Gasdichtigkeitsprüfung

  • Hallo,


    ich habe da wieder eine Frage an die Gasexperten. Ich habe im ebay so eine Druckdichtigkeits Prüfpumpe (??) gekauft. Sieht so aus wie das Teil das die TÜVer zur Prüfung auch benutzen (Luftpumpe mit Druckregler und Manometer).


    Wie ist eigentlich die Prozedur der fachmänischen Prüfung, mit welchen Druck beaufschlagt man das System, und wie hoch darf der Druckabfall sein ?


    Ich weis nicht ob das Teil io ist, wenn ich den Luftauslass mit dem Daumen zuhalte kann ich erst so ab 100mbar den Druck stabil halten, darunter scheint entweder mein Daumen oder das Teil nicht zu dichten ?.


    Hatt da jemand Erfahrungt ?


    danke, Bernhard

  • Hallo Bernhard,


    ich bin zwar nicht der Experte (eventuell kann ja Krabbe hierzu noch was schreiben) für die Gasprüfung aber bei der letzten Prüfung an meinem Womo wurde die Pumpe an der Prüfkupplung angeschlossen und die Leitung mit wenigen Schlägen der Pumpe unter Druck gesetzt. Der Prüfdruck wurde bei der verwendeten Prüf-Pumpe durch das integrierte Druckventil eingestellt; der Prüfdruck ist nach Art der Anlage 50 mbar oder 30 mbar unterschiedlich. Dann wurde der Druck nach 5 Minuten verglichen und es wurde mir gesagt, dass nach dem Arbeitsblatt kein Druckverlust in dieser Zeit festgestellt werden darf. Dann folgte noch die Funktionsprüfung der Verbraucher und eine Kontrolle der Flammwächter und es war erledigt.


    Besten Gruß


    HWK


    HWK

  • Hallo Bernhard,


    hier mal die Vorschrift des Arbeitsblattes:


    7. Prüfung von Flüssiggasanlagen


    7.1 Flüssiggasanlagen, auch Anlagenteile, sind vor der ersten Inbetriebnahme durch einen Sachkundigen4) auf Einhaltung dieser Technischen Regeln zu prüfen. Es ist eine Dichtheitsprüfung nach der Druckabfallmethode mit Luft durchzuführen. Die Leitungen von der Anschlussstelle des Druckregelgerätes bis zu den geschlossenen Einstellgliedern der Geräte sind vor dem Einlassen von Gas mit einem Überdruck von 150 mbar zu prüfen.5) Die Leitungen gelten als dicht, wenn nach einer Wartezeit von 5 min für den Temperaturausgleich der Prüfdruck während der anschließenden Prüfdauer von 5 min nicht fällt. Anschließend sind die Geräte einer Brennprobe zu unterziehen. Über die Prüfung ist eine Bescheinigung auszustellen.


    7.2 Bei serienmäßiger Herstellung kann durch einen sachkundigen Beauftragten des DVFG eine Typenprüfung der Flüssiggasanlage vorgenommen werden. Typgeprüfte Fahrzeuge sind einer Dichtheits-, Funktions- und Brennprüfung nach Abschnitt 7.1 zu unterziehen.


    7.3 Nach Ablauf von jeweils 2 Jahren und nach Durchführung von Änderungen ist die Gesamtanlage erneut zu prüfen. Der Zustand der Anlage ist einer Sichtprüfung zu unterziehen, wobei auch Verbrennungsluftzuführungen und Abgasabführungen auf ordnungsgemäßen Zustand (z. B. freier Durchgang von Abgasrohren, in allen Teilen steigend verlegt, dicht und mit Rohrschellen fest montiert) zu überprüfen sind. Dichtheitsprüfung und Brennprobe nach Ab schnitt 7.1 sind zu wiederholen.


    Anlagenteile, die Verschleiß oder Alterung unterliegen, wie z. B. Druckregelgeräte, Schläuche, Absperr- einrichtungen, u.a. sind auf ihre einwandfreie Funktion zu prüfen und ggf. auszuwechseln. Verantwortlich für die Veranlassung der Überprüfung ist der Betreiber. Der Betreiber ist bei der Übergabe des Fahrzeuges auf die Prüfpflicht der Anlage schriftlich hinzuweisen.


    4) Sachkundige im Sinne dieser Technischen Regeln sind die durch den DVFG anerkannten Sachkundigen, die aufgrund ihrer Ausbildung, ihrer Kenntnisse und ihrer durch praktische Tätigkeit gewonnenen Erfahrungen die Gewähr dafür bieten, dass sie die Prüfung ordnungsgemäß durchführen. Das können auch Gas- und Wasser- Installateure sowie Installateure der Flüssiggasversorgungsunternehmen sein.


