308 CDI: Alte Bodenplatte auswecheln oder drin lassen?

  • Hallo Leute,


    ich bin neu im Forum und neu in der Welt des Paketkofferausbaus.


    Ich habe mir einen Mercedes-Benz 308 CDI, Baujahr 2001, zugelegt, den ich zu einem Wohnmobil ausbauen möchte. Beim Ausbau stellt sich mir die erste Frage: Sollte ich die alte Alu-Bodenplatte, die viele Löcher und Dellen hat ausbauen oder schlicht darüber isolieren?


    Die Bodenplatte ist derzeit vernietet und ich habe keine Ahnung, wie es darunter aussieht. Mir ist allerdings eine 3L-Flasche während der Fahrt hinten ausgekippt und nun höre ich beim Auftreten auf einer Region schwammartige Quitschgeräusche. Unter der Platte scheint Styropor oder ähnliches zu sein. Weiß jemand wie es unter diesen Standard-Alu/Stahlplatten aussieht? Gibt unter der Platte noch ein abgeschlossenes Gestell (Chassis) oder ist die Platte das einzige was Koffer und Straße trennt?

  • Hi


    Meinst du die metallplatte im führerhaus? Die ist eigentlich nur eine erhöhung, damit im übergang zum aufbau keine stufe entsteht. Darunter ist es hohl. Ein paar nieten aufbohren und dann geht das ding raus.


    Ciao, Michi

  • Die Bodenplatte ist eine Sandwichplatte die, soweit ich das gesehen habe, direkt mit dem Fahrgestell vernietet und verklebt ist. Die obere Lage ist sehr dick, schätze mal 2mm und trotzdem immer verbeult (Trittschäden). Die Untere ist wesentlich dünner (ca 0,5mm), dazwischen Schaum.


    Denke zerstörungsfrei bekommt man die nicht ausgebaut.


    Das Wasser wird da nicht mehr raus kommen, außer du schneidest ein paar Stücke Bodenplatte raus und lässt es dann trocknen.


    Ich hab direkt auf die Bodenplatte mit Polymerkleb 22mm Latten angebracht und dazwischen PE Schaum aka Neopren gelegt. Zusätzlich als Montagehilfe ein paar Schrauben falls nötig bzw. der Boden zu uneben ist.
    Drüber ist jetzt eine 9mm Siebdruckplatte und im Stehbereich 14mm Parkett.
    Die Siebdruck würde ich im Nachhinein auch nur im Stehbereich einbauen, bringt ja nix unter den Schubladen außer zusätzliches Gewicht und teurer. Für den Stauraum hättens auch 6,5mm getan.

  • ...unten dunter ein paar 4 mm Testlöcher bohren und an Stellen, wo gleich Tropfen kommen im Umkreis ein paar etwas größere Löcher machen, damit wenigstens das "Schwappwasser" rauskann. Bei dem derzeitigen Wetter trocknet das ja ruck zuck weg. Man könnte sogar eine Fläche rausschneiden, wo das Wasser erkennbar in größerer Menge auftritt.


    Vorm Herbst macht man die Löcher wieder mit Dichtungsmasse zu...man kann auch kleine Plättchen draufkleben (Plastik/ Alu). Bei einer ausgeschnittenen Fläche neues Blech draufkleben, am Rand vernieten (Poppnieten) und mit Lack und Unterbodenschutz abdichten.


    Die richtige "deutsche" Methode (haltbar bis zur Vererbung an die Enkel....hihi) ist das jedoch nicht...die würde: Alles rausreissen, reinigen und schleifen, beschichten (PU oder Epoxylacke), Boden neu aufbauen ..... bedeuten. Wobei man dabei die obere Schicht schon als begangenen Endboden ausführen könnte...also Schichten gespart und Höhenunterschiede ggf mit passend dickem Styrodur ausgeglichen.


    Was lernt man draus? Beim Kauf auch den Boden mal genau ansehen...bei der Diagnose hier: Entweder nicht kaufen oder den Preis um mindestens 500 Mäuse drücken.....

  • Ich danke euch. Die Informationen helfen mir in jedem Fall weiter.


    Ich denke, ich werde ein paar Nieten aufschrauben oder Löcher bohren müssen, um sehen zu können, was sich so unter der Bodenplatte tut. Ich möchte nicht das Risiko eingehen und auf schimmligen Grund bauen.

  • Da kann sich ungutes Gelichter breitmachen, das sollte man wegjagen!

  • Ich habe eine Ecke der Bodenplatte entnietet und geöffnet. Das Styropor sieht in meinen Augen nicht gut aus:


    https://imgur.com/a/grGbtdO


    Zu sehen ist Oberplatte aus Alu, eine Schicht Styropor (schimmelig), da drunter befindet sich die dünne Unterplatte.


