Bau einer Popup Wohnkabine auf meinen Pickup (Ford Ranger 2017)

  • Hallo liebe Forengemeinde, ich bin Dieter (alias Outwolf), komme aus Schwabmünchen zwischen Augsburg und Landsberg am Lech und plane seit geraumer Zeit den Bau einer Pickup Wohnkabine für meinen Ford Ranger.

    Ich wurde über eine Zeitschrift auf das Forum aufmerksam. Im Internet gibt es viele Foren, die ich mir schon angesehen habe. Mich schreckten bisher aber die häufig unqualifizierten und völlig am Thema vorbeigehenden Aussagen mancher Forenteilnehmer eher ab, nein ich wurde schnell müde weiterzulesen, da ich bemerkte, dass man nicht zum Kern einer Anfrage gelangte.

    Ich habe mir heute dieses Forum angesehen und bin angenehm angetan über die fachlichen Beiträge mit echtem „Mehrwert“. Ich stehe so ziemlich am Anfang. Pläne wurden von mir mit Sketchup erstellt (das musste ich erst einmal lernen), Exceltabellen erstellt (spezifisches Gewicht unterschiedlicher Holzarten, Verkleidungsplatten wie Dibond usw.).

    Und hier mein erstes kleines Fazit zur Grundkonstruktion:

    Der Grundrahmen soll aus Multiplex Birke entstehen (30x50mm), wobei der Alkovenrahmen deutlich kräftiger ausfallen muss, wenn man bedenkt, dass später mit 2 Personen belastet werden soll. Als Dämmung zwischen den Rahmen habe ich mir 30mm Styrodur XPS vorgestellt. Als Außenwand hätte ich die Idee mit Dibond-verbundmaterial 3mm, nach innen evtl. das selbe Material, alternativ 4mm Sperrholz. Im Fuß- und Sitzbereich ist Siebdruck geplant.

    Etwas Kopfzerbrechen bereitet mir das Gewicht, das auf dem Bereich des Alkovens drückt. Hier gehe ich davon aus, dass die Statik des Gesamtgebildes mind 250 kg aushalten sollte.

    Als kleinen Anhaltspunkt habe ich hier mal einen Entwurf gemacht und diesen als Foto eingestellt

    Mich würde grundsätzlich eure Meinung bez.. des Rahmens und der Außen- Innenwandverkleidung interessieren. Nach dem ich hier heute neu gestartet bin, bitte ich um Nachsicht, dass noch nicht alles gleich rund laufen wird. Natürlich werde ich hier noch vieles lesen.

    Bis dann mal wieder, Dieter





  • Hallo und willkommen im Forum!

    Ich fürchte das wird alles etwas schwer was du da planst. 30x50mm Multiplex ist sehr viel. Lieber die Wände als Sandwich auslegen.

    Alu Dibond für außen kann man machen, ist aber auch empfindlich gegen Astberührungen. Außerdem gibts die glaube ich nicht groß genug, da musst du dann ansetzen.

    Besser wäre eine Beplankung mit GFK Rollenware 1,5mm dick, oder noch etwas weniger. Innen 4mm Sperrholz ist ok.

    Gruß, Holger


    Bilder meiner alten Kabine hier, und die aktuellen Kabine --> hier
    all.jpg

  • Hallo Dieter und willkommen hier bei den Verrückten.


    Ja, ich denke mit Deinem ersten Eindruck über dieses Forum liegst Du nicht ganz verkehrt.

    Natürlich prallen in den Diskussionen hier auch immer wieder verschiedene Ideen, Erfahrungen und Ansätze aufeinander udn manchmal laufen Threads auch in eine andere Richtung, als ursprünglich gedacht. So ist es nun mal in Foren.

    Aber alles in allem hast Du hier ein durchaus hohes Maß an Expertise und viele User, die wirklich aus der Erfahrung teils mehrerer Ausbauten schreiben.


    Ich schließe mich Holger mit seiner ersten Einschätzung schon mal an: Das wird schwer ...


    Die von Dir getroffene Materialauswahl ist eher ungewöhnlich, wie oder aus welchem Grund bist Du auf die Idee mit dem massiven Holzrahmen und der Verkleidung mit Alu-Dibond und4 mm Sperrholz gekommen?


    Aufgrund des Holzrahmens vermute ich, dass Du versierter Heimwerker bis, der gut mit Holz umgehen kann, aber z. B. kein Metaller? (Die meisten, die solche Rahmenkonstruktionen bauen, bauen Metallrahmen ...)


