Nut und Federbretter im Aufbau

  • Hallo,


    in letzter Zeit habe ich auf Youtube immer öfter gesehen das, speziell die Kastenwagenausbauten, an den Wänden mit Nut und Federbrettern ausgekleidet sind.


    Jetzt stellt sich mir die Frage ob das wirklich so der Weisheit letzter Schrei ist???
    Meine Gedanken dazu:
    Die Kontur der Karosserie ist kein Problem da die Bretter ich ja "anschmiegen".
    Ein interessanter Punkt ist die etwas bessere Wärmedämmung gegenüber einer dünnen Sperrholzplatte.
    Ich stelle mir aber den Gewichtsfaktor recht groß vor!? Ist das nicht sehr schwer? Bei einem Kastenwagen mit ca.4m Laderaumlänge ist man grob bei 4,5 -5m Umlaufendes Maß
    vom Boden übers Dach bis auf der anderen Seite am Boden. Also, um die 18 - 20qm.
    Wenn ich den Saunalook mal vernachlässige bleibt immernoch der Gedanke das die Bretter doch in jeder Fahrbahnunebenheit knarzen und Geräusche machen!?


    Gruß Christopher

    VW T5 Doka und Mercedes Vario 816 mit Holzkoffer

  • Hallo Christopher,


    ich denke auch nicht, dass das (gerade im Kastenwagen) besonders sinnvoll ist. Allein schon wegen des Gewichts.
    Ich denke, diese Bauweise ist einem gewissen Trend geschuldet, den ich glaube in der „Vanlife“-Szene ausmachen zu können.


    Zum einen „rustikal“, möglichst einfach und billig. Minimalistisch als Lebenseinstellung.
    Das fann aber m. M. nach auch oft gepaart mit geringen handwerklichen und technischen Fähigkeiten.
    Und so Nut- und Federbretter sind halt billig und lassen sich ohne viel Können und ohne viel Werkzeug einfach an die Wände spaxen.

    Viele Grüße
    Krabbe
    (Sachkundiger für Campinggasanlagen)

  • Hallo Krabbe,


    ja, ich denke auch das diese Lösung der geringen Kosten und teilweise auch der mangelnden handwerklichen Fähigkeiten zu zuschreiben ist.
    Verwendung findet es vorrangig in der Kastenwagenliga.
    Wobei ich, bezüglich mangelnder Fähigkeiten, sagen muß das es da schon auch Ausbauten mit Nut und Federbrettern gibt welche auch dem Auge schmeicheln.


    Was man der Verwendung von Nut und Federbrettern zu gute halten muß ist das man mit nur einem Standartmaß sehr viel machen kann da man sich die
    Flächen selber zurecht stückeln kann ohne dabei viel verschnitt zu haben wie bei Plattenware.


    Gruß Christopher


    PS. wenn jemand hier seinen Ausbau mit den genannten Brettern verwirklicht hat wäre es schön wenn hier berichtet würde.

    VW T5 Doka und Mercedes Vario 816 mit Holzkoffer

  • Na immerhin ist es ein natürliches Material und wenn man keine Sorgen bezüglich der Zuladung hat, warum nicht.

    Gruß, Holger


    Bilder meiner alten Kabine hier, und die aktuellen Kabine --> hier

  • Hoi zämä


    Ich hab das als Deckenverkleidung im Hochdach meines Hiace verwendet und zwischen den Brettern und dem Hochdach ausgeschäumt.
    Vielleicht hab ich noch Bilder, aber das war 1992...


    Tante Edit meint: Ein Bild mit einer Ecke davon hab ich noch!

    Ihr meint schon solche Bretter, odrr?

  • Picco,
    ja, sowas. einen wir.


    Holger,
    Natürlich kann und soll jeder so bauen, wie er mag. Die Frage war ja nach den möglichen Gründen.


    Ich hab auch mal einen Ausbau in einem Shelter, der auf nem Allrad-LKW saß gesehen.
    Ich glaube, dass war seinerzeit auch eine Kombination von: Preiswert, stabil, zweckmäßig und schnelle Ausbauzeit.
    Es war ein Fahrzeug, das für längere Reisen nach Afrika und andere Gegenden außerhalb Europas aufgebaut wurde.
    Der Möbelbau war eher einfach gehalten: Fichte-Rahmenhölzer und darauf Nut- und Federbretter gespaxt. Gewicht spielte eine untergeordnete Rolle.
    Und stabil war das Ganze.


