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Reisebericht: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...

  • Picco
  • 14. September 2016 um 09:03
  • Picco
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    • 12. Dezember 2016 um 17:25
    • #141

    Wir steigen wieder ein und fahren zum Hippopool etwas weiter Flussaufwärts.
    Von Weitem ist da ein Picknick-Platz ausgewiesen, vor Ort aber nicht mehr...
    ...hmmm...
    ...Dürfen wir nun aussteigen oder nicht?
    Nach einigem Zögern, diskutieren und uns nach Raubtieren umschauen steigen wir an diesem herrlichen Örtchen aus!
    Und offenbar haben wir gut geschaut, denn wir werden nicht gefressen! :D

    Oben: Grüne Wiese, klares Wasser, dicke Hippos...was will man mehr am Hippopool?

    Oben: OK, Krokodile und ein die Krokis nervendes Hippo sind auch nicht zu verachten!

    Oben: Es wird fleissig gestubbst, erst vorne, dann auch hinten...die Krokis zeigen viel Geduld...können die sich überhaupt nerven?

    Oben: Wenigstens das wird in Ruhe gelassen!

    Nach vieleicht 10 Minuten kommt ein grosser Bus von sicher gegen 10m Länge die Piste runter, voll mit einheimischen Touris!
    Wenn man bedenkt dass ich Leute kenne die diese Piste als 'Offroad-Piste' bezeichnen und den Allrad sowie die Untersetzung einschalten würden dann staun ich wirklich wie der Bus mit diesen Überhängen das geschaft hat!!!
    Die Stille ist nun genauso vorbei wie unser Wunsch hier zu bleiben...also ab ins Auto und Tschüss!
    Aber halt, was sehen meine erfreuten Äuglein?

    Oben: Ein Goliathreiher (Ardea goliath)! Natürlich 'darf' Sikoyo für den anhalten!!!

    Da man den Goliathreiher nicht täglich sieht bleiben wir doch noch etwas und schauen ihm zu wie er hoch konzentriert versucht einen Fisch zu jagen!
    Genauso hoch konzentriert wie hoch erfolglos!
    Trotzdem schön zuzuschauen, zumal der Reiher nicht ganz alleine ist...

    Oben: Zum Beispiel hämmert ein Hammerkopf (oder Schattenvogel, Scopus umbretta) im Wasser rum...während hinter dem Inselchen ein Kroki lauert!

    Oben: Kroki freut sich offenbar dass er Goliath wieder mal sieht!

    Oben: Die Landschaft ist hier einfach nur wunderprächtigfantastischgelaktisch schön!!!

    Schön ist's hier, aber wir wollen ja noch Leo besuchen!
    Oder eher einen Leo suchen...
    Also los gehts!
    Obwohl der Bus mit wohl allen seinen Passagieren schon wieder weggefahren ist und jetzt nach ziemlichem Lärm wieder Ruhe eingetreten ist.
    Rauf gehts ins Gebiet wo der Leo sich aufhalten soll!
    Schon bald sehen wir rechts einige Klippschliefer, die alle, aber wirklich alle auf denselben Punkt am anderen Ufer des kleinen
    Baches zu schauen scheinen...
    ...hmmm...
    ...was da wohl interessantes ist?
    Wir alle drei suchen die felsige und buschige Gegend so gut es von der Piste her halt geht ab, denn ich hab da so eine Vermutung dass die Klippschliefer den Leoparden sehen und ihn im Auge behalten wollen!

    Oben: Gern genommene Zwischenmalzeit eines Leoparden: Klippschliefer oder Klippdachs (Procavia capensis)!
    Denn an deren nahe Verwandte, die Elefanten (!) und Seekühe (!!) getrauen die Leo's sich ja nicht, die Feiglinge!

    Wir überqueren die kleine Brücke und suchen und suchen und sehen ihn nicht...aber ich hätte wetten können dass er da ist!!!
    Aber es ist auch schon relativ spät, so langsam fahren wir weiter, natürlich noch immer auf den Leo hoffend!
    Der ist hier im Ruaha wirklich nicht so einfach zu finden, ich hab erst einen hier gesehen!
    Und das obwohl ich schon dreimal Geparden gesehen habe, denen die Landschaft hier viel weniger zusagt als dem Leo!
    Ist schon erstaunlich...

    Oben: Die Giraffe versucht uns über die nicht vorhandene Leo-Sichtung hinwegzutrösten...Danke, Giri!

    Noch bevor wir von den Hügeln wieder runter sind wirds schon dunkel.
    Trotzdem sehen wir noch zwei Hyänen im hohen Gras und einen Schakal im Rangerdorf...und bei den Bandas eine sehr hübsche Rangerin mit Kopfhöhrern ganz alleine auf einer Bank am Lagerfeuer nahe dem Ruaha River sitzen!
    Natürlich mit Gewehr...denn sie ist die Nachtwache der Touristen in den Bandas!
    Bevor Prosper mit dem Essen fertig ist geh ich mehrmals zum Fluss runter und zur Savanne rauf, natürlich immer Stirnlampenbestückt, und halte Ausschau nach den Tieren der Nacht.
    Nein, nicht nach Fledermäusen und Co., sondern nach Löwen, Leoparden, Elefanten und so weiter!
    Aber nebst einigen Krokodilen und Nilpferden seh ich nichts... :(
    Und dann hat Prosper auch schon den Gemüsereis mit Beef aufgetischt, den Sven, Sikoyo und ich genüsslich schnabulieren...
    Wieder mal fantastisch was Prosper da gezaubert hat!!!
    Zum Dessert hat er Eier mit Zucker zu einer Art Ommelette gebraten und diese mit Caramel übergossen...W-A-U-!
    Einfach nur sensationell gut!!!
    Dazu trink ich ein Tangawizi.
    Wie drei besprechen noch den folgenden Tag und beschliessen dass wir früher losfahren als heute, so dass wir um 06:00 Frühstücken und um spätestens 06:30 zum Gamedrive aufbrechen!
    Bald schon düsen wir ab in Richtung unserer Unterkünfte, vorbei an Elefanten, Zebras und Impalas.
    Gute Nacht.

    Gruss

    Picco

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  • Picco
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    • 13. Dezember 2016 um 19:15
    • #142

    Tag 15: Tiere wo seid ihr??? :-O

    Oben: Unsere heutige Etappe

    Es ist 05:00...und ich bin wach!
    Nicht dass mich irgendein Löwe mit seinen lieblichen Lauten geweckt hätte, nein, dazu sind die Ruaha-Löwen wohl zu faul!
    Aber wir müssen heute unser Gepäck mitnehmen, da nicht klar ist ob wir die nächste Nacht in den Bandas schlafen oder nicht, hier zumindest wäre besetzt, hat's geheissen!
    Nicht sicher, aber wahrscheinlich...odrr so...
    Um 05:45 sind Sven und ich schon bereit, also gehen wir auch raus, hoffend dass die Sterne mal wieder eine klare Nacht erleben!
    Aber dem ist nicht so!
    Und da wir hier im Stockdunkeln nicht rummunkeln oder uns fressen lassen wollen gehen wir wieder rein um um 06:00 Uhr wieder rauszukommen...
    Und noch immer halten sich die Sterne bedeckt!
    So langsam beginnt es der Dämmerung zu dämmern dass sie zu...
    ...nein, nicht dämmern, sondern....
    ...beginnen hat!
    Da wir nun ja schon was sehen bleiben wir auch draussen bis Sikoyo auch auftaucht, anschliessend gehts runter zu Prosper bei meinen geliebten Blechbandas...
    Hab ich schon mal erwähnt dass ich lieber da drin wäre?
    Na ja, es hat halt nicht sollen sein...und hier hats auch Klo und Dusche...was schon ganz angenehm ist!
    Aber vieleicht verbringen wir ja die nächste Nacht in den Bandas?
    Vor dem Frühstück laden wir unser Gepäck bei Prosper ab und beauftragen ihn darauf zu achten als wäre es sein Augapfel!
    Für den tollen Auftrag bedankt er sich wieder mal mit einem leckeren Frühstück, bei dem wir besprechen dass wir den Leo suchen gehen wollen!
    Und so machen wirs auch!
    Rauf auf die Hügel, auf denen der Leo gemäss Infos lebt und dann rüber in die Gegend, in der ich damals den Leo entdeckt habe!

