Anhänger und 100kmh Zulassung

  • Moin liebes Forum,
    ich bin dann mal ganz ruhig und fühle mich nicht auf den Schlips getreten und freue mich weiterhin auf emotionale und vor allem konstruktive Beiträge!!


    Jetzt aber zur Sache.
    Welche Voraussetzungen muß ein Anhänger erfüllen, dass ich eine 100 kmh Zulassung bekomme?
    Kann ich auch nen älteres Modell entsprechend umbauen (Auflaufbremse), dass ich zumindest reisen kann und nicht nur schleichen?


    Vielen Dank,
    gruß
    Steffen


    PS: vielleicht noch als Hitergrundinfo. Ich möchte einen alten Wohnwagen kaufen, nur das Fahrgestell verwenden und meine eigene Kabine draufsetzten.
    Lattenrahmen, innen Sperrholz, dazwischen Styrodur, außen wieder Sperrholz (möchte gerne die Holtpotik haben).

  • Die Anforderungen an den Wohnwagen beschränken sich meines Wissens auf eine vorhandene Auflaufbremse und Reifen die nocht älter als 6 Jahre sind.
    Dann gibt es noch Bedingungen an das Zugfahrzeug, ABS, und Gewichtsverhältnis Anhänger zu Auto, aber Google einfach mal danach.
    Am Ende musst du das Gespann dann bei Tüv vorführen und musst beim Straßenverkehrsamt die Genehmigung und die amtliche "100" Plakette abholen (und natürlcih ZAHLEN! )
    Ich wollte das für meinen ex Wohnwagen auch machen,hab mir dann die 70...80€ gespart. Wir fahren ca 1h von hier nach Luxemburg und weiter Richtung Frankreich. Ein Teil davon ist noch Landstraße. Also wozu das Geld investieren? Im Ausland interessiert die 100'er Zulassung keinen. In Lux, B darfst du sowieso 100 fahren, in Franbkreich 120.

    Gruß, Holger


  • Hallo,
    vielen Dank für die Infos. Ich denke, ich werd emir nen alten WOWA kaufen und abreißen bis auf das Gerippe.


    Mein Wandaufbau stößt sicher bei einigen auf Ohmachtsanfälle, aber es ist auch einfach eine Preisfrage. Sandwichplatten incl. Kleber und Winkeln ist einfach ne echte Hausnummer.
    Von der Idee aus 12 mm Massivholz zu bauen, bin ich abgekommen. Habt ja recht!


    Würde nur gerne die äußere Sperrholzschicht, wasserfest verleimtes 4 mm kleben und nicht auf schießen. Welchen Kleber soll ich denn dafür verwenden?


    Danke und Gruß
    Steffen

  • Hi Steffen, keine Ohnmacht, aber etwas Bedenken aus meiner eigenen Wowaerfahrung heraus. Ich weiß jetzt nicht, ob Du über eine Halle verfügst, denn einen trockenen Platz setzt mein Vorschlag voraus. Sperrholz außen, da hab ich deswegen Bedenken, weil es schwierig ist, das wirklich wasserfest zu bekommen. Natürlich, hochwertige Lacke können viel, also PU oder Epoxy, aber sind auch ziemlich teuer. Aber an den vielen Stößen, Fenstern, Handgriffen, Lampen etc. gibt es immer wieder vor allem durch die Verwindungsbewegungen des Aufbaus Möglichkeiten, wo dieses so furchtbar nasse Wasser ein Schlupfloch findet und in die Furnierschichten eindringen kann. dann ist Gammel vorprogrammiert.


