Wandaufbau: Innenverkleidung

  • Hallo,
    wir sind ja mit der Isolation schon gut voran gekommen, und in meinen Gedanken schwirrt schon der Wandaufbau rum, und der macht mir Kopfzerbrechen.


    Grundsätzliches: Der Gitterrohr-Rahmen ist mit 40mm Iso plan aufgefüllt. Drauf kommen noch über die gesamte Fläche 10mm von der Rolle, darauf die Holzverkleidung. Auf den Gitterrohr-Rahmen könnte ich noch 10mm Holzleisten aufbringen, oder auch mehr, wenn ich die Wand zB hinterlüften möchte.


    Wichtig ist es auch noch zu wissen, dass wir den Bus ganzjährig bewohnen wollen, und da wirds schwierig. Bei einem reinen Sommer-Urlaubsmobil stellt sich die Problematik wahrscheinlich weniger.


    Möglichkeit 1:
    4mm Sperrholzplatten aufbringen. Dazu könnte man besagte 10mm Holzleisten auf den Gitterrohr-Rahmen schrauben und die Sperrholzplatten auftackern. Die 10mm Iso dazwischen, wie ein Fachwerk also.
    Vorteil: die Sperrholzplatten sind leicht (schätze 100kg für den gesamten Bus) und sind billig, 10 EUR das Stück im üblichen Maß, es gibt keine Kältebrücken.
    Nachteil: Ich kann kaum was dran schrauben, und ich habe rundrum Wandschränke geplant. Dafür gäbe es aber eine massive Strebe an der Decke, die ich nutzen könnte.


    Möglichkeit 2:
    9mm Multiplexplatten mit selbstbohrenden Schrauben an den Gitterrohr-Rahmen schrauben, die 10mm Iso klemmt sich dadrunter ein.
    Vorteil: Ich muss mir keine Gedanken machen, wo ich was anschrauben will, ich drehe hinterher einfach ne Schraube in die Wand und fertig
    Nachteil: 300kg wiegt der Spass, der qm Platte kostet ca. 7-8 EUR, also am Ende etwas mehr als doppelt so teuer, könnte ich aber mit leben.


    An der Decke realisiere ich auf jeden Fall Möglichkeit 1. An der Wand tendiere ich eher zu Möglichkeit 2, mit den 200kg Mehrgewicht kann ich leben.


    Aber was mir am meisten Kopfzerbrechen bereitet, sind die Schraubenköpfe. Langjährige Erfahrungen von Buskollegen haben bestätigt, dass irgendwann das Gammeln an den Schraubenköpfen anfängt. Wenn Teppich drüber ist, wird der irgendwann schwarze Punkte zeigen, und ausserdem zieht sich darüber auch die Feuchtigkeit in den Gitterrohr-Rahmen. Die Schraubenköpfe zu versenken wird wahrscheinlich bei 9mm Plattendicke nicht viel bringen, hier fehlen mir aber die Erfahrungswerte.


    Die Lösung, Holzlatten seitlich in den Rahmen zu schrauben, um darauf die Platten zu montieren, habe ich leider verpasst, die Iso ist verklebt.
    Ein Denkansatz ist es, mit Kunststoffdübeln zu arbeiten, die die Kältebrücke vermeiden. Dabei dachte ich zuerst an Kunststoffeinsätze aus dem Automobilbau, habe aber nichts passendes gefunden. Ausserdem wären die meist eckig, und ein paar hundert eckige Löcher zu feilen, da habe ich echt keine Lust drauf.
    Normale Wanddübel gibts auch in Hohlwand-Ausführung, eine Ähnliche Funktion haben SX-Dübel, wenn die Schraubenlänge stimmt, das wäre echt eine Möglichkeit. Dazu noch VA-Schrauben, die sind schlechte Wärmeleiter. Aber halten die das auf Dauer? Irgendwie überzeugt mich das nicht wirklich. Und es fühlt sie wie "gepfuscht" an.


    Was also tun?

