Liebe Solaristen,
für mein Kabinenprojekt hirne ich über die Solaranlage. An einem anderen Auto (Geländewagen, der auf Reisen mit Dachzelt gefahren wird) habe ich einfach zwei flexible Billigmodule direkt auf die Motorhaube geklebt – auf dem Dach hätten sie nicht so sehr viel Sinn. Das ist natürlich so ziemlich das schlechtestmögliche Szenario, weil sie nicht nur nicht hinterlüftet sind, sondern auch noch gut beheizt werden: Einmal von außen durch die Sonneneinstrahlung (das Auto ist leider zu allem Überfluss noch schwarz), einmal von innen vom Motor. – Grundsätzlich funktioniert das aber – wenngleich die verwertbare Leistung natürlich vergleichsweise mau ist, es ist ja auch nicht so viel Fläche. (Stört in diesem Fall nicht so; denn länger als einen Tag bleib ich eigentlich eh nie an einem Platz, und während der Fahrt hat die Lima den 100Ah-Lifepo4 eh ruckzuck wieder voll ...)
Eigentlich würde ich bei meinem neuen Projekt die prinzipiell gleiche Lösung auch fürs Kabinendach wiederholen wollen. Und zwar am liebsten wieder direkt auf die Gfk-Sandwichplatten geklebt. – Allerdings würde ich diesmal hochwertigere Module nehmen, und zwar mit ETFE-Beschichtung, die zum einen langlebiger ist (meine Billigmodule werden immer wieder milchig, ich muss sie mindestens jährlich ganz böse mit Nitroverdünnung putzen) und zum zweiten auch schräg stehende Sonne besser einfängt. Und ich würde nicht unbedingt wieder Sikaflex zum Aufkleben nehmen – weil damit ein Wiederentfernen bzw Erneuern der Module faktisch ausgeschlossen ist. – Grund, warum ich das so haben will: die Dinger sind leicht; und geringes Gewicht spielt bei meinem Projekt eine zentrale Rolle
Weil das Auto aber (im Rahmen seiner Abmessungen) "gebüschtauglich" sein soll, möchte ich die Panels keinesfalls mit ein paar Zentimeter Abstand anbringen, was ja eigentlich wünschenswert wäre. Da wabbeln sie herum, machen Windgeräusche und werden leicht heruntergerissen, wenn mal ein Ast etwas tiefer und solider war als vermutet. Was mir gefallen könnte, wäre die Anbringung auf eine dünne (<10 mm) elastische oder halbelastische Zwischenschicht, die man ggf. durchschneiden könnte, um die Dinger zu wechseln, falls nötig.
So, lange Vorrede – jetzt die Frage(n):
- Hat das schon mal jemand so gemacht? Wenn ja, mit welchem Material?
- War das auch unter erschwerten Bedingungen haltbar?
- Wie stark bricht bei solchen flexiblen ETFE-Modulen die Leistung zusammen, wenn sie gut warm werden (zB letztes Jahr in Mauretanien, Schattentemperatur max 56°, in der Sonne deutlich höher, schwarze Blechteile am Auto weit jenseits dessen, was man noch anfassen könnte)? Kommt da überhaupt noch was raus?
- Und drohen dauerhaften Schäden an den Modulen, wenn sie mal so stark erhitzt wurden?
Meine Idee ist halt: Ich habe auf der geplanten Alkovenkabine relativ viel Dachfläche zur Verfügung; es soll nur vorne mittig eine Dachhaube und weiter hinten einseitig ein Entlüfterdom draufkommen. Da kann ich doch einfach die Anzahl der Module erhöhen – und nehme die Leistungsreduzierung durch die nicht hinterlüftete Montage in Kauf – so lang sie noch halbwegs vertretbar ist. – Es ist mir bewusst, dass die flexiblen Module NIE den gleichen Output haben wie gute feste; aber starre Module kommen nicht in Frage, das bringt mir zu viel Gewicht gerade dorthin, wo ich es am wenigsten haben mag – zumal ja für starre Module in jedem Fall auch noch Konsolen und Träger und Gedöns nötig wäre – alles bleischwer. Und bevor ich ein oder zwei starre, schwere Dinger drauf nagle, leime ich lieber fünf oder sechs leichte drauf.
Was haltet ihr davon – und hat jemand damit schon Erfahrungen?
Dank und Gruß
Tommy