    Oben: Nix Leo, viel Rotschnabeltoko (Tockus erythrorhynchus)... :-/

    Oben: Grosser Kudu, wahrscheinlich ein Sambesi-Großkudu (Strepsiceros zambesiensis), obwohl er hier am Ruaha und nicht am Sambesi lebt...

    Nebst Kudus und Tokos sehen wir kaum Tiere und auch lange keine Anzeichen eines Leoparden, nur Felsen, Steine und Gebüsch!
    Sven, Sikoyo und ich suchen und suchen, die Augen fallen uns vor lauter Anstrengung beinahe aus den Augenhöhlen, bis Sikoyo plötzlich anhält und den Kopf aus dem Fenster hält!
    Sven und ich, beide nicht dumm, halten unsere Köpfe auch aus dem Auto, wenn auch nicht durchs Fenster sondern oben aus dem Dach...
    ...denn dafür ist es ja offen!
    Und was sehen unsere Äuglein?

    Oben: Deine (Leoparden)spuren im Sand, die ich gestern nicht fand...

    Ja!
    Wenn schon bisher kein Leo, so dann immerhin Leo-Spuren!!!
    Und sie sind frisch!!!
    Somit ist so gut wie bewiesen dass es hier tatsächlich noch immer einen Leo gibt!
    Und ich dachte schon 'mein' Leo vom Herbst 2011 wäre ohne Nachfolgeregelung ausgestorben...
    Wir verfolgen also die Spuren...
    ...bis...
    ...je, bis...
    ...zu deren Ende natürlich, denn der fiese Leo hat sich irgendwo ins Gebüsch gehauen wo wir ihm nicht nachfolgen können!
    Pöse Mieze, pöse!!!

    Oben: Immerhin finden wir eine der möglichen Speisen des Leos, nämlich das Helmperlhuhn (Numida meleagris)!

    Oben: Und da wir keine Katze gefunden haben stolzieren zum (schwachen) Trost zwei Maskenlärmvögel (Corythaixoides) und ein junger Von-der-Decken-Toko (Tockus deckeni) auf einem Busch umher...

    Oben: Die Flachhalsgiraffe erspäht uns aus dem Unterholz und...

    Oben: ...versucht uns mit einem Spurt so zu verwirren dass wir sie nicht mehr sehen...nicht mit uns, liebes Gier-Äffchen!!!

    Oben: Alles festhalten, ein Raubadler (oder Savannenadler; Aquila rapax) ist in der Nähe!

    Oben: Ich weiss nicht wer sich mehr erschrocken hat, das Kudu-Weibchen wegen uns oder wir weil sie nach langem neben uns Stehenbleibens plötzlich davonrannte ohne dass es einen zusätzlichen Grund gegeben hätte als schon davor...
    Versteh einer die Frauen, tststs...

    Oben: Keine zehn Meter weiter bleibt sie doch noch stehen...

    Gruss

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    • 14. Dezember 2016 um 16:13
    • #143

    Oben: Junger Kampfadler (Polemaetus bellicosus), offenbar noch im gepunkteten Pyjama...

    Oben: Goldbugpapagei (Poicephalus meyeri)! Sieht man auch nicht alle Tage!

    Oben: So gelangweilt wie der Schliefer da liegt dürfte weit und breit kein Leo sein...

    Oben: Wobei die Landschaft hier oben ja schon schön ist!

    Oben: Und wieder mal präsentiert uns eine Gabelracke ihre wunderschönen Farben!!!
    Ich liebe diese Vögel!

    Oben: Der Trauerdrongo (Dicrurus adsimilis) trauert wohl mit uns über den Abbruch der Leosuche mit...

    Oben: Der Marmorspätzling (Grey-headed Social Weaver; Pseudonigrita arnaudi) hängt zuhause rum...

    Oben: Ja, endlich wieder vierbeinige Tiere die nicht rumschliefern!!!

    Oben: Weshalb der Schopffrankolin (Francolinus sephaena) so heisst entzieht sich bei Betrachtung seines Schopfes meinem Verständniss...

    Oben: 'Spieglein, Spieglein, da im Sand, wer ist der Tollste im Ruaha-Land?'

    Gruss

    Picco

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  • Picco
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    • 17. Dezember 2016 um 17:27
    • #144

    Oben: Und weil man ihn ja nicht jeden Tag sieht zeigt sich uns noch ein Goldbugpapagei am selben Tag...

    Oben und unten: Und endlich sehen wir wieder einige Elis!!!

    Oben: Südliche Hornrabe (Bucorvus leadbeateri), leider noch immer auch als 'Kaffern-Hornrabe' bekannt...

    Schon von weitem sehen wir einige Autos dastehen, sieht nach Löwen aus...
    ...und tatsächlich, Löwen auf einer kleinen Halbinsel weit weg (unten ein Bildausschnitt eines Bildes mit 800mm KB-Aequivalenter Brennweite) und in einem der Autos eine indische Grossfamilie, von denen die, die sich nicht gelangweilt irgendwelchen Elektronikdingern hingeben, mit dem iPad versuchen zu fotografieren...

    Oben: Weit, weit weg...deutlich zu weit für die iPad's der Inder...

    Oben: Etwas weiter wurde ein Storch gesattelt und somit zum Sattelstorch (Ephippiorhynchus senegalensis) umfunktioniert...

    Wir fahren weiter dem Fluss entlang bis ich dort wo Sven gestern den Löwen entdeckt hatte die Kudu-Leiche rieche...
    Es stinkt erbärmlich, aber ich überrede Sikoyo und Sven nochmals runter zu fahren und nach dem Löwen zu schauen.
    Und tatsächlich: Er und sogar das Kudu liegen noch da!
    OK, vom Kudu nicht mehr so viel wie auch schon und aussehen tuts noch ungesunder als gestern...
    ...aber hey, wir haben wieder eine Löwensichtung nur für uns!

    Oben: Der Löwe hat sein Kudu offenbar zum Fressen gern...

    Oben: Hinter uns hats noch weitere Raubtiere...wir sind sozusagen umzingelt! :-O

    Der Gestank des Kudus treibt uns aber bald mal weiter...
    Wir halten nochmals am Fluss um Vögel zu fotografieren, von denen hier doch einige Schöne rumhopsen!

