TÜV für LKW mit Leerkabine

  • Hallo zusammen,


    wir planen einen LKW mit Kabine (Gasfrei) und sind u.a. über das Thema TÜV gestolpert.

    Bei uns soll der LKW fest mit der Kabine verbunden werden, ich vermute mal, dass dann die Kabine nicht mehr als Ladung zählt
    und der TÜV sich dann z.B. die Elektroinstallation oder den Einbau einer Heizung gründlich anschauen wird. Habe ich das so richtig verstanden?


    Wie habt ihr das geregelt, wenn dann endlich der LKW mit einer Leerkabine vor der Tür steht und als Wohnmobil eingetragen werden soll?


    Im Internet habe ich einen Bericht gefunden, nachdem zunächst alle erforderlichen Merkmale (Bett, Tisch, Kochgelegenheit….) vom Besitzer
    mehr oder weniger provisorisch eingebaut wurden um die Zulassung als Wohnmobil zu bekommen um dann anschließend den richtigen
    Innenausbau durchzuführen.


    Macht das so wirklich Sinn oder was habt ihr für Erfahrungen damit gemacht?


    Danke und viele Grüße

    Mario

  • Die Erfahrung sind da sehr unterschiedlich. Ich habe zweimal bei verschiedenen Stationen und Projekten sehr gut Erfahrung gemacht. Beide Male hat kein Prüfer den Innenraum betreffen. Weder Drehkonsolen der Sitze, noch Befestigung der Batterie oder Fragen zur Heizung.

    Beim Aktuellen sind wir fast über den nicht fest verschraubten 2-Plattenkocher gestolpert. Da hat sich der Prüfer drauf gestürzt und wollte das Fahrzeug nicht zum Wohnmobil erklären. Seine Kollegen sagten zu ihm: "Das ist sogar ohne Kocher ein Wohnmobil". Daraufhin hat er nachgegeben. Prüfungsdauer jeweils mit HU ohne ASU rund 20-40 Minuten und um die 100€.

    Mit diesen positiven Erfahrungen bin ich hier die/eine der Ausnahme(n) im Forum.


    Gruß Nunmachmal

    Ich habe viel aus meinen Fehlern gelernt, ich glaube ich mache noch einen.

  • Hallo Mario,


    gasfrei kommt mir bekannt vor - praktiziere ich seit über 20 Jahren.


    Die Eintragung als Wohnmobil ist sehr Prüfer abhängig und daher rate ich Dir einen Prüfer zu suchen welcher dein Projekt von Anfang an begleitet. Also schon vor dem Fahrzeugkauf den Kontakt aufnehmen.

    Das hat sich bei mir und meinen, es sind inzwischen schon ein paar Fahrzeuge, Projekten als gut erwiesen.

    Wenn Du nur einen Koffer auf dem Fahrgestell hast und dieser als LKW zugelassen ist interessiert sich keiner für den Innenraum und auch nachher als Wohnmobil wollte bei mir noch nie ein Prüfer in den Wohnraum schauen.

    Es geht bei der Wohnmobileintragung nur um das einhalten der Regeln und wenn diese erfüllt sind wird eingetragen.

    Das kann aber jeder Prüfer bis zu einem gewissen Rahmen selbst bestimmen - jeder legt da seine Schwerpunkte etwas anders.


    Gruß Christopher

    Mercedes Vario 816 mit Holzkoffer

  • Hallo Mario,


    mit einem provisorischen Ausbau zum TÜV zu fahren um den dann eintragen zu lassen macht in meinen Augen keinen Sinn.


    Ein fester Aufbau ist natürlich keine Ladung mehr. Ladung würde auch wenig Sinn machen, allein schon wegen diverser anderer Vorschriften. Bei einem LKW mit Ladung würdest Du z. B. dem Sonntagsfahrverbot und den Sozialvorschriften (Lenk- und Ruhezeiten) unterliegen, da es m. W. über 7,5 t keine „Privatfahrten“ mehr gibt. (Es sei denn, die haben das endlich mal geändert).


    Ich glaube die meisten machen den Ausbau fertig und fahren dann zum Eintragen.

