Unterschiede LiFePo4 Speicher?

  • Hallo,

    ich überlege, ob Kochen mit Strom eine Alternative für Gas wäre. Dazu brauche ich viel Batteriekapazität und hohe Dauerentladeströme. Ich denke, 300 Ah ist das Minimum, besser 400 Ah, evtl. geteilt in 2x 200 Ah. Jetzt habe ich mir verschiedene, mehr zufällig rausgesuchte Speicher angeschaut.

    a) 899 €, mit BMS, 200 A Dauerstrom https://www.creabest.de/products/lifep…fhoC_AYQAvD_BwE

    b) 493 €, mit BMS, 2560 W Dauerleistung, also etwa 200 A. https://www.litime.de/products/litim…CRoCklYQAvD_BwE

    c) 2289 €, mit BMS, 200 A Dauerstrom. https://saftkiste.com/products/lifep…=42789916639480

    Wo liegen die Unterschiede? Ich will nicht billig kaufen, denn dann kauft man oft 2x. Aber ich will auch kein Geld zum Fenster rauswerfen, wobei Angebot c) für mich indiskutabel ist, ich es nur bei der Preisrecherche entdeckt habe. Aber ich als Elektro-Laie kann nicht feststellen, wo die nennenswerten Unterschiede liegen. Könnt Ihr mit da etwas Nachhilfe geben? Woran kann ich die gute von der weniger guten Batterie unterscheiden? Danke!

    Grüße
    Lars

  • Man braucht nicht nur eine gewisse Batteriegröße, man muss sich auch Gedanken machen wo der verbrauchte Strom herkommt. Es nützt nichts, wenn man 400Ah hat, aber unter Tags nichts dazu kommt. Das Problem hatte ich in Bodenheim. Meine Solaranlage hat in der Leistung auf der letzten Reise extrem nachgelassen und so ging mir der Power am dritten Tag aus. Die in Bodenheim zur Verfügung gestellten 500 Watt reichten leider nicht für mein 20A Ladegerät.

    Da bin ich ein paar Leuten mit meinem Generator auf die Nerven gegangen.

    Seit heute liefert die Solaranlage wieder volle Leistung, zwei verschmorte Kabelverbindungen wurde erneuert. Seit letzter Woche arbeitet ein zweiter B2B-Lader unterm Sitz und sorgt auch bei Kurzstrecken für eine volle Batterie.


    Gruß Nunmachmal, der gasfrei ist.

    Ich habe viel aus meinen Fehlern gelernt, ich glaube ich mache noch einen.

  • Hallo Lars,

    häufig gibt es auf YouTube Testvideos (in denen die Batterien auch teilweise zerlegt werden) die aufschlussreich sein können (auf dem Kanal von Will Prowse gibt es zum Beispiel diese Playlist in der eine nach der anderen zerlegt wird).

    Es stellt sich immer die Frage was du brauchst und was (für dich) unnötiger schick schnack ist.

    Ist die Batterie bei dir im Innenraum verbaut kannst du dir normalerweise eine aktive Beheizung davon sparen (nur so als Beispiel und keine Ahnung ob das einen großen Preisunterschied macht, war nur bei deinen Links mit drin), ist sie draußen verbaut und du fährst im Winter in den Norden kann das hingegen sinnvoll sein.

    Bei deinen drei Angeboten passt der Preis von b nicht, da musst du mit 579,99€ rechnen. Der Preis den du genannt hast ist ohne MwSt (was für den Einbau im WoMo nicht zutrifft). Bei a ist nicht erkennbar ob mit oder ohne MwSt, ich würde davon ausgehen, dass die Chinesen dort tricksen wo sie können und das im Endeffekt auch ohne ist. C ist hingegen mit MwSt (bei dem Einsatzzweck auch logisch).

    C finde ich aber sehr merkwürdig. Beim Preis davon spielt sicherlich mit rein, dass das Ding aus Bayern kommt und angeblich auch das BMS komplett dort entwickelt wurde (und die Entwicklungskosten noch abgedeckt werden müssen). Noch dazu ist im Preis 10 Jahre Telekom-SIM-Karte mit drin (ob man das wirklich braucht wage ich stark zu bezweifeln). Die schreiben aber auch das die Batterie aktiv UND passiv gebalanced wird, ich konnte auf die schnelle aber nicht finden was der Vorteil davon sein soll, klingt für mich eher als hätte jemand die Technik nicht verstanden. Passiv heißt das Strom aus einer Zelle (über einen Widerstand) in Wärme umgesetzt wird und so die Zelle auf das Niveau der anderen Zellen gebracht werden soll, bei aktivem Balancing wird typischerweise ein Kondensator aus einer Zelle geladen und dann in eine andere Zelle entladen, was Logischerweise weniger Verluste bedeutet. Wieso man beide Varianten kombinieren sollte erschließt sich mir beim besten Willen nicht. (Im Shop von Amumot steht zu dieser Batterie übrigens, dass sie kein aktives Balancing hat und aktives Balancing sowieso nur ein Marketing Gag wäre (auch da versteh ich nicht wie er auf diese Aussage kommt)).

    Ich würde bei LiTime davon ausgehen, dass die Preise niedriger sind, weil sie zum einen höhere Stückzahlen und zum anderen seit Jahren produzieren (LiTime hat sich vor 1-2 Jahren umbenannt und hieß vorher AmpereTime).

