Warum ich mein Wohnmobil selber baue...

  • ... oder auch „Pfusch am Bau“ bei den „Profis“...


    Am letzten Wochenende waren wir auf einer kleinen Wohnmobilausstellung der regionalen Händler. Dabei konnte dann mal wieder so mancher „Pfusch“ ab Werk bewundert werden.


    Dass Gaskästen nicht 100%ig zum Innenraum Dicht sind und z. B. Gasleitungen durch Bohrungen mit ca. 2-3 cm Durchmesser verlegt sind, die nicht mehr abgedichtet sind sieht man ja leider öfters.
    Aber das bei Namenhaften Herstellern auch an sichtbaren Stellen gepfuscht wird...
    Das Mobil mit den folgenden Bildern wäre bei mir durch keine Endkontrolle gekommen... und bei meinem Selbstbau würde ich mich für solche Nachlässigkeiten und ungenau geschnittenen Zierleisten schämen.

  • Zitat von Krabbe

    ... oder auch „Pfusch am Bau“ bei den „Profis“...


    Am letzten Wochenende waren wir auf einer kleinen Wohnmobilausstellung der regionalen Händler. Dabei konnte dann mal wieder so mancher „Pfusch“ ab Werk bewundert werden.


    Dass Gaskästen nicht 100%ig zum Innenraum Dicht sind und z. B. Gasleitungen durch Bohrungen mit ca. 2-3 cm Durchmesser verlegt sind, die nicht mehr abgedichtet sind sieht man ja leider öfters.
    Aber das bei Namenhaften Herstellern auch an sichtbaren Stellen gepfuscht wird...
    Das Mobil mit den folgenden Bildern wäre bei mir durch keine Endkontrolle gekommen... und bei meinem Selbstbau würde ich mich für solche Nachlässigkeiten und ungenau geschnittenen Zierleisten schämen.


    Mensch Krabbe, Du bist aber auch kleinlich. Das Auto kostet doch höchstens 80.000 Euro. Da kann man doch keine Wunder erwarten ;-)


    Und noch dazu bei so einer Kellermarke wie Karmann!


    Peinlich ist sowas schon in der Serienfertigung, daß man derlei aber auf einer Messe zeigt, spricht für Desinteresse am Kunden. Würde ich einen Messewagen herrichten müssen, dann würde der aber 200%ig dastehen.


    Dagegenhalten muß man allerdings, daß vermutlich auch im Wohnmobilbau ein gewisser Kostendruck herrscht, Arbeit in Deutschland ist teuer. Und wenn man 100%ige Qualität erwartet, wird man vermutlich nicht zu einer Großserienfertigung greifen sondern sein Geld (und vielleicht nochmal 10-20.000 Euro mehr) in einer "Edelschmiede" investieren, in einem kleinen Handwerksbetrieb, der wirklich noch Interesse am Ergebnis hat und daran, daß er weiter empfohlen wird.


    Björn

  • Na ja, ich verstehe das ihr das nicht verstehen könnt, ihr schraubt ja für euch
    ohne Zeitdruck.
    Wer aber mal 2 Tage und zwei Nächte am Stück geschraubt hat, mit einem Cheff im Nacken der gerade wieder mal seine Tage hat, weiß wie soetwas zu Stande kommt.
    Carthago musste sich vor vielen Jahren auf der Düsseldorfer Messe auch fragen lassen ob ihre Kreissäge gerade kaputt war, weil die Bretter so abgebrochen aussahen.......und es waren nur ganz wenige die ihre neuen Modelle perfekt fertig hatten.

  • Na, nach den Bildern eines angeblich guten Herstellers, sehe ich die teilweise schiefen Möbelklappen an meinem ollen Dethleffs natürlich in einem anderen Licht... immerhin ist der ja auch schon Baujahr 93. Solche Ausführungen brachten mich erst auf den Gedanken, in ein paar Jahren einen Aufbau selbst bauen zu wollen.


