LiFePo4 erweitern

  • Hallo Leute die ihr Erfahrungen mit LiFePo4 habt.

    Ich habe eine 200Ah Fertigbatterie im Oktober 2020 eingebaut und bisher sehr zufrieden.

    Nun steht mir der Kopf nach mehr Kapazität und ich habe überlegt, eine zweite baugleiche Batterie parallel zu setzen.

    Diese Batterien haben doch ein internes Batteriemanagementsystem (BMS) und somit optimale Bedingungen. Muss nun wie bei Bleibatterien diese Lipo4 auch gleichalt sein, oder regelt das jeweilige BMS die eventuelle Differenz?

    Laut Datenblatt dürfen 4 dieser Batterien in Reihe geschalten werden. Von Parallelbetrieb steht nichts im Datenblatt, ist aber sicher nicht das Problem.

    Eine Anfrage beim Fachhändler war nicht sehr aufschlussreich:


    Sehr geehrte(r) Peter Trunner -,


    es ist nicht so wie bei Bleibatterien, aber trotzdem auch bei LiFePo-Batterien unüblich eine 2 Jahre alte und eine Neue, und auch noch parallel, zu verbauen.


    Sie können das natürlich machen, es wird auch funktionieren, aber ob es eine wirklich gute Idee ist kann ich Ihnen wirklich nicht sagen.


    Wie seht ihr Spezialisten das?

    Ich denke das in Reihe das "Problem" größer sein könnte wie bei Parallelbetrieb.


    Gruß Nunmachmal

    Ich habe viel aus meinen Fehlern gelernt, ich glaube ich mache noch einen.

  • Hallo Nunmachmal,


    Die Parallelschaltung sollte Zellweise erfolgen und die Spannungen müssen dazu unbedingt gleich sein. Zum Beispiel mehrere Stunden über einen Widerstand verbinden, bevor die Zellen hart verschaltet werden. Ich kenne das BMS nicht, vielleicht ist es eine gute Idee, die alten Zellen erst einmal einzeln auf Kapazität zu prüfen und wieder auf den gleichen Level zu bringen. Die endgültige Verschaltung sollte so erfolgen, dass sich der Strom über die Übergangswiderstände gleichmässig auf die jeweils alte und neue Zelle verteilen. U.U. muss dem BMS noch die neue Kapazität mitgeteilt werden oder die Balancerströme angepasst werden, vielleicht muss das BMS auch ausgetauscht werden.


    Beste Grüsse

    Sebastian

  • Ahoi Peter,


    Haben die einen Kommunikationsport oder sind die "dumm"?


    Es gibt den YouTube Kanal OffgridGarage von Andy aus Australien (der aber eigentlich deutscher ist). Zugegeben der hat seine Batterien (für den stationären Gebrauch) selbst gebaut, aber auch da werden unterschiedliche Alter (und BMS!) Munter parallel geschaltet.

    Was ich da gesehen hab würde ich es wohl wagen.


    Und wenn man sich bei Will Prowse anschaut was für Zellen (mit unterschiedlichem Alter) da teilweise in den fertigen Batterien drin stecken wir das Zell- bzw. Batteriealter auch irgendwie relativ.


    Von Kabelquerschnitten etc braucht man dir ja nichts erzählen, da weißt du ja was du tust.


    Gruß

    Sven

  • Hoi Peter,


    Erfahrungen mit paralell schalten von Lifepo hab ich nicht, aber ich sehe da auch kein Grund warum das nicht gehen sollte. Beim laden hast du ja dann 2 BMS welche dann abschalten wenn die jeweilige Batterie voll ist. Beim Entladen das selbe, wobei da allenfalls - gerade wenn relativ tief entladen wird-Ausgleichsströme zwischen den beiden Batterien fliessen werden. Aber auch da wird schlussendlich das BMS abschalten bevor die entsprechende Batterie tiefentladen wird.


    Ich sehe da eigentlich kein wirkliches Problem, aber wissen weiss ich es nicht.