  • Hallo Martin


    Versuchs mal mit Leimen statt Schrauben (sika oder ähnlich). An der Stelle von normalen Holzleisten 10 mm würde ich Sperrholz 10 mm nehmen und in streifen schneiden lassen. Wenn du weisst wo die Leisten sind hast du dort 14 mm gutes Holz um etwas anzuschrauben.


    Gruss Joe

  • Hi Martin,

    ich würde lieber eine 8mm Sperrholzplatte nehmen als multiplex die ist doch noch etwas leichter.


    Gruß Roland

  • Tango
    Kleben der Verkleidung habe ich auch schon überlegt. Wird ggf. etwas schwierig weil die Wand leicht gebogen ist, müsste aber eigentlich gehen. Nur kriegt man es dann nie wieder beschädigungsfrei runter... Aber gut, will ich das?


    @Roland
    aber nicht so stabil, es geht ja drum, eventuell auch mal nen Schrank dranschrauben zu können.

  • Hoi Martin


    ...sorry...ich hab da etwas Angst um Dein Werk!
    Der Gitterrohrrahmen wird Dir immer sehr viel Wärme abführen und dementsprechend kalt und eine Quelle für Kondenswasser sein...auch mit 10mm Isolation, erst recht mit 10m Holz oder sogar Schrauben...zum drinn dauerhaft wohnen meines Erachtens ohne ernsthafte Isolation und gut gemachte Dampfsperre nicht geeignet!
    Ohne die Sperre wird Dir der Rahmen nass werden und zu rosten beginnen!
    So einen Wandaufbau kann man für ein Ferienmobil machen, aber wenn man drinn wohnt sind die Probleme auf sicher!
    Jetzt kannst Du noch handeln!


    Sorry, aber es wäre schade um Dein Werk...

  • hi,


    meiner meinung nach brauchst du als ergänzung zur thermoisolierung eine sehr gut funktionierende dampfsperre. die innenraumluftfeuchtigkeit darf nicht in deinen wandaufbau geraten. möglicher weise erfüllt dein dämmmaterial bereits diese funktion.


    für die möbeleinbauten habe ich bei mir an den notwendigen stellen in meinen wandaufbau holzleisten eingeklebt. damit ist keine verschraubung in den rahmen notwendig. schrauben gibts im bootshandel (und viele andere schöne dinge. ...)


    bei der möbelplanung auch ein wenig darauf achten, dass hängeschränke sich schön an gestellten schrankwänden abstützen. das entlastet massiv die statik.


    und wie immer, im winter gut lüften.


    viel erfolg!


    jörg

  • Ich hoffe wir haben uns nicht mißverstanden:
    In der Wand sind bereits 40mm Isolation, die 10mm kommen nochmal zusätzlich da drüber, ich denke das müsste reichen.


    Eine Dampfsperre ist glaubensfrage. Ich persönlich halte da nichts von, weil ich nicht glaube, dass man die in einem solchen Fahrzeug 100% dicht bekommen kann. Und wenn die Feuchte einmal drin ist, müsste sie auch wieder raus.


    Ich denke gerade drüber nach, ob man eher die 10mm Rest-Iso auf das Holz kleben, und dann mit 20 oder 25mm Auflattung eine Hinterlüftung schaffen sollte. Dann hätte aber eigentlich das glatte Metall eine Verbindung in den Innenraum.


    Gerade bei den Fensterausschnitten läßt sich das aber auch schon jetzt nicht mehr vermeiden, da hatte ich bereits einen Denkfehler. Denn die Fensterrahmen sind paßgenau geschweisst und lassen keine Isoschicht IM Rahmen mehr zu. Wenn ich genau hinschaue, kann ich also wahrscheinlich zwischen innen- und aussenteil des Fensters aufs Metall schaun.


    Ärgerlich, aber gut, kann ich nun nix mehr dran machen.


    Aber nochmal zurück zum Wandaufbau, irgendwie muss ich die Platten an der Wand befestigen, das ist ja meine eigentliche Frage...