    Grüße Sönke

  • @ paulixp
    Das war jetzt kein Auftritt von Karman selber, das war eine Messe der regionalen Händler und das Fahrzeug stand auf dem Stand eines VW-Händlers, der scheinbar auch viel im Bereich Freizeitfahrzeuge vertreibt.


    @ christianus


    Ich komme selber aus der Fertigung und habe auch schon Prototypen für ne Messe gebaut. Aber da mußte das selbst bei Industriemaschinen (die nicht für Konsumer gebaut wurden) besser aussehen. Mein Meister hätte mir für sowas damals rechts und links eine um die Ohren gegeben...
    Und was Zeitdruck ist kenne ich zu genüge... auch und gerade aus dem Messe- und Eventbereich. Da durfte sowas auch nicht passieren... Gepfuscht werden konnte da ggf. an Stellen die der Kunde nicht sieht, aber nicht an Stellen, wo er zuerst hinguckt.


    Aber wie gesagt, das Teil war kein "Messefahrzeug, sondern ein Fahrzeug, was zum Verkauf beim Händler stand.

    Viele Grüße
    Krabbe
    (Sachkundiger für Campinggasanlagen)

  • Hallo zusammen,


    also wenn ich mir überlege ich hätt mir zu kurze Zierleisten verbaut wär ich sehr unzufrieden mit mir. Bei jedem Gedanken daran würd ich mich über den Pfusch aufregen.
    Ich arbeite auch in der Produktin von Fahrzeugen (Gabelstapler) und da ist auch Zeitdruck aber zu kurze Teile verbauen und das noch im sichtbaren Bereich, das kann man nicht machen.


    Gruß Christopher

    VW T5 Doka und Mercedes Vario 816 mit Holzkoffer

  • Hi
    Sicher kann man das nicht machen, es wiederstrebt einem selber, auch wenn man hundemüde ist, nur wenn der A..... der gerade seine Tage hat hinter dir steht und brüllt "bau ein" siehts halt so wie auf dem Foto aus.
    In meinem Laden waren die Kisten schon eine Woche vor der Messe fertig und jeden Tag habe ich sie noch einmal durchgecheckt, weitergebracht hat mich das aber letztendlich auch nicht.


    Weil ich aber beide Seiten kenne, als Selbstständiger und als Angestellter Werkstattleiter kenne ich die Nouancen.

  • Heutzutage bekommt keiner mehr irgendwo irgendwas geschenkt.


    Und wenn ich mir als Kunde auf einer Messe sowas anschaue und das bei der Konkurent besser ausieht, hat diese Firma einwandfrei verloren.


    Die Fahrzeuge sind bei vielen eh die Gleichen und die Aufbauten unterscheiden sich auch oft nur unwesendlich.
    Da kann so eine "scheinbar kleine Macke" schlussendlich das Aus für so eine Firma bedeuten.


    Insofern sind solche Mängel durch absolut nichts zu entschuldigen. :roll:


    Wer als Vorgesetzter seine MA durch sein Verhalten zu solchen Leistungen "zwingt", wird auch den entsprechenden geschäftlichen Erfolg ernten. :lol:

    Grüße vom QM.

  • Zitat von Questman


    Wer als Vorgesetzter seine MA durch sein Verhalten zu solchen Leistungen "zwingt", wird auch den entsprechenden geschäftlichen Erfolg ernten. :lol:


    Ganz klar, manchmal merken sie auch, spätestens wenn die Bank ihnen auf die Füße tritt, viele haben es nicht gerafft.

  • Zitat von christianus

    Hi
    Sicher kann man das nicht machen, es wiederstrebt einem selber, auch wenn man hundemüde ist, nur wenn der A..... der gerade seine Tage hat hinter dir steht und brüllt "bau ein" siehts halt so wie auf dem Foto aus.
    In meinem Laden waren die Kisten schon eine Woche vor der Messe fertig und jeden Tag habe ich sie noch einmal durchgecheckt, weitergebracht hat mich das aber letztendlich auch nicht.


    Weil ich aber beide Seiten kenne, als Selbstständiger und als Angestellter Werkstattleiter kenne ich die Nouancen.


