32 zellige Solarmodule und andere Fragen...

  • Hallo,


    ich bin gerade an der Planung fuer eine Solaranlage und da tun sich noch ein paar teilweise spezielle Fragen auf. :oops:
    Folgende Voraussetzungen sollten erfuellt werden:


    1. Leistung ca. 50-60Wp, oder bessser gesagt 4-5 “Ampere-Peak“.
    2. Investition fuer Module und Regler sollte 400€ nicht ueberschreiten.
    3. Module sollen ueberschaubare Groesse und Gewicht haben, da diese abnehmbar montiert werden, um sie wahlweise am Campinganhaenger (Dach) oder am T4 (freistehend) verwenden zu koennen. Daher besser zwei kleine als ein grosses Modul.


    Nach einigem Suchen habe ich folgende Ansaetze gefunden:


    Regler: Ein guter, aber simpler PWM-Shuntregler, da ein MPP Regler den Preisrahmen sprengt und bei wenig Ertrag auch Nachteile durch seinen Eigenstromverbrauch mit sich bringt. :cry: Die bei teueren Reglern oftmals gegebene Auflademoeglichkeit fuer Startbatterie wird auch nicht benoetigt. :)


    Module z.B. :
    1. 2x Phaesun 36Wp-mono => 72Wp / 16,9V / 4,26A (395€)
    2. 2x Schott 32Wp-amorph => 62Wp / 16,8V / 3,84A (350€)
    3. 6x BP 12Wp-mono (gebraucht, ca. 5J alt) => 72Wp / 15,2V / 4,68A (330€)



    Die Standardmodule haben inzwischen meist ja 36 Zellen (wie z.B. die Phaesun Module). Die BP Module haben nur 32 Zellen, damit erhaelt man bei vergleichbarem Wp mehr A bei etwas niedrigerer Spannung. 8)
    Nachteil ist der Leistungseinbruch bei sehr hohen Modultemperaturen. :evil:


    Hat jemand Erfahrung wann diese „sehr hohen“ Modultemperaturen auftreten ? Schon an einem schoenen Sommertag in Deutschland, oder vielleicht nur im Hochsommer in Spanien ???
    Wir fahren im Sommer eher in den Norden, nach Suedeuropa wird’s eher mal in den Oster- bzw Herbstferien gehen. Daher waeren die BP Module wahrscheinlich recht gut geeignet.


    Bei wenig Sonneneinstrahlung sinkt nach meinem Wissen erstmal die Leistung (A) der Module bei weitgehend gleicher Spannung. Ist das richtig? Ansonsten wuerden die BP Module mit 15,2V im Mpp ja schnell nicht mehr die benoetigte Spannung zur Batterieladung liefern....


    Die Amorphen Module finde ich auch reizvoll, da die Leistung bei bedecktem Himmel (kommt in Skandinavien ja mal vor 8) ) im Vergleich zu Mono-/Polykristallinen Modulen hoeher ausfallen soll. Auch der Preis ist attraktiv, allerdings sind die Module schon recht gross und etwas schwerer...


    Sind teilweise etwas spezielle Fragen, aber ich wuerde mich ueber eure Ansichten und Erfahrungen freuen !


    Gruss Ronald


  • Hallo Ronald,


    trotz einiger Reisen in den Süden von Frankreich habe wir - auch bei gutem und warmem Wetter - keinen "Einbruch" in der Modulspannung gehabt. Es geht somit auch mit den 32 Zellen. Wie Du schon schreibtst, geht bei zurückgehender Einstrahlung die Stromstärke zurück und nicht die Spannung. Diese schwankt im Arbeitsbereich nur im 0,-Volt-Bereich und hägt in erster Linie auch von der Modultemperatur ab.