    Ich denke, der Rahmen ist schonmal sehr (zu) stabil und schwer. Dazu kommen sehr schwere Wände.

    Das ist überdimensioniert.

    Wenn Du wirklich eine tragenden Rahmenkonstruktion verwenden willst, dann kannst Du Die Wandbeplankungen dünner und leichter lassen, da diese dann keine großartige Festigkeit mehr haben muss bzw. keine tragenden Elemente sind.

    Du könntest solch einen Rahmen also außen mit dünnem Alu oder GfK beplanken. Innen könntest Du dünnes Holz nehmen.

    Problem könnte dabei (insbesondere bei Alu außen) die Feuchtigkeit werden. Das Thema „Dampfbremse“ und „Isolierung“ überlasse ich aber lieber dem User Picco.


    Wenn Du mit entsprechend dicken Wandbeplankungen arbeitest, kannst Du auch einen dünneren Rahme nehmen (oder auf einen Rahmen ganz verzichten), da die Wände schon in sich stabil genug sind. Denn dann hättest Du quasi eine Sandwichwand.

    Wenn Holz sein soll, dann könntest Du so auch aus 4 mm Multiplex außen und innen und dazwischen 30 mm Styrodur bauen. (Außen dann mit Bootslack versiegeln).

    Bei der Konstruktion könntest Du auf ein Traggerüst verzichten (bis oben einen umlaufenden Ring, für das Dach).


    Wenn Du die Kabine auch im Herbst /Winter verwenden willst, würde ich als Boden nicht nur eine Siebdruckplatte bauen, sondern da auch Isolierung vorsehen. Fußkalte Kabinen sind auf Dauer nicht so toll.


    Ansonsten empfehle ich Dir den aktuellen Thread von Picco, („Ich bau mir eine CH-konforme PickUp Wohnkabine“) dort den Anfang am 2008, wo er den Bau seiner ersten (PopUp-)Kabine beschreibt. Die wurde zwar wegen externer Ursachen nie vollendet (Die Gründe findet man auch im Thread), hat aber vermutlich einige interessante Ansätze für Dich.

    Viele Grüße
    Krabbe
    (Sachkundiger für Campinggasanlagen)

  • Hallo Dieter,


    schön das mal wieder einer mit Holz bauen will!


    Aber die Vorredner haben schon recht, 30x50 Multiplex ist reichlich schwer. Wenn Du mit Holzgerüst bauen willst, reichen dafür auch 30x40er Leisten z.b. aus Kiefer. Fichte ginge auch, ist aber nicht ganz so fest. Oder Weißtanne, das wäre richtig gut. Das ist leicher als Multiplex und die benötigten Verbindungen lassen sich auch besser ausführen.

    Wenn Du damit leicht bauen willst, sollte die ganze Wand als Sandwitsch verklebt werden. Die Beplankung, innen oder außen, nur ans Gerippe kleben wird bei der Alkovenbelastung nicht reichen.


    Auf einer Zeichnung sieht man eine Sterbe in der Alkovenwand. Belastungsmäßig geht die von oben nach unten, also auf Zug. Besser ist andersrum, von unten nach oben, also auf Druck. Das belastet die Verbindung nicht so stark weil die über den Druck sowieso hält. Und lass auf jeden Fall den oberen Riegel durchgehen.


    Wenn Du auch außen beim Holz als Beplankungmaterial bleiben willst, nimm wasserfestes Sperrholz das ausreichend lackiert wird. Diese 4 oder 6mm Betoplanplatten, also Siebdruck mit zwei glatten Seiten, sind nicht so das Ware. Dickere Qualitäten schon, aber das ist für Dein Vorhaben zu schwer. Mit Sperrholz außen hast Du auch keine Probleme wenn Du die Platten evtl. stoßen musst. Das sollte aber auf keinen Fall am Übergang Wand / Alkoven sein.


    Die Probematik des Kondeswassers / Dampfdurchgang der Wände ist sicher wichtig, aber wenn es eine Urlaubskabine für die wärmere Jahrerzeit sein soll und sie nur gelegentlich bei Minustemperaturen eingesetzt wird, funktioniert das auch ohne aufwändige Dampfsperren.


    Viel erfolg beim Überlegen


    Anton

    Wir brauchen dringend ein paar Verrückte - seht euch doch mal um, wo uns die Vernüftigen hingebracht haben!

    Einmal editiert, zuletzt von Anton ()

  • Hallo zusammen, vielen lieben Dank für die freundliche Begrüßung. Ich werde hier nochmals meine Gedankengänge zum besseren Verständnis mitteilen.


