Beiträge von dare2go

    Ich komme spät zu diesem Thema (so ist das halt wenn man/frau vollzeit reist und wenig Internet hat)...


    Ich sehe dies grundsätzlich als ein eher ernsthaftes Problem, und irgendwie kommt man um Chemikalien im Wohnmobilbau nicht wirklich drumrum.
    Wir haben versucht uns jedenfalls oft über Zusammensetzungen von Materialien und Klebern in dieser Hinsicht vorab schlau zu machen, aber oft sind Zulieferer dann total überfordert oder unwillig zu antworten.


    Beim Ausbau haben wir letztendlich Birke Multiplex genommen; laut allem was ich gefunden habe sollen die niedrige (oder keine) Formaldehyde-Ausgasungen produzieren. Lackiert mit OSMO Hartöl, was sich leider nun nicht als hart genug erweist; unseren Tisch werde ich nach knapp 15 Monaten bald mal nachstreichen müssen.


    Weiterhin habe ich, soweit praktikabel, auf möglichst viel Plastik verzichtet. Z.B. haben wir alle Wasserleitungsverbinder in Messing gefunden! Das hat den weiteren Vorteil, dass diese wohl länger halten sollten - sind aber nix für "Leichtbau"... Bei Plastikteilen ist der Verschleiss halt auch hoch; sobald die Weichmacher verdunstet sind (frohes Atmen) wird das Plastik dann brüchig.


    Aber letztendlich kam das Problem Fussbodenbelag. Nach vielem Hin-und-Her haben wir uns für Voll-Vinyl-Laminat entschieden, denn das sollte weniger feuchtigkeitsempfindlich sein - man/frau verschüttet ja doch mal was (oder vor kuzem ist eine Flasche Olivenöl während Pistenfahrt zerbrochen - das war eine Schweinerei!). Ob der Fussboden "gesund" ist? Jedenfalls enthält er weniger Kleber und offene Poren als anderes Laminat oder PVC. Aber dafür ist er enorm schwer...


    Aber als Gegenbeispiel: während des Ausbaus habe ich lange nach geeignetem Material für einen Lattenrost in der Dusche gesucht. Teak kam nicht in Frage, obwohl bevorzugt im Bootsausbau, denn ersten haben wir nicht das Geld, und zweitens gibt's da wenig aus ökologischen Anpflanzungen (meist kommt es noch aus illegalem Regenwaldabholzung und wird dann in Malaysia "sauber-deklariert").
    Dann hatte ich mich für diese Planken entschieden, die aus recycletem Plastik hergegestellt werden und für Balkongeländer und Verandahs verkauft werden. Lange gesucht bis ich ein passendes Mass gefunden hatte, gekauft und eingeladen. Dann sind wir keine 10 Kilometer gefahren mit dem Zeug in unserem Kombi und unsere Nasen brannten, die Augen tränten, der Hals kratzte! Umgedreht und gleich wieder zurückgegeben - sowas will ich nicht im Wohnmobil haben!

    Späte Meldung, wir sind halt unterwegs mit wenig internetzugang:


    Ein wichtiger Aspekt (neben den schon genannten, wie Steine zwischen Zwillingen, gleiche Spurbreite hinten und vorne, geringerer Abrollwiderstand) sind Strassenbenutzungsgebühren!
    Hier in Südamerika sind die Tarife für Mautstrassen (und das sind fast alle!) so gestaffelt, dass man mit Einfachbereifung oft wesentlich günstiger fährt. In etlichen Ländern komme ich mit unserem 12-Tonner WoMo mit Einfachbreifung als 'Camionetta' durch = das entspricht meist dem PKW-Tarif. Mit Zwillingen wird fast immer der wesentlich teurere LKW-Tarif fällig.
    Preisbeispiel Chile (unsere letzte Peaje): $1600 zu $12800 ($ in diesem Fall chilenische Pesos).

    Toller LKW - Glückwunsch!


    Zu Deinem dritten Grundriss: ich bin eigentlich ein Fan von Längsbetten, da das Rein-und-Raus-Klettern viel einfacher ist. In der Praxis mit einem Längsschläfer-Alkoven hat sich bewiesen, dass oft die zweite Person durchschlafen konnte wenn jemand nachts auf's Töpfchen musste.