  • Hoi zämä

    Zitat von Martin O307

    Ich hoffe wir haben uns nicht mißverstanden:
    In der Wand sind bereits 40mm Isolation, die 10mm kommen nochmal zusätzlich da drüber, ich denke das müsste reichen.

    Nein, ich denke da ist kein Missverständtniss...ich hab mir auch Deine Fotos angeschaut, Du hast zwischen den Stahlrohren ausisoliert und willst nun noch 10mm auf die Stahlrohre raufpacken...eine perfektere Wärmebrücke ist kaum zu konstruieren...aber Du musst selbst wissen was Du willst, ich kann Dich nur darauf hinweisen.
    Ich hab beim Hiace einen ähnlichen Fehler gemacht obwohl ich es vom Beruflichen her hätte wissen sollen...habs auch zuwenig ernst genommen und den Hiace viel zu früh durch handgrosse Durchrostungen im platten Blech von innen her verloren...

    Zitat von Martin O307

    Eine Dampfsperre ist glaubensfrage.

    Nein, es ist schlicht und einfach Physik! Klar ist es nur sehr schwer möglich eine dichte Dampfsperre oder Dampfbremse hinzukriegen, aber 90% ist nun mal besser als 0%...

  • Hallo Picco,
    tatsächlich sind auf den Rohren dann nur 10mm Isolation drauf. Hm, was sollte ich tun? Vielleicht 20mm, die müsste ich dann aber wiederum nachkaufen gehen, ich glaube soviel habe ich nicht mehr.


    25mm könnte ich realisieren, in dem ich 15mm Iso, wovon ich noch genug habe, auf die bestehende Iso aufbringe, und dann die 10mm von der Rolle aufs Holz klebe und dann an die Wand stelle und befestige. Anstelle einer Dampfsperre wäre dann wirklich eine Hinterlüftung realisierbar.


    Deine 90% mag ich allerdings nicht so stehen lassen: Dringt wirklich Feuchtigkeit ein, hat sie ein Problem damit, wieder raus zu kommen. Deswegen würde ich lieber kontrolliert belüften, das ist aber deutlich mehr Aufwand.

  • Hoi Martin


    Mach drauf was möglich ist und nimm eine Iso mit möglichst hohem Dampfdiffusionswiderstand.
    Natürlich muss die Feuchtigkeit wieder raus, das wird sie ob mit oder ohne Dampfbremse (=nicht perfekte Dampfsperre) nur können wenn´s innen trocken genug ist oder aussen Öffnungen (z.B. bei den Fensterrahmen oder ev. zwischen genieteten Blechen?) vorhanden sind und der Diffusionswiderstand so gross ist dass der Dampf nicht kondensiert (ist nicht nur von der Temperatur abhängig).
    Sollte der Dampfdiffusionswiderstand zu klein sein wird es zu Kondensation kommen...

  • Hallo Martin,
    ich glaube, Du bist an einem Punkt angekommen, wo Du Dich mal hinsetzen, Dich zurücklehnen und einen Single Malt oder einen Andrea da Ponte Grappa (beides übrigens sehr gut beim Hit in Vaalserquartier erhältlich....hihi...) zu Dir nehmen solltest. Dann geh in Dich, ich bin sicher da triffst Du einen an, mit dem Du dich mal ernsthaft drüber unterhalten solltest, was Du eigentlich willst. Dabei gehts nicht vordringlich um das Ziel, in dem Bus dauerhaft wohnen zu wollen, sondern darum, ob Du möglichst schnell fertig werden oder einen Wagen haben willst, auf den du Dich jahrelang ohne Folgearbeiten der gröberen Art verlassen können willst. Das ist so wie der Unterschied zwischen Deutschen Einfamilienhäusern der besseren Art, bei denen der Gedanke, dies an die Ururenkel vererben zu können eine Rolle spielt, und den amerikanischen Holzhütten, bei denen man laut DMAX mit genügend Leuten und der Kamera dabei ganze Paläste in nur 7 Tagen aufbauen kann...... :wink: .
    Wenn Du die zweite Variante haben willst, mach einfach weiter, wie Du Dir es vorstellst und verschieb die Gedanken, wie es dann weitergehen soll, auf den Zeitpunkt, wenn die Schäden sichtbar werden. Die Ungewissheit liegt dann darin, ob das in 3, 5, 7 oder erst 10 Jahren sein wird, wobei man den Zeitpunkt, wann es nicht mehr geht, durchaus durch rein optische Reparaturen (GfK Spachtel und überlackieren) hinausschieben kann, denn es ist ganz erstaunlich, wielange solche Verbünde trotz Schäden an einigen Teilen immer noch zusammen halten.


