Hochdach nachrüsten beim T3

  • Moin zusammen,


    bin zwar auch beim T3 Forum, aber die Frage scheint mir hier passender.


    Ich überlege, bei meinem T3 Bulli ein Hochdach nachzurüsten, natürlich ein gebrauchtes aus Kostengründen. Hat jemand von Euch zufällig eine Einbauanleitung parat, oder könnte mal freundlicherweise grob den Aufwand für mich skizzieren?


    Dann könnte ich mir überlegen, ob ich es selber machen möchte, ob sichs lohnt, oder ob für mehr Platzbedarf doch ein anderes Auto her muß.


    Gehobene Werkstattausrüstung ist vorhanden.

    Gruss, Florian
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    .. die Entdeckung der Langsamkeit....

  • Hallo Florian,
    hab mal beim T3 ein Aufstelldach nachgerüstet, ist vom Aufwand her ähnlich. Hab das ganz allein in 5 Tagen gemacht (damals noch Studi, mit kaum Werkzeug).


    1. Dach Zwischen B- und C-Säule mit Stichsäge oder Knabber aufsägen. Vorher halt den Dachhimmel aufschneiden und etwas wegziehen.
    2. Hochdach und T3 Dach reinigen
    3. Hochdach aufsetzen und schaun obs passt
    4. Dach wieder runter und dort wo das Hochdach am Fahrzeugdach an-/aufliegt dick Sikaflex draufmachen
    5. Hochdach aufsetzen und gegebenenfalls mit Spanngurten fixieren
    6. Sikaflex Fugen glätten
    7. Innenausbau


    Wenn Du nur die Dachfläche zwischen b- und C-Säule entfernst, brauchst Du keine weiteren Versteifungen. Willst Du einen größeren Ausschnitt, musst vorher mit dem TÜV Mann Deines Vertrauens reden.


    Grüße,
    Ronny

  • Nur kleben? Und das hält drauf und dicht? Nix zu schrauben? Kein Verstärkungsrahmen einzuschweissen?


    Klingt erstmal einfacher als gedacht....

    Gruss, Florian
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    .. die Entdeckung der Langsamkeit....

  • Hallo zusammen,


    meines Wissens sind die Verstärkungen bereits im Dach eingebaut. Dach ist nur geklebt - hält und ist dicht.


    Da ich meinen schon mit Hochdach gekauft habe, kann ich zum Aufwand nichts sagen.


    Gruß Joh.

    Just do it - self

  • sobald das Dach Spriegel(also Metallbügel zur Verstärkung) hat, muß es geschweißt werden. Ende der 80er/Anfang der 90er gab es Nachrüstdächer, die mit Blechwinkeln an das vorhandene Bulli-Dach geschraubt werden mussten. Seit Mitte der 90er werden die Dächer nur noch verklebt. Einige Hersteller geben die Menge und natürlich die Art des Klebers vor. Bei meinem Reimo-Aeroline-Dach auf T3 war es damals(1997) Sika 251 in der Menge von 8 Kartuschen. 2 Kartuschen zum direkten Kleben der Kontaktflächen und die restlichen 6 zum Verfüllen des Spalts, der sich zwischen dem Dachradius des Bullis und der steiler aufstehenden GFK-Dach-Seite ergibt.


    Ein weiteres Kriterium für Schweißarbeiten ist, wenn die Dachholme(wenn dann üblich bei B- und C-Säule, für volle Stehhöhe über die gesamte Fahrzeuglänge) des Bullis entfernt werden sollen. Ich habe aber bisher nur wenige Ausbauten gesehen, bei denen dieser Aufwand betrieben wurde. Es macht auch beim Bulli mit seinem typischen Grundriss kaum Sinn.


    So kann übrigens ein T3 vor und nach dem (Dach-)Umbau aussehen:

  • Hallo Florian,


    wenn Du nur im Schiebetürenbereich ( zwischen B und C-Säule ) die Stehhöhe benötigst und auch nur in diesem Bereich das Blechdach des T3 ausschneidest bleibt die Stabilität der Blechkarosse bestehen.
    Um mehr Raum zu bekommen reicht es in diesem Fall wenn das Hochdach, wie schon geschrieben wurde, aufgeklebt wird.
    Wenn ein größerer Ausschnitt gefordert ist solltest Du dich bei VW schlau machen. Der T3 mit Serienhochdach war auch auf die gesammte Laderaumlänge ausgeschnitten.


    Gruß Christopher

    Mercedes Vario 816 mit Holzkoffer

  • Wie meine Vorredner ja schon schrieben ist das alles kein Problem. Geschweißt werden muss da beim T3 nichts, wenn der Dachausschnitt nur zwischen den Dachholmen gemacht wird.
    Das erste (und größte) Problem was Du hast ist es ein gebrauchtes Dach von Altfahrzeug zu trennen. Denn die Dächer haben unten eine abgewinkelte Kannte, die in die Regenrinne paßt, und wo das Dach mit dem Spenderfahrzeug verklebt ist.
    Am einfachsten ist es noch, wenn man das komplette Dach des Spenderfahrzeugs unterhalb der Regenrinne abflext und dann ganz langsam Stück für Stück den Dachrest und den Kleber vom Hochdach wegschneidet. Da kannst Du Dir dann mal den ein oder anderen Tag für freinehmen, dass ist eine Sch...arbeit.


