlängern. Wenn die kaputt geht hab ich da wenig Geld in den Sand gesetzt, aber wenn Ich Ehrlich bin hab ich das noch nie müssen und hätte dabei auch zumindest so bis M16 oder M20 eher Bedenken die Schraube abzureissen als den Schlüssel zu zerstören...da wären wahrscheinlich andere Techniken um die festsitzende Schraube anzulösen zielführender.


    Gruss

    Urs

    In der Theorie entspricht die Praxis der Theorie...

  • Hallo,


    schmeiß den geschrotteten Drehmomentschlüssel weg oder häng ihn Dir über die Werkbank als Erinnerung für "SO NICHT".

    Wenn Du damit so gewalttätig warst würde ich der Anzugskraft nicht mehr vertrauen.

    Manchmal zahlt man eben Lehrgeld.


    Gruß Christopher

    Mercedes Vario 816 mit Holzkoffer

  • Ich würde ihn nicht wegwerfen . Wenn es sich um ein gutes Werkzeug handelt und nur der Vierkant durch falsche Handhabung abgedreht wurde , muß doch nur das Kopfteil ersetzt werden und das Drehmoment mit einem Testgerät überprüft werden - das Testgerät hat jede gute Werkstatt und macht dir das für einen Fünferl für die Kaffeekasse .

    Der Fehler isr doch , daß man insgeheim immer denkt , der Drehmomentschlüssel würde bei eingestelltem Drehmoment "hohl" drehen , tut er aber nicht , sondern knackst nur ganz leise und dreht danach unvermindert weiter - und wenn dann eine nicht eingeplante Rohrverlängerung unterstützt , hält auch der beste Stahl irgendwann nicht mehr .

    350Nm sind auch schon eine ganze Menge für weniger als 3/4 Zoll .

    der Urologe


    Vorsorge tut gut - KAT fahren

  • Ob wegwerfen oder reparieren würde ich davon abhängig machen welche Marke es hat und was das Teil ursprünglich gekostet hat. Bei Hazet, Gedore, Stahlwille und Co würde ich eine Reparatur auf jeden Fall in Betracht ziehen, bei einem billigen No-Name-China-Schlüssel (wo die Ersatzteilversorgung wohl auch schwierig sein dürfte) ist wohl ein Neukauf eher angebracht.


    Der Fehler isr doch , daß man insgeheim immer denkt , der Drehmomentschlüssel würde bei eingestelltem Drehmoment "hohl" drehen , tut er aber nicht , sondern knackst nur ganz leise und dreht danach unvermindert weiter

    Und genau beim Knack sollte man eben nicht weiter drehen da man sonst 1. einen völlig undefinierten, aber sicher zu hohen Drehmoment hat und 2. den Drehmomentschlüssel leicht überlasten und somit beschädigen kann.


    Bei meinem ehemaligen Reifenhändler musste ich mal eingreifen nachdem der Typ da nach Knack jede Schraube nochmal um mindestens eine Viertelumdrehung weiter drehte (zum Glück nicht an meinem Auto). Aussage vom Scheff: Das würden sie tun damit sicher niemand ein Rad verliere weil eh niemand nach 100km oder so die Radschrauben nachziehen würde. Von überdehnte Radbolzen usw wollte er nichts wissen. Ich hab die Schrauben, nach Rücksprache mit dem Scheff, selber angezogen und bin seitdem da nicht mehr Kunde...


    Gruss

    Urs

    In der Theorie entspricht die Praxis der Theorie...

  • Wenn das wirklich Alu ist, war es kein Drehmomentschlüssel.


    Dann sollte man noch unter lbm und kpm beim Einstellen des Schlüssels unterscheiden.

    Nie mit dem Drehmoment, Schrauben öffnen .Nur zuziehen.

    Peitschende Schrauben (Reibung im Gewinde und dadurch Drehdehnung in der Schraube) sind unvorteilhaft für das Werzeug.

    Gruß Ralf

  • Nie mit dem Drehmoment, Schrauben öffnen .Nur zuziehen.

    Ja, so steht es in jeder Anleitung drin und auch ein Techniker (wenn ich recht im Kopf habe war der von Stahlwille) beharrte genau auch darauf.