    Bei der ersten Spielart, Bauen für die Ewigkeit..... :lol::P , hast Du das Problem, dass Du bereits fertige Lösungen verwerfen und zum Teil auch zurückbauen musst, wobei ich da vor allem an die Fensterkonstruktionen denke: Rausflexen den Scheiß (oder auf kleinere Fenster gehen) und was neues vernünftiges machen, das wäre dann unvermeidbar.


    Bei der Innenkonstruktion müsstest Du dann soviel Dampfsperre und Iso draufknallen wie es nur irgendwie geht und jeden Gedanken an Schrauben in den Trägern zur Verankerung der Möbel aufgeben. Da geht nur Kleben und einen Verbund schaffen, bei dem sich die Kisten und Schränke untereinander selbst tragen und als "Gesamtkunstwerk" eigentlich lose im Raum stehen, allerdings mit Wänden und Decken verklebt und nur am Boden verschraubt. Kleben ist nicht das Problem, wenn Du wüßtest, was heutzutage alles selbst bei schweren Nutzfahrzeugen "nur noch" verklebt ist und welche Materialien dauerhaft und zuverlässig selbst crashbeständig verbunden werden, Du wärst erstaunt....... die Welt jenseits von Sika 222 ist überraschend vielfältig und ich könnte Dir dabei dank eines Freundes, der dazu ganz gute Verbindungen hat, helfen. Nur eins dürfte dabei klar sein, zerstörungsfreier Wiederausbau geht dann nicht mehr, wat sitzt, dat sitzt für alle Ewigkeit....


    Was Optimierung von Dampfsperre und Isolierung angeht, könntest Du wahrscheinlich auf die Hilfe von Picco rechnen.... ginge doch, Claudo, oder?


    Nur, Du musst jetzt in dieser Bauphase die Grundsatzentscheidung treffen.... die kann Dir keiner abnehmen.......

  • martin,


    lass dich nicht irre machen!


    für die "ewigkeit" zu bauen ist quatsch. ich nehme mal an, dass ihr mit dem bus dann auch in der gegend rumfahren werdet. wenn ja, hat das irgendwas mit strassenverkehr, unfallstatistik und kfz.-verschleiß zu tun. wenn´s gut läuft reduziert sich da die "ewigkeit" auf 20 jahre. aber vielleicht hast du/ihr ja auch schon in 5 jahren eine andere lebensplanung ...


    ich hab einen 30 jahre alten hymer zerlegt zwecks neuaufbau. die kabine besteht bei dem ding aus stahlvierkant, aluaußenhaut und ehemals styropor (also das zeug, das wasser zieht). außer an ein paar punkten war das nach 30 jahren noch voll nutzbar. jetzt ist alles entrostet, und rostschutzbehandelt. besser als von hause aus. ich gehe davon aus, dass das wieder 30 jahre hält.


    "dampfsperre"-> ich gehe davon aus, dass deine dämmung gleichzeitig als dampfsperre funktioniert und du im wandaufbau beim einbringen der dämmung praktisch keine zwischenräume gelassen hast und vollflächig verklebt hast. wenn ja, vergiss das thema feuchtigkeit in der wand. nur durch ein außenloch kannst du da noch einen wasserschaden produzieren.


