Wie ist das eigentlich alles mit dem TÜV?

  • Hallo zusammen!


    Möchte mir auch gerne mein Traummobil bauen und hab tausend Pläne.Bevor
    ich die aber zu Papier bringe oder gar in die Tat umsetze bräuchte ich einige Infos.


    Darf ich alles bauen und verbauen was ich will?
    Braucht man Prüfzeugnisse der eingesetzten und verbauten Materialien?
    Braucht man Nachweise das die ausgeführten Arbeiten von "fähigen Leuten"
    gemacht wurden?


    Mein Plan sieht folgendes vor:Pritschenwagen gebraucht so 6-7.5 to Endgewicht,fester Aufbau den ich kpl in Leichtmetall selber bauen will ,mit Alkoven und Garage fürs Moped,Fertigmasse gesamt max 9m lang,2,45breit und 3.45 hoch.


    Also was gibt es da alles zu beachten?
    Wer hat Erfahrungswerte?


    LG oettinger

  • Hallo oettinger,


    die Beantwortung der Frage garantiert sicherlich ein ganzes Buch. Beim TÜV gibt es ein Merkblatt über den Ausbau von Wohnmobilen, das eigentlich alles Wissenswerte enthält. Nach der Planungsphase (an Hand des Merkblattes) sollte man dan den TÜV aufsuchen un den zuständigen Prüfing. nach seiner Meinung fragen und das Ganze dann absprechen. Wenn man sich dann auch an die Absprachen hält, steht einer Umschreibung des Fahrzeuges nichts im Wege.


    Wichtig ist halt das Merkblatt, die einschlägigen Vorschriften über Gasanlagen im Fahrzeug, sowie die erforderlichen NAchweise über die Eignung der Materialien (Fenster, Öfen, Heizung etc.).


    Für die Ausführung braucht man im Allgemeinen man keine Fähigkeitsnachweise erbringen. Die Ausführung wird ja dann bei der Abnahme begutachtet. Das setzt sicherlich vorraus, dass hier ordentlich gearbeitet wird.


    Aber Kopf hoch viele Forumsmitglieder haben es auch schon geschaft.


    Besten Gruß


    HWK

  • Hallo und willkommen hier


    Zu deinen Fragen
    Sicher darfst du eine Kabine selber bauen, vor allem wenn sie aus solchen Matterialien bestehen soll, da gibt es vom TÜV keine Bedenken wegen splitterfestigkeit und wenn es gut gemacht ist auch keine weiteren Probleme.


    Allerdings wollen die Halbgötter im blauem Kittel gerne gefragt werden.
    Baust du zB eine Gitterrahmenkonstruktion, fährst du mit dieser vor und läßt es begucken, das schmeichelt den Herren und einer weiteren Konstruktion steht nichts mehr im Wege.


    Egal ob du Fachmann bist oder nicht, wenns ordentlich gemacht ist, gibt es kein Gemeckere.

  • Danke hwk,das ist doch schonmal ein Anfang für mich.Werd mir die Broschüre besorgen.Steht dort auch was drin über art,beschaffenheit und ausführung des Aufbaus an sich?Braucht man statiche Berechnungen?Heizung,warm wasser,fenster,türen,luken und so würd ich dann eh als original Kaufteil div.Hersteller nehmen.


    LG oettinger

  • Auch dir christianus ein grosses thanks.


    Ich plane eine Waben Konstruktion ,vielleicht auch Gitterrahmen,Aussen rundum L-Profile,verstrebungen und versteifungen Tprofile,Aussenhaut Glattblech,innenhaut glattblech,hohlräume PU Schaum.


    Hat einer von euch sowas schon mal gebaut?


    LG oettinger

  • Hallo Oettinger,


    was deine Aufbaufragen angeht ist es am bessten wenn Du das mit dem TÜV-Prüfer durchsprichst welcher dein Fahrzeug anschließend auch abnimmt und umschreibt.
    Bei weiteren Fragen oder Unsicherheiten immer den gleichen Prüfer fragen, das erspart Dir bei der Endabnahme unter Umständen eine Menge Ärger.
    Willst Du den Wohnraum auch wärend der Fahrt benutzen wegen der Sitzplätze mußt Du auf mehr Dinge achten wie wenn der Wohnraum nur für Wohnzwecke her halten muß.
    Im Falle von Sitzplätzen im Wohnraum mußt Du je nach Anordnung der Sitzplätze Gurte anbringen und diese müssen an ausreichend stabilen Punkten befestigt sein.