    Mein Vorschlag wäre, den Wagen von innen nach außen zu bauen, d.h., zuerst die Einrichtung aufbauen.
    Auf die Seitenwangen der Schränke und auf ein Lattengerüst, das wie Spanten eines Bootes z.B. aus wasserfest verleimtem Multiplex (16 mm in Streifen gesägt) bestehen könnte und, wenns lackiert ist, sehr resistent gegen Gammel wird, kannst Du die Rück- und inneren Seitenwände anbringen. In das dadurch nach außen hin entstehende Fachwerk kommt dann Styrodur und Du erzielst eine recht glatte Oberfläche. Auf diese kannst Du das Material Deiner Wünsche aufbringen, das könnte z.B. das Alu vom alten Wohnwagen sein. Wenn Du wegen anderem Schnitt bei Türen, Klappe und Fenstern nicht auskommst, dann such Dir einen Schrottwohnwagen, den Du ähnlich strippst und das Material zusätzlich verwendest.
    Aber auch anderes Material geht wie GfK oder auch Dein Sperrholz, wobei Du bei dem die ganz großen Platten verwenden kannst, die mit 5 x 2,5 m, um möglichst keine Stöße in der Wand zu haben. Bitte lackiere dann aber alle Schnittkanten sehr sorgfältig, um Eindringen von Feuchtigkeit möglichst zu verhindern. Die Ecken und Fenstereinfassungen sollten mit optimalem Kleber verklebt, die Schrauben z.B. in den Eckleisten sollten auch mit Kleber eingedreht werden. Der Kleber sollte dauerelastisch und UV-beständig sein, z.B. Würth "Klebt und Dichtet".
    Bei allem Aufbau wirst Du Dich ziemlich sorgfältig ums Gewicht kümmern müssen, denn wenn Du einen alten Wowa ausschlachtest, dürftest Du einen mit nur wenig Zuladung erwischen, wie das bei den alten so Sitte war. Mit den angebotenen 200 kg bei Neuwagen kommt man kaum aus, 360 bis 400 kg Zuladung sollten es schon sein, je nach Zubehör (z.B. Mover = 60 kg mit Akku und Ladegerät, Markise oder Vorzelt um die 40 kg) auch mehr.
    Da wir Selbstausbauer immer sehr solide arbeiten, wird auch die Einrichtung wahrscheinlich schwerer als im Original sein. Da wäre ein alter nicht zu großer Tandem, auf dessen verkürztes Fahrgestell Du einen kleineren Wohnwagen aufbaust (vorher mit dem TÜV genau absprechen!!!) in die engere Wahl zu ziehen. Denk bitte dran, dass du in dessen Fahrgestell Stoßdämpfer wegen der 100 km/h Zulassung einbauen solltest. Soweit meine Vorschläge.

  • Bei einem alten Wohnwagen musst Du leider davon ausgehen, dass der Gammel in den Wänden hat und dass auch der Boden und das Lattengerüst soweit angefressen sind, dass Du nur das Fahrgestell verwenden kannst. Die Reparatur geht normalerweise dann so, dass der Wagen entkernt und von innen in der alten, dann abgedichteten Haut neu aufgebaut wird.


    Wenn Du dazu was sehen willst, dann geh bitte zu wohnwagenforum.de, dort zu den Selbstausbauern und Restaurierern und schau in den Reparatur-Erlebnisbeschreibungen nach. Insbedsondere der Thread mit einem "Scooter" in der Überschrift ist da sehr spannend, aber der kostet Dich bestimmt 2 Nächte ....hihihi.


    Ich würde einen neuen Boden auf das überholte Fahrgestell setzen und darauf, wie oben beschrieben, weiterbauen.

  • Zitat von Thomas Frizen-Fischer

    ...Wenn Du dazu was sehen willst, dann geh bitte zu wohnwagenforum.de, dort zu den Selbstausbauern und Restaurierern und schau in den Reparatur-Erlebnisbeschreibungen nach. Insbedsondere der Thread mit einem "Scooter" in der Überschrift ist da sehr spannend, aber der kostet Dich bestimmt 2 Nächte ....hihihi....