    "kältebrücke" -> willst du ein niedrigenergiehaus bauen? doch sicherlich nicht, oder? das einzige was dir passieren kann: feuchtigkeitsniederschlag an den kältebrücken. sind diese bereiche gut rostschutzbehandelt und also wasserfest, reicht abwischen und lüften. im übrigen werdet ihr euch doch nicht den gesamten winter in kalten regionen rumtreiben. die räder sind doch zum fahren in richtig süden, gelle?


    jörg

  • Zitat von halber

    "dampfsperre"-> ich gehe davon aus, dass deine dämmung gleichzeitig als dampfsperre funktioniert und du im wandaufbau beim einbringen der dämmung praktisch keine zwischenräume gelassen hast und vollflächig verklebt hast. wenn ja, vergiss das thema feuchtigkeit in der wand. nur durch ein außenloch kannst du da noch einen wasserschaden produzieren.


    Sorry,
    ich habe zwar wenig Praxis im WoMo-Bau, aber als Ingenieur eine Ausbildung in Bauphysik. :wink:
    Und die gilt auch in dem Falle.
    Es geht doch hier (nicht nur) um das Eindringen von Wasser, sondern vor Allem um den Taupunkt.
    Und dessen Lage im Wandaufbau bestimmt, ob sich Feuchtigkeit im Innern bildet, oder nicht.


    Gruß
    Mongoleifan

    Gruß aus der Mongolei
    ....von deren Fan

  • wenn die dämmung aus geschlossenporigem schaumstoff besteht, also keine feuchtigkeit aufnehmen kann, darf der taupunkt gern in der wand liegen. es gibt nichts zum tauen.


    jörg

  • Noch ein Kommentar zum Thema Dübel: Der gemeine Fischerdübel ist fürMauerwerk gedacht, oder abgehängte Decken, oder sonstwas, auf jeden Fall sieht der in seinem Leben nie mehr als vielleicht 35°C.
    Im Blechrahmen des Busses bekommst du bei Sonneneinstrahlung leicht 85°C oder mehr, dazu noch dynamische Belastungen währen der Fahrt! Da würde ich diesen Kunstoffdübeln nicht vertrauen wollen. Und jedes Bohrloch, und die Späne die in den Rahmen fallen, sind Rostrisiken!
    Also daher würde ich wenn auch nur kleben. Und mechanische Stabilität für Oberschränke kann man auch konstruktiv erzeugen, durch durchgehende Seitenwände und ggf einzelne Querstreben an der Decke ("Balkendecke"), hängt halt vom geplanten Grundriss und Ausbau ab.

    Gruß, Holger


  • Zitat von halber

    wenn die dämmung aus geschlossenporigem schaumstoff besteht, also keine feuchtigkeit aufnehmen kann, darf der taupunkt gern in der wand liegen. es gibt nichts zum tauen.


    jörg


    Ja.
    Wegen mir darf es gerne so sein.
    Die geschlossenen Poren haben aber auch einen Zwischenraum.
    Ansonsten bin ich raus aus dem Thema.


    Gruß
    Mongoleifan

    Gruß aus der Mongolei
    ....von deren Fan

  • Also, Sinn der Isolation ist es ja nicht nur, zu isolieren, sondern in der Tat den Taupunkt INS Material zu ziehen. Da gibts nur kleine Luftbläschen. Und wenn da wirklich was zum kondensieren ist, dann soll es doch.


    Einzig darum gehts doch bei isolieren, den Taupunkt verschieben.