    Kann ich so bestätigen.
    Sicher ist man immer bestrebt, die bestmögliche Qualität zu erreichen. Irgendwo muß man aber zwangsläufig Abstriche machen, weil der Kunde die Arbeit sonst gar nicht bezahlen kann. Also wird man vielleicht preisgünstigere Ersatzteile einbauen, preisgünstigeres Personal mit vielleicht schlechterer Ausbildung beschäftigen und das Finish zeitlich begrenzen, denn irgendwo findet man immer irgendwas, was es noch zu verbessern gäb. Die Ansprüche steigen, das Auge wird für letztendlich unauffällige Kleinigkeiten immer empfindlicher, man kommt in einen Kreislauf, der irgendwann in sich zusammenbricht.
    Ein "gutes" Beispiel dafür ist eine hier sicherlich einigen bekannte Firma (beginnt mit A), die sich um die Stromversorgung im Wohnmobil sehr viel Gedanken macht und hier auch entwickelt. Heraus kommen dabei allerdings Geräte, die viel teurer sind als das Marktübliche. Wie z.B. ein Quasi-Sinus-Ladewandler mit 2000W für 2000 Euro, den ich bei Transwatt - optisch sogar weitestgehend gleich - für 1100 Euro kaufe. Oder die Spezial-Lichtmaschinenregelung, die mit Einbau schlappe 1700 Euro kostet, wo ich für eine Sterling-geregelte Lichtmaschine bei Victron knapp 600 plus Einbau = max. 700 Euro bezahle. Sicher sind die A....-Geräte ihren Preis wert, haben vielleicht besonders hochwertig verlötete Anschlüsse, ein schickes Gehäuse oder was auch immer. Für den breiten Markt ist sowas aber sicher weder geeignet noch gedacht.


    Björn

  • Hallo zusammen!
    Wenn ich mir die Bilder so anschaue, dann frage ich mich, wie die bei Karmann arbeiten. Werden da die Leisten nach Augenmaß mit der Handsäge von der Stange geschnitten? Haben die keine Säge mit Anschlag, wie sie in jeder besseren Schreinerei oder Schlosserei vorhanden sind? Das ist meiner Meinung nach keine Folge von Druck, sondern einfach eine Sache von Wurschtigkeit! Da wurde geschlampt ohne Ende! Aus welchen Gründen die Kollegen dort schlampen, weiß ich natürlich nicht! Es gibt viele Möglichkeiten der "Mitarbeitermotivation"! Die Firma, in der ich arbeite, ist da auch sehr kreativ! Aber es ist schon richtig, dass ich für mein Geld auch Leistung verlange. So etwas kriege ich auch von Pössl oder anderen Billigmarken. Da muss ich nicht zu Karmann. Das Argument, dass das Fahrzeug kein Messefahrzeug war, sondern "nur" ein Verkaufsfahrzeug, macht die Sache nicht besser. Als Kunde bekomme ich schließlich auch nur ein Verkaufsfahrzeug.


    Gruß


    Herby

    Probier's mal mit Gemütlichkeit

  • Warum sollte es auch bei "höherwertigen" Anbietern nicht Pfusch ab Werk geben ? Aus dem PKW - Bereich könnte man eine endlose Liste von Autos anführen, bei denen der Käufer "Testfahrer" spielen durfte, nur weil die Hersteller den Entwicklungsaufwand in den Testphasen reduzierten und in Folge dessen eben unausgereifte Modelle auf den Markt brachten. Spassig finde ich es nur, dass diese Mentalität eher bei den deutschen Herstellern zu beobachten war (und ist). Dabei werden doch Einsparungen in den Entwicklungskosten in modernere Fertigungsmethoden investiert, die nebenbei auch noch so manchen Arbeitsplatz "einsparen", was ja wiederum auch die Kosten senkt. Dabei werden die Autos ständig teurer...