    Das sind meine Optionen:


    1. Ich entferne die komplette Bodenplatte (Sandwich aus Oberplatte, Styropor, Unterplatte) und verlege einen neuen Blechboden.
    2. Ich lege die obere Bodenplatte frei und entferne nur den Styropor, ich isoliere dazwischen neu und baue schließlich auf die alte Oberplatte.
    3. Ich entferne die obere Alu-Platte für immer, entferne den Styropor, und baue auf die alte Unterplatte.


    Ich habe keine Ahnung, was ich tun soll. Ich will/muss kostengünstig vorgehen, muss hier aber handeln. Was sind eure Ratschläge?

  • Ganz klare Empfehlung "alles raus und neu machen" weil:
    - mit Feuchte-Dauerschäden nicht zu spaßen ist bezüglich der Langzeitwirkung auf das Fahrzeug und der darien verbauten Teile/Einrichtung.
    - mit Schimmel nicht zu spaßen ist. Der Schimmelpilz verteilt sich großflächig und ist nicht überall zu sehen. Wenn er nicht fachmännisch behandelt wurde, dazu zählt nicht irgendwelche Anti-Schimmel-Farbe oder sonstiged Übertünchungen, breitet er sich auf Dauer weiter aus und es könnten ggf. auch gesundheitliche Probleme auftauchen, die man zunächst nicht unbedingt mit Schimmel in Verbindung bringt.
    - Du an den sanierten Fußboden, wenn er denn richtig saniert wurde, nicht mehr dran musst.
    - Du an den sanierten Fußboden nach dem Ausbau nur noch äußerst schwer herankommst (Ausbau/Teilausbau der Einrichtungen) um ggf. Pfuscharbeiten zu reparieren.


    Du kannst besser jetzt, wo Du noch überall leicht herankommst, die Basis fachgerecht und dauerhaft sanieren als in späteren Jahren das Problem/die Probleme versuchen zu beheben oder gar vor sich herzuschieben. Wenn es zeitlich oder finanziell derzeit etwas klemmen sollte, werde lieber später fertig als mit dem Kompromis eines unzulänglich reparierten Feuchteschadens zu leben.

    Man(n) fährt MAN :)

  • ... wie sieht den der Rahmen aus, der die ganze Bodenplatte trägt? Ich hatte vor vielen Jahren einen Mercedes 508 ausgebaut und bin, wie oben ganannt vorgegangen, einschl. sandstrahlen des Bodengerüstes/Bodenrahmens und der anschließenden Korossionsbehandlung dieser Fahrwerksteile.
    Danach eine beschichtete Multiplexplatte 18mm auf den Rahmen, darauf 4cm PU-Platten und dann den Bodenbelag als Fertigparkett. Das hat über weitere 20 Jahre gehalten, auch mit Wintercamping.

    Man(n) fährt MAN :)

  • Danke für die Tpps, Stoppie.


    Alles raus ist natürlich die sauberste Variante. Nachteil: Zeit und Kosten. Deswegen die Überlegung, zumindest die Unterplatte zu behalten und darauf neu aufzubauen. So sieht der Rahmen von unten aus: https://imgur.com/a/SufXVkM Nicht der jüngste Rahmen, aber man wird ihn weiterhin nutzen können.


    Mir stellt sich vor allen die Frage: Kann ich wirklich eine Multiplexplatte, z.B. mit Siebdruck als Schutzschicht, als unterste Platte nutzen? Damit stünde zwischen Fahrwerk und Kofferinnenraum ein Holzverbundstoff. Komme ich damit auch durch den TÜV?

  • Hallo,


    mach die obere Schicht raus und entferne das Isolationsmaterial so weit es sein muß und fache es, vollflächig verklebt , wieder aus.
    Als neuen Innenboden/Deckschicht würde ich eine 6 oder 9mm Siebdruckplatte nehmen.


    Gruß Christopher

    Mercedes Vario 816 mit Holzkoffer

  • Zitat

    Mir stellt sich vor allen die Frage: Kann ich wirklich eine Multiplexplatte, z.B. mit Siebdruck als Schutzschicht, als unterste Platte nutzen? Damit stünde zwischen Fahrwerk und Kofferinnenraum ein Holzverbundstoff. Komme ich damit auch durch den TÜV?


    Natürlich kannst du das. Mal abgesehen davon, dass es hier auch komplett aus Holz gebaute Koffer gibt hat der kurze 308CDI Postkoffer als Boden auch "nur" eine Multiplexplatte.
    Das weiß ich sicher, denn ich fahre ja selber einen :wink:



    Grüße
    Jonas

    Postbus 308CDI BJ01, Besatzung 2Erw.+3Ki. - diereisepost.jimdo.com -

  • Hallo Alex (?),


    nahezu alle großen Kofferfahrzeuge (einschl. meinem....) haben als Kofferboden eine Siebdruckplatte, also eine beschichtete Multiplexplatte.