    ABER: sobald Du da was Hohes daneben baust, wird
    a) das Raumgefühl beengt, und wichtiger
    b) die Luftzirkulation ums Bett arg eingeschränkt (Stichwort Querlüftung)!
    In Mitteleuropa kein so grosses Thema, aber wenn Du mal irgendwo mit richtig warmen/heissen Nächten stehst, dann werdet Ihr schnell im Bett 'verrecken' (todschwitzen). Wir schlafen in diesen Situationen mit Fenstern auf beiden Seiten des Betts geöffnet, alle anderen Öffnungen geschlosssen, und ein Fantastic Fan am anderen Ende des Campers sorgt für Luftzirkulation! Der FF ist leise, braucht kaum Strom, und hat eine recht grosse Luftumwälzung. Du ziehst dann Luft durch die Seitenfenster rein (fühlt sich auf niedriger Stufe aber nicht wie Zugluft an, eher wie eine sanfte Brise), sie kühlt Deinen Körper runter, und geht mit dem Deckenlüfter wieder raus... Das Prinzip funktioniert am besten, wenn Du voll in der Brise liegen kannst, die Fensterunterkante nicht zu hoch über dem Bett ist, und noch kühle Luft an Euern Köpfen vorbeikommt ( = Fenster recht weit zum Kopfende).


    Tipp: soweit machbar würde ich einen Kühlschrank immer auf Augenhöhe einbauen! Dann dauert das 'Suchen' kürzer, wichtig vor allem bei Kühlschränken, wo die kalte Luft bei jedem Öffnen 'rausfällt' = je kürzer geöffnet um so besser... Auch einfacher sauber zu halten, vor allem hinten innen.


    Da reagieren aber Besitzer von Campingplätzen und Supermarkt-Parkplätzen schon von vornherein ablehnend, wenn man mit was LKW-mässigem auftaucht!
    Unser 1019er ist nur 6,8 Meter lang, aber das äussere Erscheinungsbild schockt viele. Vor kuzem habe ich Freunde mit einem BiMobil-4×4-Sprinter getroffen, der ist höher, ein klein wenig länger, und gerade mal 4 cm schmaler als unser - nur sieht der nicht so "klotzig" aus und hat halt nur 16-Zoll-Räder... Und soooo viel leichter ist der auch nicht (~ 2 Tonnen)


    Serpentinen-Strecken und enge Abbiegungen in Ortschaften sind das grösste Problem mit jedem Extra-Meter Länge!

    Interessant wie hier zwischendrin immer wieder die gute Brennerleistung von CAN und ENO hervorgehoben wird!


    Das war für uns der einzige Grund keinen Kocher von Dometic oder Smev zu kaufen! Und wann werden die mal endlich auf uns hören?


    ps: nachdem ich erst einen ENO Herd mit Backofen gekauft hatte (zwischendrin auch mal mit CAN geliebäugelt), der dann aber zu kompliziert war im Einbau (er sollte mindestens 2 cm Luft rundrum haben), haben wir schlussendlich einen Thetford Triplex Herd gekauft (nur wegen des stärkeren Brenners), aber den finde ich, von der Verarbeitung, nicht seinen stolzen Preis wert!

    Zitat von holger4x4

    Sag mal, was hast du da für einen schicken Edelstahl Kühlschrank verbaut?


    Isotherm. Eine Übersicht findest Du hier (wir haben aber woanders gekauft).


    Vorteile: im Yachtbereich sehr verbreitet (da kannste ggf. im Ausland mehr Reparaturanlaufstellen finden), Firma gehört zur Webasto-Gruppe, Standard-Danfoss-Kompressoren ohne viel Firlefanz (als wir suchten "experimentierten" Waeco/Dometic gerade mit ihren Billigkompressoren aus Slovenien oder Slovakei), gutes und durchdachtes "Innenleben" ( = wir mögen die Aufteilung und die Antirutschhalterungen für Flaschen in der Tür). Soweit sehr zufrieden und scheint stabil, wir mögen vor allem die soliden Türverschlüsse (Southco, schliessen zuverlässig und sind noch nie aufgesprungen)! Hochwertiger Edelstahl, da halten keine Kühlschrankmagneten d'rauf (oder ist das ein Nachteil? LOL).