    Oben: Die Zwergspinte (Merops pusillus) haben offenbar was gesehen das interessanter ist als Sven, Sikoyo und ich zusammen!

    Oben: Den grauen Ansatz nach zu beurteilen eine eher ältere Gabelracke...

    Gruss

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  • Picco
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    • 18. Dezember 2016 um 18:13
    • #145

    Oben: König der Fischer: Kingfisher! Genauer ein Graufischer (Ceryle rudis), auch als Pied Kingfisher unterwegs...

    Oben: Gabelracken flirten offenbar auch!!!

    Oben: Und sie fliegen sogar!!!
    Dies ist übrigens ein Bild das gemäss einigen selbsternannten Fotoexperten mit einer spiegellosen Kamera (wie ich sie benutze) gar nicht möglich ist...
    ...wie gesagt, selbsternannte Experten...

    Oben: Auch die beiden Zwergspinte scheinen zu flirten, wobei der/die Untere offenbar etwas rumzickt!

    Oben: OK, das sind keine Vögel...aber immerhin schmecken die Nilkrokodile ganz ähnlich wie Vögel...

    Oben: Immer wieder schön den Fluss zu sehen...

    Oben: Auch immer wieder schön: Baobabs!!! Erst recht wenn sie so verlebt aussehen wie der hier!

    Langsam aber sicher gehts zurück in Richtung Mittagessen!
    Prosper hat uns einen Kartoffelauflauf zubereitet, davor einige Früchte in einem separaten Teller, den er auf die umgedrehten Teller der Hauptspeise gestellt hat.
    Nachdem Prosper die Vorspeise abgeräumt hat schöpfen wir uns den Auflauf auf die Teller...
    ...Sven und Sikoyo inteligenterweise nachdem sie den Teller umgedreht haben, ich vorher...
    GRMPFL!!!
    Am Tisch herscht allgemeine Erheiterung, weshalb auch immer... ;)
    Na ja, wer rechnet schon damit dass ein Teller Kopf steht?
    Nach dem Essen seh ich dass die hübsche Rangerin die Nacht in Freien offenbar überlebt hat, trotz Kopfhörer...und dass sie nun ein Baby dabei hat!
    Das hatte sie gestern doch noch nicht, odrr???
    Geht ja manchmal schnell, aber so schnell???
    Ich staune!
    Um 14:00 fahren wir wieder zu den Zimmern rauf, denn offenbar sind die nun doch noch frei und die Bandas doch besetzt...
    Und offenbar weiss hier niemand so genau was wo ausgebucht ist!
    Na ja, wir akzeptieren es und schmeissen unser Gepäck wieder in unsere Zimmer, das kennen wir ja schon!
    Ich geh duschen und leg mich für die Datensicherung mit meinem PC aufs Bett...
    ...kurz vor 15:30 erwach ich und realisiere dass die Daten gesichert sind und ich schnell raus muss, denn um eben diese Zeit solls wieder los gehen!
    Sven und Sikoyo warten schon draussen!
    Und Sikoyo entdeckt bei der Gelegenheit eine gebrochene Blattfederlage!
    Irgendwann haben wir auch mal so ein klirrendes Geräusch gehört...aber an eine Blattfederlage hab ich dabei nicht gedacht!

    Oben: Da hilft Sekundenkleber nicht mehr: gebrochene Blattfederlage beim linken Hinterrad von Sikoyos Auto!
    Denn ein ganzes Stück fehlt, ist komplett rausgebrochen!

    Los gehts!
    Wir fahren wieder den Hügel rauf auf der Suche nach Leo, dem Parden!
    Unermüdlich wie wir bei dem Thema nunmal sind!
    Aber der Leo ist offenbar auch unermüdlich darin sich zu verstecken!!!
    Denn wieder finden wir kaum Vierbeiner!

    Oben: Dafür wunderschöne Vögelchen wie diese Gabenracke!
    Ich könnt die tausendfach fotografieren, so sehr gefallen die mir!

    Oben: Eine Rotschopftrappe (Lophotis ruficrista) die beim Versuch sich hinter Zweicgen und Gräsern zu verstecken kläglich scheitert!

    Gruss

    Picco

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  • Balu
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    • 18. Dezember 2016 um 18:35
    • #146
    Zitat von Picco

    Dies ist übrigens ein Bild das gemäss einigen selbsternannten Fotoexperten mit einer spiegellosen Kamera (wie ich sie benutze) gar nicht möglich ist...

    Einn Glück, dass du das zu dem Zeitpunkt noch nicht gewusst hast und trotzdem abgedrückt hast! :wink::mrgreen:
    Super Bild übrigens!

    Gruß
    Herby

    Probier's mal mit Gemütlichkeit

  • Picco
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    • 19. Dezember 2016 um 08:28
    • #147

    Hoi Herby

    Zitat von Balu

    Einn Glück, dass du das zu dem Zeitpunkt noch nicht gewusst hast und trotzdem abgedrückt hast! :wink::mrgreen:


    Doch, doch, gewusst dass die das sagen hab ich schon, aber ich glaub nicht jedem alles... :lol:

    Zitat von Balu

    Super Bild übrigens!


    Danke! Bis selber stolz einen dieser schnellen Flieger im Flug erwischt zu haben! :D

    Gruss

    Picco

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  • Picco
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    • 19. Dezember 2016 um 18:13
    • #148

    Tierleer präsentiert sich uns das Hügelland!
    Nun hats nicht mal mehr diese Piepmätze!
    Auf der ganzen Strecke bis zum Sandriver, den ich so nenne seit wir im Herbst 2011 da im Sand stecken geblieben sind und der eigentlich Mwagusi River heisst, keine nennenswerte Tiersichtung!!!
    So was hab ich noch gar nie erlebt!
    Wo sind denn die Viecher alle hin???

    Oben: Der Mwagusi River...auch ohne Tiere!

    Wir fahren etwas Flussaufwärts, immer in der Hoffnung dass wir irgendwo, I R G E N D W O doch Tiere finden M Ü S S E N ! ! !
    Da die Piste nun halb durch Wald, halb durch Buschwerk führt sehen wir einige Tiere, nebst denen die wir gar nicht haben wollen (Tsetse-Fliegen) bemerken wir auch einige Elefanten im dichten Dickicht...von sehen kann aber eine Rede sein!
    Bald erreichen wir den Picnicplatz am Mwagusi River, wo wir endlich mal aussteigen können!
    Und wo es Tiere hat! :D

    Oben: Tiere! TIERE! T I E R E ! ! ! :D
    Und dazu darf ich sogar draussen rumlatschen! :D

    Nach dem kurzen Stop am Picnic-Platz gehts schon bald wieder zurück, ist es doch schon kurz vor Fünf und der Weg weit!
    Also ab ins Auto und hoffen dass wir wenigstens auf der Rückfahrt Tiere sehen!
    Wieder durchs Gebüsch, wo noch immer Elefanten kaum sichtbar drin rumhüpfen...
    Aber nicht nur Elis sind im Busch...

    Oben: Kleines Kirk-Dikdik (Madoqua kirkii) ganz gross!

    Etwas ausserhalb der Büsche finden wir einen Baum voll mit Perlhühnern und fragen uns weshalb die da oben sind...
    ...und sie sehen so aus als ob sie etwas am Boden beobachten würden...zumal die Meisten von ihnen auf denselben Punkt schauen...
    ...nur...
    ...was ist da?
    Wir schauen auch ganz hoch konzentriert...
    ...denn...
    ...wir vermuten einen Leoparden, einen Serval, eine Schlange oder so was!!!