    Wenn Du für die Zeit zwischen dem Aufsetzen des Koffers und der Fertigstellung des Ausbaus noch großartig mit dem Fahrzeug durch die Gegend fahren willst oder ein legales Fahrzeug bewegen willst, dann kannst Du den Kofferaufbau auch erst einmal eintragen lassen und das Fahrzeug zum LKW geschlossener Kofferaufbau umschlüsseln lassen. Das übernimmt auf Wunsch meist auch gleich der Leerkabinenhersteller für Dich. Somit hast Du den Vorteil, dass Du Dich später mit dem Prüfer nicht mehr über so Themen wie Kofferbefestigung, Materialgutachten etc. unterhalten musst.


    Für den Innenausbau hat sich bei mir bisher noch nie ein Prüfer im Detail interessiert. Zumindest nicht, was die Abnahme anging, wenn dann eher aus persönlichem Interesse. (Ausnahme bei eingetragenen Sitzplätzen im Aufbau).

    Ansonsten war es nur ein kurzer Übersicht hinsichtlich des Gesamteindrucks. Dazu kamen das vorliegen der Gasprüfung.

    (Was bei Dir ja entfällt).

    Die Heizung könnte noch interessieren, für die Elektrik hat sich bei mir noch nie jemand interessiert.

    Das Hauptinteresse bei der Kabine lag bisher bei deren Befestigung und den Abmaßen, sowie die Einhaltung der Bestimmungen bezüglich Unterfahrschutz. Und natürlich die Beleuchtung.


    Natürlich kann es sein, dass ein Prüfer mal nach der Elektrik oder der Möbelbefestigung schaut. Aber das sollte man aus Eigeninteresse schon vernünftig machen.


    Was natürlich auch immer sehr sinnvoll ist, ist sich zu Beginn des Ausbaus einen Prüfer zu suchen, der den Aus-/Aufbau nachher abnimmt und mit diesem durchzusprechen, was man vor hat und auf was der Prüfer Wert legt.

    Viele Grüße
    Krabbe
    (Sachkundiger für Campinggasanlagen)

  • Du willst die Kabine ja bauen lassen. Dann sprich mal mit deinem Ausbauer. Der sollte sinnigerweise auch die Zulassung machen, weil er ja für die Konstruktion und die Verbindung zum Fahrzeug verantwortlich ist. Der hat dann auch die Möglichkeit die Art der Zulassung zu beeinflussen ;)

    Gruß, Holger


  • Das Thema Ladung ja oder nein ist doch hauptsächlich aufgekommen bei Wunsch nach einem H-Kennzeichen wenn ein Lkw zu spät, d. h. nach der 10-Jahres-Frist, zum Womo umgebaut werden sollte!


    Das geht zwar generell auch, dann aber halt ohne H oder weiterhin als Lkw zugelassen mit H und eben dieser "Ladungs-Lösung".


    Das H hat "lediglich" Auswirkungen auf Steuer und evtl. Versicherung und freie Fahrt in Umweltzonen. Das ist aber nur innerhalb Deutschlands relevant, im Ausland kennt man solche Privilegien gar nicht und erkennt auch die deutschen nicht an!)


    Peter

    Einmal editiert, zuletzt von cappadax ()

  • das Wichtige ist, vorher mit dem Prüfer Deines Vertrauens zu sprechen, wie Du was vorhast. Damit habe ich ein Jahr vor Baubeginn angefangen. Zur Abnahme meines Womos hat der Prüfer dann die Tür zur Kabine aufgemacht. Aber da war nichts drin. An der Wand hing ein Handskizze wie es mal werden sollte. Das hat gereicht. Mit oder ohne Gas ist übrigens egal. Ich hab Gas dann später eingebaut.


    Ansonsten der gleiche Hinweis wie Holger. Um die Eintragung soll sich der Kabinenbauer kümmern. Oder baust Du die Kabine selbst?


    Grüße, chris

    wir sammeln abgelaufene Verbandskästen aus KfZ und alles medizinische Zeug, für unser Projekt in Gambia. Guckst Du: together-in-the-gambia.de :arrow: oder neu bei facebook :arrow: : together in The Gambia e.V.