    Tja, in der Praxis hab ich über 10 Jahre im Job (also fast Tagtäglich) Schrauben mit 295Nm mit einem 400Nm Schlüssel mit Rätscheneinsatz der für 300 oder 320Nm ausgelegt war angezogen, gelöst und wieder angezogen...Die Schlüssel wurden (fast) Jährlich überprüft. Meiner war auch nach 10 Jahren innerhalb der Spezifikation und zwar ohne dass er jemals nachjustiert hätte werden müssen. Einzig der 1/2 Zoll Vierkant ist einmal abgebrochen...ob er das nicht wäre wenn ich damit Schrauben nicht gelöst hätte? Ich zweifle. Ich denke solange man das eingestellte Drehmoment nicht überschreitet ist es egal ob man damit anzieht oder löst.

    Soviel von meiner Seite zu Theorie und Praxis...siehe auch meine Signatur ;)


    Gruss

    Urs

    In der Theorie entspricht die Praxis der Theorie...

  • Hallo


    man kann es auch anders machen:


    man nehme einen Drehmomentschlüssel der 100 kN aushält und dazu einen Übersetzungsmodul was das Drehmoment vervierfacht. Schon kann man mit dem 100 kN Schlüssel 400 kN übertragen. 8)


    Ob man damit auch 400 kN losdrehen kann, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis. :S


    Trotzallem würde ich zum Lösen nie eine Verlängerung auf den Drehmomentschlüssel setzten. ;(


    Wenn überhaupt dann auf einen einfachen Knebel. Wenn man den verbiegt, biegt man ihn halt wieder gerade. ;)


    Radschrauben und sonstiges festsitzendes Gedöns löst am besten mit einem Knattermann. Das geht so aufs Material und quälen braucht man sich auch nicht! :huh:


    Alles Gute


    Anton

    Wir brauchen dringend ein paar Verrückte - seht euch doch mal um, wo uns die Vernüftigen hingebracht haben!

  • Radschrauben und sonstiges festsitzendes Gedöns löst am besten mit einem Knattermann. Das geht so aufs Material und quälen braucht man sich auch nicht! :huh:

    ^^

    Ich glaube zwar zu wissen was du meinst, aber ich will sicher gehen:

    definiere "Knattermann"!?!

    = ein Schlagschrau-Bär?!? :/


    Gruß

    Holger

  • Ja ja, der "gewöhnliche sauerländische Waldmensch" hat sich im Zuge der langen Evolution einige interessante Ausdrücke angeeignet......woll? :D

    Gruß vom Niederrhein
    Michael

  • definiere "Knattermann"!?!

    = ein Schlagschrau-Bär?!?

    Hallo


    Holger, da liegst Du schon richtig! Nur wir schreiben das anders: Schlagschrau-Beer!


    Kommt von Blaubeer , nicht Braunbär!



    Michael, interessante Ausdrücke helfen dabei das einem nicht jder versteht, das hat auch viele Vorteile. :P


    Alles Gute


    Anton

    Wir brauchen dringend ein paar Verrückte - seht euch doch mal um, wo uns die Vernüftigen hingebracht haben!

  • Aber wenn es von BlauBeer kommt ... dann muss das also eine angelsächsische Entwicklung über ein langen Prozess sein - weithin mit der Verknüpfung zum Englar und darüber hinaus bis in die Neuzeit.
    Ist das Blaubeer dann ein naher Verwander vom StoutBeer ? Verwirrend, die eure Sprache mit den vielen Abwandlungen.

    Dat is 'n anner Wurm as 'n Ruup.

  • Moin,

    aktueller Stand - ich habe den Lieferanten angeschrieben und innerhalb sehr kurzer Zeit ein Ersatzteilset bekommen.

    Nach euren Beiträgen frage ich mich nun allerdings, ob der Schlüssel neu kalibriert/eingestellt/überprüft werden muss.

    Was für Frimen machen soetwas?

    Gruß

    Michael

  • Überprüfen würde ich ihn auf jeden Fall. Das geht natürlich am bessten mit einem Drehmoment-Prüfgerät. Ein gutes ist aber recht teuer... da ist man schnell bei 1000 Euronen und mehr. Hast du im Bekanntenkreis Leute welche im Maschinenbau oder Fahrzeugbau arbeiten? Da dürften die Chancen sowas zu finden am grössten sein.

