Unsere Eigenbauabsetzkabine

  • Hallo,


    nachdem ich mich schon vor einiger Zeit angemeldet habe und schon einige interessante Berichte und Antworten gefunden habe, hier nun die Vorstellung unserer Eigenbaukabine.


    Folgendes Konzept war Grundlage für den Bau:


    - Auf das Zugfahrzeug abgestimmter Camping-Anhänger
    (100km/h Zulassung, Spurweite, Reifengröße, Gewicht, Abmaße)
    - Nach Absetzen der Wohnkabine anderweitige Verwendung des Anhängers möglich
    - Leichte und robuste Konstruktion
    - Schlechtwege- / Geländetauglich
    - Individuelle angepasste, aber kostengünstige Fertigung
    - Länge des Campinganhängers max 4,5m
    - Schlaf- & Sitzplätze für mindestens 5 Personen
    - Autark für einige Tage
    - Möglichkeit die Kabine ggf auch auf entsprechender Pritsche/DoKa zu montieren


    Zum Wohnanhänger kamen wir nachdem wir festgestellt haben daß ein kleines Wohnmobil (VW Bus) mit Kindern schnell zu klein wird. Ein großes Wohnmobil kommt für uns nicht in Frage, da wir nur ein Fahrzeug haben wollen, dieses aber Innenstadttauglich sein sollte...
    Nach einem ersten Versuch mit Vw Bus T3 und einem Eriba Touring Familia Wohnwagen waren wir von dieser Kombination ganz angetan:
    Man ist recht flexibel, der Anhänger ist am Zielort schnell abgekuppelt und der Bus steht einem für Ausflüge zur Verfügung. Zudem vergleichsweise sehr niedriger Kaufpreis und Unterhaltskosten.
    Mit dem kurzen Anhänger ist man auch noch recht wendig, auch das Parken und Rangieren macht keine allzu große Probleme.




    Hier noch ein paar Daten der Kabine:
    · Außenwände aus 9mm Multiplex, Bodenplatte aus 2x9mm Multiplex mit Zwischenrahmen aus 20x20mm Leisten, mit innenliegender Dämmung aus Styrofoamplatten
    · L xB x H = 300x180x160
    · Aufstellschlafdach
    · 12V 64Ah Batterie (größere Batterie + Solar in Planung)
    · 12V Kompressorkühlbox 40L, Waeco Coolmatic CB40, seperater Kompressor untergebracht in Deichselstaukasten
    · Dieselstandheizung Webasto Air Top 2000
    · 220V Ladegerät Mobitronic 8A
    · 43L Wassertank, innenliegend


    Anbei noch ein paar Bilder,
    Gruß,
    Ronald

  • Hallo Hans,


    ich habe noch nicht nachgewogen. Die Kabine ist erst direkt vor dem Urlaub fertig geworden und z.Z. läuft der Anhänger noch als Platformanhänger. Die Kabine soll aber demnächst mit eingetragen werden.
    Nach meinen Berechnungen wiegt die Leerkabine ca. 200kg,
    das Aufstelldach ca. 60kg.
    Dazu kommt dann der Innenausbau, schätze ca. 150 kg sowie die Technik mit vielleicht 100-150 kg.
    Hoffe insgesamt bei ca. 500 kg rauszukommen, mal sehen was die Waage sagen wird.


    Gruß Ronald

  • Es ist seltsam, die Selbstbauer von Wowas sind absolute Einzelfälle..... obwohl das eine dankbare Sache ist, gemessen an dem Schrott, der einem allenthalben verkauft wird.


    Ich hatte die Pläne schon da liegen, das Teil war auf knapp unter 5 m ausgelegt und hatte seitwärts Platz für das Banana-Faltboot, 40mm Isolierung und Doppelboden für Winterbetrieb......


    Aber dann bin ich auf den Comtesse 560 gestoßen, die Beste wollte kein Wintercamping und die Geschichte mit dem Boot hatte sich wegen der Hunde erledigt..... das wars dann mit dem Eigenbau vom Wowa..... :oops:


    Ach so: Dein Wagen.... der sieht sehr gut aus..... Glückwunsch...sehr fein gebaut.....


    Ich hoffe, Du kommst mit dem Teil nie in einen Mistral oder Tramontana ......

  • Hallo Roland,


    auch von mir ein "Hut ab".
    So einen schön und sauber gearbeiteten Ausbau sieht man selten.
    Dient das Aufstelldach nur der Raumgewinnung oder kannst Du darin auch schlafen?
    Warum stellst Du das Dach hinten über der Sitzgruppe auf und nicht vorne wo die Küchr ist?


