Variante für getrennte Ladung der beiden Batteriesysteme

  • Hallo Forumsgemeinde


    Über die Art und Weise der Trennung von Starterbatterie und Bordbatterie ist schon viel geschrieben worden. Von einem etwas eigenwilligen Konzept habe ich in einer Randbemerkung eines Forumsmitglieds einmal gelesen, hwk habe damit Erfahrungen gesammelt. Deshalb richtet sich meine Frage, ob diese Technik super funktioniert auch besonders an hwk.


    Zuvor meine Randbedingungen: Ich plane ein relativ kleines Mobil und will eine sehr kleine und einfache Warmwasserversorgung. Ich denke dabei an einen 6 oder 10 Liter Boiler für 230 Volt mit 600 Watt Heizstab, den ich vorwiegend während der Fahrt über Lichtmaschine und Spannungswandler betreiben will. Also ein ca. 1000 Watt Wandler ist an Bord, ein gutes Batterieladegerät sowieso.


    Nun das hwk zugeschriebene Ladeprinzip:
    Die Starterbatterie wird ganz normal vom Regler der Lichtmaschine geladen.
    Die Bordbatterie hängt fest am Batterieladegerät , welches während der Fahrt über vom Spannungswandler gespeist wird, der neben dem Boiler noch einige Watt frei hat. Der Wandler ist nahe an der (verstärkten) Lichtmaschine montiert wegen der kurzen Kabel, die immerhin knapp 100 Ampere ziehen.


    Nachteile: Die 12 Volt von der Lichtmaschine müssen erst mal auf 230 Volt dann wieder auf 12 Volt gewandelt werden, jeder dieser Wandler hat Energieverluste. Aber das ist mir egal, es wirkt sich kaum auf den Spritverbrauch aus.
    Die Teile kosten Geld, haben Verschleiß und können kaputt gehen. Aber ich brauche sie sowieso und bei einem Defekt kann ich das starke Relais, welches den Spannungswandler mit der Lichtmaschine verbindet leicht zum Trennrelais umfunktioniern (wenn nicht gerade das das kaputte Teil ist).


    Vorteile: Komplette Trennung der beiden Stromkreisläufe
    dünne Kabelquerschnitte beim Stromtransport von der Lichtmaschine zu den weiter hinten liegenden Verbrauchern (Boiler, Bordbatterie)
    Perfekte Ladekurven für die Bordbatterie mit Berücksichtigung von Temperatur, Spannungsabfall und all dem Zeug, was moderne Ladegeräte können.


    Jetzt meine Fragen :
    Hat jemand von Euch mit diesem System schon Erfahrungen?
    Sieht jemand prinzipielle Schwächen dieses Verfahrens?


    Ich bin gespannt, ob diese Schaltvariante eine ausführliche Diskussion wert ist.


    Schöne Grüsse
    Sepp

  • Hallo Sepp,


    meines Wissens baut die Fa. Actionmobil die Stromversorgung ihrer Exp.-Mobile so auf (zumindest auf Wunsch) und auch z.B. Agtar und Sterling bietet ähnliche Systeme an... Wenn ich mich recht erinnere?!?!


    Das Ganze setzt ein Ladegerät mit ausreichend hohem Ladestrom voraus (nicht nur 4-6A!!!), selbiges gilt für den Spannungswandler (ev. 2000W und ECHTER Sinus?).


    Über die Nachteile hast Du ja selbst schon geschrieben (Verluste, Ausfall)...


    Gruß
    Marc

    Carthago Genius 41 auf LT35 TD (das "Raumwunder")
    T4 Caravelle TDI+ (der "Kleinwagen")

  • Das Warmwasser während der Fahrt mit 220V zu erhitzen halte ich für unsinnig, das geht besser und billiger mittels Kühlwasser, habe ich bei mir auch so eingebaut.
    Und bezüglich perfekter Ladekurve möchte ich nur erwähnen das es für normale Lichtmaschinen Iuou-Laderegler zum Nachrüsten gibt.

  • Hallo
    Es gäbe auch Lichtmaschinen die direkt 220 V liefern.........es ist nur Humbug damit warmes Wasser machen zu wollen
    Gruß Chr.