    Boote und Yachten habe oft auch eine "rauhe Fahrt" (biste mal bei starkem Wellengang auf einer Yacht gewesen?), da denke ich, dass solche Einbaugeräte eher im Allrad-LKW durchhalten als das typische Wohnmobil-Autobahn-Plastik-Leichtbau-Gedöns - dafür zahle ich gerne auch ein paar Cent mehr (und für die Erwartung, dass ich bei grossen Marinas eher jemand finde, der sowas reparieren kann. Letzte Reise haben wir mehrere Male kaputte Sachen in Marinas ersetzt, weil's keine Wohnmobilhändler usw. gab.).


    Nachteile: der Einlegeboden im Gefrierschrank rutsch auf schlechter Strasse ab-und-an aus seiner Führung und fällt auf Dinge darunter. Tür von Gefierschrank ist bei uns im Eingang und auf Gürtel-/Reissverschluss-/Nietenhöhe (von Kleidung) und hat ein paar leichte Kratzer abbekommen vom Vorbeigehen. Beide Türen können ggf. zu weit geöffnet werden, dann schleifen die ganz leicht am Aussenrahmen, was sehr leichte Spuren auf der matt-gebürsteten Türfront hinterlässt ( = eher ein Schönheitmakel für Perfektionisten).

    Also, was mich beim Leben im Shelter nun schon manchmal nervt: die geringe Innenbreite!


    Nun gut, der Steyr ist auch etwas schlanker "in den Hüften" als unser Mercedes 1019, aber so gute 15 Zentimeter mehr (oder gar 20) dürften es schon sein.
    Jetzt muss sich immer eine Person kurz setzen wenn die zweite vorbei will. Wir haben Küche auf einer Seite, Sitzgruppe auf der gegenüberliegenden...
    Küche ist 60 cm ( = Standard), Dinette ist 85 cm (das passt ganz gut als Notbett).

    Ich habe meine ersten 3 oder 4 Fahrzeuge alle mit Sperrmuellholz ausgebaut, lackiert am Ende und gut sah's aus. Nur gibt es jetzt leider nicht mehr so viel brauchbares Holz im Muell - alles Spanplatte. Als ich das gemacht habe, da fand man mengenweise 50er- Jahre Kleiderschraenke, die waren meist Tischlerplatte mit Sperrholzrueckwand = ideal!

    Zitat von nunmachmal


    Danke für den Link. Das ist was für meine Waschmaschine.
    Die wird aus Platzgründen ein Top-Lader, der zum befüllen aus dem Schrank gezogen wird.


    Gruß Nunmachmal


    nunmachmal: jetzt muss ich doch auch mal Schleichwerbung machen: Kennst Du die EUMENIA Frontloader Waschmaschinen aus Österreich, wie z.B. die Euronova und Babynova? Viel kleiner geht's nicht! Mit etwas Glück findet man eine bei eBay für um die €100...

    Gott, bei all den "Vorschriften" habe ich aber einen milden Prüfer erwischt, der mir die Gasanlage abgenommen hat!


    Ich habe einen Anschluss für einen externen Kocher, der ist aber INNEN an der Kante einer Laderaumklappe. Ich wollte nicht Loch Nummer #27 in meine (vorher dichte) Kabine schneiden...
    Entlüftung am Kocher: naja, ich habe eine Dackluke mit Lüfter (Fantastic Fan) ca. 1.5 Meter entfernt - die benutzen wir auch, denn man will ja nicht Kochdämpfe und die damit verbundene Feuchtigkeit sammeln! Warnschild am Kocher - da hat er auch nichts gesagt, obwohl ich da schon drauf vorbereitet war, besonders da ich einen Holzdeckel (klappbare Arbeitsplatte) über dem Kocher habe! :D

    Was Thomas da erklärt mit Aufteilung kommt meiner Lösung recht nahe.