    Gruß Christopher

    Mercedes Vario 816 mit Holzkoffer

  • Hallo Christopher,
    das Aufstelldach dient auch zum schlafen.
    Im Heck über der Sitzgruppe ist eine Schlaffläche von 1mx1,7m (Breite).
    Durch 2 Einlegeplatten kann diese Fläche um jeweils 0,5m verlängert werden. Da unsere 3 Kinder noch nicht so groß sind, reicht derzeit die 1,5m Verlängerung gut aus.
    Über der Küche kann man aber auch so recht passabel stehen, hat an der vordersten Stelle ca. 180cm.
    Bin selbst 190cm groß und kann insgesamt mit der Kopffreiheit gut leben - solange das Dach aufgeklappt ist :wink:


    Gruß Ronald

  • Hallo Ronald,


    auch von mir willkommen hier.
    Sieht gut aus, was Du da gebaut hast.
    Kannst Du mal Detailfotos und ggf. Zeichnungen vom Aufstelldach hier einstellen? (Schaniere, Abdichtung, etc.) Ich denke, da gibt es hier einiges an Interesse.

    Viele Grüße
    Krabbe
    (Sachkundiger für Campinggasanlagen)

  • Hallo an alle,


    erstmal Dank fuer das lob - und auch nochmal Dank fuer die Hilfe die ich als meist stiller Leser in diesem Forum gefunden habe.
    Die meisten Fragen die sich auftaten konnten durch die Suchfunktion schon beantwortet werden, ein paar mal habe ich waehrend der ca. 9monatigen Bauweise dann noch eine Frage gepostet...


    Und die generelle Entscheidung pro/contra Multiplex- bzw Siebdruck- Bauweise muss natuerlich jeder fuer sich entscheiden. Ich denke da gibt es nicht nur schwarz&weiss, fast jede Bauweise hat spezifische Vor- und Nachteile.


    @ Krabbe,
    das Aufstelldach ist vorne mit 4 VA Beschlaegen aus dem Lkw Bereich (SUER) befestigt. Die Abdichtung erfolgt rundum durch ein Kantenprofil welches auf dem umaufenden Aluprofil aufgesteckt ist. Eigentlich genau wie bei den VW-Bus Aufstelldaechern.
    Nachdem die Gasfedern (500mm Hub) beim ersten Zuklappen schon seitlich weggeknickt sind, haben diese noch einen Knickschutz erhalten, ausserdem habe ich die Position geaendert um eine groessere Ueberlappung von Zylinder+Kolben zu haben. Genug Reservekraefte fuer das Aufstellen hatte ich gluecklicherweise einkalkuliert.
    Inzwischen habe ich nochmal die Position geaendert. Nun habe ich immer noch genuegend Ueberlappung und genau die Gewuenschte Hilfskraft beim Dachaufstellen.
    Die gesamte Kabine konnte ich vor unserem Urlaub leider nicht mehr austesten - bei der Abdichtung des Dachstoffs am unteren Rahmen gab es dann auch gleich Undichtigkeiten bei starkem Regen in Verbindung mit Seitenwind. Der Wind drueckte dann das Wasser zwischen Stoff und Unterrahmen durch. Inzwischen habe ich die Befestigung geaendert und ein zusaetzliches Innenrahmenprofil angebracht. Dazu musste der Stoff eh raus, nun kommt auch noch ein Fenster+Mueckengaze mit rein.


    Detailfotos muss ich nochmal raussuchen bzw welche machen.


    Gruss Ronald

  • Hi Ronald,


    das mit dem Mistral oder Tramontana hab ich nicht umsonst geschrieben, das ist bei dem niedrigen Wagengewicht eine echte Gefahr. Ich hab mal erlebt, dass vor mir ein 375 er Wowa mit 950 kg Gewicht (nach dem, was da alles rauspurzelte, war der auch überladen) einfach durch eine Tramontana - Boe - wusch - umgeworfen wurde.... und der Mann fuhr mal gerade 40 km/h.


    Also denk dran, fahr bei Mistral nie in Südfrankreich oder Katalonien nördlich von Barcelona (besonders nicht über die Languedocienne von Orange nach Spanien oder über die littorales, die Landstraßen entlang des Mittelmeres). Auch die Fehmarnbrücke sollte ab 7 Windstärken für Dich tabu sein..... alles kein Problem, wenn man es weiß und sich danach richtet......


    PS. Besonders gefährlich ist die Landstraße zwischen Perpignan und Port Bou/Cebère und weiter nach Cadaques, die Täler haben Düsenwirkung, da fegts auch schwere PKW von der Straße... bei einer Ente hab ich das selbst gesehen.....da wurd es mir in meinem 6 - Tonner MB 609 D ganz schön mulmig....