    Der Rest ist dann easy.
    Bei Deinem Bus den Dachausschnitt zwischen den Holmen machen (also nur das Dachblech rausschneiden). Da soll dann lt. VW ein Verstärkungsrahmen drum, es langt hier aber ein Holzrahmen (wie ihn auch eigenlich alle Profiausbauten hatten). Einfach zwei 28 x 10er Latte der Länge nach zusammenleimen/schrauben, so dass es ein Holzwinkelprofil gibt. Das dann rundum als Verstärkung und als Kantenschutz über die Blechkante kleben.


    Das Dach muss wirklich nur aufgeklebt werden, das hält. (Unsere Leerkabinen halten ja auch, und die sind oft auch nur geklebt).
    Dazu die Regenrinne und neben der Regenrinne einen ca. 10 cm breiten Streifen vom Dach gründlich reinigen und entfetten. Das Dach ebenfalls an den Klebestellen reinigen und anschleifen.
    Zum Schutz von Frontscheibe die Frotscheibendichtung abkleben.
    Nun würde ich wie folgt vorgehen:
    Dach zuerst mal so aufsetzen und genau schauen, wie es sitzen soll.
    Dann 2 Bretter quer über den Bus legen und das Hochdach darauf stellen. Nun die Klebeflächen noch mal entfetten und je nach Kleber primern (z. b. bei Sika). Dann eine Kleberaupe (z. B. Sika 252) rundum in die Regenrinne (und vorn und hinten an die Kante) legen.
    Nun vorne beginnen das Holzbrett rauszunehmen und das Hochdach in die Regenrinne reinlassen, vorn sofort an der Dachkante ausrichten. (Wenn das Hochdach einmal komplett in der Kleberaupe liegt schiebst Du da nichts mehr.)
    Nun die hintere Holzleiste rausnehmen und das Dach hinten ablassen.
    Das Dach fest in den Kleber drücken (rundum Stück für Stück, aber nicht zu viel Zeit lassen.) und vorbeiquellenden Kleber glattstreichen.
    Je nachdem wie viel Zeit Du hast würde ich das ganze jetzt erst mal einen Tag stehen lassen, damit der Kleber aushärten kann.
    Je nachdem wieviel Kleber in der Regenrinne vorbeigequollen war noch mal von oben Kleber in die Regenrinne und Glattstreichen.
    Nun innen soll nun rundum noch eine Klebenaht in die entstandene Kante zwischen Hochdach und Dachblech legen.


    Achtung: Der Sika-Kleber härtet jetzt im Winter draussen nicht aus, Du solltest schon mit 7-10 °C haben. Wenn es kalt ist den Kleber auf Zimmertemperatur vorwärmen, dann läßt er sich besser verarbeiten, eine Druckluft- oder Akkukartuschenpistole ist viel Wert.

    Viele Grüße
    Krabbe
    (Sachkundiger für Campinggasanlagen)

  • Zitat von Krabbe

    Achtung: Der Sika-Kleber härtet jetzt im Winter draussen nicht aus, Du solltest schon mit 7-10 °C haben. Wenn es kalt ist den Kleber auf Zimmertemperatur vorwärmen, dann läßt er sich besser verarbeiten, eine Druckluft- oder Akkukartuschenpistole ist viel Wert.


    Bei der momentanen Witterung und Temperatur würde ich jede Karosseriearbeit nur in einer geschlossenen und möglicht beheizten Halle durchführen.


    Gruß Christopher

    Mercedes Vario 816 mit Holzkoffer

  • Ok, danke für die Hinweise. Das sind Arbeiten die ich wohl hinbekommen würde. Im Winter läuft jetzt erst mal die mechanische Instamdsetzung vom Bulli, im Frühjahr schauen wir dann mal wies weitergeht.


    Falls wir uns dazu entscheiden, dann werde ich das Ergebnis auf jeden Fall hier posten.

    Gruss, Florian
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    .. die Entdeckung der Langsamkeit....


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  • Guten Morgen,
    nochwas zum Kleben:
    Sikaflex 252 hat, wenn ich mich recht erinnere, eine Klebefestigkeit von 9N/mm². Jetzt nehmen wir an, dass die Klebefuge einmal um das Bullidach rumgeht und 1cm also 10mm breit ist (in der Realität dürfte die Fuge deutlich breiter sein). Das Hochdach ist sagen wir mal 320cm lang und 120cm breit So ergibt sich eine Fläche für die Klebefuge von 10mm x 8800mm = 88000mm² das ganze mal 9N sind wir bei 79200N, das entspricht 7,9to. Selbst wenn ich mich falsch erinnert habe und es nur 5N/mm² sind haben wir immer noch 4,4to.


    Wie gesagt, Metallspriegel im Hochdach brauch es nur, wenn eine der Säulen (B oder C) am Bus selbst verändert wird. Dann muss für entsprechend stabilen ersatz gesorgt werden.


    Grüße,
    Ronny

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