    Die ULR ist:
    http://www.wohnwagen-forum.de/…ad&threadID=7622&pageNo=1
    viel Zeit musst du für den Thread schon mitbringen. Hat es schon auf 82 (!) Seiten gebracht
    Gruß
    Herby

    Probier's mal mit Gemütlichkeit

  • Hallo Thomas,
    vielen Dank für die ausführliche Antwort.
    Ich plane einen Wohnwagen von ca. 350 cm Kabinenlänge. Jetzt habe ich mir gedacht, ich baue die Seitenwände in meiner Garage aus Lattenrahmen/Styrodur/Sperrholz zusammen und setzte diese auf meine neue Grundplatte. Dann werden die Seitenwände mit Latten verbunden, die Innenhaut (Sperrholz) aufgebracht und dann wieder Styrodur in die Zwischenräume und außen wieder Sperrholz?! Die Kanten könnte ich noch mit Winkelprofilen und Sika verkleben.
    Da die Kabine nicht so groß werden soll, hoffe ich, dass ich die Seitenteile aus einer Platte hinbekomme, ebenso das Dach?!


    Im Prinzip unterscheidet es sich doch nicht von deiner Idee, oder? Ich dachte nur, die Seitenwände komplett vormontieren und "nur" aufstellen, könnte ein Vorteil bringen?


    Danke,
    Gruß
    Steffen

  • Klar kann man es so machen, allerdings kommt dabei wahrscheinlich eher ein rechteckiger Kasten heraus, während Du in der Spantenbauweise auch Rundungen hinbekämst. Aber "its up to you"........

  • Seitenwände bauen und dann mit Latten quer verbinden, dann kannst du ja auch die Wohnwagenüblichen Rundungen machen.


    Außern Sperrholz? Nee, das würde ich nicht machen, wegen Feuchtigkeitsgefahr. Je nach Vorliebe nimm lieber Alu oder GFK von der Rolle, und zwar ein Stück Vorderwand-Dach-Rückwand, immer schön um die Rundung rum.

    Gruß, Holger



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  • Hallo Holger,
    ich will eh, da ich so wenig Platz "verschenken" will, die Kabine recht eckig halten. Wenn ich meine Desigstudie fertig habe, werd ich die mal hier einstellen. Wichtig ist je wohl vor allem hinten eine Schräge um einen gewissen "Böschungswinkel" fahren zu können. Böschungswinkel sind bei mir nur Ausfahrten aus Fähren, kein Offroad.


    Und wenn ich das Sperrholz außen mit Epoyidharz o.Ä. versiegel?


    Gruß
    Steffen

  • Hi,


    Sperrholz arbeitet, Epoxid eher weniger. D. h. u wirst früher oder später Risse irgendwo bekommen.


    Wenn du unbedingt was mit Holz machen willst, nimm für Außen Siebdruck. Die Schnittkanten würde ich dann mit z. B. L-Aluschienen in Sika oder einem anderen dauerelastischen Klebstoff "versiegeln.

  • Hab noch was vergessen!


    Was für Profile gibt es denn für den Eigenbau von Klappen.
    Ich möchte das Dach als Hubdch auslegen. Das heißt, nicht die ganze Dachfläche soll angehoben werden können, sondern nur der teil, in dem man auch wirklich stehen muß.
    Wie bekomme ich nun die Hubdachschale gegen den Fahrtwind dicht?
    Nen kleinen Spoiler davor dachte ich + eine gute Dichtung?!?
    Muß ich das dach eigentlich auch etwas abschüssig machen, damit das Wasser ablaufen kann?


    Danke,
    Gruß
    Steffen

  • Hoi Steffen


    Zitat von SteffenLeb

    Wie bekomme ich nun die Hubdachschale gegen den Fahrtwind dicht?
    Nen kleinen Spoiler davor dachte ich + eine gute Dichtung?!?

    Zum Beispiel! 8) Aber wie Winddicht muss es sein? Hauptsache ist doch dass es das Dach nicht anheben kann und dass kein Wasser/Schnee reinkommt, und das hast Du mit Spoiler und Dichtung und guter Befestigung schon erreicht.