    Unser Bad ist auch im Eingang, mit ausziehbarer Toilette (manchmal wünsche ich, der Auszug hätte 'ne Verriegelung!), was aber auch recht schwer ist (so'n Schwerlastauszug mit 160kg Tragkraft wiegt etliches). Sorry, im Foto liegt Trocellen in der Duschwanne, ich wollte die nicht sofort verkratzen...

    3 Monate später und meine Heizung ist immernoch ohne Funktion! :x:evil:


    Email an Truma:


    :evil: Toller Service von allen beteiligten Seiten :x (Walter Steinhaus ausgenommen, er hat sich echt bemüht!)

    Okay, letztendlich nach Tagen (eher Wochen) TRUMA-Techniker am Telefon gehabt - jetzt soll ich eine neue Hauptplatine bestellen (und durch Freunde nach Chile schicken lassen) = bis dahin ist der Winter dann wohl halb vorbei (aber natürlich brauchen wir die Heizung weiterhin!). Eigentlich hätte derselbe Vorschlag schon 2 Wochen früher in einer Email von Truma kommen können - warum erst das Telefonat notwendig war bleibt mir immernoch ein Rätsel.


    Erstes Zwischenergebnis: wir haben beide eine Erkältung!

    Immernoch kein Telofonat mit Truma möglich, aber seit heute habe ich jetzt meine eigene Handy-SIM, also kann's morgen ggf. klappen.
    Dafür habe ich jetzt eine Adresse (noch nicht besucht) hier in Santiago, wo man mir ggf. das Kabel nachbauen kann - sollte es sich als defekt herausstellen.
    Ausserdem war's die letzten Nächte zumindest "weniger kalt".


    Danke für die Vorschläge soweit, die Idee mit den Cuttermesserklingen klingt interessant (und weniger fummelig als Stecknadeln).
    Lasst mal bis ich mich wieder melde!
    Schlechte Nachricht: laut Truma versenden die seit 01.01.14 keine E-Teile mehr direkt an Kunden. Nur noch über Zwischenhandel (eine Fehlerquelle und Verzögerung mehr). :?

    Danke, Canoe!


    Deine Vermutung deckt sich mit meiner (dass kein Strom ankommt).
    Ich habe bestimmt schon 10 verschiedene Läden in 5 verschiedenen Städten in 2 verschiedenen Ländern probiert, aber das Telefonkabel konnte ich bislang nur in 2 und 4-polig finden, das von der Truma ist sechsadrig (mit anderen Polabständen im Stecker) :( Trotz meines sehr gebrochenen Spanischs habe ich das zumindest immer verständlich gemacht bekommen.


    Nebenbei: auf der Heizung ist noch 1-2 Monate Garantie, da werde ich nicht locker lassen.


    Inzwischen habe ich noch andere Probleme: seit Freitag ist mein Auspuff direkt am Krümmer gerissen (da muss ich wohl morgen mal rumfahren und Werkstatt suchen), und seit Samstag geht mein Fantastic Fan nicht mehr (da habe ich fast den Verdacht, dass der doofe Temperatursensor die Höhe von über 4000 Metern auf dem Pass von Argentinien nach Chile nicht überlebt hat); vor der Fahrt über den Pass ging er noch am selben morgen. Aber der einfache und robuste Fantastic Fan ohne Temperatur-Sensor wird in Deutschland nicht verkauft [Idioten - das Einfache und Unzerbrechliche bietet man besser garnicht an!] :?

    Update: bin jetzt richtig weit gekommen und habe richtig viel gefroren.
    Während der Fahrerei nicht zum Internet gekommen, nun bin ich in Chile. Argentinien war nur nass, schlammig, und verregnet - hat meine negative Meinung über das Land auch nicht gross gebessert.



    Dummerweise war die Antwort von Truma auch nicht viel besser als die nervige Fahrerei; Fehlersuche könne komplex sein, ich solle doch besser anrufen. Ein Satz! :(
    Das ist ja soooo einfach wenn man unterwegs ist. Erstmal der Zeitunterschied von 6 Stunden. Und für nur 4 Tage in Argentinien wollte ich keine SIM-Karte kaufen, aber Internet für Skype gibt's ja für umsonst überall entlang der agentinischen Highways (nicht). So I'm stuck so far.


    @ Canoe: mein Problem ist ja, dass KEINE der LEDS leuchtet.