    Oben: Hühner, mit Perlen behangen...sind Perlhühner!

    Oben: Baum, mit perlenbehangenen Hühnern...muss ein Perlhuhnbaum sein!

    Aber auch nach langem warten ändert sich nichts und zeigt sich genausoviel!
    Also los, wir müssen noch vor dem Eindunkeln zurück sein!
    Nebst einigen Kudus und Dikdiks sehen wir lange keine Tiere...nur Landschaft!

    Oben: Landschaft in der Nähe der Einmündung des Mwagusi River in den Ruaha River...aus dem schnell fahrenden Auto aufgenommen.

    Endlich in der weiten, grasbewachsenen Ebene am Ruaha River angekommen sind wenigstens einige Elefanten, Zebras und Giraffen zu sehen, aber auch nicht in der Menge wie ich es vom Ruaha gewohnt bin...
    Man könnte meinen die Tiere haben sich heute dauernd vor uns versteckt!
    Dabei hab ich mich heute früh doch gekämmt und gewaschen...
    Erst nach Sonnenuntergang erreichen wir die Bandas wo Prosper uns wieder mit seinen Kochkünsten verwöhnen wird!
    Aber davor gehts natürlich erst mal zum Ruaha River runter, Stirnlampe ist natürlich im Guesthouse...
    ...Fehler!!!
    Und so seh ich nichts und kann auch die Gegend nicht nach reflektierenden Augen absuchen...also zurück in den Esskäfig!
    Zumal es sowieso windig ist und ich auch beim Esskäfig Fledermäuse durch die Luft und zwei Schakale vorbei huschen sehe.
    Die hübsche Masai-Rangerin von gestern wird wieder gebracht, diesmal wieder ohne Baby.
    Offenbar 'darf' sie wieder die Nacht im Freien verbringen und die Touris in den Bandas vor den Tieren schützen und aufs Klo begleiten wenn die in der Nacht mal müssen...
    Mut hat die Frau definitiv!
    Hier eine Nacht draussen zu verbringen ist nicht ohne, denn auch wenn wir heute kaum Tiere gesehen haben, hier hats welche!
    Und zwar auch solche mit leisen Pfoten und langen Zähnen...
    Ich möcht's nicht!
    Und ob ihre Art damit fertig zu werden, nämlich sich mit Musik aus dem Kopfhörer abzulenken, wirklich das Richtige ist wage ich zu bezweifeln...
    Aber sie ist der Profi, nicht ich...
    Als Abendessen hat uns Prosper jedem einen Spiess aus Fleisch und Gemüse gegrillt und dazu Gewürzreis und eine Art Kohl gezaubert!
    Lecker!!!
    Dabei trinke ich noch das zweitletzte Savannah und pack das Letzte fürs Guesthouse ein.
    Aber Sven isst nicht so wie sonst, ihm gehts nicht so toll...
    Trotzdem besprechen wir noch den morgigen Tag, der unser letzter mit Sikoyo und Prosper sein wird, zumindest für diesen Urlaub, denn morgen gehts nach Sansibar!
    Auf der Fahrt zu unseren Zimmern begegnen wir einen Hippo auf Landgang...immerhin mal ein Tier an diesem Tag!
    Im Zimmer liegend und die Fotos sichernd höre ich wieder die Laute der afrikanischen Nacht: Hippo's schreinen und Löwen brüllen...
    Herrlich!

    Gute Nacht!

    Gruss

    Picco

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    • 22. Dezember 2016 um 11:50
    • #149

    Tag 16: Löwen und Sansibar...

    Oben: Unsere heutige Etappe

    05:00 Uhr und wach, denn es heisst wieder mal packen!
    Heute gehts nach Sansibar, davor aber zum Frühstück und auf einen kurzen Gamedrive!
    Um 06:00 stehen Sven und ich mit Gepäck draussen bis mir die Idee kommt das Gepäck hier zu lassen damit wir auf Gamedrive mehr Platz im Auto haben!
    Da der Flug eh um 09:45 starten soll, wir eine Stunde vorher beim Flugfeld sein müssen und die Zimmer bis 10:00 benutzen dürften ist das ja kein Problem!
    Los gehts zu Prosper, der uns heute ein Porridge mit Milo (eine Art Cacao) serviert!
    So ist es nicht nur essbar sondern sogar gut, obwohl ich Poridge seit meinem Mt.Everest-Treck hasse!
    Spiegeleier und Süsskartoffeln gibts auch noch dazu, lecker!
    Und sehr sättigend!
    Auch Sven isst wieder normal, nachdem er eine verdauungsbedingt unruhige Nacht hatte gehts ihm wieder gut!
    Schön!
    Brauchen wir ihn also nicht notfallmässig zu schlachten odrr so... ;)
    Nach dem Frühstück verabschieden wir uns von Prosper und, da wir wegen meinem 'Dollar-in-Ruanda-verloren-Problem' von zuhause her zahlen können (Prosper wie Sikoyo sind ohne Überredungskünste sofort einverstanden das Geld per Überweisung zu erhalten), sagen wir ihm vor Sikoyo dass er 75$ als Trinkgeld erwarten darf sobald wir wieder zuhause sind!
    Ich bin echt froh dass die beiden das sofort mitmachen, lange versucht sie zu überreden hätt ich aber auch nicht.
    Danke, Prosper und Sikoyo!
    Danach düsen wir über die Pisten holpernd los in Richtung Flussabwärts zur grossen Ebene, auf einen Geparden oder so was hoffend!
    Viel versprechen wir uns nach dem gestrigen Tag der fehlenden Tiere aber nicht!
    Immerhin dürfen wir einen schönen Sonnenaufgang bewundern während wir so dahinfahren...
    Schon bald sehen wir den Landrover der Filmcrew wieder und schnell ist klar dass da was Spannendes sein muss! :D
    Einige hundert Meter vor uns sehen wir die grosse Büffelherde ruhig grasen...aber das kann nicht der Grund für das Filmteam sein hier stehen zu bleiben und die Kamera bereit zu halten!
    Und Tatsächlich: Ich entdecke das Löwenrudel bei der Jagtvorbereitung!

    Oben: Unschwer als Löwenmännchen zu erkennen: Löwenmännchen!

    Oben: Dazugehörend: Löwenweibchen!

    Oben: Die Löwen verteilen sich und gehen auf die Büffelherde zu...

    Oben: Wobei sie sich nicht sehr gut tarnen und verstecken...

    Oben: Schnell fällt diese Löwin mit dem verletzten rechten Hinterbein auf..sie ist recht mager und humpelt stark!
    Wohl deshalb bleibt sie auch zurück...

    Oben: In der Stellung hätte sie als Vorlage für die Sphinx dienen können!

    Oben: Die Anspannung der Tiere ist beinahe zu spühren während sie sich immer mehr ausbreitend den Büffeln nähern.

    Oben: Und, im Gegensatz dazu was dieses Bild zeigt, ist der Rudelführer immer zuvorderst dabei und überlässt den Damen den Vortitt eben nicht!

    Oben: Etwas erstaunt mich dass die Löwen keine Deckung suchen sondern gut sichtbar auf die Büffel zugehen!