    Meine Ansicht ist, dass es hier nicht ok wäre, die Fa. Karmann schlecht zu machen. Diese Fertigungsqualität würde ich eher als Ausreißer, aber nicht als Regelfall bezeichnen.
    Meine Ansicht ist aber auch, dass die Anbieter von Wohnmobilen schon viel zu lange "unter sich" sind. Anders gesagt: Es gibt praktisch nur europäische Anbieter, die auf dem deutschen Markt eine Rolle spielen. Ich bin auch dafür, dass es uns weiterhin (ziemlich) gut geht, unsere Wirtschaft sich also gegen ausländische Mitbewerber durchsetzten kann. Aber gerade im Wohnmobilsektor hätte ich gern mal ein paar Modelle aus Fernost, die in der Lage wären, die europäischen Hersteller mal zu erschrecken, damit der Kunde nicht auch hier in den Status des "Testfahrers" absackt.


    Viele Grüße Sönke

  • Na ja, ich glaube auf Reisemobile aus Fernost wirst du noch lange warten müssen, diese Art zu reisen ist dort unbekannt.
    Bleiben noch die Amerikaner, jedoch ist die Qualität hier nicht sehr beliebt auch der Geschmack der Inneneinrichtung ist nicht jedermanns Sache

  • Der täte mir auch gefallen, optisch und von aussen.
    Hab mir mal einen Wohnwagen angesehen, innen zum heulen und das Fahrgestell wie für einen LKW

  • Hallo rocknroll,


    ein US - Womo ist nicht mein Geschmack, aber wem es gefällt... warum nicht. Ich hatte allerdings geschrieben, dass ich damit Womos meinte, die auf dem deutschen Markt eine Rolle spielen und da muss wohl auch ein US - Fan zugeben, dass diese Mobile hier keine große Bedeutung haben.



    Hallo christianus,


    ist mir auch bekannt, dass die Koreaner u.ä. sich aus dieser Reiseform nichts machen. Ich wundere mich nur, dass die noch nicht den Bau von Womos als neue Produktionsidee für Europa entdeckt haben, wo die Koreaner, Japaner usw. doch dafür bekannt sind, Marktlücken schnell zu füllen. Die möglichen Verdienstspannen sind doch groß genug.


    Viele Grüße Sönke

  • Hallo christianus,


    die Lieferanten teurer Einbaugeräte, wie z.B. Kühlschränke, Heizungen usw. könnten die Fernost´ler auch gleich noch unterbieten. Den Bau von Stromaggregaten haben sie ja schon entdeckt und fertigen auch fleißig in Top - Qualität (z.B. die guten Hondas), nur warum nicht auch den Rest ? Komisch...


    Gruß Sönke

  • In D sind keine 400.000 Reisemobile und die haben schon alle Kühlschränke, der Markt für die wenigen die noch dazukommen ist gering und schon abgedeckt.
    Die Veranstaltung die die Blutsauger in Berlin abgezogen haben, wird den Markt mit günstigen Gebrauchten überschwemmen.


    Engel Kühlboxen kamen ursprüglich aus Japan, die waren super nur war der Markt inkl. Tropenmedizin doch zu klein.
    Die machen Kohle mit Elektronik, Reisemobile brauchen die keine um Geld zu machen.

  • Hallo christianus,


    es hatte mich ja auch nur gewundert, warum diese Marktlücke noch nicht erschlossen wurde. Immerhin kaufen sich ja jedes Jahr genügend Leute neue Mobile. Die Berliner Wegelagerer (Strauchdiebe, Mistbande...) haben ja nicht nur für eine Belebung des Gebrauchtfahrzeugmarktes gesorgt, sondern auch (bei Leuten, die über ausreichende Mittel verfügen) für ein zunehmendes Interesse an Neufahrzeugen. Da kaufen sich Besserverdiener, bevor sie in die Verlegenheit kommen mehr Steuern abdrücken zu müssen, lieber gleich ein ganz neues Auto...
    Was den Verkauf von elektronischen Spielzeugen angeht (PC´s und so weiter), so ist mein Kenntnisstand, dass dieser eher rückläufig ist.


    Gruß Sönke

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