    Gruß vom Niederrhein
    Michael

  • So ist es. Die beschichtete Siebdruckplatte passend schneiden, Schnittkanten versiegeln und rein in das Fahrzeug - mit der glatten Seite nach unten.
    Jetzt kannst Du Dir noch überlegen, ob Du sie festklebst oder festschraubst. Ich bevorzuge mittlerweile das Kleben.


    Zu den Kosten - so teuer ist die Bodensanierung mittels Multiplexplatte nicht. Der zukünftige Nutzen hingegen ist aber sehr hoch, was die Dauerhaftigkeit der Sanierung betrifft. Den Aufwand des Herausreißens der alten Bodenplatte hast Du ohnehin. Hinzu kommt ggf. die Behandlung des Rahmens, der dann schön frei liegt sowie die vorgenannte Multiplexplatte.

    Man(n) fährt MAN :)

  • Ich danke euch vielmals!


    Wir können also zusammenfassen: Beim oder nach dem Kauf auch auf die Zwischenschichten des Koffersandwichbodens achten. Falls man vor hat auf die alte Bodenplatte aufzubauen, sollte man zumindest einen Blick darunter geworfen haben. In meinem Fall war die obere Platte zerbeult und durchlöchert und das Styropor darunter schimmelig.


    Ich werde daher - auch dank eurer Tipps - folgendermaßen vorgehen:


    - Obere Alu-Bodenplatte komplett raus.
    - Styropor darunter komplett raus.
    - Untere Blech-Bodenplatte bleibt wahrscheinlich als Schutzschicht vor Feuchtigkeit, Steinschlag etc, falls sie, nachdem der Styropor raus ist, nicht allzu übel aussieht.
    - Die untere Bodenplatte werde ich etwas auffrischen (schleifen, abdichten).
    - Darüber kommt ein Boden aus zwei nebeneinander gelegten Siebdruckplatten (15 mm - alles zwischen 9 mm und 18 mm erscheint im Rahmen des Optimums zwischen Stabilität, Haltbarkeit und Gewicht). Glatte Seite nach unten (beide Seiten sind wasserabweisend). Die Platten werde ich am Rahmen befestigen - was die Steifigkeit und Stabilität des Wagens begünstigt.
    - Die Seiten/Fugen des neuen Bodens dichte ich ab.
    - Über den neuen Boden werde ich dann isolieren und aufbauen.

  • Zitat von Alexi

    Ich danke euch vielmals!


    - Styropor darunter komplett raus.
    - Untere Blech-Bodenplatte bleibt wahrscheinlich als Schutzschicht vor Feuchtigkeit, Steinschlag etc, falls sie, nachdem der Styropor raus ist, nicht allzu übel aussieht.
    - Die untere Bodenplatte werde ich etwas auffrischen (schleifen, abdichten).


    Für die innere, unbeanspruchte Seite, kannst du wirklich gut Hammerit nehmen. (Überall wo keine Verspannungen auftreten)
    Aber gut ablüften lassen. Kann man nunmal sehr gut Verarbeiten und ist mechanisch belastbar.

  • Na gut, ich denke, ich haue auch die untere Bodenplatte raus. Ich sehe wenig Sinn darin, den Styropor inklusive Kleber auf dieser Platte abzukratzen und sie dann anschließend zu schleifen. Zu viel Arbeit für zu wenig Output. Deshalb weg damit. Die Siebdruckplatte ist wasserfest. Wie andere hier schon geschrieben haben, sollte sie auch im Außenbereich als Bodenplatte kein Problem darstellen - ist schließlich auch bei LKWs der Fall. Die Schnittkanten sollten versiegelt werden, damit Feuchtigkeit hier keine Angriffsfläche bekommt.

  • Siebdruck Platten sind erstaunlich beständig.
    Ich hab einen Rahmen als Führung der Wohnkabine. Der ist immer auf der Ladefläche und bekommt jeden Regen ab. Da passiert auch nach 6 Jahren nichts an den Schnittkanten!

    Gruß, Holger


    Bilder meiner alten Kabine hier, und die aktuellen Kabine --> hier
    all.jpg

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Zusammen,


    vielleicht habe ich ja was überlesen hier, aber auf der Bodenplatte steht der Koffer drauf. Also die Seiten und Rückwand.
    Wenn an der Bodenplatte was rausgesägt wird oder gar ausgebaut wird, muss der Koffer runter oder kommt nach dem Aussägen von alleine runter.


    Oder versteh ich euch falsch.

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