    Gruss

    Picco

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  • Picco
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    • 23. Dezember 2016 um 11:26
    • #150

    Oben: Währenddem grasen die Büffel friedlich weiter, nur Vereinzelte schauen nach den Löwen!

    Oben: Dabei sind sie doch so schön anzusehen...tststs...versteh einer die Büffel!!!

    Oben: Weiter gehts auf die Büffel zu!

    Ja, weiter gehts auf die Büffel zu, die jedoch nun auch beginnen auf die Löwen zuzugehen!
    Der Abstand zwischen der Spitze der Herde und der Spitze des Rudels ist nur noch sehr klein, ich denke vieleicht noch
    40 bis 50 Meter, also eigentlich schon beinahe Angriffsdistanz!
    Und doch...
    ...drehen die Löwen ab!!!
    Ich glaubs nicht...
    Das Männchen spielt mit einem Weibchen etwas rum und die andern Weibchen drehen sich von den Büffeln ab!
    Und alle Löwen trotten nun wieder von der Büffelherde weg, während die Büffel langsam etwas nervöser werden!
    Na ja, die Büffel sind halt auch nicht als Schnelldenker bekannt...

    Oben: Sie legt sich während des Rückzugs auch mal hin...eine Jagt ist offenbar auch anstrengend wenn man nicht gejagt hat!

    Oben: Und nun biegen sie in die Piste vor uns ab und natürlich verfolgen wir sie in gebührendem Abstand!

    Oben: Wie unschwer zu erkennen ist wäre mehr als genug Energie für eine Jagt vorhanden...dummerweise hab ich's durch den Sucher nicht gesehen... :-O

    Oben: ...und die spielenden Löwen nur am Bildrand drauf statt als Hauptziel...heul...

    Oben: 'Nein, auch mit dem herzerweichendem 'knuddle-mich-Blick' kriegst Du mich nicht aus dem Auto raus!
    Such Dir ein anderes Frühstück, mein Kätzchen!'

    Oben: 'OK, dann gehen wir halt suchen...nix 'Picco-on-Toast'...'

    Oben: Und wo die Löwen sind hats immer auch Schakale die den Kätzchen in gebührendem Abstand folgen...

    Gruss

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    • 24. Dezember 2016 um 11:01
    • #151

    Oben: Nachdem wir schon dachten die Löwen würden wir nicht mehr sehen kommen sie wieder auf uns zu, zwar weit entfernt, aber immerhin!
    Schönes Mädchen!!!

    Oben: Und auch der Prachtskerl macht uns nochmal seine Aufwartung!

    Oben: Und der Gentleman deckt genau die Seite auf der die Löwin offenbar blind ist (siehe das hellblaue Auge) ab...nett!

    Oben: Und schon bald macht das Rudel (5 Weibchen, eine Jungendliche und das Männchen) das was es am Besten kann:
    Unter einem Busch Faulenzen!

    Unten: Kleines Video aus dem Ruaha...

    https://www.youtube.com/watch?v=niX7jsLUPj4

    Und nun um 08:30 Uhr ist es definitiv Zeit den Löwen Adiö zu sagen:
    Hier kommts ('theatralisch die Augenbrauen hochzie'): Adiö Löwen, adiööööööööö!!!
    Denn unser Flieger sollte schon bald eintreffen!
    Also zurück zu unserem Gepäck, die Wehmut schon im Gesicht ablesbar...
    :(

    Oben: Unser Gamedrive

    Wir laden unser Gepäck ein und hopsen weiter zur Flugpiste wo wir uns in den Schatten setzen.
    Wieder einmal versucht ich mit Hilfe meiner SIM-Karte von TIGO, zu der mir der Verkäufer einen guten Internet-Empfang im Ruaha versprach, ins Internet zu gehen um Sikoyo etwas zu zeigen...und wieder ist das Netz selbst für einfachste Seiten zu langsam...
    Hiermit mein Tipp an alle die im Ruaha Internet haben wollen: Kauft keine TIGO-Karte!
    Die hat hier kaum Empfang und wenn dann maximal Edge, und das noch besonders langsam!
    Na ja...
    Aber wir haben eh kaum Zeit für so was, denn der Flieger kommt schon über die nahen Hügel geflogen!
    Wir verabschieden uns von Sikoyo, der uns hier wirklich schöne Tage beschert hat, auch wenn die Buchung nicht so funktioniert hat wie wir wollten, aber das Problem vermuten wir nach dem Chaos das TANAPA (Tanzania National Parks) betreffend der Verfügbarkjeit der Bandas aufgezeigt hat eher nicht bei ihm sondern eben bei TANAPA...
    Gerne wieder mit Sikoyo und Prosper, leider zwangsläufig auch mit TANAPA...
    Zwischenzeitlich ist der Flieger gelandet und der Pilot quasselt uns schon an dass wir doch das Gepäck schon mal in den 'Kofferraum' am Bauch des Fliegers reinschieben und dann einsteigen sollen.
    Schon um etwa 09:25, also 20 Minuten vor der offiziellen Startzeit propellern wir los auf die Startbahn und heben dann völlig ab!
    Tschüss Ruaha, tschüss Sikoyo, tschüss Prosper!
    Wie immer wenn ich Afrikas Naturparks verlasse bin ich kurz davor Tränen über die Wangen kullern zu lassen...beim Ruaha fällt es mir jeweils besonders schwer wieder zu gehen!!!

    Oben: Jetzt gehen wir in die Luft!!! Aber so was von!!!

    Oben: Flughafen von Iringa, noch aus dem Flugzeug.

    Diesmal dürfen wir nicht draussen bleiben sondern müssen ins Flughafengebäude rein!
    Und hier wird verlangt dass wir unser Handgepäck aufmachen!
    Aber zum Glück ist der zuständige Mann zufrieden damit nur Svens Gepäck anzuschauen, ich beginne meines zwar auch auszupacken aber er winkt ab und schickt mich in einen Raum mit einigen Sesseln, offenbar die Lounge des Flughafens!
    Nebst uns kommen so langsam total 7 Personen dazu, die offenbar mit uns mitfliegen werden, eine davon kommt mir sehr bekannt vor...
    ...hmmm...ist das Dionysia Fliakos vom Tandala Camp etwas ausserhalb des Ruaha NP's?
    Sie und die Jugendliche bei ihr sind zu sehr miteinander beschäftigt um sie darauf anzusprechen ob sie unsere damalige Gastgeberin ist oder nicht...aber ich bleibe neugierig!
    Dank W-Lan kann ich der Unterkunft in Stone Town eine eMail mit den Flugdaten schicken damit wir abgeholt werden, obs jedoch ankommt wissen wir nicht...
    Aber wird schon klappen!
    Bald startet der Flieger und wir werden auf recht direktem Weg von Iringa nach Dar es Salaam geschüttelt, wo wir beim Terminal 1 (das ist der für Inlandsflüge) wieder aus dem Flieger ausgespuckt werden.
    Und endlich ergibt sich eine Situation um die Frau anzusprechen und tatsächlich: Sie ist Dionysia!
    Ha, so ein Zufall!
    Sie erinnert sich sogar noch an mich und beim kurzen Schwatz erzählt sie mir dass sie ihre Tochter ins Internat nach England bringt.
    Und irgendwie ist der Trennungsschmerz zwischen Mutter und Tochter beinahe greifbar...weshalb ich die Zwei wieder sich selbst überlasse und nicht weiter stören möchte.
    Aber schön kurz mit ihr gesprochen zu haben!
    Nach kurzem Warten kommt unser Gepäck und wir können es durch den Scanner jagen und rüber zum Auric Air-Schalter gehen.
    Den Weg kennen wir ja bereits...
    Also aus dem Haus raus, an den Taxifahrern vorbei zum nächsten Eingang, durch die Sicherheitskontrolle und zum Schalter.
    Dank W-Lan (TIGA bietet selbst hier nur Edge an)können wir ins Internet um uns die Wartezeit zu vertreiben.
    Leider hab ich keine Antwort der Unterkunft in Stone Town erhalten.
    Bin mal gespannt ob jemand da steht!
    Einchecken können wir um kurz nach 12:00 Uhr, aber der Aufruf nach Sansibar erfolgt erst um 13:20 Uhr!
    Abflug ist dann um 13:30 Uhr und nach nur 20 Minuten Flug landen wir schon wieder!