  • Moin Thomas,
    da muss ich denn eben ordentlich zuladen - das Fahrgestell laesst max 1300kg zu.... :wink:
    Nein, im ernst. Durch die im Vergleich zu einem normalen Wohnwagen (5mx2m=10m2) kleine Seitenflaeche (3mx1,6m=4,8m2), die relativ breite Spur, viel Gewicht weit unten (Verzicht auf Haengeschraenke etc) und ein gutes Verhaeltnis Zugwagengewicht zu Anhaengergewicht ist unser Gespann sicherlich sehr viel spurstabiler als ein Standardwohnwagengespann. Bisherige Erfahrungen auf Schotterpisten und bei Wind bestaetigen dies.
    Aber trotzdem Danke fuer die Warnung. Etwas vorsichtiger als mit einem Wohnmobil muessen wir wohl sein - wobei beim fahren ja niemand im Anhaenger sitzt...
    Wollen dieses Jahr wahrscheinlich nach Suedfrankreich - aber durchs Rhonetal eher nur bis in die Provence, dann weiter ueber die Berge gen Mittelmeer. Vielleicht dann sogar weiter Richtung Pyrenaen - das waere dann die Langedocienne, oder ?
    Und Tramontana habe ich noch nie gehoert - wo weht der ?


    Gruss Ronald

  • Sag mal, Ronald,
    Deine Kühlbox, ist die selbstgebaut oder nur zusätzlich isoliert? Ansonsten, auch von mir Gratulation zu Deinem Werk. Ich hoffe, ihr werdet so zufrieden mit Eurem Wohnwagen, wie sich das ja eigentlich nach so viel Arbeit gehört.
    Alles Gute
    Holzwurm

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Ronald,


    etwas verspätet (hab' z.Z. wieder zu viel um die Ohren) auch von mir ein "boaah äääiihh!". Tolles Teil - und kann sogar nötigenfalls irgendwann als Absetzkabine auf einem Pritschenfahrzeug eingesetzt werden (meine eigenen Träume lassen grüßen)...


    Viele Grüße und viele schöne Urlaube
    Leerkabinen-Wolfgang

    die nächsten Festivitäten in http://www.Bodenheim.de:

    03.-05.09.2021: Leerkabinen-Treffen

    erstes Juni-WE (04.-07.06.2021): Weinfest fällt aus

    vierter Sept.-Samstag (25.09.2021): Weinprobe in den Weinbergen


    Stellplätze vorhanden! Bei Fragen eMail/PN an mich

  • Zitat von Ronald

    ...Und Tramontana habe ich noch nie gehoert - wo weht der ?


    Das ist, lieber Ronald, die Fortsetzung des Mistral aus dem Golfe du Lyon jenseits der spanischen Grenze, also alles dasselbe.....


    Lustig ist übrigens, dass der wie abgeschnitten kurz vor einer Tankstelle an der Autobahn einige km nördlich von Girona aufhört.... erst schüttelt es Dich noch in Böen, dann ist urplötzlich Frieden..... hat mit den Pyrinäen zu tun.....


    Ja, der niedrige Schwerpunkt und die kleinere Fläche sind zweifellos Pluspunkte, aber 500 Kilo wäre für echten Starkwind ziemlich leicht..... aber Du weißt im Prinzip, wovon ich rede.


    Zur Kraft des Mistral, ein paar Jahre zurück: Oller Audi 100 5 E mit 136 PS als Zugwagen, dahinter ein ungebremster 750 Kilo - Hänger mit zwei BMW GS / ST 80 Motorräder drauf, die hatten lenkerfeste Scheiben von Schuh, die ragten gut über das Fahrzeugdach. Ergebnis, im Rhonetal gegen den Mistral an mit maximal 80 km/h, alles im 3. oder gar 2. Automatikgang, Verbrauch rd. 24 l auf 100 (normal waren mit dem Hänger an die 14 l)

  • @ Holzwurm


    Zitat

    Sag mal, Ronald,
    Deine Kühlbox, ist die selbstgebaut oder nur zusätzlich isoliert? Ansonsten, auch von mir Gratulation zu Deinem Werk. Ich hoffe, ihr werdet so zufrieden mit Eurem Wohnwagen, wie sich das ja eigentlich nach so viel Arbeit gehört.
    Alles Gute
    Holzwurm


    Danke! Die Generalprobe diesen Sommer verlief sehr gut, auch wenn einige Kinderkrankheiten noch ausgemerzt werden muessen.