    Sebastian Das was du beschreibst stimmt wenn man Batterien aus einzelne Zellen hat und da paralell an einem BMS erweitern will. Peter hat aber eine fertige 12V Batterie und möchte eine zweite daran anschliessen. Diese sind im normalfall verschweisst, haben intern jeweils ein BMS und man kommt weder an die einzelnen Zellen noch ans BMS ohne das äussere Gehäuse zu beschädigen. Sehen aus wie Bleibatterien und werden z. T. auch als 1:1 Ersatz von Bleibatterien angepriesen, wobei ich da immer noch skeptisch bin ob das dann je nach Anwendungsfall eine gute Idee ist.


    Gruss aus Slowenien

    Urs

    In der Theorie entspricht die Praxis der Theorie...

  • Oh, ich habe Deinen Beitrag nochmal genauer gelesen. Wenn das eine fertige Batterie ähnlich einer Bleibatterie mit zwei Anschlüssen und nicht sichtbaren BMS ist, würde ich eine Parallelschaltung nicht machen. Die Gefahr ist gross, das ein Batteriepack schneller entladen wird und bei geringer Stromaufnahme dann grosse Ausgleichströme fliessen. Was passiert, wenn eine Zelle in einem Pack zu weit entladen ist, wer meldet einem Hauptschalter, dass ausgeschaltet werden muss? Wenn eine Zelle defekt ist, sieht man das nicht in der Parallelschaltung, da die intakte Batterie die Spannung vorgibt. Die beiden BMS müssen unbedingt in der Lage sein, die defekte Batterie für beide Stromrichtungen zu sperren.

  • Was passiert, wenn eine Zelle in einem Pack zu weit entladen ist, wer meldet einem Hauptschalter, dass ausgeschaltet werden muss?

    Niemand meldet da was. Die die ich kenne schalten sowohl bei Überspannung als auch bei Unterspannung ab, haben den Hauptschalter also integriert.

    Ja die Ausgleichsströme können ein Thema werden, aber ich glaub nicht dass es ein grosses Problem sein wird...es ist ja nicht so dass der Strom plötzlich auf x-hundert A steigt sondern kontinuierlich, dabei entlädt die eine Batterie und die andere lädt also gleichen sich die Spannungen wieder an und der Strom sinkt.

    Schalten die BMS auch bei Überstrom ab? Wenn ja entsprechend des Maximalstroms verkabeln und gut. Wenn nein können ganz Vorsichtige noch ein DC Sicherungsautomaten zwischen den Batterien verschalten.


    Ich glaube nicht dass das zum Problem wird. Aber um ganz sicher zu sein müsste man es wohl in einem Versuch testen...freiwillige vor...Peter? ;)


    Gruss

    Urs

    In der Theorie entspricht die Praxis der Theorie...

  • Wenn eine Zelle defekt ist, sieht man das nicht in der Parallelschaltung, da die intakte Batterie die Spannung vorgibt.

    Wenn eine Zelle defekt ist wird das das entsprechende BMS dies erkennen und ein Laden verhindern...da ansonsten die anderen 3 Zellen überladen würden. Ob die Batterien eine überwachung auf Zellebene haben oder nicht weiss ich nicht, ich würde erwarten schon...Licht ins Dunkle könnte das Technische Datenblatt oder eine Anfrage beim Hersteller bringen.


    Gruss

    Urs

    In der Theorie entspricht die Praxis der Theorie...

  • Ich würde es, rein von der Logik her betrachtet, so wie Urs sehen, wobei mir natürlich das bei Urs vorhandene theoretische Wissen fehlt: Jedes BMS sorgt für seine "eigene" Batterie separat. Das sollte bei einer Parallelschaltung doch gut funktionieren.

    Ich denke eher, dass Peter Sorgen hat, dass Neu plus Alt die bessere Batterie auf das Leistungsniveau der schlechteren herunterziehen könnte (ähnlich wie bei Bleibatterien). Besteht denn bei Vorhandensein von BMS überhaupt diese Gefahr?

