Die Multifunktions-Leerkabine ...

  • Wenn ich folgende Anforderungen an eine Leerkabine hätte, welchen Hersteller würdet ihr mir empfehlen:
    -Breite: 1,90 m
    -Länge: 2,30 m
    -Höhe: 1,50 m wobei evtl. noch ein Aufstelldach hinzukommt
    Form: rechteckiger Kasten ohne Alkoven
    eine seitliche Tür Beifahrerseite
    eine große Heckklappe nahezu über die gesamte Kabinenbreite und -höhe


    die Kabine soll fest installiert werden und extrem offroadtauglich sein !
    Der Unterbau für die Kabine ist vorhanden, es würde der Boden einer Pritsche genutzt


    Die Kabine soll isolierte Wände haben, aber ansonsten multifunktionell nutzbar. Möbel würde ich ganz nach Bedarf einbauen wollen. Dazu sollen solide Befestigungsschienen in den Wänden und im Boden eingelassen sein


    Das ganze wäre also eher ein Kühlkoffer mit Tür als eine Leerkabine :roll:


    Wer baut sowas in solider aber leichter Ausführung ?


    Gruß
    Jens

    Das isländische Pferd, eines der geländegängigsten Transportmittel der Welt

  • Hallo Jens,


    bei den Maßen und Anforderungen würde ich vermutlich in der Dustdevil-Bauweise selbst bauen. Die Multiplexplatten gibt es ja als 4,5 m² Platten mit 3 x 1,5 m.


    Bei "normalen" Sandwichplatten für den Womobau könnte es Probleme mit den eingelassenen Befestigungsschienen geben.


    Wenn es denn doch ein Sandwichkoffer werden soll würde ich zu Ormocar gehen, und zwar aus folgenden Gründen:


    - Ormocar baut die Sandwichplatten innen und außen mit GfK-Schicht und nicht mit GfK-Holz oder Alu-Holz. Prinzipiell finde ich unterschiedliche Decklagen im Sandwich nicht so gut.
    - Ormocar preßt die Platten selber. kann also ggf. auch dünnere (leichtere) Platten bauen (bei der Größe müssen es ja keine 40 o. gar 50 mm Wandstärke sein) und Ormocar kann Dir wahrscheinlich die Befestigungsprofile bei der Plattenherstellung gleich direkt mit in die Wand einkleben.
    - Auf Wunsch gibt es hier auch dickere GfK-Außenlagen.

    Viele Grüße
    Krabbe
    (Sachkundiger für Campinggasanlagen)

  • Hallo,
    von der Dust Devil Bauart würde ich eher abraten, da erstens bleischwer und zweitens hat Holz leider die Eigenschaft das Wasser aufzusaugen, auch wenn es noch so oft mit Klarlack behandelt ist.


    Wenn die Kabine auch noch so richtig stabil sein soll, kommst du wohl an einer Monopan-Sandwichbauweise nicht vorbei.
    Frag doch mal bei Proactiv4x4 nach. Die verarbeiten übrigens neben dem Monopan auch weiterhin das herkömmliche GFK- Sandwich und haben Erfahrung mit Aufstelldächern. Vielleicht kann ja auch beides sinnvoll kombiniert werden.


    Seit einiger Zeit macht die Firma auch diese Polyurethanbeschichtungen. Ich habe schon einen Termin nach den Osterferien gemacht und werde bei meiner kleine "Hütte" den Fußboden damit beschichten lassen, mit einem umlaufenden Rand, dann hab ich endlich Ruhe vor eindringenden Wasser. Und kann ihn einfach zum reinigen ausspritzen.


    Der Chef ist übrigens auch ein leidenschaftlicher Offroader und hat entsprechende Erfahrung.


    Wasserdichte Grüße
    Frank Mark

  • Hallo Jens,


    wie gings weiter mit dem Projekt ?


    Fahre 1,5 Kabine Hilux und stelle mir ähnliches vor ...


    bitte um Berichte der Höhen und Tiefen...


    MfG Felix

  • Hi, Jens,


    nachdem ich jetzt dabei bin, meine volle Leerkabine nach unseren Vorstellungen umzustricken und dann wohl noch einige Jahre fahren werde, habe ich vor, in ca. 2 Jahren (wenn die Arbeiten am Haus weitestgehend abgeschlossen sind) eine sehr ähnliche Kabine selbst zu bauen, wie Du es jetzt vor hast - allerdings als Hubdachkabine.


    Nach den Erfahrungen, die 'echte' Selbstbauer hier im Forum mit komplett selbst gebauten großen Kabinen gemacht haben (sei es nun Heiko, dj o.a.), werde ich den Bau - sozusagen als 'Versuchsaufbau' - selbst angehen. Die notwendigen Plattengrößen sind überschaubar und allein oder zumindest zu zweit gut zu montieren, Ideen während des Baus (während meines 'WohnIMMObilbaus ständig an der Tagesordnung) lassen sich ganz leicht berücksichtigen... Außerdem spart der Selbstbau einiges an Kleingeld, und bei Kabinen solch geringer Größe habe ich keine großen Ängste, daß der Selbstbau nennenswert instabiler wäre als eine Kabine eines namhaften Herstellers. Aber klar - der Kabinenselbstbau wird deutlich länger dauern als eine gekaufte Kabine...