    Wir verwenden auch nur einen Shuntregler, da aus meiner Sicht der Gewinn an Leistung in keinem Verhältnis zum höheren Preis liegt. Hier ist dann eher an Anschaffung eines weiteren Moduls zu denken. Bei allen Angaben ist zu bedenken, dass die angegebenen maximalen Ströme wirklich nur unter optmalen Bedingungen erhalten werden. Bei Bewölkung und nicht senkrecht stehender Sonne (soll in den nördlichen Ländern vorkommen :lol: ) kann man dann mit einem Rückgang auf ca. 20 % der angegebenen Ströme rechnen. Wenn man die Solaranlage also einrechnet um möglichst ohne Stromanschluß auszukommen und man hat auch lange Standzeiten vor Ort, so sollte die Dimensionierung entsprechend ausfallen.


    Besten Gruß


    HWK

  • Hallo HWK,
    ich verstehe das richtig, du hast selber 32zellige Module montiert :!::?:
    Das ist dann ja genau die Info die ich hoeren wollte :P


    Ich habe bei meiner Berechnung einen Tagesertrag im Sommer von 4xWp angenommen, fuer den Herbst bzw. Skandinaviensommer von 1,5x Wp.
    Hauptverbraucher sind die Kompressorkuehlbox sowie die Webasto Dieselheizung.


    Mit einem 70Wp Modul bin ich dann im Sommer mit einer 70Ah Batterie und 50% Entladetiefe ca. 8Tage autark, im Herbst waeren es ca. 3Tage.
    Das ist fuer uns i.O.
    Im Notfall ist vorgesehen die Kabinenbatterie dann noch ueber einen 8A B2B Lader vom Fahrzeug aus zu laden. Zu dessen Auslegung hatte ich hier
    http://www.womobox.de/phpBB2/viewtopic.php?t=3865 ja schon gute Infos bekommen.


    Danke und Gruss,
    Ronald

  • Da ich ein amorphes 32WP-Modul auf dem Dach habe:


    Als "mobiles" Panel wirst du keinen Spass haben die Teile sind wirklich sehr unhandlich und schwer. Zudem benötigen sie im Gegensatz zu Mono-Modulen die doppelte Fläche. Sollte der Stromedarf steigen fehlt dir dann die Fläche auf dem Dach.


    Ich hatte in Andalusien im Februar ein 60WP Mono- und mein 32WP Amorphmodul zum Vergleich: Bei bedecktem Himmel hat das 60WP Modul minimal mehr Strom geliefert als das 32iger.


    Ich bin mit Amorph gut bedient, da ich Strom idR bei schlechten Lichtverhältnissen benötige und dann der Ertrag pro investiertem Euro grösser ist - die benötigte Fläche spielt bei mir keine Rolle.
    Bei dem geringen Preisunterschied würde ich jedoch bei deinen Bedürfnissen ein Amorphes Modul meiden.


    Wenn es um Ertrag pro Euro geht und da es bei dir eh eine mobile Lösung wird: Auf jeden Fall eine Aufstellmöglichkeit mit einplanen! Damit hatte ich Ende Oktober in Dänemark einen ERHEBLICH höheren Ertrag.

  • Zitat von Greifswald

    Da ich ein amorphes 32WP-Modul auf dem Dach habe:
    Als "mobiles" Panel wirst du keinen Spass haben die Teile sind wirklich sehr unhandlich und schwer. Zudem benötigen sie im Gegensatz zu Mono-Modulen die doppelte Fläche. Sollte der Stromedarf steigen fehlt dir dann die Fläche auf dem Dach.
    Ich hatte in Andalusien im Februar ein 60WP Mono- und mein 32WP Amorphmodul zum Vergleich: Bei bedecktem Himmel hat das 60WP Modul minimal mehr Strom geliefert als das 32iger.
    Ich bin mit Amorph gut bedient, da ich Strom idR bei schlechten Lichtverhältnissen benötige und dann der Ertrag pro investiertem Euro grösser ist - die benötigte Fläche spielt bei mir keine Rolle.....


    Hallo Greifswald,
    Platz auf dem Dach ist vorhanden. Und waere da nicht das Gewicht, dann waeren die amorphen Module auch meine erste Wahl.