    Gruß Christopher

    VW T5 Doka und Mercedes Vario 816 mit Holzkoffer

  • Hallo, Oettinger,


    bei Wolfi's - Wohnmobil - Wahnsinn (der Wolfi bin nicht ich!) findest Du links unter 'Ausbautipps' und dann 'Richtlinien/Vorschriften' die TÜV-Blätter für den WoMo-Bau - und viele weitere Informationen, die Dir im Augenblick vielleicht weiter helfen...


    Viele Grüße
    Leerkabinen-Wolfgang

    die nächsten Festivitäten in http://www.Bodenheim.de:

    07.-09.05.2021: Leerkabinen-Treffen

    erstes Juni-WE (04.-07.06.2021): Weinfest

    vierter Sept.-Samstag (25.09.2021): Weinprobe in den Weinbergen


    Stellplätze vorhanden! Bei Fragen eMail/PN an mich

  • Hi und auch von mir ein herzliches Willkommen.


    Keine Angst, Du bist nicht der einzigste Verrückte. Hier sind noch mehr.


    Deine Fragen wurden ja schon zum großen Teil beantwortet.
    Die Infoblätter vom TÜV schick ich Dir gleich mal per PN, hast Du Dir das laufen gespart.


    Und dann kann ich mich nur meinen Vorrednern anschließen: Mach vernünftige Pläne und Zeichnungen, nimm Dir ein wenig Zeit und geh zum TÜV und sprich mit dem Ingenieur (oder der Ingenieurin) Dein Vorhaben ab. Lass Dir seine/Ihre Karte geben und wenn es denn dann so weit ist mach ausdrücklich einen Termin bei Ihm (Ihr). Dann sollte es keine größeren Probleme geben.
    Und wenn der erste Prüfer nicht so will wie Du möchtest, dann geh ggf. zu einer anderen Prüfstelle und frag da nach. Denn die Prüfer haben zum einen einen Ermessenspielraum und zum anderen halt auch jeder seine eigenen Erfahrungen mit solchen Abnahmen. D. h. der eine mehr und der andere weniger und traut sich vielleicht einfach nicht so richtig an so ein Projekt ran.


    Mit einem Aufbau aus einem Alu-Fachwerk mit Alu-Beplankung solltest Du beim TÜV wenig Probleme bekommen. Sowas haben hier auch schon ein paar gebaut. Ich glaube u. a. der LT von „Der Heinz“ ist so ähnlich aufgebaut. Such mal.


    Aber ein paar Dinge will ich Dir zu Deiner Bauweise zu Bedenken geben:
    Alu ist ein sehr guter Wärme- und auch Kälteleiter. D. h. wenn Du nur ein Alufachwerk baust und die Zwischenräume isolierst hast Du zig Kältebrücken (das Fachwerk) über die die Aussentemperaturen an den Innenraum weitergegeben werden. Auch schlägt sich dann genau an den Stellen, wo Du Innen keine (oder nur sehr wenig) isolierung hast, sofort Kondenswasser nieder.
    Deshalb müsste meiner Meinung nach ein Aufbau aus Alufachwerk innen noch einmal vollflächig Isoliert werden. Nur dann kannst Du das Alufachwerk auch nicht mehr nutzen um daran Möbel zu befestigen o. ä.
    Wenn Du aus Alu baust, dann auch nur aus Alu. Sprich: Verbinden der einzelnen Elemente entweder durch schweißen, kleben oder mit Alu-Nieten. Aber nimm keine Stahlschrauben. Denn dann kommt es in Verbindung mit Feuchtigkeit zu elektrochemischer Korrosion.

    Viele Grüße
    Krabbe
    (Sachkundiger für Campinggasanlagen)

  • Mir ist noch was eingefallen.


    Selbst verständlich darfst Du auch alles selber bauen. Du brauchst eigentlich also keine Meisterbriefe, Prüfbescheinigungen, Schweißeignungen oder was auch immer vorzulegen.
    Die arbeiten müssen nur fachmännisch ausgeführt sein und Du musst nur dem TÜV-Prüfer den Eindruck vermitteln, dass das alles Hand und Fuß hat, was Du da gebaut hast und das Du weißt, was Du da machst (gemacht hast).
    Bsp.: Bei mir war das große Thema anfangs meine Befestigung der Kabine. Als ich dann meine Berechnungen erläuterte und dem Prüfer auf seine Nachfrage erzählen konnte, das ich den ganzen Kram auch mal gelernt hatte konnten wir uns dann auf gleicher Augenhöhe unterhalten und viele Details wollte der Prüfer gar nicht mehr wissen. Sonach dem Motto „Wenn Sie das gemacht und gerechnet haben, dann wird das schon passen“.