    Oben: Dar es Salaam kurz nach dem Start des Hoppsers nach Sansibar

    Oben: Inselwelten vor Dar's Küste

    Oben: Der internationale Flughafen von Sansibar!

    Raus aus dem Flieger, nun wieder mit einem Strahlen auf dem Gesicht und 'Hey, mer sind z Sansibar!!!' auf den Lippen gehts zur Imigration!
    In Kurzform: Einen blauen Zettel ausfüllen, am 'Ausländer'-Schalter abgeben und Gepäck entgegennehmen!
    Ende Imigration!
    Also raus aus dem Flughafengebäude und rein ins Gewimmel der schilderhaltenden Fahrer die auf die Touris warten!
    Und was sehen meine sonnenbebrillten Äuglein?

    Gruss

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    • 26. Dezember 2016 um 10:52
    • #152

    Sehr viel, aber kein Schild mit meinem Namen oder dem Namen der Unterkunft, nichts!
    Shit, hats also nicht geklappt!
    Ein Fahrer spricht uns an ob er uns irgendwohin fahren soll, zumal niemand jemanden mit einem Schild vom Kiponda B&B (klick mich) gesehen hat.
    Na ja, wir gehen in den Schatten und warten da erstmal ein wenig ob der Fahrer noch kommt, zumal wir auch etwas zu früh gelandet sind.
    Da kommt der Fahrer, der uns angesprochen hat zu uns und spricht mich von Weitem mit 'Claudio' an, er habe mit dem Guesthouse telefoniert und die hätten einen Fahrer geschickt, aber wenn der nicht da wäre solle er uns dorthin bringen.
    Wir wollen schon 'ok' sagen, da mischt sich ein Typ, der schon die ganze Zeit neben uns im Schatten steht, ein und sagt dass er der Fahrer vom Kiponda B&B ist!
    Und tatsächlich zeigt er ein Blatt Papier mit 'Claudia Comolli Kipondo' drauf!
    Super!
    Auf die Frage weshalb er denn seinen Zettel nicht gezeigt habe als wir gekommen sind antwortet er dass er vier Leute erwartet hätte, es wären ja auch zwei Zimmer!
    Toll!
    Was für ein Schlauberger!
    Ich geb dem hilfreichen Taxifahrer ein Trinkgeld und unser Fahrer packt meine Tasche an einem der Henkel...
    ...um sie über den rauhen gesplitteten Asphalt hinter sich her zu schleppen!
    Waaa!!!
    Was ist das denn für ein Depp?
    Sofort hört er mein 'No! Don't do it like that!'...
    Kein Wunder, leise oder nett hab ichs ja nicht gesagt...
    Nach etwa 20cm die Tasche hinter sich herziehen nimmt er sofort die Tasche auf die Schultern...weshalb nicht gleich so?
    Mit viel Hupen fahren wir zu einem Parkplatz von dem wir zu Fuss mit dem Gepäck auf den Schultern zum Kiponda B&B.
    Nach vieleicht 200m sind wir da und ein zwar freundlicher, aber auch etwas mürrischer Herr empfängt uns.
    Während er das Einchecken vorbereitet bezahlen wir dem Fahrer die beim Kiponda B&B üblichen 15$ und lassen den Deppen ziehen.
    Und schon gehts die steilen Treppen rauf zu unseren Zimmern, die direkt nebeneinander im zweiten Stock liegen!

    Oben: Ja! Es hat ein Bett! :D

    Oben: Und eine Dusche, nur für mich!

    Oben: Und sogar eine Toilette, ebenfalls nur für mich!

    Gefällt mir, das Zimmer!
    Aber Sven und ich sind schlapp und wir legen uns erstmal in unsere Betten!
    Um 16:00 wollen wir uns wieder treffen!
    Zuerst gehts mal unter die Dusche, dann wird das Bett beehrt...schlafen kann ich zwar nicht, aber immerhin etwas liegen.
    Internet hab ich von TIGA auch hier nur Edge, obwohl mir der Verkäufer von 4G erzählt hat!
    Aber immerhin hab ich auf dem Klo und in einer Ecke des Bettes (im Ernst nur in einer Ecke!!!) W-Lan-Empfang!
    Und nun empfange ich auch endlich die eMail des Managers, die mir bestätigt dass ein Fahrer unterwegs ist um uns am Flughafen abzuhoilen!
    ;)
    Kurz vor 16:00 Uhr gehen wir rauf zum Restaurant des B&B, das wie vielfach hier in Stown Town zuoberst ist.
    Aussicht hats, aber nichts was man sehen will...vor allem Baustellen und schwarze Wände...

    Oben: Das Restaurant fürs Frühstück mit Lümmelecke!

    Dann wieder die steilen Treppen vier Stockwerke runter und raus aus dem B&B!
    Sven steht nachdem er beinahe überfahren wurde schon auf der anderen Seite der Gasse und fotografiert mich wie ich versuche beim Heraustreten aus dem Eingang nicht auch von einer Vespa in Stücke gekarrt zu werden!
    Wie die Schlauen von Euch an der Tatsache dass ich hier den Reisebericht schreibe sicher bemerkt haben ist mir das sogar gelungen!

    Oben: Nicht ganz ungefährlich: Beim Ein- und vor allem Ausgang aus dem B&B wird man von wild rumrasenden Vespas bedroht!!!

    Von rechts sind wir gekommen und die Gegend hat uns beim herkommen nicht wirklich aus den Latschen gekippt, also gehen wir nach links!
    Ohne zu wissen wo wir eigentlich sind, ohne Karte und ohne Navi! :-O
    Jaja, man ist Abenteurer oder man ist's nicht! ;)
    Bald schon passieren wir einige kleine Geschäfte und eine grosse Moschee und stehen beim 'House of Wonders' wo uns ein professioneller Stadtführer (mit amtlicher Bestätigung) anspricht.
    Sympatisches Kerlchen, und deutsch spricht er auch nicht schlecht!
    Er bietet uns natürlich seine Dienste an die wir nach kurzem Verhandeln für den morgigen Tag buchen!
    Denn heute wärs eh zu spät, die Tour dauert 2-3 Stunden, und so latschen wir weiter über die Strasse zum Meer hin.