    Aufgrund der geringen Größe und der damit (in Relation zu einer großen Alkovenkabine) geringen Beanspruchung glaube ich, daß die meisten Leerkabinenhersteller dazu befähigt sind. Ich stimme Krabbe allerdings zu, wenn er einen Hersteller empfiehlt, der die Platten selbst herstellt, so daß er Befestigungselemente oder Verstärkungen bei der Plattenherstellung berücksichtigen kann. Ich denke, Bocklet wäre da auch eine gute Ansprechadresse, bei MaBu weiß ich im Augenblick nicht, ob die die Platten selbst herstellen - allerdings ist meine über 15 Jahre alte MaBu-Kabine in einem ausgezeichneten Zustand, was für mich eine gute Empfehlung für die nächste Kabine ist...


    In einem anderen Punkt würde ich von Krabbes Empfehlung allerdings abweichen: bei einer Expeditionskabine, die ja doch häufiger einmal in unsanften Kontakt mit härteren Gegenständen (z.B. Ästen o.ä.) gerät, würde ich ein Sandwich nehmen, bei dem unter der GfK- oder Alu-Deckschicht eine dünne Sperrholzschicht liegt - ohne eine solche sind sowohl Alu als auch GfK schnell beschädigt. Und Fritz hier im Forum hat mit ausgeschnittenen Teilen seiner Fehntjer-Kabine (mit Holz unter dem GfK) einen Test durchgeführt: nach 2 Jahren im Freien war das (wasserfest verleimte) Sperrholz zwar vergraut, aber in keiner Weise aufgequollen. Soweit ich weiß, hat Fritz auch noch nicht von irgendwelchen Ablösungen Holz/GgK bzw. Holz/Schaum gesprochen, und das, obwohl er mit seinem LT 4x4 schon einige Australien-Outbacktouren etc. hinter sich gebracht hat.


    Viele Grüße
    Leerkabinen-Wolfgang



    P.S.: ich würde gerne über Deine/meine Kleinkabinen-Pläne diskutieren; beim Grundriß wird es wohl keine großen Unterschiede geben (auf der einen Seite eine kleine Dinette, auf der anderen Küche und Sanitärbereich), aber allein Hub- oder Aufstelldach, Absetz- oder Festkabine, Technikausstattung, Einbruchschutz etc. lassen viele unterschiedliche Überlegungen zu...

    die nächsten Festivitäten in http://www.Bodenheim.de:

    07.-09.05.2021: Leerkabinen-Treffen

    erstes Juni-WE (04.-07.06.2021): Weinfest

    vierter Sept.-Samstag (25.09.2021): Weinprobe in den Weinbergen


    Stellplätze vorhanden! Bei Fragen eMail/PN an mich

  • Moin allerseits!


    Da ich umgezogen bin habe ich den von Wolfgang angeführten Versuch nach zwei Jahren beendet.


    Die Holzlage unter dem äußeren GFK hat (neben dem zusätzlichen Gewicht) keine Nachteile gehabt bisher. Die Wände sind einfach druckfester. Für eine Aluwand halte ich die Holzlage für noch wichtiger als bei GFK, zumindest dann, wenn man auch in den Busch fährt. Beim GFK mag man auch darauf versichten können. Neben diesem Aspekt wird die Kabine verwindungssteifer.


    Ich halte im Innenbereich Holz für besser als GFK, das Raumklima ist besser, eben weil Holz Feuchtigkeit aufnimmt (und wieder abgibt), auf GFK dagegen bildet sich eher „Schwitzwasser“. Wird GFK mit Textilien (Teppichboden etc) beklebt ist zwar das Schwitzwasserproblem kleiner, aber dafür werden Gerüche gespeichert. Ich habe meine Holzinnenwand vor dem Ausbau mit einer reißfesten Tapete tapeziert und mit weißer Latexfarbe gestrichen. Würde ich immer wieder so machen. Im Küchenbereich aber ein dünnes Blech aus „Nirosta“.


    Fußboden: Ich habe auf die Sperrholzplatte (6mm) vor dem Ausbau des Autos einen PVC-Belag in der ganzen Kabine ausgelegt, aber nicht verklebt. Das war nicht ganz so gut. Es sind mir mal 3 oder 5 Liter Wasser auf den Fußboden gelaufen (langsam, halber Tag, also erst nicht gemerkt). Dies Wasser ist dann auch teilweise unter den PVC-Belag gelaufen. Das Holz wird feucht und kann nur ganz schwer und langsam wieder austrocknen, da der Belag weitgehend Diffusionsdicht ist.

    Der Fehntjer hat die Platten auch in der eigenen Werkstatt gebaut.


    Verstärkungen für Möbelbefestigungen habe ich nicht einbauen lassen. War bisher auch kein Nachteil. Allerdings habe ich auch nur ein Hängeregal in dem sich keine schweren Gegenstände befinden. Die anderen Möbeleinbauten stehen direkt oder indirekt auf dem Boden.



    Gruß



    Fritz

  • Moin,


    also ich habe den erst geplanten Pritschenaufbau dann doch nicht gekauft. Es ist jetzt ein Kastenwagen geworden. Folglich ist meine multifunktionelle Leerkabine nicht mehr nötig, statt dessen werde ich intelligente Lösungen für den Kastenwagenausbau suchen müssen. Vor allem im Hinblick auf die künftige Entwicklung der KFZ-Steuer für Womos liegt erst mal alles auf Eis. Solange ich nicht weiß, ob das Fahzeug aus Steuergründen ein LKW bleiben muß werde ich keinen Ausbau planen.


    Gruß
    Jens

    Das isländische Pferd, eines der geländegängigsten Transportmittel der Welt

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