    Zur Kuehlbox: Nein, die ist nicht selbstgebaut. Waeco hat zwei Kuehlboxen mit separater Kompressoreinheit im Program. Wegen besserer Kuehlung, Platzgewinn und Leiser habe ich das Kompressoraggregat im Deichselkasten untergebracht. Die Zusaetzliche Isolierung um nachts die Box ggf abzustellen und wegen weniger Kuehlverluste (=weniger Stromverbrauch).


    Gruss Ronald

  • @ Wolfgang,


    Zitat

    - und kann sogar nötigenfalls irgendwann als Absetzkabine auf einem Pritschenfahrzeug eingesetzt werden (meine eigenen Träume lassen grüßen)...


    Ja, das mit der Pritsche hatte ich auch immer im Hinterkopf. Der Unterboden ist daher auch weitgehend eben+geschlossen gehalten, nur hinten schaut der Heizungsauspuff heraus. Und der Deichselkasten muesste natuerlich dann wieder ab...
    Fuer einen T4 Doka muesste ich wohl die Radhaeuser noch etwas abaendern, bzw direkt auf die Pritsche setzen. Aber erstmal ist die Anhaengerloesung fuer uns die bessere Wahl.


    Gruss Ronald

  • Hallo,


    auch von mir einen Glückwunsch! Prima das es noch mehr Leute gibt die lieber von grundauf selber bauen als auf das Plastikzeug von großen den Herstellern zu setzen.


    Das Ding scheint sehr gut gelungen zu sein. Hast Du die ganze Konstruktion selber angefertigt?


    Was sprach denn der TÜV so dazu? Bist Du jetzt als Hersteller eingetragen?


    Ach jau, ich wollte ich könnte auch schon mit meinem Koffer fahren.



    Gruß Anton

    Wir brauchen dringend ein paar Verrückte - seht euch doch mal um, wo uns die Vernüftigen hingebracht haben!

  • @ Thomas,
    danke fuer die Info, wieder was dazugelernt !


    Zitat

    Ja, der niedrige Schwerpunkt und die kleinere Fläche sind zweifellos Pluspunkte, aber 500 Kilo wäre für echten Starkwind ziemlich leicht..... aber Du weißt im Prinzip, wovon ich rede.


    Die 500kg sind nur fuer die Kabine (z.Z. noch) geschaetzt. Dazu kommen nochmal 150kg fuer das Anhaengerfahrgestell und ca. 150kg Gepaeck....aber aufpassen muss man trotzdem => vor allem wenn man diese grossen Wohnmobile ueberholt :wink:


    Zitat

    Oller Audi 100 5 E mit 136 PS als Zugwagen, dahinter ein ungebremster 750 Kilo - Hänger mit zwei BMW GS / ST 80 Motorräder drauf, die hatten lenkerfeste Scheiben von Schuh, die ragten gut über das Fahrzeugdach. Ergebnis, im Rhonetal gegen den Mistral an mit maximal 80 km/h, alles im 3. oder gar 2. Automatikgang


    ...da waerden wir mit unseren 70 TD-PS wahrscheinlich nicht ueber 60km/h gekommen...ich brauch ein anderes Zugfahrzeug 8) (kann mich nur noch nicht richtig entscheiden)


    Gruss Ronald

  • @ Anton,


    Zitat

    Hallo, auch von mir einen Glückwunsch!

    Danke !


    Zitat

    Hast Du die ganze Konstruktion selber angefertigt?


    Das Anhaengerfahrgestell habe ich nach meinen Plaenen bauen lassen, den Rest selbstgemacht.


    Zitat

    Was sprach denn der TÜV so dazu?
    Bist Du jetzt als Hersteller eingetragen?


    Bisher lauft der Anhaenger als Platformanhaenger, Hersteller ist der Kfz-Betrieb wo der Anhaenger gebaut wurde. Mangels Zeit habe ich die Kabine noch nicht zum TUEV gefahren, laeft derzeit noch unter Ladung... die TUEV Abnahme werde ich aber auf jeden Fall noch machen, u.a. wegen Teilkaskoversicherung (Kabine ist dann mitversichert) und um Scherereien aus dem Weg zu gehen (Kabine ist 60cm laenger als AH-Fahrgestell, hat eigene Beleuchtung etc.


    Zitat

    Ach jau, ich wollte ich könnte auch schon mit meinem Koffer fahren. Gruß Anton


    Ja, aber was du da so baust sieht auch sehr gut aus!!! Nach meinen Erfahrungen (mit Multiplexbauweise ohne Innenrahmen) wirst du eine mega-stabile Kabine erhalten.
    Viel Spass weiterhin,
    Ronald

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