  • Vielen lieben Dank für die vielen sehr hilfreichen Hinweise. Die Kabine wollen wir auf keinen Fall selbst bauen. Wir werden uns nun intensiv mit der Findung eines Prüfers beschäftigen. Es wird wohl das Beste sein, dazu einmal persönlich zu einer größeren Prüfstelle zu fahren. Diese Beratungsleistungen beim TüV werden doch sicher nicht kostenlos sein oder? Ich könnte mir vorstellen, dass eine Einzelfrage vermutlich keine Rechnung nach sich zieht. Wenn ich da aber mit Zeichnungen und einigen Fragen auftauche und den Prüfer damit eine ganze Weile beschäftige, wird das doch sicher nicht für ein freundliches Dankeschön zu haben sein. Sehe ich das richtig?


    Viele Grüße
    Mario

  • Also bei mir waren Beratungsgespräche ohne Kosten . Ich weiss aber nicht ob das Glück war,oder immer so ist,oder erst bei einer Abnahme Geld kostet . Kannst du aber bei deinem Tüv erfragen .


    Würde erst ziemlich fertig bauen,dann abnehmen lassen .Oder hast du einen Einbau den du rein stellen kannst ?


    und wieso keine lössbare Verbindung von Koffer zum Fahrgestell ? Dann ist es Ladung .

    Leben ,und leben lassen !

    Einmal editiert, zuletzt von syt ()

  • Ich hatte bei meinen TÜV-Gutachten immer das Glück, das der Prüfer immer zuerst geschaut hat ob alles passt. Erst nach der erfolgreichen Begutachtung würde ich zur Kasse geschickt.

    Bei der HU hatte ich beruflich einen Bonus und konnte fast alles innerhalb 24 Stunden ohne Mehrkosten beheben. Mein Prüfer hat den Vorfall offen liegen lassen und dann den Vermerk notiert "vor Ort mit eigenen Mitteln behoben".

    Das war aber zu Zeiten wo ich regelmäßig mit meinen Gabelstaplern Gutachten erstellen ließ. Bin dann aber auch über 30 km gefahren für diesen Bonus.


    Gruß Nunmachmal

    Ich habe viel aus meinen Fehlern gelernt, ich glaube ich mache noch einen.

  • und wieso keine lössbare Verbindung von Koffer zum Fahrgestell ? Dann ist es Ladung .

    Das wäre bei über 7,5 t aber ziemlich dämlich.

    Viele Grüße
    Krabbe
    (Sachkundiger für Campinggasanlagen)

  • Das wäre bei über 7,5 t aber ziemlich dämlich.

    Ist meines Erachtens unnötig, man kann das Fahrzeug dann gleich als geschlossener Lkw zulassen. Da schaut beim TÜV dann auch keiner rein.

    Gewünscht ist doch der Eintrag: "sond.kfz.wohnwagen"

    Ich habe viel aus meinen Fehlern gelernt, ich glaube ich mache noch einen.

  • Hallo Peter,

    ich verstehe den Einwand mit der Ladung von syt so, dass er damit meint, warum man die (fertige) Wohnkabine nicht als Ladung transportieren will und diese eben statt dessen fest montieren will und das Fahrzeug als Wohnmobil umschreiben will.


    Und bei über 7,5 t eine Wohnkabine als Ladung zu fahren ist nun mal ziemlich unklug. Es sei denn, es geht um ein H-Fahrzeug und man ist bereit die entsprechenden Einschränkungen hinzunehmen.

    Viele Grüße
    Krabbe
    (Sachkundiger für Campinggasanlagen)

  • Der Tüv prüft ein Wohnmobil (Wenn es mal eins ist) genauso wie ein LKW . Koffer bleibt zu bei der Prüfung. Wenn entweder kein Gas oder externes Prüfzeugniss für Gas vorliegt.


    Es genügt auch ein Kartuschengaskocher und ein Salatschüsselspülbecken zum Wohnmobil wenn alles irgendwie " Fest " ist.

    Gruß Ralf

  • Ja, vollkommen richtig, wir streben eben diese Eintragung "sond.kfz.wohnwagen" an. Ideal wäre es, wenn bei Übergabe des Fahrzeuges diese Eintragung bereits erfolgt ist. Das sehe ich absolut ein.
    Konnte diese Eintragung aus irgendwelchen Gründen vom Hersteller noch nicht erfolgen, muss ich mich ja selbst darum kümmern und möchte natürlich dumme oder kostenintensive Fehler dabei vermeiden.