    -Hallo Holger, das waren auch meine Überlegungen, ob es wohl nicht zu schwer wird. Allerdings habe ich mir mit einer sehr ausführlichen Excetabelle alle Maße der Rahmenbauteile erfasst und war selbst überrascht, als ich dann den Überblick hatte. Im Baumarkt ist das Gewicht pro qm 15er Multiplex Birke mit 10,65kg/qm angegeben. Wenn ich also die fertigen Rahmenteile aufdopple/verklebe (damit hätte ich eine Rahmenstärke von 30mm und das wäre wiederum für die XPS 30er Dämmplatten ideal), kämen so für den kompletten Rahmen 70kg zusammen. Außerdem bilde ich mir ein, dass das Multiplexmaterial sehr maßhaltig und genau zu verarbeiten ist. Und Verschraubungen halten auch bombenfest.


    -Hallo Krabbe, Du hast völlig recht, ich bin eher der Holzwurm und habe auch einen relativ professionellen Heimwerker-Maschinenpark für die exakte Holzbearbeitung. Natürlich hatte ich auch die Vorstellung einer Sandwichbauweise und selbstverständlich soll alles vollständig wärmegedämmt werden, also auch Boden und Sitzbereiche.

    Wie kam ich auf Alu Dibond? Ich habe einen Dauerstellplatz mit einem Wohnwagen und habe aus Alu-Dibond Material 3mm die untere umlaufende Wetterschürze (also den unteren Wohnwagenrand bis zum Boden) damit verkleidet. Alu-Dibond soll hagelsicher sein und ich bekomme über die Fa. rexin-shop.de eine Länge bis zu 4,05 m. Auch der Ausdehnungskoeffizient hält sich im Rahmen und das Material ist nach Rücksprache mit dem Hersteller als Außenwandmaterial im Kabinenbau geeignet. Außerdem müsste ich nicht mehr lackieren, da es verschiedene Farben gibt. Und Feuchtigkeit ist auch kein Thema, da wetterfest.


    -Hallo Anton, lieben Dank auch für Deine Antwort. Ja ich liebe Holz und schwöre auf die natürlichen Eigenschaften und die Flexibilität. Eines vorneweg, ich will natürlich alles voll verkleben. Für den Anfang hätte ich mir das so vorgestellt, dass ich z.B. das fertig zugeschnittene Dibond-Seitenteil auflege, den fertig montierten Rahmen darauf klebe und danach die XPS Platten als Dämmfüllung verklebe. Danach sollen alle so hergestellten Wandteile auf die Grundplatten montiert und miteinander verschraubt werden. Die Grundplatten werden anschließend ebenfalls gedämmt.

    Die schräg verlaufende Strebe der Allkovenwand ist falsch herum eingesetzt, stimmt. Das habe ich bereits bei meinem nächsten Entwurf genau so gemacht, wie von Dir empfohlen. Das Bild ist mir leider versehentlich reingerutscht und ich wußte nicht, wie ich es löschen kann. Die Rahmendimension unten rum werde ich nochmals überdenken. Ich gebe auch zu, dass ich das Gewicht schon auch im Blick hatte in Bezug auf Multiplex. Ich wollte bisher nicht so recht an Fichte/Kiefer ran, da auf Länge oft nicht wirklich gerade Leisten zu bekommen sind. Weißtanne ist ein guter Tipp, den ich mal recherchieren werde.

    Abschließend kann ich sagen, dass das Gewicht des Rahmens inkl. Außen- und Innenbeplankung sowie Dämmaterial, und Bodenplatten ohne Fenster Dach und Tür nach meinen bisherigen Berechnungen bei ca. 270kg liegen wird.

    Anton, Deinen Baubericht habe ich vollständig gelesen. Das hast Du klasse gemacht und super exakt gearbeitet. Respekt.


    Ich wurde bereits in den ersten Antworten zu neuen Überlegungen angeregt. Vielen Dank und bis bald.

    Schönen Abend zusammen, Dieter

  • Hoi Dieter und herzlich willkommen hier!


    Seh ich das richtig, wird das eine Kabine mit Hubdach und Stoffwänden im Hubbereich?

    Wenn ja seh ich im Wandaufbau ausser dem wohl hohen Gewicht keine Probleme, ausser...
    ...wenn Du auch ohne das Dach hochzuklappen in kühlen Gegenden drin 'wohnen' willst.

    Darum die alles entscheidende Frage:

    Wie willst Du unterwegs sein?