    Optisch kann so etwas durchaus gut aussehen. Meine Erfahrung ist aber eher, dass solche Ausbauten eher rustikal und schnell zusammengezimmert sind. Was jetzt nicht unbedingt schlecht sein muss, wenn es zum Einsatzzweck passt.
    Wenn ich auf die Idee käme mir für möglichst kleines Geld in kurzer Zeit einen Ausbau auf einen Allrad-LKW zu bauen, der „nur“ für Wüstentripps oder als Rallye-Begleitfahrzeug dienen soll, dann würde ich diese Bauweise auch in Erwägung ziehen.

    Viele Grüße
    Krabbe
    (Sachkundiger für Campinggasanlagen)

  • Hallo


    da bin ich mal Krabbe seiner Meinung, diese Profilbretter sind der Vanlifte Szene geschuldet.
    Zumindet heutzutage. Auch in der letzten Waden war ein Bericht darüber.


    Es gibt aber auch Profibauer die in Teilen des Ausbaus noch damit arbeiten: https://www.tonke.eu/de/Modell…binen/tonke-fieldsleeper/


    Aber ausser das es einfach ist und schnell geht, hat es eignetlich nix für sich. Es sei denn man mag die Optik. In einem Kastenwagen
    ist der Afwand die Bretter zu befestigen recht hoch,sollen sie nicht nach kurzer Zeit quitschen weil sie sich bei jeder Karosseriebewegung aneinander reiben. Oder man hat alles mit Befestigungsschrauben überseht, das ist ja auch nicht so toll.


    In einem Koffer, der von der Fahrerkabine getrennt ist, könnt ich mir das in Teilen aber durchaus vorstellen. Wenn es da ein bisschen rappelt und quitscht, ist das nich so schlimm.


    Wenn man sich aber einige alte, einfach zusammengespaxste Ex-Mobile so anschaut wie die zusammengehauen sind, das war nur billig und ging schnell, aber schön ist was anderes. :?


    Und dann kommt noch hinzu, das die Bretter je nach Jahreszeit arbeiten, das tun sie schon im Haus, um wieviel mehr erst in einem Fahrzeug.


    Alles Gute aus dem Wald


    Anton

    Wir brauchen dringend ein paar Verrückte - seht euch doch mal um, wo uns die Vernüftigen hingebracht haben!

  • Moin!


    Für den Fall dass eingetragene Sitzplätze im Wohnraum vorgesehen sind verlangt der TÜV Werkstoffe die im Falle eines Unfalls nicht splittern. Diese Nut und Feder Bretter erfüllen diese Anforderung nicht.


    Chris

  • Hallo,


    schön das das Thema besprochen wird.


    Es scheint mir etwas so zu sein das keiner wirklich was dagegen zu sagen hat aber noch weniger es haben möchte!?
    So geht es mir ja auch, wenn ich mir vorstelle wie ich einen Ausbau mit Nut und Feder Brettern machen sollte.


    Das Tonke die Bretter auch Stellenweise verbaut habe ich auch schon bemerkt. Es passt optisch zum Konzept des Ausbaus.


    Mein momentanes Fazit ist, das es hauptsächlich schnell und günstig zu einem Wohnmobil Ausbau kommen kann und das mit wenig Werkzeug ( Stichsäge oder Kappsäge und ein Akkuschrauber )
    was die Kosten insgesamt gering hält.


    Gruß Christopher

    VW T5 Doka und Mercedes Vario 816 mit Holzkoffer


  • Man muss aber auch ganz ehrlich sagen: einige vanlife Umbauten sind aber optisch auch sehr gemütlich...


    Hallo Christian,


    das hat ja auch niemand abgestritten. Es geht ja mehr um die Verwendung von Nut und Federbrettern bei der Gestaltung des Ausbaus.
    Das auch günstige oder einfache Lösungen sehr gemütlich sein können steht außer Frage.


    Gruß Christopher

    VW T5 Doka und Mercedes Vario 816 mit Holzkoffer

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