    5) Um die Armaturen nicht zu beschädigen, darf dieser Druck nicht überschritten werden.



    Besten Gruß


    HWK

  • Hallo hwk,


    klasse, danke für die Mühe. das beantworted meine Frage, es wird also nicht mit Betriebsdruck sondern 150mbar geprüft. da ist mein gerät dann auch druckstabil.


    schöne Feiertage allen die das lesen (bis zur nächsten Frage),


    bernhard

  • So, bin aus dem Urlaub zurück.
    hwk hat die Frage ja schon soweit beantwortet. Egal ob 30 oder 50 mBar, die Dichtheitsprüfung wird mit 150 mBar durchgeführt.


    Bei CE-zertifizierten Gasgeräten (also bei Neuinstallationen oder neueren Fahrzeugen immer) muss das Prüf-Luftvolumen min. 700 cm³ betragen, bei kleineren Anlagen soll mit einem Zusatzprüfvolumen geprüft werden. Dann darf der Druckabfall bei der Druckprüfung 10 mBar betragen. (Wobei ich persönlich der Meinung bin, dass ein Druckabfall von 10 mBar zu viel ist, denn dann ist irgend etwas undicht und diese Undichtigkeit kann man auch finden und beheben.)


    Die korrekte Dichtheitsprüfung sieht so aus:
    Dichteheitsprüfgerät anschließen, wenn eine Prüfanschluss verwendet wird (werden kann) u. U. den Absperrhahn nach dem Druckminderer schließen.
    Alle Absperrhähne vor den Gasgeräten öffnen.
    Die Anlage mit 150 mBar Prüfdruck beaufschlagen.
    5 Minuten warten. In dieser Zeit fällt der angezeigte Druck etwas, dass ist normal und hängt mit dem Temperaturausgleich zusammen. (Luft wird beim komprimieren warm, beim anschließenden abkühlen sinkt der Druck.)
    Nach den 5 Minuten Wartezeit nicht nachpumpen, sondern den anstehenden Prüfdruck merken.
    Nun erst beginnt die eigentliche Druckprüfung, dieser Druck muss nun 5 Minuten gehalten werden.



    Ergänzend sei gesagt, dass die korrekte Gasprüfung deutlich mehr umfasst, als die reine Dichtheitsprüfung.


    Wenn Du in Bodenheim bist, dann kann ich Dir das ganze auch am „Lebenden Objekt“ zeigen.

    Viele Grüße
    Krabbe
    (Sachkundiger für Campinggasanlagen)

  • Hallo Krabbe,
    frohes neues Jahr noch.
    ..und Bernhard muß nach Bodenheim kommen, ich hab ihn nämlich schon angemeldet...hihihih :wink:
    Lothar

  • Hi Krabbe,


    vielen Dank für deine weiteren Erläuterungen, ich habe die Gasprüfprozedur bei meinem alten Wohnmobil schon mehrfach beim TÜV mitgemacht und weiss das da mehr zu gehört. Ich habe mir das Teil auch nur mal so zur Vorprüfung besorgt da ich eine Gasinstallation zum erstenmal mache und die Verrohrung schon dicht bekommen möchte. Ich hatte den Eindruck das Drücke unter 100mbar mit dieser Pumpe nicht stabil zu halten sind, 150mbar hält das Teil.


    Mensch Lothar,


    da hast du mich mächtig unter Druck gesetzt, meine Möglichkeiten bei dem Wetter weiterzubauen sind ja beschränkt. Bis zum Treffen krieg ich das auf keinen Fall bewohnbar, obwohl wir schon gerne kommen würden. Vielleicht kann ich das irgendwie provisorisch hinkriegen, oder es muss bald wieder warm werden.


    mal sehen, schönen Abend noch, Bernhard

  • Bernhard, mach Dir mal keine Sorgen wegen dem Ausbauzustand. Schließlich heißt es doch "Leerkabinentreffen". Ich war das erste Mal noch mit (fast) leerer Kabine da, die noch mit Spanngurten auf dem Fahrgestell gehalten wurde und geschlafen wurde auf der Luftmatratze im Alkoven.
    Und Wolfgang kam letztes Jahr sogar nur mit der (noch unfertigen) Bodenplatte seiner Kabine.

    Viele Grüße
    Krabbe
    (Sachkundiger für Campinggasanlagen)

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