    Auch mal längere Zeit bei Temperaturen die auch mal unter 0°C fallen können?

    Oder nur im Sommer?
    Alu oder Aludibond aussen kann einige Probleme mit der Feuchtigkeit bringen, erst recht wenn innen Holz verbaut wird.
    Und Feuchtigkeit willst Du eher nicht im Rahmen haben...

    Ein Wandaufbau für kühlere Temperaturen sollte innen einen höheren Dampfdiffusionswiderstand haben als aussen, mit einer Aluverkleidung aussen hast Du aber aussen eine Dampfsperre, da kann innen nur eine metallische Dampfsperre mithalten.

    Aber eben, wenn Du nur bei warmen Temperaturen und/oder mit Stoffaufstelldach unterwegs bist brauchst Du das Thema nicht so ernst zu nehmen wie wenn Du mit geschlossener, aber bewohnter Kabine bei kühlen Temperaturen unterwegs bist...

  • Servus Picco, richtig, so weit waren wir noch gar nicht. Ursprünglich sollte es ein Hubdach ähnlich der klassischen US Popupkabinen werden, also mit LKW Planenmaterial. Für mich auch hier der kleine Nachteil der Umgebungs-Temperaturen und evtl. geräuschempfindlicher. Derzeit habe ich alternativ die Idee von festen, aufklappbaren und gedämmten Wänden, statt LKW-Plane. Da bastle ich mir gerade ein Modell um mir einen vernünftigen Klappmechanismus inkl. Abdichtung zu visualisieren.

    Bezüglich Dampfdiffusion. Verstehe ich das richtig, wenn ich Außen- und Innenwand mit Alu-Dibond Material herstelle, werde ich ein Problem mit Feuchtigkeit bekommen?

    Ich gebe zu, die Dampfdiffusion ist für mich ein schwer verständliches Thema. Alu- Dibond hat auf beiden Seiten eine 0,22 - 0,3mm starke Aluschicht. Dazwischen Polyethylen. Wenn ich innen das selbe Material verbaue, habe ich da nicht automatisch eine Dampfsperre?

  • Hoi Dieter


    Wenn Du aussen und innen der WAND Alu verbaust dann passt alles, wenn Du aussen und innen der AUSSENVERKLEIDUNG Alu verbaust dann hast Du nur aussen an der Wand eine Dampfsperre.

    Genau da bringt eine Dampfsperre aber nichts ausser Probleme, die muss innen sein um Kondensat in der Wand zu verhindern.

    Wenn Du innen Sperrholz hast, dann das Holzgerüst mit XPS-Ausfachung und aussen Aludibond, dann wird die in der Innenluft vorhandene Feuchtigkeit durch das Sperrholz in die Ständerkonstruktion eindiffudieren.

    Das ist problemlos solange es innert brauchbarer Frist wieder austrocknen kann und es nicht kondensiert und gefriert.

    Denn der Dampf kann beim Aludibond nicht weiter.

    Das Aludibind ist in der kalten Jahreszeit aber kalt, also wird es irgendwann spätestens da kondensieren.

    Das Holztragwerk wird das Wasser aufnehmen und wenn es nicht wieder austrocknen kann zu faulen beginnen.

    Wenn Du, wie z.B. Anton, aussen eine Verkleidung machst die genügend Dampfdiffusionsoffen ist (in seinem Fall Holz) dann hast Du weniger Probleme mit dem Kondensat in der Wand, aber auch dann ist es eine Frage der Verhältnisse.

    Hier (klick mich) hats einen U-Wert-Rechner, der auch die Dampfdiffusion mitberechnet.

    Was ich im vorherigen Beitrag zu Hubdachkabinen mit Stoffwänden geschrieben habe trifft auf Hubdachkabinen mit LKW-Plane oder festen Seitenwänden übrigens nicht zu!

  • Ich wollte bisher nicht so recht an Fichte/Kiefer ran, da auf Länge oft nicht wirklich gerade Leisten zu bekommen sind. Weißtanne ist ein guter Tipp, den ich mal recherchieren werde.

    Hallo


    Fertige Leisten / Rahmenhölzer wirst Du in guter Qualität kaum bekommen. Am besten kauft man trokene Rohware, sprich Bohlen, schneidet das zu und hobelt das aus. Dann hat man Leisten wie sie sein sollen, gerade und bei entsprechender Holzauswahl möglichst ohne Äste. Wenn man das nicht selber kann, evtl beim Schreiner anfertigen lassen. Die genauen Längen und Verbindungen kann man dann immer nochselber machen.


    Viele Grüße


    Anton

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