    Zitat von Greifswald

    ...Wenn es um Ertrag pro Euro geht und da es bei dir eh eine mobile Lösung wird: Auf jeden Fall eine Aufstellmöglichkeit mit einplanen! Damit hatte ich Ende Oktober in Dänemark einen ERHEBLICH höheren Ertrag.


    Ist eingeplant :!: Ich glaube du hast dein Modul auf der Klappe vom Dachkoffer montiert, zwecks Aufstellmoeglichkeit (oder war das jemand anderes) :?: Richtest du den Standplatz deines Busses denn immer zur Sonne aus? Ist doch oftmals nicht praktikabel, oder ?
    Hast du Daten wieviel hoeher dein Ertrag durch das Aufstellen im Oktober war, das waere natuerlich mal interessant zu wissen :D


    Danke und Gruss,
    Ronald

  • Hallo Ronald,


    Du schreibst das Du Dir eine Solaranlage mit ca. 50-60Wp zulegen willst und dafür nicht mehr als 400Euro ausgeben möchtest.


    Habe mir kürzlich auch eine Solaranlage gegönnt.
    Preislich kann ich Dir die Firma Solex empfehlen. Meine 55Wp Module haben einzeln 236Euro gekostet. Ein Laderegler mit 10A Ladestrom wurde mir mit ca. 44Euro geboten. Das wären dann zusammen ca. 280Euro. da bleibt bei 400Euro noch was übrig zum verreisen :D .


    Gruß Christopher

    VW T5 Doka und Mercedes Vario 816 mit Holzkoffer

  • Moin Ronald,


    Zitat

    Ich glaube du hast dein Modul auf der Klappe vom Dachkoffer montiert, zwecks Aufstellmoeglichkeit


    Stimmt. Es ist eine Aludachbox mit flachem Deckel, welcher exakt die Breite des Panels hat. Die Aufstell möglichkeit gab es gratis hinzu.


    Zitat

    Richtest du den Standplatz deines Busses denn immer zur Sonne aus? Ist doch oftmals nicht praktikabel, oder ?


    Nein, ich stelle mich so hin, dass ich einen schönen Blick aufs Meer habe. Nur wenn der Strom ausnahmsweise mal knapp wird, dann orientiere ich mich zusätzlich an der Sonne. Dabei ist auch die Aufstellrichtung des Aufstelldaches von Bedeutung.


    Zitat

    Hast du Daten wieviel hoeher dein Ertrag durch das Aufstellen im Oktober war, das waere natuerlich mal interessant zu wissen


    Ärgerlicherweise nein. Ich werde bei meinem nächsten Frühjahrstrip in die Bretagen dran denken.


    Als ich in DK das Panel aufgestellt hatte, stand die Sonne sehr tief, das Panel wurde quasi von der Seite beschienen.
    Ich meine es wäre grob so in der Grössenordnung 400mA zu 1A. Ich nehme jedoch an, dass diese Verhältnis im Verlaufe des Tages abgenommen hat, da die Sonne gerade erst aufging. Erschwerend kam hinzu, dass ich hinter einer Düne Stand und somit am Spätnachmittag im Schatten. Da musste der kurze Nutzungszeitraum optimal ausgenutzt werden. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass der Unterschied bei MonoModulen höher ausfällt.


    Hier findet man eine nette theoretische Berechnung zu Sonnenstand und Ausrichtung. Irgendwo im Netz hatte ich so etwas auch als ausführliche Excel-Datei gefunden und heruntergeladen.


    Die Dimensionierung der Anlage würde ich ohne Einberechnung der Aufstellung planen. Die Aufstellmöglichkeit schafft dann etwas Sicherheit für den "Notfall".


    Gruss


    Christian

  • Hallo nochmal,


    so, jetzt soll der Umbau wirklich losgehen.


    Aufgrund der geringeren Komplexitaet habe ich mich jetzt doch fuer ein fest montiertes Modul auf dem Kabinendach entschieden.
    Um die Nachteile der festen Montage etwas auszugleichen wird es dafuer etwas leistungsfaehiger (80-90Wp) als urspruenglich geplant.