    Gruß vom Niederrhein
    Michael

  • Das Datenblatt gibt nicht her, das Einzelzellen überwacht werden. So kennt man das von Starterbatterien mit LiFePo. Hier sollte man nochmal genau nachfragen. Wenn die Einzelzellen nicht überwacht werden, kann die Parallelschaltung gefährlich sein, siehe oben.


    Beste Grüsse

    Sebastian

  • Ein Nachtrag für Bastelfreunde,


    Ich würde die Batterien öffnen und umbauen. Je zwei Zellen parallel, Montageelemente und BMS weiterverwenden und noch eine Zellüberwachung spendieren. Das Ergebnis kann besser sein als die jetzige Lösung.

  • Ich würde einfach die beiden Batterien parallel schalten und gut ist.Dabei noch damit rechnen, dass eins der beiden BMS jederzeit aus irgendeinem Grund die Batterie ausschaltet.


    Das einzige was man m.E. falsch machen kann, ist jetzt mit der entsprechend höheren Leistung zu arbeiten, also z.B. mit 2x200Ah ein 3.5kW Induktionskochfeld betreiben. Das geht erstmal gut, nur wenn die erste Batterie (z.B. wegen Unterspannung) aussteigt, ziehst du plötzlich die ca. 350A aus nur einer Batterie.

    (Das gleiche könnte theoretisch auch beim Laden passieren, aber wer hat schon ein Ladegerät das mehr als 200A kann?)


    Wenn es aber nur darum geht die Kapazität zu erhöhen, sehe ich auch kein Problem

  • Ich sehe, dass der Großteil genauso, wie ich, keine (allzu große) Probleme sieht. Ich bin ja ein Hansdampf in allen Gassen, aber Lipo4 ist (fast) Neuland für mich.

    Viel darüber gelesen, aber zu feige um selbst zu bauen!

    grizu Bei deinen Bedenken würde bei der Belastung sich die zweite Batterie der ersten anschließen und auch abschalten.

    Sebastian Für deine Vorschläge fehlen mir die Kenntnisse und der Mut.

    Urs Danke für deine Einschätzung. Du bestätigst viele meiner Gedankengänge. Sowie ich vom Chinesen mein Geld zurück habe, werde ich den Schritt wagen und berichten.

    KingWarin Ich weiß auch nicht, was ich von denen halten soll. Die sind im Nachbarort und in Batteriesachen günstig. Wenn irgendwas nicht klappt, kann man im Laden auftauchen und Auge in Auge ein Problem klären. Ist bei Onlinebestellungen nicht ganz so einfach.

    Varaderorist Ich gehe vollkommen konform mit dir.


    @Alle

    Ich hatte ja ein Superangebot von dem Führer der 40 Räuber und war bereit meine 200er gegen 2 Neue 300er zu ersetzen. Das Superangebot hat sich als Betrug herausgestellt und ich fordere gerade mein Geld zurück. Dürfte bei der Sachlage kein Problem sein, aber der Teufel ist ein Eichhörnchen und die Gier eine Sau. Sowie die Kohle im Land ist, werde ich im Nachbarort noch eine 200er erstehen und diese verbauen.


    Schönen Sonntag noch euch allen


    Gruß Nunmachmal

    Ich habe viel aus meinen Fehlern gelernt, ich glaube ich mache noch einen.

  • Wenn ich da nochmal einhaken darf: Wenn das Datenblatt stimmt, werden die Einzelzellen NICHT überwacht. In der Parallelschaltung ist die Spannung der beiden BMS gleich und es wird nur abgeschaltet, wenn der Strom zu gross ist oder die Spannung in der Parallelschaltung zu weit absinkt. Eine defekte Zelle wird nicht gefunden und durch Ausgleichsströme belastet. Ich denke, dass eine Parallelschaltung gut geht, weil die Zellen heutzutage einen guten Gleichlauf haben. Aber es gibt keine Absicherung bei einem Zelldefekt.