    Zitat von SteffenLeb

    Muß ich das dach eigentlich auch etwas abschüssig machen, damit das Wasser ablaufen kann?

    Musst Du nicht, aber Wasser ableiten ist immer einfacher als Wasserdicht bauen...

  • Zitat von SteffenLeb

    ...und freue mich weiterhin auf emotionale und vor allem konstruktive Beiträge!!
    ...Kann ich auch nen älteres Modell entsprechend umbauen (Auflaufbremse), dass ich zumindest reisen kann und nicht nur schleichen?
    ...
    PS: vielleicht noch als Hitergrundinfo. Ich möchte einen alten Wohnwagen kaufen, nur das Fahrgestell verwenden und meine eigene Kabine draufsetzten.
    Lattenrahmen, innen Sperrholz, dazwischen Styrodur, außen wieder Sperrholz (möchte gerne die Holtpotik haben).


    Moin Steffen,


    dann versuche ich's nochmal mit
    a. konstruktiver Kritik und
    b. einem konstruktiven Beitrag:


    zu a.
    Ich glaube wir hatten das Thema "altes Wohnwagenfahrgestell" schon mal :wink: , aber ich versuche noch ein letztes mal dich zu überreden :wink: .


    Wenn ich das nun richtig erinnere, möchtest du keinen Wohnwagen an deine Bedürfnisse umbauen, da du die technische Innenausstattung (Kocher, Heizung & Kühli) schon hast
    und ein paar spezielle Wünsche hast die die meisten Wohnwagen von der Stange nicht erfüllen ? (welche sind das :?: )


    Nun suchst du einen billigen Wohnwagen um den Aufbau, Ausbau und die technische Ausstattung( :roll: ) zu entsorgen und in einigen hundert Arbeitsstunden( :shock: )
    auf das Fahrgestell einen neue Kabine zu bauen.


    Bei einem alten, billigen Wohnwagen für ein paar hundert Euro mußt du aber erstmal einige hundert Euro investieren um die Auflaufbremse zu überholen (bzw machen lassen),
    ggf neue Auflaufeinrichtung, dann für die 100er Zulassung neue Reifen und zusätzliche Stoßdämpfer montieren.
    Nebenher noch den kompletten Aufbau runterreißen und entsorgen (passt ja auch nicht eben so in den Kofferraum).
    Dann feststellen das die paar Blechstreben die den Aufbau gehalten haben auch schon durchgegammelt sind :roll: .
    Also noch schnell eine neue Unterkonstruktion für den neuen Aufbau anfertigen... :wink:



    Für unter 2k€ bekommst du aber schon einen neuen Platformanhänger (z.B. sowas :http://suchen.mobile.de/fahrze…0_KG&lang=de&pageNumber=1)


    Da frage ich mich noch immer: WARUM DAS ALLES ??? :?::?::?:





    Zu b.
    Zur Außenhülle: Egal ob GfK, Alu oder Holz, du mußt auf jeden Fall verklebte Eckwinkel mit einplanen.
    Der Kofferaufbau wird sich verwinden und an den Ecken kleine Risse bilden. Wenn du hier keine Eckwinkel vorsiehst ist ein Wasserschaden vorprogrammiert.
    Wenn du unbedingt mit Holz bauen möchtest würde ich dir aus eigener Erfahrung wasserfest verleimte Birke-Multiplex für die Aussenhülle empfehlen.
    Für die Zweifler:Die Wetterbeständigkeit von unbehandeltem Multiplex ist deutlich besser als von unbehandeltem Blech :wink::!:
    Mit einem vernünftigem Lackaufbau und etwas Pflege ist aber beides sehr haltbar. :idea:
    Die kritischen Punkte sind die Eckverbindungen, Fensteröffnungen etc.
    Eben alles wo Wasser eindringen könnte und nicht schnell wieder abtrocknet. An diesen Stellen mußt du sehr sorgfältig arbeiten, da ist GfK bzw Alu-Sandwich sicherlich problemloser.


    Gruß,
    Ronald

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