    Wenn der Prüfer natürlich den Eindruck hat, dass er nen „Spinner“ mit zwei linken Händen vor sich hat, dann wird er wahrscheinlich auf Arbeiten von Fachwerkstätten bestehen, wenn er einen nicht sofort nach Hause schickt...

    Viele Grüße
    Krabbe
    (Sachkundiger für Campinggasanlagen)

  • Hallo oettinger,


    ich kann Krabbe nur zustimmen in Puncto Bedenken "Kältebrücken". Die Rahmen bzw. Fachwerkkontruktion ist zwar die klassische Art, solch ein Fahrzeug aufzubauen, aber die Kältebrücken sind nicht zu vernachlässigen. Bei intensiver Nutzung des Fahrzeuges auch im Herbst / Winter, hat man an den kälteren Stellen der WAnd häufig dann mit Kondenswasser zu kämpfen. Sind solche Stellen dann eventuell noch in Schränken oder hinter Verkleidungen, kann sich der Schimmel direkt ausbreiten.


    Besten Gruß


    HWK

  • Hallo,


    Zitat von hwk


    ich kann Krabbe nur zustimmen in Puncto Bedenken "Kältebrücken". Die Rahmen bzw. Fachwerkkontruktion ist zwar die klassische Art, solch ein Fahrzeug aufzubauen, aber die Kältebrücken sind nicht zu vernachlässigen. Bei intensiver Nutzung des Fahrzeuges auch im Herbst / Winter, hat man an den kälteren Stellen der WAnd häufig dann mit Kondenswasser zu kämpfen. Sind solche Stellen dann eventuell noch in Schränken oder hinter Verkleidungen, kann sich der Schimmel direkt ausbreiten.


    Soll innen vollflächig isoliert werden, empfiehlt es sich zum Befestigen von Einbauten, z.B. waagerecht in festen Abständen oder nach Bedarf stabile Holzlatten in der gleichen Stärke wie die Isolierung quer über das Gerippe zu schrauben. Holz isoliert recht gut und kann zum Befestigen von Schränken etc. genutzt werden. Um die Latten nach der Verkleidung der Wände wiederzufinden, sollte man sich eine weitere Latte nehmen und auf dieser die Lage der Querlatten markieren, so daß man sie später an eine beliebige Stelle an die Wand stellt und weiß wo man das Bild oder den Schrank aufhängen kann.
    Die Schrauben, mit denen die Querlatten befestigt werden, sollten mit Dichtmasse oder besser Fett in das Aluminium geschraubt werden, um Kontaktkorrosion zu vermeiden, ferner sind die Schraubenköpfe im Holz ordentlich zu versenken, das verbleibende Loch sollte mit Holzkitt oder Dichtmasse aufgefüllt werden, um hier Modern durch Kondenswasserbildung im Holz zu vermeiden. Ach ja: die Schrauben können gerade bei dünnwandigen Aluprofilen gar nicht dick genug sein, um ein Ausreißen zu vermeiden.


    Nochmal zum Fett: (Schmier-) Fett hat sehr gute Kriecheigenschaften, das kann man gut sehen, wenn man auf ein rostiges Stück Eisen einen Fettklecks setzt, der sich unter Wärmeeinwirkung großflächig ausbreitet (der Rost wird dunkel). Wo Fett ist, ist kein Wasser! Die Schraube dreht sich auch durch das Fett nicht schneller aus der Wand, die Reibung, die die Schraube hält, entsteht am Schraubenkopf, hier sollte also besser nicht geschmiert werden.


    Viel Spaß & Gruß, Björn.