    Wenn ich also ein vernünftiges Provisorium einbauen muss, ist das natürlich irgendwo sinnfrei, wenn der Prüfer jedoch nicht anders überzeugt werden kann, werde ich wohl die Pille schlucken müssen.
    Ein schlechtes Gewissen muss ich dabei meiner Meinung nach nicht haben, da das Fahrzeug ja tatsächlich final auch als Wohnmobil eingesetzt wird. Das Provisorium wird dann quasi durch eine Kernsanierung ersetzt.
    Ich nehme auf jeden Fall hier 2 sehr gute Hinweise mit: Gespräch mit dem Fahrzeuglieferanten führen, der wird ja definitiv Erfahrung damit haben und eine gute Lösung vorschlagen können. Zweitens, das Gespräch mit einem Prüfer vorab zu suchen, ist meiner Meinung nach auf jeden Fall auch eine vernünftige Vorgehensweise. Sollten dafür angemessene Euros erforderlich sein, ist das ebenfalls i.O., auch das kann ich ja vorab klären. Im April muss ich ohnehin mit dem PKW zur HU, da bietet es sich geradezu an, das Gespräch zu diesem Thema zu suchen. Mal schauen, wie es verläuft, zum Ergebnis werde ich hier gerne berichten.

    Viele Grüße
    Mario

  • Ahoi,


    Klugscheißer Modus:

    Gewünscht ist doch der Eintrag: "sond.kfz.wohnwagen"

    Gewünscht sein wird wohl "so.Kfz Wohnmobil", wenn im Schein das obige steht ist was falsch gelaufen da das "so." für "sonstige" steht. "Sd.KFZ" (SonderKFZ) gibt es seit dem Ende des dritten Reichs nicht mehr.


    Gruß

    Sven

  • Wenn der Kabinenbauer dir das Fahrzeug zulässt, dann musst du später nur umschlusseln von geschlossenem Lkw auf "SO.KFZ WOHNM. UEB. X,X T". Das dürfte dann verhältnismäßig einfach sein.


    Gruß Nunmachmal

    Ich habe viel aus meinen Fehlern gelernt, ich glaube ich mache noch einen.

  • Hallo,

    bei mir war es so, daß der Kabinenbauer für die TÜV-Abnahme eine provisorische Einrichtung reingemacht hat (ist bei ihm normales Vorgehen). Das wird beim TÜV normal auch per Foto dokumentiert. So konnte ich die Leerkabine bereits mit WoMo-Zulassung übernehmen und muß nicht nochmal was ändern / umschlüsseln lassen. Aber eine persönliche Absprache mit dem Prüfer ist immer sinnvoll.

    Grüße aus der Südpfalz ... Jürgen

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  • Hallo Mario,


    wenn's mit provisorischen Ausbau klappt, gut.

    Chance seh ich erst mal bei <50%.

    Ich hab meinen für den Übergang als LKW zugelassen, ist zwar relativ teuer, da deine Prozente für LKW nicht anerkannt werden.

    Mit VK ca.2200€ bei HDI, wobei glaub ich, die Haftpflicht 2/3 ausmachte, müsste ich nachsehen.

    Da bei mi vorher ein Lieferkoffer mit ähnl. Maßen drauf war, hab ich erstmal auch nichts ändern lassen.

    Wenn du gebraucht kaufst, wird auch bei dir zu 90% auch ein Koffer drauf sein.

    Den kannste dann verschenken, in der Hoffnung das der Beschenkte in abbaut.

    In meinem Koffer wohnen jetzt Schafe😊.


    Gruß Ralf

  • Hallo Ralf,

    ja, das lese ich leider nicht zum ersten Mal, dass sich die zuvor gewerblich genutzten Aufbauten kaum verkaufen lassen. Vielleicht lässt sich der alte Koffer während der Ausbauphase auch als Lagerraum neben dem LKW nutzen. Mal sehen wie es kommen wird.
    Viele Grüße
    Mario

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