Moin aus dem mittleren Norden!

  • Kurze Vorstellung meinerseits: Claus, 56J., Langjährige Campingerfahrung mit wechselnden Setups vom Zelt über Dachzelt, Faltcaravan, Zeltanhänger, Wohnwagen, bis (gemietete) Kastenwagen/Wohnmobile. Aktuell seit 5 Jahren Minicamper auf Basis eines Nissan NV200 Evalia. (Landstrom, Zweitbatterie, Standheizung, Drehsitze, variable Schlafplattform für 1 oder 2 Personen, Dachzelt)
    Ich mag es eher spartanisch mit dem nötigsten und möglichst variabel, also zb. sowas wie Kühlbox, Herd oder Stromversorgung zum rausnehmen und auch anderweitig verwenden. Vollausgestattete Weißware kommt (abgesehen von den aktuellen Preisen...) nicht in Frage, da steht mir zu viel Geld unnötig in der Gegend rum und ich möchte unterwegs nicht den Komfort einer 3-Zimmerwohnung, sondern die Komfortzone bewusst bis zu einem gewissen Grade verlassen.
    Mit zunehmendem Alter verlangt es mich aber doch langsam nach etwas mehr Bewegungsfreiheit, Wetterschutz und weniger häufigem Umbau bzgl. Sitzen/Schlafen und Schlafkomfort generell. Daher der schon einige Zeit schwelende Gedanke einen größeren Kastenwagen oder Koffer als Camper auszubauen. Da ich aber nicht so sehr der Typ "erstmal kaufen und dann mal weitersehen" bin, sondern vorab einen möglichst genauen Plan des Endziels und der dazu nötigen Skills und Materialien machen möchte, hab ich mich mal zum Mitlesen und Infos sammeln hier angemeldet. Apropos Endziel: Das Mobil würde vorläufig vorwiegend zum gelegentlichen Kurz- und Langurlaub mit 1-2 Personen plus Hund gebraucht, perspektivisch könnte es vielleicht mal auf sowas wie "Vanlife" hinauslaufen, aber das ist vielleicht doch eher Traum als realistisch, wer weiß.

    Handwerklich bin ich nicht völlig unbedarft aber eben auch kein ausgebildeter Tischler o.ä.. Eine einigermaßen ausgestattete Werkstatt könnte ich über meinen Arbeitgeber (Wartung/Reparatur der eigenen Firmenfahrzeuge) nutzen.
    Freue mich also auf Input und - wenn es denn mal so weit kommt - auch Hilfe/Beratung zum konkreten Projekt. Wo ich kann/wo es passt, gebe ich meine Erfahrungen natürlich auch gerne weiter.
    Also denn, man liest sich! :)

    Einmal editiert, zuletzt von Dapaschoso (18. September 2023 um 14:55)

  • Hallo Dapa....,

    ein Vorname wäre schon cool, aber trotzdem herzlich willkommen. Du wirst hier sehr gute Antworten auf deine Fragen bekommen. Meine Geschichte ist ähnlich auch mit NV-200 mit Strom und Kühlbox, Liegefläche und Auszügen unter der Liegefläche. Jetzt Pickup( neu) mit Wohnkabine ( alt und leider auch rott) . Jetzt quetschen ich hier die Kollegen aus, da ich an einer Absetzkabine mit Faltdach knobel. Hier werden mir auch immer so weit sie können tolle Antworten geben (auch wenn ich die manchmal blöd finde, wenn diese meiner Planung in den Weg kommen).

    Beste Grüße

    Peer

  • Hallo Peer,

    jo, der Nissan hat sogar die gleiche Farbe, witzig.

    Anbei ein paar Bilder vom letzten Setup. Von innen habe ich leider keine Bilder. Interessant könnte vielleicht sein, dass mein "Bettgestell" von Vanessa ist, was ich superpraktisch finde, weil man wahlweise auch nur eine Seite ausziehen kann und dann hinter bzw. vor dem gedrehten Beifahrersitz Raum bleibt. Dazu gibt's dann dort einen schwenkbaren Tisch.
    Meinen Namen habe ich dann mal im Ausgangspost ergänzt.

    Viele Grüße

    Claus

  • Hallo Claus und herzlich willkommen.

    Zu Deinem Grundkonzept ein kleiner Hinweis von mir:

    Du schreibst zwar: „so spartanisch wie möglich“, aber auch „mit zunehmendem Alter …“

    Ja, wir werden alle älter und mit zunehmendem Alter verlangt der Körper nach mehr Komfort oder „altersgerechtem“ Umgang.