    Zuhause habe ich eine Schublade mit Keramikplatten ausgekleidet und darüber eine Behälter mit Löschgranulat. In der Schublade werden Handys, Fahrradakkus und Modellbauakkus geladen. Bei einem Feuer oder Rauchentwicklung werden die Ladegeräte abgeschaltet, das Löschgranulat abgeworfen und der Rauch über einen Aktivkohlefilter im Sockel abgezogen. Diese Lösung habe ich, weil ich beruflich mit Schadenanalysen zu tun habe und schon viel übles gesehen habe.

  • Wenn ich da nochmal einhaken darf: Wenn das Datenblatt stimmt, werden die Einzelzellen NICHT überwacht. In der Parallelschaltung ist die Spannung der beiden BMS gleich und es wird nur abgeschaltet, wenn der Strom zu gross ist oder die Spannung in der Parallelschaltung zu weit absinkt. Eine defekte Zelle wird nicht gefunden und durch Ausgleichsströme belastet. Ich denke, dass eine Parallelschaltung gut geht, weil die Zellen heutzutage einen guten Gleichlauf haben. Aber es gibt keine Absicherung bei einem Zelldefekt.

    Zuhause habe ich eine Schublade mit Keramikplatten ausgekleidet und darüber eine Behälter mit Löschgranulat. In der Schublade werden Handys, Fahrradakkus und Modellbauakkus geladen. Bei einem Feuer oder Rauchentwicklung werden die Ladegeräte abgeschaltet, das Löschgranulat abgeworfen und der Rauch über einen Aktivkohlefilter im Sockel abgezogen. Diese Lösung habe ich, weil ich beruflich mit Schadenanalysen zu tun habe und schon viel übles gesehen habe.

    Wenn ich dich richtig interpretiere, besteht das Problem auch bei der Einzelbatterie.

    Das Risiko würde durch eine zweite, baugleiche Batterie "nur" verdoppelt.


    Gruß Nunmachmal

    Ich habe viel aus meinen Fehlern gelernt, ich glaube ich mache noch einen.

  • im Zweifel kannst du die Batterien ja mit einem Victron Batterie-Seperator und ein Batterie-Kombinierer verbinden.
    ( Im Grunde sind es eigentlich nur DIODEN bzw. DIODEN-Ähnliche Funktionen)
    somit unterbindest du die Ausgleichsströme.
    Gode_RE hatte mir das damals ans Herz bei meinem beiden Blei Akkus gelegt.

    (Die haben auch kein BMS)
    Als es dann zum Zellschluss kam, hab ich mir gewünscht auf ihn gehört zu haben - in der Eriba bin ich da vermutlich nur knapp der Katastrophe entgangen ...

  • Das Risiko ist bei der Einzelbatterie nicht so gross, da eine defekte Zelle die Gesamtspannung herunterzieht oder beim Laden erhöht, damit das BMS auslöst. Dieses herunterziehen wird durch die parallelgeschaltete Intakte Batterie verhindert.


    Beste Grüsse

    Sebastian


    PS: das Zitieren muss ich noch lernen

  • Danke.

    Zitieren sind die drei Punkte oben rechts im Beitrag. Da kann man auch Fehler ausbessern.

    Ich habe viel aus meinen Fehlern gelernt, ich glaube ich mache noch einen.

  • im Zweifel kannst du die Batterien ja mit einem Victron Batterie-Seperator und ein Batterie-Kombinierer verbinden.
    ( Im Grunde sind es eigentlich nur DIODEN bzw. DIODEN-Ähnliche Funktionen)
    somit unterbindest du die Ausgleichsströme.
    Gode_RE hatte mir das damals ans Herz bei meinem beiden Blei Akkus gelegt.

    (Die haben auch kein BMS)
    Als es dann zum Zellschluss kam, hab ich mir gewünscht auf ihn gehört zu haben - in der Eriba bin ich da vermutlich nur knapp der Katastrophe entgangen ...

    Bringt mir nichts, da mit dem Teil zwei getrennte Batterien geladen werden, ohne sie zu verbinden. Ich brauche die bei der Entnahme verbunden da die 200Ah nicht für alle Fälle ausreichen.

    Ich habe viel aus meinen Fehlern gelernt, ich glaube ich mache noch einen.

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