  • .....ist nicht alles. Du verhinderst mit einer Isolierung, dass sich die Außentemperatur sofort 1 zu 1 in den Innenraum fortsetzt, also Kälte im Winter und Sonneneinstrahlung, die das Blech zusätzlich aufheizt, im Sommer.
    Ferner hast Du im Innenraum durch die Atmung (4 bis 5 l pro Nacht und Person und durch Kochen, bei Regen durch die Luft, die beim Rein- und Rausgehen durch die Türen zieht, durch die Zwangsentlüftungen und ggf. offene Dachluken, durch nasse Klamotten etc. reichlich Luftfeuchtigkeit im Wagen. Die ist in geheizter Luft oder bei wärmerer Innenluft gegenüber außen in der Luft enthalten und tut dort nichts Schädliches.
    Aber sie schlägt sich z.B. an kalten Fenstern nieder, aber auch an kalten Strukturen in der Wand, sofern sie dorthin gelangen kann.
    Sofern Isolierung und Diffusionssperre verhindern können, dass sich Luftfeuchtigkeit in der Wand befindet, kann auch nichts kondensieren, so einfach ist das.
    Also muss das Ziel des Wandaufbaus sein, dass die Luftfeuchtigkeit nicht an die möglichen Kondensierungspunkte, also die kalten Stellen in der Wand wie Außenblech und Metallstreben hinkommt, an Stellen eben, wo sie Korrosion fördert und zu Schäden führt. Dann kann Dir auch der Taupunkt egal sein.
    Das wäre Ursachenvermeidung.
    Du könntest natürlich mit der Kondensatbildung in der Wand leben, wenn die Feuchtigkeit keinen Schaden anrichten kann, also die Isolierung keine Feuchtigkeit aufnimmt und die Metallteile durch Lack, Eloxierung, Beschichtung etc. gegen Korrosion zu 100% geschützt sind. Aber erstens geht das nicht, weil die Materialien arbeiten und sich im Lauf der Zeit immer wieder Risse und poröse Stellen bilden, zweitens, weil es Keime und Sporen in der Luft gibt, die in Feuchtigkeit prächtig gedeihen und auf Dauer z.B. Schimmel verursachen. Außerdem vermindert Feuchtigkeit in der Isolierung deren Temperaturschutz.
    Vermeiden wäre also besser.


    So, das wäre meine Version der Geschichte, wie sie von doofen wie mir auch verstanden werden kann, denn so theoretische Größen wie Taupunkt, davon habe ich früher im Physikunterricht schon mal gehört, aber praktisch kann ich nix damit anfangen....hihi..... Ich weiß nur, dass ich fett isolieren muss und dass ich über die Isolierung im Wandaufbau durch Materialauswahl (geschlossenpriger PE-Schaum mit unter 0,03% Wasseraufnahme) und dessen lückenloser Aufbringung verhindern muss, dass Wasser in die Wand gerät....Punkt.


    Bei meinem 609er bin ich dabei soweit gegangen, dass ich den bei der Verklebung der Isomatten in einen trockenen Raum mit Luftentfeuchter und auf 25 Grad geheizt verbracht habe, gemessene Luftfeuchtigkeit unter 30%, wo der 24 Stunden erstmal offen gestanden hat, um Temperatur anzunehmen (war eine LKW-Lackierkabine). Direkt vor der Verklebung wurde kurz auf 50 Grad geheizt, dann wieder etwas abgekühlt, damit man arbeiten konnte, übrigens mit Atemmaske einmal wegen des Kontaktklebers von Teroson, zum anderen, um die Atemluft von 3 Mann, die da gleichzeitig gearbeitet haben, zu entfeuchten.
    Alle Plattenstöße der Isolierung wurden mit PE-Folie überklebt. Die einzelnen Schichten waren nur 10 mm dick und es wurde immer auf Luke geklebt. In den Falzen der Seitenwand gab es Stellen, wo 80 mm Isolierung zusammen kamen, normal waren 50 mm.
    Auf die senkrechten Blechträger (Original DB) des Wandaufbaus habe ich an den Stellen, wo ich die Abdeckplatten und Möbel befestigen wollte, nach dem Profil (der Kasten läuft ja oben etwas schräg zusammen und die Wölbung des Daches sollte ebenfalls einbezogen werden) eine Art Torbogen aus wasserfest verleimtem und mit PU-Klarlack mehrfach lackiertem Multiplex befestigt und zwar auf einer Unterlage von 10 mm Isomatte mit Distanzstücken aus Kunststoff. Das genau zu beschreiben, würde an dieser Stelle zu weit führen, aber es gab keine Bohrung im lackierten Metall und keine direkten Kontakte Blech/Holz.
    Draußen über der Isolierung gabs auf der Seite zur Isolierung hin folienbeschichtetes 6 mm Multiplex, in der Dachwölbung 2 x 3 mm wegen des Kurvenradius, darauf klinikmäßigen antibakteriell ausgerüsteten Teppichboden. Das hatte den Vorteil, dass die Luftfeuchtigkeit im Innenraum sich dort niederschlug, vielleicht auch ins Holz drang...ein wenig....aber auch wieder raus konnte beim Heizen und Lüften. Das Auto hat über 15 Jahre rostfrei durchgehalten, solange konnte ich sein Schicksal verfolgen, dann hab ichs aus den Augen verloren.