  • Hallo Sepp,


    das Wasser mit 12V => 220 V zu erhitzen ist wirklich nicht das "Gelbe vom Ei". Man kann im Wandler mit ca. 15% Verlust rechnen, was dann bei 600 W auch schon wider ca. 100 W Verlustleitung bedeutet. Hier würde ich auf die "Kühlwasservariante" oder auf Gas ausweichen. Das ist sicherlich einfacher; denn bei voller Auslastung des Wandlers plus Licht am Fahrzeug etc. ist man dann auch an der Grenze der LIMA.


    Das von Dir zitierte Konzept habe ich aus den folgenden Gründen aufgebaut:


    Aufbauakku ist eine Vliesakku, Starterakku ist eine Säurebatterie => unterschiedliche Ladekurve


    Starterakku läuft auf 24 V, Aufbau auf 12V => unterschiedliche Ladespannunge => Anpassung wäre eh nötig gewesen


    Ich wollte die Aufbaubatterie möglichst schonen und auch dabei voll laden => Ladegerät mit entsprechnder Strom / Spannungs / Zeitkurve


    Die Erfahrungen sind bisher (zwei Jahre) positiv; einen Ausfall der Elektronik hat es nicht gegeben. Ich verwende einen 1000 W Wechselrichter und ein Mobitronic Lader mit 40 A maximalen Ladestrom. Die Lader als auch Wechselrichter arbeiten eigentlich verschleißfrei, so dass hier auch keine Probleme zuerwarten sind.


    Besten Gruß


    HWK

  • Hallo, vielen Dank erst mal für die Resonanz


    Aber gegen einige der Einwände habe ich gute Argumente, die natürlich nur für kleine Mobile gelten.


    Die Warmwasserbereitung mit der kostenlosen Motorabwärme ist sicher eine schöne Methode. Aber stellt Euch das bei einem VW-Bus vor. Zwei Wasserrohre laufen unter dem Motor durch und unter dem Bodenblech zum Beuler irgendwo im Heck. Diesen Aufwand möchte ich wirklich vermeiden für die paar Liter Warmwasser, die ich zum Kopfwaschen in der Prärie brauche.


    Und eine Trumatic C Boiler/Heizung habe ich einmal in einem Bremach unter einem der Sitze hinten verbaut gesehen. Da wurde wichtiger Stauraum für dieses doch relativ große Teil verschenkt.


    Das vom Platzbedarf sicher kleinste Beulerchen ist und bleibt ein Elgena Elektroboiler, 33cm lang, 23 cm Durchmesser, 6 Liter Wasser. Das geht sogar im kleinen Reisemobil noch unter das Waschbecken. Und die Energiezufuhr mit einem billigen 230 Volt Kabel ist auch sehr einfach.


    Klar, in einem fahrbaren Appartement mit getrenntem Badezimmer würde ich auch andere Methoden der Warmwasserzubereitung wählen. Es hängt eben von den Prioritäten ab.


    Jedenfalls entnehme ich von der Antwort von hwk, dass das System funktioniert.


    Bei Agtar habe ich soetwas ähnlichen bisher nicht gefunden, diese Firma will für ca. 1600.- Euro eine spezielle Lichtmaschinenregelung verkaufen. Das ist vielleicht nicht schlecht, löst aber mein Problem der Wassererhitzung nicht, denn die 12 Volt Heizstäbe bei den Elgena Boilern haben nur 200 Watt. Wie lange muss ich da fahren, um 6 Liter Wasser zu erhitzen.


    Und bei Sterling fand ich für ebenfalls etwa 1600.- Euro ein Kombigerät, welches schon etwas bietet, nämlich einen Spannungswandler und ein Ladegerät in einem Kasten. Aber 2 kleine Kästen sind bei mir leichter zu verstauen als ein großer.


    Trotzden nochmal Dank für Eure Beiträge und vielleicht fällt dem Einen oder Anderen noch etwas dazu ein.


