Guten Morgen in die Runde,
kurz zu meiner Person, ich bin 58 Jahre alt, verheiratet und arbeite als Instandhalter in einem niedersächsischen Stahlwerk.
Nachdem unser Hobby 600 zu klein geworden war und uns die wahnsinnig hohen Preise auf den Messen schockierten, haben wir uns im Juni 2023 entschieden, einen Postkoffer selbst auszubauen.
In Garrel haben wir einen Iveco 35S11 mit einem Kofferaufbau der Fa. Sommer, Baujahr 2012, 89.00km in einem akzeptablen Zustand und Preis gefunden.
Geplant war eine Rundreise durch Skandinavien ab Mai 2024.
Ab September begannen wir mit den Planungen und wollten Folgendes umsetzen:
- Das Gesamtgewicht von 3,5t einhalten.
- Die Schiebetür durch eine feste Aufbautür ersetzen.
- Die Hecktür festsetzen.
- Einbau von 3 Dachfenstern, 5 Seitenfenstern, zwei Pilotensitze von Sportscraft S10.1 mit Drehkonsole, zweite Sitzreihe mit Gurtbock, Sitzgelegenheit für 4 Personen, Festbett 150 * 200cm, Küche, Bad mit Waschbecken, Dusche und Toilette.
- 65 Liter Frischwasser, 85 Liter Abwasser.
- Große Staugarage.
- Für die Bodenisolierung haben wir uns für PVC beschichtete XPS-Schaumplatten entschieden.
- Die Wand- und Deckisolierung sollte in 30mm Armaflex ausgeführt werden.
- Die Wand- und Deckenverkleidung mit 5mm Filz.
- Die gesamte Innenraumkonstruktion in 25mm Vierkantrohr selbsttragend, verklebt mit der Außenwand.
- Die Seitenwände der Schränke und Verkleidungen in 6mm Pappelsperrholz und die Fronten der Schränke in 19mm Queenply mit Wurzeleichenbeschichtung.
- Eckdaten für die Technik:
Standheizung mit Warmwasserbereitung, Staukastenklimaanlange, 700Watt Photovoltaik, 300Ah Lifepo4, Kompressorkühlschrank und Propangaskochfeld.
- Die Lackierung in RAL 1001 Raptor Lack und alle Kunststoffteile in Raptor schwarz.
Ab Dezember 2023 haben wir uns an die Umsetzung unseres Projektes gemacht. Zuerst alles ausgebaut, was alt und verschlissen war bzw. nicht mehr benötigt wurde. Zu dieser Zeit haben uns die Tipps und die Beiträge auf dieser Seite extrem unterstützt. Vielen Dank dafür!
Danach haben wir das entsprechende Material und die Technik beschafft, eingebaut und durch den TÜV abnehmen lassen. Hilfreich war hier sicherlich, dass wir das gesamte Projekt im Vorfeld mit dem TÜV-Gutachter durchgesprochen hatten.
Die größte Herausforderung war, nachdem der Grundaufbau fertig war, die Lackierung. Nach etlichen Telefonaten und vor Ort Terminen in Lackierwerkstätten bei Folierern und nach der Abwägung der Vor- und Nachteile zwischen Lack und Folie, haben wir uns für das Lackieren entschieden. Allerdings haben die Lackierer in unser Umgebung Preise und Ausführungstermine aufgerufen, bei denen uns schwindelig geworden ist. Mal ganz davon abgesehen, was sie machen wollten und was nicht. Hier scheint der Kunde nicht immer König zu sein.
Durch einen Zufall haben wir einen Lackierer kennengelernt, für den das alles kein Problem war, der die Lackierung zeitnah umsetzen konnte, in unserem Farbton und den Raptor Lack lackieren konnte. Außerdem lackierte er die Kunststoffteile mit und das zu einem absolut fairen Preis. Hier kann ich gerne bei Bedarf den Kontakt weiterleiten.
Nach sechs Monaten Bauzeit, haben wir die Grundideen umgesetzt und konnten unsere Rundreise antreten. Allerdings haben wir die 3,5 to nur fast gehalten. Vollgetankt und besetzt mit 3 Personen und allem was man für das Camping benötigt, allerdings ohne Kleidung und Proviant, lagen wir bei 3,5 to, sodass wir uns für eine Auflastung auf 4 to entschieden haben.
Mit dem Gebrauch kamen neue Ideen, die aber bisher noch nicht umgesetzt sind.
Falls ihr an den ausgebauten Teilen (Türverriegelung, Trittstufe hinten usw.) Interesse habt, meldet euch bitte.
Liebe Grüße aus dem Vorharz