    Ansonsten eine Eisenwarenhandlung oder ein Laden der vor allem die Industrie/das Gewerbe mit Werkzeug und Maschinen versorgt?


    Vielleicht auch in einer guten (!) Kfz-Werkstatt, wobei du da wohl viel Glück brauchst...die Automechs die ich kenne haben den Drehmomentschlüssel im Handgelenk eingebaut (meinen sie zumindest...)


    Alternativ kannst du natürlich auch selber was vom Chinesen kaufen..


    Oder du machst es mit Hausmitteln: Vielleicht so? Anstatt der Schnur und Bierkästen (bei 350Nm brauchst du ein paar davon ;)) könntest du auch eine Federzug-Waage nehmen...Für eine erste Einschätzung ob der Schlüssel noch was taugt und es sich lohnt ihn allenfalls frisch kalibrieren (zu lassen) sollte das ausreichen.


    Kalibrieren kann man bei guten Schlüsseln (und vorhandenem Prüfgerät) auch selber. Die Einstellschrauben sind oft etwas versteckt (z. B. unter dem Typenschild). Hat man keine Erfahrung damit ist es aber vielleicht besser wenn man den Schlüssel zum Hersteller schickt, es gibt da den einen oder anderen Fallstrick...und ein falsch eingestellter Schlüssel bringt ja auch nichts.


    Zumindest die Namhaften in Europa vertretenen Hersteller wie Gedore, Stahlwille, Hazet usw. dürften Kalibrierungen für den entsprechenden Obulus anbieten (oder zumindest entsprechende Partner und deren Anschriften angeben können).


    Für die Schweiz könnte ich dir auch Firmen nennen welche sich auf die Kalibration von Industriemessmittel spezialisiert haben...wird dir aber vermutlich nicht viel bringen...und billig ist das meistens auch nicht.


    Leider wissen wir halt immer noch recht wenig über den Schlüssel. Firma, Typ, Alter... alles unbekannt, daher musst du selber einschätzen ob eine allfällige Kalibration sich noch lohnen würde oder nicht.


    Gruss

    Urs

    In der Theorie entspricht die Praxis der Theorie...

  • Moin,

    vielen Dank für die vielen Optionen.

    Der Schlüssel hat unter 100€ gekostet - da muss ein Check dann auch in der Relation finanziell passen finde ich.

    Wir haben einen Laden im Ort fürs Gewerbe - da werde ich mal hin. Guter Tipp.

    Notfalls muss halt ein neuer Schlüsse ran. Lehrgeld!

    Gruß

    Michael

  • Der Neupreis von 100€ ist etwas blöde. Ist eigentlich zu viel um einfach was neues zu kaufen, andererseits aber fraglich ob man den Preis für eine Kalibrierung noch darin investieren will. In CH würde ich sagen eine Kalibrierung lohnt sich nicht, in DE müsstest du mal die Preise anfragen. Vielleicht geht's noch auf.


    Aber so schnell würde ich die Flinte nicht ins Korn werfen. Es würde mich auch nicht überraschen wenn eine Überprüfung zeigt dass gar keine Kalibrierung nötig ist.


    Als quick and dirty (Betonung eher auf dirty) Lösung könntest du auch mit einem zweiten Schlüssel gegenchecken. Also eine Schraube mit dem Zweiten Schlüssel mit einem bestimmten Drehmoment anziehen. Dann mit deinem mit jeweils 5% weniger, mit dem gleichen und mit 5% mehr Drehmoment nachziehen versuchen und dabei die Bewegung der Schraube beobachten. Bei 5% weniger muss deiner auslösen ohne die Schraube nachzuziehen. Bei 5% darüber muss er die Schraube weiter ziehen bevor er auslöst ansonsten ist entweder der "Testschlüssel" oder deiner oder beide für eine Kalibrierung fällig.


    Gruss

    Urs

    In der Theorie entspricht die Praxis der Theorie...

Jetzt mitmachen!

Mit einem Benutzerkonto kannst du das womobox Forum noch besser nutzen.
Als registriertes Mitglied kannst du:
- Themen abonnieren und auf dem Laufenden bleiben
- Dich mit anderen Mitgliedern direkt austauschen
- Eigene Beiträge und Themen erstellen