    Die ganze Geschichte war weder in der Arbeit besonders aufwändig noch über die Maßen teuer. Wir waren incl. Teppichboden in knapp 48 Stunden fertig zu dritt, wobei da auch ausreichend Schlaf dabei war. Allerdings waren die Arbeiten sorgfältig geplant und alle Vorbereitungen wie Holzzuschnitt etc. abgeschlossen, so dass wir uns aufs Kleben und Schrauben beschränken konnten. Die Holzzuschnitte vor Ort beschränkten sich auf die Radkästen, die später separat isoliert wurden, und auf Anpassung der Rundungen an den Türen. Die Pappschablonen dafür waren aber auch vorbereitet.
    Wir konnten das Auto dank Betriebsferien noch 3 Tage zum Auslüften in der Kabine stehen lassen, Luftabsaugung war ja vorhanden.


    Das war natürlich ein Werk im Sinn des Jahrhundertbauwerks für die Urenkel...... :wink::lol: ... aber es hat Freude gemacht, es werden zu sehen.....


    PS: Die Fensster haben wir erst später eingesetzt, es waren nur drei, für die die Holzrahmen währen der Isolieraktion eingeklebt wurden. Die Hecktür habe ich später separat Isoliert und mit Fenstern versehen, weil da neue Rohlinge eingebaut wurden, die erst noch lackiert werden mussten. Die Originaltüren hatten im gewerblichen Vorleben des gebrauchten Autos etwas zuviel gelitten.

  • Hallo



    es ist doch bei einem Bus genug Platz vorhanden. Da kommt es auf 1, 2cm Innenmaß doch gar nicht an, 0der?


    Wenns meiner wär, würd ich über das (hoffendlich) gut korrosionsgeschützte Metallrohrgestell 2cm Styrodur aufbringen, darauf einen 15mm Sperrholzstreifen mit selbstschneidenden Schrauben, die ich vorher zur Korrosionsveringerung in Mike Sanders gesteckt hätte, aufschrauben und dann die Innenverkleidung aus 6mm Multiplex mit sichtbaren Schrauben befestigen. In 6mm Multiplex können leichte Sachen direkt befestigt werden, und für die schwereren Teile hat man immer noch die Sperrholzstreifen. Die Streifen sollten natürlich am besten da am Rahmen angeschraubt werden, wo hinterher auch die Belastungspunkte des weiteren Ausbaus sind. So hat man keine direkte Kältebrücke und könnte die gesamte Dämmung noch etwas dicker ausführen. Und eine Sichtbar sauber verschraubte Innenverkleidung ist doch keine Schande, oder?


    Wegen der Dampfsperre, die ich übrigens nicht einbauen würde, und wegen dem Taupunkt würd ich mir nicht so große Gedanken machen. Wenn vernünftig gelüftet wird, ist das gar nicht so ein großes Problem. Und bis der Bus dann durchgegammelt ist, tut einem der Kopf wahrscheinlich nicht mehr weh.


    Viele Grüße


    Anton

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