    Oben: Sansibarische Gastfreundschaft? :-O

    Beim Meer angekommen werden wir von einem Typen angesprochen der uns unnützes selbstgemachtes Zeug verkaufen will.
    Wie üblich geb ich nichts und sag das auch, worauf er sagt dass ich nur nichts geben würde weil er schwarz ist!!!
    Boa!!!
    Einer wirft ausgerechnet mir Rassismus vor!!!
    M I R ! ! !
    Da hat er mich an einem Punkt erwischt bei dem ich, der ich selbst schon Rassismus gegen mich gerichtet erlebt habe, schnell emotional werde!
    Ich kann Rassismus nicht austehen!!!
    Es entwickelt sich eine längere Diskusion mit ihm, wobei es eher ein Beinahe-Monolog seinerseits ist, denn zuhören ist nicht seine Stärke!
    Wieder etwas was ich nicht ausstehen kann!
    Menschen die nur reden aber nicht zuhören können!
    Er (!!!) schlägt vor dass wir ihm etwas zu Essen kaufen (!!!) und um diesen Typen, der es wie keiner vor ihm schaft einen Balanceakt zwischen beleidigend und interessant sein zu vollziehen loszuwerden geben wir ihm 10$.
    Dafür verspricht er uns 3 selbstgemachte Ketten, gibt dann aber nur zwei, die wir aber auch nur annehmen um ihn los zu sein!
    So ein hartnäckiges ausgekochtes Schlitzohr!!!
    Schnell weg!

    Oben: Strand in Stonetown...

    Und nun gehts auf Suche nach einem Geldautomaten!
    Schon bald finden wir bei der 'National Banc of Commerce' einen Raum mit 3 Automaten, aber was ich auch tue, ich bring keinen Shilling aus dem Automaten raus!
    Da es nicht nur mir sondern auch Sansibari und Touristen so geht nehm ich mal an dass das Problem weder bei mir noch bei der Karte sondern bei der Bank liegt!
    Also wieder raus, weitersuchen!
    Dabei finden wir eher zufällig das 'Freddie-Mercury-Haus!

    Oben: Das Freddie-Mercury-Haus steht da in Stone Town einfach so rum...erstaunlich wenn man bedenkt dass Freddie bisexuell war und das in der Kultur hier so gar nicht gut ankommt...

    Nachdem wir die Aushänge am Haus gelesen haben gehts weiter in Richtung Stadtzentrum. Nach wenigen Metern sagt mir ein Tourist, der
    vorhin ebenfalls am Geldautomaten rumstand 'There is a Stanley-ATM!' und deutet auf ein Haus etwas hinter ihm!
    Super, und tatsächlich finden wir den 'Stanley-Banc'-Geldautomaten bei 6°09'49.1"S 39°11'14.8"E bzw. -6.163650, 39.187437! (klick mich)
    400'000 Tansanianische Shilingi rückt er maximal pro Tag raus!
    Problemlos!
    Wir gehen weiter ziellos durch die Gassen Stone Towns...

    Oben: Selten sieht man so wenige Menschen und Vespa-Raser wie auf diesem Bild!

    Oben: Typisch für die Kultur hier sind die wunderschön geschnitzten Türen der Häuser!

    Gruss

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    • 27. Dezember 2016 um 12:41
    • #153

    Oben: Und nicht nur Türen sind schön geschnitzt, ganze Balkone wurden hier geschnitzt!

    Viele Einheimische grüssen uns freundlich, einige betrachten uns einfach und einer spricht mich mit 'Hello Mister Kilimanjaro, welcome in Zanzibar!' an!
    Mister Kilimanjaro?
    Ach ja, ich trag ja ein Kilimanjaro-T-Shirt von Kipepeo-Clothing (klick mich)! :D
    Irgendwan erreichen wir den Busbahnhof und den Markt, schlendern weiter und finden uns plötzlich in der 'Mercury's Bar' wieder!
    Für den Sundowner perfekt!
    :D
    Nur leider hören wir während unseres Aufenthaltes in dieser Bar, die sich ja auf Freddie Mercury beruft, nur modernen Quatsch, aber nicht ein Lied von Freddie!
    Schaade, aber irgendwie auch verständlich...man kann nicht dauernd dieselbe Musik hören, nicht mal bei Queen bzw. Freddie Mercury!

    Oben: Aussicht vom 'Mercury's' auf den Strand und den Fährhafen

    Nach zwei Drinks bringen wir die Kameras zum B&B, welches nur wenige hundert Meter entfernt ist, zurück und machen uns auf um etwas zum Abendessen zu suchen!
    Dabei kommen wir auch durch den jeweils abends aufgebauten Food Market am Strand vor dem 'House of Wonders', wo wir natürlich die Speisen begutachten und angesprochen werden...schaut lecker aus!
    Zumindest zum grossen Teil, teilweise hats aber auch abschreckend Ausschauendes auf den Tischen...
    Da Sven und vor allem ich schon unsere Verdauungsprobleme haben ziehen wir ein Restaurant vor und gehen ins direkt beim 'Food Market' liegenden 'Floating Restaurant'!
    Wir bestellen den Tagesfang (Fisch) und als Vorspeise Avocado mit Garnelen (ich) bzw. Knoblauchbrot (Sven).
    Gut und teuer.

    Oben: Meine Vorspeise...

    Oben: ...und meine Hauptspeise: Der Fang vom Tag! Ich hab da eher eine Art Fischplatte erwartet, war aber auch so sehr gut!

    Während wir die hungrigen Katzen abwehren essen wir den Fisch mit Reis und geniessen die Stimmung am Meer mit den Geräuschen vom nahen Food-Market und den im Meer plantschenden Menschen, herrlich!
    So um halb neun schlendern wir wieder in Richtung unserer Unterkunft, vorbei an Kopf voran ins Meer springenden Jugendlichen, quer durch den Food Market, wo wir natürlich wieder angesprochen werden und am 'House of Wonders' links in die Gasse abbiegend in Richtung des 'Kiponda B&B'.
    Denn wir sind müde...gute Nacht!

    Gruss

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    • 30. Dezember 2016 um 07:47
    • #154

    Tag 17: In den Sklavenkellern von Stone Town!!!