  • Hallo Oettinger,


    zu Deinem Vorhaben mit Alu Wabensandwich: Lass die Finger Davon!!!
    Einmal abgesehen vom schlechten Dämmwert kenne ich ja nicht Deine Konstruktion, aber sollte sich durch schlechte Isolierung von !Aussen! Kondenswasser im Innereren der Sandwichplatte sammeln, gammeln Dir die Platten ohne es zu sehen von innen weg. Das Problem hat unsere Firma gerade durchgemacht- komme aber aus dem Bereich Schiffbau, da kam auch noch die aggressive Seeluft dazu. Ein wesentlicher Punkt hierbei war, die Kanten sicher gegen eindringendes Wasser zu schützen, was wir absolut nicht in den Griff bekommen haben. Glaube mir, Irgendwo oder irgendwann wirst Du immer offene Kanten haben (Fenster- Kamin- Klappenausschnitte, Bohrlöcher...).
    Wenn es in Deiner Konstruktion aber nur um Steifigkeit geht, sind eine weitere Variante Sandwichplatten in Phenolharz/Glasfaserverbundweise. Diese haben den Vorteil dass sie Schweineleicht und stabil sind, und auch nicht anfangen können zu gammeln. Nachteil: null Dämmung und Platten kosten ab ca. 80€/m² bei Maximaldicke 24mm und sind nur im Format 120x240cm zu bekommen :evil: somit allenfalls als Fußbodenalternative zu betrachten.
    Solltest Du aber vorhaben, stets in wärmeren Gefilden Dich zu bewegen, oder Du den Winter meidest, kann aber Alusandwich durchaus eine Alternative sein.
    Nur mal so aus Eigeninteresse: stellst Du die Platten selber her?
    Ich persönlich stehe auf Alu/PU/Alu- aber das ist nur meine Meinung.. bitte nicht kommentieren.


    Gruß
    MaDaCu

  • Zitat von christianus

    Sikaflex ist ein guter Kleber, auch für Latten.


    mag sein, aber nicht der neueste Stand :!:
    Sika ist Polyurethan, besser ist MS-Polymer :!:
    und ist auch nicht teurer, eher günstiger----und einfacher zu beschaffen :wink:


    LG aus ER
    Heinz

    LG aus "Büg-City" • Eggolsheim
    Heinz



    unternehmen ist besser als unterlassen!
    lieber altes Eisen als neues Plastik

  • Danke für die vielen Infos!


    Ich hoffe Ihr verzeiht mir wenn ich jetzt nicht alle angesprochene Probleme den richtigen Autoren zuordne.


    Die Problematik der VA -Alu Kontakte sind mir bekannt,denke aber sie durch entsprechende Isolation (Kunststoffscheibchen unterm schraubenkopf)Molykote am Gewinde in den Griff zu bekommen.Zumindest hoffe ich es,bin halt Optimist,bitte unterstützt mich da.


    Schränke und Inneneinrichtungen werden schon bei der Fertigung der Seitenwände berücksichtigt und entsprechend mit in die Wand eingearbeitet.(Die Befestigungspunkte meinte ich selbstverständlich)


    ZUm Thema Kondenswasser,ich weiss,und das bereitet mir selber auch die grössten Kopfschmerzen.Wie wärs wenn man den Hohlraun zwischen den Blechen mit PU -Schaum ausspritzt?Wird der nicht vollflächig anhaften?Desweiteren wollte ich schon auch noch Silikon oder Sika als Dichtmittel verwenden,ob dann noch Feuchtigkeit eindringt????????


    LG oettinger

    2 Mal editiert, zuletzt von oettinger ()

  • Es ist jedoch sodas ich ausser in der Metallbe und Verarbeitung a wenig Ahnung b keine geeigneten Werkzeuge und Maschinen und last but not least
    hab ich ne maga günstige Bezugsquelle für alle Arten gängiger Al Profilleisten und Bleche ,und da ich aus der Branche komm will ich schon so bauen, weil wie gesagt davon hab ich ein wenig Ahnung,von Hölzern und Kunststoffen jedoch nicht .Wenn ich jedoch die Fotos der Wäde und Böden des niederländischen Mitglieds hier mit dem 814er seh komm ich auch ins träumen,aber so was könnnt ich nie herstellen.Leider


    LG oettinger

  • Brauchst du auch nicht.
    Die Sandwitchwände gibt es fertig zu kaufen, sogar auf Maß zugeschnitten, müssen nur noch zusammengeklebt werden.

  • Hallo Christianus


    So mal ganz privat unter uns,hier liest ja kaum einer mit also kann ich es ja ruhig zugeben.Wenn man genug Geld hat kann man so vieles kaufen,aber ich
    gehör leider zum arbeitenden Teil der Bevölkerungsgruppe,nicht zu denen die Geld haben :D:D:D:D:D:D:D:D:D:D:D:D

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