    Der Tip mit Solex war gut, nochmal vielen Dank ! :D


    Werde mich aber wahrscheinlich fuer dieses (Auslauf-?) Modul von Helios entscheiden - es sei denn einer vorn Euch kann negatives :shock: ueber das Modul bzw den Verkaeufer berichten :?:
    http://cgi.ebay.de/SUNLINE-Sol…ZWDVWQQrdZ1QQcmdZViewItem
    Das Modul bietet ein sehr gutes Preis/Leistungsverhaeltniss (wurde frueher mal fuer ueber 500EUR angepriesen) und die vergleichsweise groesseren Abmasse stoeren mich nicht.



    Nun habe ich aber nochmal eine Frage zur Batterie:


    Ich habe in der Kabine eine normale 70Ah Starterbatterie drinnen - ganz einfach weil ich die noch hatte.


    Nun stellt sich mir die Frage ob ich bei obigem Verkaeufer auch gleich eine 70Ah Versorgungsbatterie fuer nur ( :?: ) 75EUR mitbestelle, oder aber noch eine Saison mit meiner alten Batterie auskomme.
    Ich habe die Batterie nun seit Montag Mittag in der Kabine bei laufender Kompressorkuehlbox. Heute morgen habe ich noch eine Ruhespannung von 12,2V gemessen.
    Die Kuehlbox duerfte in dieser Zeit ca. 30-40Ah benoetigt haben, d.h. die Batterie hat es noch ganz gut mitgemacht und ich sehe eigentlich keinen Grund diese nun zu ersetzen. 8)


    Was meint ihr dazu?
    Kann ich eigentlich den Zustand der Batterie noch anders kontrollieren :?:


    Danke fuer eure Info,


    Gruss,
    Ronald

  • Hallo Ronald,


    habe auch nur eine Starterbatterie als Verbraucherbatterie und bin zufrieden damit.
    Solange die vorhandene Batterie noch gut ist würde ich nicht auf eine andere Batterie wechseln.


    Gruß Christopher

    VW T5 Doka und Mercedes Vario 816 mit Holzkoffer

  • Ich würde auch sagen, wenn Dir die Batterie bisher gereicht hat und derzeit noch reicht, dann würde ich sie drinlassen, bis defekt und dann erst in eine neue Investieren.


    Bei Deinem Kühlboxtest solltest Du aber beachten, dass die Box wahrscheinlich derzeit leer ist und es noch nicht besonders warm ist. Der Kompressor hat also noch wenig zu tun.


    Zum richtigen Testen der Batterie bräuchtest Du ein entsprechendes Testgerät.
    Mit einem Multimeter oder noch besser mit einem Amperemeter kannst Du den Batteriezustand ungefähr auch noch so testen, dass Du sie komplett auflädst, anklemmst und dann ein paar Stunden stehen läßt. Dann die Ruhespannung und wenn ein Säureprüfer vorhanden auch die Säuredichte messen. Nun mit einer definierten Last Strom abnehmen (z. B. mit einem paar Zusatzscheinwerfern, die man noch rumliegen hat. Die Kühlbox ist schlecht geeignet, weil sie keinen konstanten Strom zieht.)
    Den Strom der fließt messen (vorher mal ungefähr berechnen, damit nicht der Meßbereich des Amperemeters überschritten wird, Multimeter sind in der 20 A einstellung i. d. R. nicht abgesichert!).
    Nun die Zeit ausrechenen, nach der die halbe (Nennkapazität) verbraucht sein sollte. (Idealerweise wäre das bei einer Starterbatterie in dem Fall nach 10 h).
    Danach abklemmen und wieder so 1-4 h stehen lassen und nun wieder Ruhespannung und Säuredichte messen.
    Anhand der entsprechenden Tabellen (s. a. mein entsprechender Beiotrag in der Wissensbasis) nachsehen, in wie weit die Ruhespannung bzw. die Säuredichte vom 50%-Wert abweichen.

    Viele Grüße
    Krabbe
    (Sachkundiger für Campinggasanlagen)

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