    Da macht es irgendwann zunehmend Probleme auf einer gestückelten Matratze ohne viel Kopffreiheit zu nächtigen oder sich in beengten Verhältnissen zu bewegen. Und wenn man öfter nachts raus muss, dann lernt man die eigene Toilette immer mehr zu schätzen. Der körperliche Abbau schreitet irgendwann leider immer schneller voran. Bei dem einen schneller, bei dem anderen langsamer.

    Was ich damit anregen will: Schau bei der Planung nicht nur, was Dir heute reicht und womit Du heute auskommst, sondern versuche schon einzuplanen, was Du in 5, 10 oder 15 Jahren benötigst, wie es Dir dann evtl. körperlich geht etc. Und plane besser ein wenig Komfort und Alterstauglichkeit mehr mit ein.

    Und wenn Du jetzt denkst, das Fahrzeug soll ja nur für die nächsten 5 Jahre ausreichend sein, dann denk an den Wiederverkaufswert. Ein „komplettes“ Wohnmobil verkauft sich halt meist besser, als ein Provisorium mit spartanischer Ausstattung.

    Und wenn Du noch zwischen Kastenwagen und ausgebautem Koffer oder Leerkabine schwankst, dann solltest Du Dir zunächst einmal über die Vor- und Nachteile der einzelnen Bauformen klar sein und welche der beste Kompromiss für Dich ist.

    Dabei spielen für mich neben den eigenen Vorlieben auch Reiseziele und Reisezeit eine Rolle.

    Das Du bereits über langjährige Campingerfahrung verfügst, ist sicherlich ein Vorteil. Und handwerkliche Begabung auch. Man muss kein Schreiner sein, um einen schönen, stabilen und praktischen Möbelbau hin zu bekommen. Und da es im Wohnmobilbau ja auch ein paar Gewerke mehr gibt, ist in meinen Augen ein gutes handwerkliches Basiswissen auch in anderen Gewerken sicherlich kein Nachteil. Andererseits kann man sich auch vieles aneignen.

    Viele Grüße
    Krabbe
    (Sachkundiger für Campinggasanlagen)

  • interessant...habe ich richtig gesehen, Bremer? Ich als in München ansässig komme original auch aus Bremen und bin nicht soviel Jünger mit meinen 52 Lenzen.?

    Gleiches (Ex-) Auto. gleiche (Ex-) Heimat... Was kommt als Nächstes? Gleiche Ex? =O ^^ Habe erst nach dem Hochladen bemerkt, dass das Kennzeichen offen mit drauf ist. Sollte ich das ändern, weiß nicht so recht welches Schindluder damit zu treiben wäre?
    PickUp und Kabine ist tatsächlich auch immer mal wieder so'n reizvoller Gedanke, aber da geht was brauchbares auch schnell in finanzielle Bereiche, vor denen ich zurückschrecke... Aber schon cool, hoffe, das Projekt führt Dich zum erwünschten Ergebnis.

  • Was ich damit anregen will: Schau bei der Planung nicht nur, was Dir heute reicht und womit Du heute auskommst, sondern versuche schon einzuplanen, was Du in 5, 10 oder 15 Jahren benötigst, wie es Dir dann evtl. körperlich geht etc. Und plane besser ein wenig Komfort und Alterstauglichkeit mehr mit ein.

    Und wenn Du jetzt denkst, das Fahrzeug soll ja nur für die nächsten 5 Jahre ausreichend sein, dann denk an den Wiederverkaufswert. Ein „komplettes“ Wohnmobil verkauft sich halt meist besser, als ein Provisorium mit spartanischer Ausstattung.


    Und wenn Du noch zwischen Kastenwagen und ausgebautem Koffer oder Leerkabine schwankst, dann solltest Du Dir zunächst einmal über die Vor- und Nachteile der einzelnen Bauformen klar sein und welche der beste Kompromiss für Dich ist.

    Dabei spielen für mich neben den eigenen Vorlieben auch Reiseziele und Reisezeit eine Rolle.

