Island 2021 mit eigenem WoMo

  • Moin zusammen,


    ich möchte keinen Reisebericht im klassischen Sinn schreiben, also nicht das Tagebuch mit diversen Fotos der Landschaftseindrücke bis hin zur bestellten Pizza. Eigentlich sollen es nur so einige Anmerkungen und Eindrücke sein und auch ein Plädoyer für eine Reise die nicht auf Hotel oder Ferienwohnung basiert. Ich reise lieber mit einem Wohnmobil und finde das gerade für Island sehr passend.


    In den 1980er-Jahren war ich 3x mit einem Landrover 109 auf Island. Das Auto so hergerichtet, dass man darin schlafen konnte. Ein Teil des Gepäcks war auf dem Dach. Damals fuhr ich vor allem durchs Hochland, es gab auch noch keine Reglementierungen wie Straßensperren im Winter bzw -freigaben im Frühjahr. Man kam entweder weiter oder eben auch nicht. Ganz wenig los war damals aber auch nicht, zur Askja fuhren am Tag sicherlich auch ein Dutzend Autos, auch VW-Busse dabei. Die warteten gegebenenfalls an den Furten bis ein Geländewagen kam und eventuell helfen konnte wenn es schiefging.


    Da wegen der Coranasituation vermutlich wenig Touristen dort sein würden (glaubte ich), bin ich dann in diesem Jahr wieder hingefahren und habe dort 6 Wochen (Juli/August) verbracht. Das Auto wie früher schon mit der Fähre nach Seydisfjördur verschifft. Einmal um die Insel mit fast allen Abstechern und Schleifen bei den Fjorden. Es wurden so ca. 5000 km. In das eigentliche Hochland (Askja, Kverkfjöll etc.) lässt man ja kein klassisches Wohnmobil. Schotterstraßen gab es trotzdem genug. Und die waren auch letztlich ohne Probleme zu befahren.



    www.road.is und https://vegasja.vegagerdin.is/ liefern aktuelle Informationen über Straßenzustände, Bauarbeiten etc.


    Ich bin kein Anhänger von Campingplätzen (in meinen Augen für ein Wohnmobil nicht erforderlich), habe aber trotzdem die Campingkarte für ca. 150 € auf der Fähre gekauft.

    Es heißt zwar, dass damit 28 Übernachtungen möglich sind (damit wäre die Karte ja sehr preiswert), aber die Anzahl der Campingplätze die die Karte akzeptieren (ich meine es sind ca. 40) ist auch nicht besonders groß und ich möchte meine Reiseroute bzw. die Übernachtungsstops nicht nach den (schon bezahlten) Campingplätzen auszusuchen. Gelesen hatte ich aber im Vorfeld, dass das freie Übernachten auf Island sehr stark eingeschränkt wurde, also schien die Campingkarte eine gute Idee zu sein. Sie hat sich nicht gelohnt, habe sie nur 3x genutzt. Vor dem Kauf glaubte ich, sie gilt für alle CP`S, das ist aber nicht der Fall.


    Es ist freies stehen an den sogenannten Highlights (Nationalparks) nicht möglich, Verbotsschilder auf Parkplätzen oder anderen geeigneten Stellplätzen weisen immer darauf hin. Fährt man aber etwas weiter und wenn vorhanden eine Nebenstraße rein, dann ergibt sich fast immer ein Stellplatz in schöner Umgebung. Das gilt auch für die gesamte Südküste, an der es ja ein totales Campingverbot gibt oder geben soll. Ich habe in dem Bereich nur am Skaftafell auf einem CP gestanden und insgesamt auch nur 10 Nächte von 40 einen CP genutzt. Die Ostfjorde, Westfjorde und auch Nordfjorde bieten eigentlich unendlich viele schöne Plätze.


    Strom auf dem CP ist relativ teuer, ca. 6 Euro pro Tag.


    Frischwasserversorgung ist kein Problem. Abwasserentsorgung schon eher, vor allem Grauwassergullys waren seltener.


    Es gibt eigentlich sehr viele CP`S, auch kleine Dörfer mit 150 Einwohnern haben einen. Vor allem gut für die Reisenden mit dem Zelt oder „Minicampern“ wie VW Caddy. Von der Sorte gibt es recht viele Leihfahrzeuge.


    Ich bin mit 2x 11kg Gas gut hingekommen. Ich heize aber in der Nacht nicht, auch bei leichtem Frost nicht. Nachfüllen/tauschen ist wohl nicht so einfach. Autogastankstellen (LPG) gibt es wohl nicht.


    Die Mitnahme der Räder hat sich nicht gelohnt (und nichts gekostet).Wir haben sie nur in Reykjavik genutzt. Bei einem Mountainbike könnte das etwas anders aussehen, mitunter wäre man damit schneller und käme auch weiter.










  • Kosten:


    Fähre für beide Wege mit einfacher Innenkabine kostete 3330 Euro, Verpflegung an Bord nicht gerade preiswert. Man kann ja auch etwas Brot etc. mitnehmen.


    Die anderen Reisekosten beliefen sich auf ca. 100 Euro pro Tag. Ist aber ja auch sehr vom "Lebensstil" abhängig. Preiswert ist Island nicht.


    Gruß


    Fritz

  • Hallo Fritz,


    hab Dank für den bebilderten Reisebericht.


    Einige Plätze kommen mir bekannt vor,

    auf eurem Stellplatz am Dynjandi haben

    wir z.B. eine kleine Snakpause gemacht -

    nur an drausen sitzen hat keiner gedacht.

    Mit Blick auf den Snaefell hatten wir einen

    der 2 "langen Abende" vor den Autos.


    Gruß Arno

    Einst mit Kleinst-SUV und Dachzelt , nun mit dem ProjeGt unterwegs

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