    Im Endeffekt ist denke ich das einfachste, wenn man ein interessantes Angebot gefunden hat, zu recherchieren wie da die Erfahrungen mit sind.

    Gruß

    Sven

  • Hallo Lars,

    neben der Kapazität ist auch die Peripherie um die Akku nicht zu vernachlässigen. Um mit Strom ( 230V ) kochen zu können braucht es auch einen entsprechend leistungsfähigen Wechselrichter.

    Wenn Du weißt wie groß der Wechselrichter dimensioniert wird weißt Du auch wie hoch der maximale Entladestrom der Akku sein muß damit das BMS nicht die ganze Zeit das Kochen unterbricht weil es abschält. Die genannten 200A Dauerstrom sind grob 2000W Leistung bei 12V. Um das BMS also nicht zu sehr an der Leistungsgrenze zu betreiben solltest Du also davon zwei Akku nehmen um die Belastung des einzelnen Akku zu reduzieren. Mal davon abgesehen das Du mit 2000W sowieso nicht weit kommst wenn Du auf mehr als einer Platte kochen willst. Mein Zweiplattenherd hat maximal 3500W. Wenn dann noch nebenher andere 230V Verbraucher betrieben werden sollen, welche auch etwas mehr Leistung ziehen ( Kaffeemaschine, Föhn, Kühlschrank,....) wird die Dimensionierung des Wechselrichter schnell etwas größer als 3000W, was eine gängige Größe ist. Gasfrei ist eine tolle Sache welche ich schon seit vielen Jahre lebe. Meine Batteriebank besteht aus drei Akku mit je 100Ah bei 25,6V. Das wären dann bei 12V drei mal 200A.

    Wie nunmachmal schon angemerkt hat ist die Speicherkapazität aber nichts wert wenn keine Ladung erfolgt. Es braucht also auch im Stand und Fahrbetrieb geeignete und ausreichend dimensionierte Stromquellen um dann den Speicher nutzen zu können. Das fällt natürlich alles weg wenn Du Du sowieso nur Stellplätze mit Stromanschluß und Campingplätze anfährst. Dann reicht ein kleiner Akku um während der Fahrt den Kühlschrank zu versorgen und der Rest geht über den Landstrom - wenn er denn ausreichend abgesichert ist das man seine Verbraucher daran betreiben kann.

    Mercedes Vario 816 mit Holzkoffer

  • ... Das fällt natürlich alles weg wenn Du Du sowieso nur Stellplätze mit Stromanschluß und Campingplätze anfährst. Dann reicht ein kleiner Akku um während der Fahrt den Kühlschrank zu versorgen und der Rest geht über den Landstrom - wenn er denn ausreichend abgesichert ist das man seine Verbraucher daran betreiben kann.

    Oh, man bedenke das auf vielen Plätzen die Stromentnahme begrenzt ist. So ein von vielen bevorzugtes Induktionskochfeld hat schon einen sehr hohen Anschlusswert. Ich kenne mich das aus.


    Gruß Nunmachmal

    Ich habe viel aus meinen Fehlern gelernt, ich glaube ich mache noch einen.

  • Hallo Peter,

    ich habe ja auch extra geschrieben "wenn er denn ausreichend abgesichert ist das man seine Verbraucher daran betreiben kann".

    Gruß Christopher

    Mercedes Vario 816 mit Holzkoffer

  • es gibt doch tatsächlich 12V-Kochplatten...na wo natürlich...bei den 40 Räubern...

    https://german.alibaba.com/g/12v-battery-…ion-cooker.html

    Da bin selbst ich platt(e).

    Wow, 600-800 W. Das ist dann vermutlich dieses Niedrigtemperaturgaren, oder? 😅

    Und wie so oft, wird etwas versprochen, was nicht drin ist. Induktion haben die 12 V Platten wohl nicht.

    Viele Grüße
    Krabbe
    (Sachkundiger für Campinggasanlagen)

  • Unser teilweise selbst gebauter elektrischer Backofen hat ca. 300 Watt. Es ist damit problemlos möglich, Brot und Brötchen zu backen, Dorade zu grillen oder Chickenwings knusprig zu machen.

    Der Trick: komplette doppelte Isolierung statt hohler Wände und Tür.

    Unser Wasserkocher für d. Kaffe / Tee hat auch nur 600 Watt - geht ratzfatz, schneller als auf dem Herd.

    Kann mir vorstellen, dass 600 Watt direkt im Topfboden gar nicht mal so wenig ist. Aber okay, war nur ein Suchvorschlag, wenn man Alternativen überdenkt und ohne Wandler arbeiten möchte. Nicht von der Hand zu weisen ist aber der Fakt, dass man 230V-Geräte überall bekommt, ein 12V-Alibaba-Teil unterwegs ersatzweise zu beschaffen schon knifflicher werden kann.

Jetzt mitmachen!

Mit einem Benutzerkonto kannst du das womobox Forum noch besser nutzen.
Als registriertes Mitglied kannst du:
- Themen abonnieren und auf dem Laufenden bleiben
- Dich mit anderen Mitgliedern direkt austauschen
- Eigene Beiträge und Themen erstellen