    Hallo Krabbe,

    Deine Gedanken sind alle richtig und natürlich mache ich sie mir. Die Schwierigkeit ist ja - neben dem Thema eigenes Alter - verschiedene und auch durchaus wechselnde Ansprüche möglichst unter einen Hut zu bekommen und mit den enstehenden Kompromissen zufrieden zu bleiben... Und weil letzteres zumindest bei mir bisher nicht so richtig lange hält, wird immer neues probiert. Aber das ist ja auch Teil der Motivation und des Spaßes an der Sache. Aber stimmt schon, wenn ich da mal Grund reinkriegen will, sollte ich doch ein konsequenteres Anforderungsprofil ausarbeiten.
    Zum Thema Wiederverkauf: Bisher habe ich alles problemlos verkaufen können, von leichtem Minus bis gutem Plus. Es finden sich für jede Art von SetUp welche, die dazu passen. Im Falle eines spartanischen/minimalistischen Ausbaus, sind das dann natürlich weniger die Pensionäre als die abenteuerlustigen Studenten.
    Was mir in der Beziehung eher Gedanken macht - gerade weil Du z.B. von 15 Jahren schreibst: Wohin geht die Reise denn überhaupt in Sachen Antriebe, Umweltzonen, Schadstoffklassen, Verbrenner-Aus. Werde ich einen heute 10 Jahre alten Diesel in 10- 15 Jahren überhaupt noch (zu einem nennenswerten Preis) los oder muss ich den eh verschrotten?

    Grüße
    Claus

  • Irgendwie kommt mir gerade so der Gedanke.... zum Thema Zukunft...

    Ich schweife mal ab, in der Schweiß steht ein Forschungsprojekt, ich glaube Deutsch-Schweizerisch geführt. Thema: wie bauen in der Zukunft.

    Das Forschungsprojekt: Mehrfamilienhaus hat interessante Ansätze... denn es ist gar kein Haus, sondern eher ein Parkdeck in denen die Wohnung reingezogenen werden können -z.B. osb und mit Auszug der Menschen auch modular abgebaut werden kann.

    Der Trick dabei: es wird auf Höhe wiederverwendbare geachtet, sowohl beim Bau, möglichst viel Stoffe zu Recyclen als auch beim Abbau möglichst viel in selber Funktion wieder zu verwenden.

    (Recycling heißt nicht in selber Funktion wieder verwenden zu können.! Was vorher eine Steinwand wahr ist danach Schotter unter der Straße)

    ...

    ...

    Dieses Projekt könnte man vielleicht mal mit Modulen im Wohnmobil Bau nachempfinden?

    Grüße aus 96km entfernung südlich d Abfahrt Brinkum

  • Guten Morgen mrmomba,

    gerade eben an der Kaffeemaschine hatte ich einen vielleicht verwandten Gedanken, der mir schon öfter kam: Eigentlich würde ich ja gerne viel öfter, wenn nicht sogar dauerhaft das Gefühl des Campens haben. Nicht im vollgeräumten Reihenhaus mit Pflaster drumrum "aufbewahrt" sein, sondern mehr in Verbindung mit dem Außenraum mit Rückzugsmöglichkeit in funktionale Module, die sich am besten unterschiedlich verbinden und neu arrangieren lassen (nein, kein autonomer Wagenplatz). ;) Die Tiny House Idee geht ja schon ein bisschen in die Richtung. In einem früheren Leben hatte ich mal 'ne Weile Architektur studiert, da wurden gerne mal Projekte in der Richtung flexibler Module in- und außerhalb von festen Gebäuden ersponnen. Dabei das modulare, flexible auch im Innenraum weitgehend zu berücksichtigen, wäre natürlich konsequent. Aber ich fürchte das deutsche Baurecht wird das in unserer Lebensspanne nicht mehr ansatzweise zulassen. Schon ein Tinyhouse irgendwo aufzustellen scheint ja ein fast utopisches Projekt.
    Wohnmobile sind (abgesehen von teils üblen Materialien) ja eigentlich schon einigermaßen modular und wiederverwendbar. Wenn man sich die Mühe machen will. Aus alt mach neu ist zumindest für Selbstausbauer ja durchaus ein praktiziertes Thema, innen wie außen. Auch das Wiederverwenden/Kombinieren von gebrauchten Fahrzeugen/Chassis mit gebrauchten Koffern, Kabinen, Ex-Wohnwagen. Aber das könnte man natürlich weiterspinnen und schon in der Produktion berücksichtigen/vereinfachen. Multifunktionalität, Reduktion, Kombinations- und Erweiterungsmöglichkeiten bei gleichzeitiger Langlebigkeit und - wenn es denn doch mal sein muss - Recyclebarkeit. Spannend aber in der Gesamtheit (noch) eher ein Nischenthema, eben für Selbstausbauer, Selbstoptimierer und/oder Spezialfirmen. Man will/muss ja gerne immer neu (ver)kaufen.
    Gestern zufällig hierauf gestoßen, passt auch ins Thema, meine ich:

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