    Euer Sepp

  • Für die Erwärmung brauchst Du keine Warmwasserrohre unter dem Bodenblech.
    Zwei recht dünne Schläuche vom Motor zum Tank/Boiler reichen.
    Und an diese Schläuche kann man dann auch noch eine Zusatzgebläseheizung für die Kabine dranhängen. Habe ich bei mir auch so, damit kann ich die Kabine während der Fahrt heizen ohne Gas zu brauchen.
    Die Kabine ist dann immer schön warm und muß nicht extra bei Fahrtunterbrechungen oder bei Fahrtende mit der Standheizung aufgeheizt werden.


  • Hallo Sepp
    Gerade den VW Bus gabs auch mit einem zweiten Wärmetauscher unter der hinteren Sitzbank, die Schläuche sind bereits ab Werk unter dem Fahrzeug verlegt zum Wärmetauscher vorne, da müssen nur noch zwei Schläuche mittels T Stücken angeschlossen werden.

  • Was mir in dieser Diskussion fehlt ist eine Betrachtung der Wirkungsgrade:


    LiMa: ca. 50%
    Spa Wa: bestenfalls 90%
    Ladegeräte: ca. 50%


    ergo es wird ein ganzer Haufen Leistung in Wärme verballert... Es gibt hier bestimmt Leutchens die sich mit dieser Materie weit besser auskennen, ansonsten nochmals Nachfragen...
    Ich bevorzuge, meine zur verfügung stehende Leistung, anderweitig zu nutzen.


    LG Stefan

  • Okay, ich gebe schon zu, dass der Wirkungsgrad bei meiner Idee nicht gerade der beste ist. Ich dachte nur, das wäre technisch die kleinste Möglichkeit. Aber wenn das offenbar doch leichter geht, als ich dachte, das Kühlerwasser anzuzapfen, dann würde ich diese Methode favorisieren. Zumal es auch Beuler gibt, die Kühlerwasser für die Fahrt und 230 Volt am Standplatz ermöglichen.


    Deshalb möchte ich hiermit meine Frage etwas verändern:


    Gibt es Leute unter uns, die auch schlechte Erfahrungen mit der Verwendung des Kühlerkreislaufes zur Wassererhitzung haben, und was war das Problem ?


    Schöne Grüsse


    SeppR

  • Enspricht zwar nicht der Fragestellung, ich poste trotzdem:
    Ich habe das System schon in meinem vorherigem Womo gehabt und nie Probleme erlebt.
    Mein System: Ein normaler 80L (im neuen 70 L)Wassertank mit einer Wärmetauscherschlange versehen, der Tank ist mit 4cm X-trem isoliert.
    Nach ca. 3 Stunden Fahrt ist das Wasser über 60°C warm.
    Im neuen werde ich wahrscheinlich noch einen 220Volt Heizstab einbauen. Die ursprünglich geplante WW-Standheizung habe ich aus Platzgründen nicht verwirklicht, mit dieser hätte ich das Wasser auch im Stand heizen können.

  • Hallo
    Mir sind keine Probleme bekannt.
    Das ist eine einfache Konstruktion die auch keine Wartung verlangt.

  • Was nimmt man da für Verbindungsschläuche?
    Vermutlich dieselben Gummischläuche, die im Motor auch verwendet werden, um das Kühlwasser vom Motor zu den Kühlerlamellen zu befördern. Und diese Schläuch wird es wohl im Kfz-Handel geben?
    Ich habe mich damit noch nicht beschäftigt, weil ich dachte, die Verbindung sei zu störungsanfällig. Ich möchte schließlich nicht mit einem Leck in der Kühlwasseranlage rumfahren.
    Schöne Grüße und Schluss für heute, zumindest für mich
    SeppR

  • Hallo SeppR,


    die Schläuche gibt es als Meterware beim guten Bosch-Dienst oder bei Firmen, die Standheizungen einbauen. Auf keinen Fall darf man die üblichen PVC-Schläuche einbauen, die lösen sich dann bald auf. Bei den o.g. Firmen kann man auch spezielle Verbinder und auch Eckstücke erhalten.


    Besten Gruß


    HWK

  • Schläuche kosten im KFZ-Zubehör meist unverschämt viel und die Auswahl ist gering.


    Altenative: Hydraulikladen um die Ecke oder ggf. auch Firmen die Teile für Pflanzenölumrüstungen liefern. (zB. monopoel)

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