    Oben: Unsere heutige Etappe

    Phu, war das eine Nacht!!!
    So um 22:00 eingeschlafen und um 23:00 schon wieder wach gewesen!!!
    Toll!!!
    Es ist hier einfach zu warm um zu schlafen!
    Selbst nachts fällt die Temperatur kaum unter 25°C und die Luftfeuchte ist hoch und die Leute sind laut und und und...
    Irgendwann schlaf ich dann trotzdem wieder ein, aber um 05:00 krächzt der Muhezin auch hier los! :(
    Um 08:00 Uhr treffen sich Sven und ich beim Frühstück auf der gedeckten Dachterrasse.
    Es gibt 2 Müäsli, viele Früchte, diverse Brote und Eier in diversen Formen.
    Ich nehme Spanish Ommelette und Früchte, Fruchtdrink und Afrikaffee, denn den Kaffee aus dem Kaffepresser auf dem Tisch mag ich nicht…
    Ebenfalls mag ich es nicht wenn jemand hustet ohne seine Hand vor den Mund zu halten, vor allem wenn er das macht während er am Frühstückbuffet steht...
    Offenbar hat der Asiate am Nebentisch ein Problem mit seinem Hals, denn er rotzt, krächzt und hustet andauernd und er bemüht sich nicht ansatzweise dies etwas gedämpft zu tun!
    Ein Erstickender würde sich bei den Lautäusserungen mehr zurücknehmen als der es tut!
    Er rotzt vor sich hin wie ich es nicht mal schaffe wenn mir ein Esstäbchen quer im Hals steckt!
    Gesundheit hin oder her: Wer sich so benimmt und dazu noch über das ganze Frühstücksbüffet hustet ist ein Schwein und nichts Anderes!
    Zum Kotzen, der Typ!
    Deshalb nehm ich nur die Dinge die zugedeckt am Buffet liegen...
    Ich will ja nicht noch dessen Rotzerei auf dem Teller...würg!!!
    Schon bald haben wir genug und so gehen wir in die Zimmer um unsere Kameras und was zu trinken bereitzulegen!
    Um 08:55 Uhr treffen wir uns wieder beim Hauseingang und um 09:00 treffen wir unseren Stadtführer sowie seinen Trainee, also den den er ausbildet.
    Erst erklärt er uns das 'House of Wonders' und dabei vor allem dass es in Zanzibar nicht unter diesem Namen bekannt ist sondern eigentlich 'Beit-el-Ajaib' genannt wird.
    Zu seinem englischen Namen kam es weil es das erste Haus Ostafrikas ist das mit elektrischem Licht und sogar einem elektrischen Lift ausgestattet wurde!
    Und das im Jahr 1883!

    Oben: Das Tor des 'House of Wonders' beziehungsweise des 'Beit-el-Ajaib'

    Oben: Auf der anderen Strassenseite ist dieser Brunnen zu sehen, der nach dem kürzesten Krieg der Weltgeschichte (Grossbritannien gegen das Sultanat Zanzibar am 27. August 1896 von 09:00 bis 09:38 Uhr desselben Tages) gebaut wurde.

    Oben: Neben dem Brunnen ist der Platz an dem jeden Abend der 'Food Market' aufgebaut wird, im Hintergrund der 'Forodhani-Garten'

    Oben: Sicht zum Meer mit den Kanonen die wie auch der Platz zum Zeitpunkt jenes Krieges noch nicht da waren...

    Oben: Fischermen at work!

    Oben: Das 'House of Wonders' beziehungsweise das 'Beit-el-Ajaib' vom Garten her...mit ins Bild gesprungenem Baum...

    Oben: Bar im Hafenbecken... ;)

    Oben: Das alte Fort (Ngome Kongwe) von Stone Town, eines der ältesten Gebäude der Stadt, ab 1698 von Arabern aus dem Oman gebaut!

    Oben: Im Fort hats eine Art Theater, das heute noch regelmässig benutzt wird!

    Gruss

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    • 30. Dezember 2016 um 15:00
    • #155

    Oben: Das alte Fort von innen, rechts anschliessend die (neuen) Souvenierläden...

    Oben: Weiter gehts durch die Stadt an mit schön verzierten Balkonen behangenen Häusern vorbei zum Wohnhaus von Freddie Mercury, das wir ja gestern schon entdeckt haben. Sein Geburtshaus ist nun übrigens ein Teil des Doubletree-by-Hilton-Hotels in Stone Town.

    Oben: Bald schon sind wir beim Haus Hamed bin Juma bin Rajab bin Mohammed bin Said el-Murjebi's, auch Tippu Tipp (klick mich) genannt...
    Da ihn eh jeders Kind kennt brauch ich nicht zu schreiben dass er DER Sklavenhändler überhaupt war...

    Die Türen Stone Towns sehen nicht nur sehr schön aus sondern haben auch eine Bedeutung, deshalb hier mal ein kleiner Text dazu:
    (Quelle: Reise Know How - Tansania von Jörg Gabriel)
    Die Altstadt von Sansibar ist berühmt für ihre großen hölzernen Haustüren, die sogenannten Swahili-Doors. Die ersten arabischen Händler, die sich niederließen und ihre Wohn- und Geschäftshäuser bauten, führten die orientalische Tradition massiver Haustüren auch auf Sansibar und an der ostafrikanischen Festlandküste fort. Die Größe einer Tür und ihre kunstvollen Schnitzarbeiten in Verbindung mit den Messingeschlägen kündeten von der sozialen Stellung und dem Wohlstand des Eigentümers.
    Traditionell wurden diese massiven Türen beim Hausbau als erstes errichtet. Die Inskriptionen und Verzierungen reichen von Koranversen, die das Haus und seine Bewohner segnen sollen, bis hin zu naturalistischen Elementen. Häufig zieren den Türrahmen Fischformen, Schuppenmuster und Seewellen, die für Leben und Frieden stehen und an die Schlüsselrolle von Fisch und Meer im Leben der Küstenbewohner erinnern.
    Aus der Pflanzenwelt symbolisiert die Lotusblume Fruchtbarkeit, Blätter der Dattelpalme zeigen den Wohlstand des Hausherrn an, schließlich waren Dattelpalmenplantagen in Arabien einst bedeutende Besitztümer.
    Das Muster eines Schiffstaues über den gesamten Türrahmen weist den Inhaber als Dhau-Besitzer aus.

    Kurze Anmerkung: Eine Dhau ist ein in der Region weit verbreitetes Schiff mit meist einem Masten und einem Segel in dreieckiger Form.
    Im Wikipedia steht zwar was Anderes, aber dort findet man auch ein Bild einer genau solchen Dhau aus Sansibar!
    Die Swahili-Tür besteht aus zwei Flügeltüren, die je nach Größe in der Mitte in geschlossenem Zustand von einem großen quadratischen Mittelpfosten gestützt werden oder der als massive Zierleiste an einer der beiden Türen angebracht ist.
    Generell lassen sich Türen arabischer- und indischer Herkunft unterscheiden. Während indische Türen im Rahmen auch eine Bogenform haben können, präsentieren sich die arabischen rechteckig und sind oft mit einer arabischen Inskription aus dem Koran im oberen Rahmenbalken versehen. Die indischer Herkunft sind an allen Türen die Messingdornen, die kurz oder lang wie Speerspitzen aus dem Holz ragten verankerten. Die großen Fort-Tore im indischen Rajasthan waren zur Zeit der Mogul-Reiche mit derartigen Sitzen versehen, um Kriegselefanten feindlicher Fürstentümer am Aufstoßen der Tore zu hindern. Geschlossen werden die Türen mit großen Schieberiegeln,
    oder sie werden mit schweren Ketten im Boden verankert.
    In Stone Town ziert noch fast jedes Haus eine der beschriebenen Türen. Insgesamt soll es noch 560 Originale geben.

    Als weitere Info hab ich noch dass bei arabischen Türen die Blumen die Anzahl der im Haus lebenden Familien anzeigen.
    Wirklich interessant!
    Und die Sansibari sind offenbar stolz auf die Türen, einige bieten uns sogar von sich aus an die Türen ihrer Geschäfte zu schliessen damit wir sie fotografieren können!
    Und Trinkgeld wollen sie nicht dafür!

    Oben: Wie soeben gelernt muss das also eine indische Tür sein!

    Oben: Und zwar die des 'Africa House Hotel', in das wir auch reingehen. Links Sven und rechts von ihm unser Guide, ganz rechts
    der Trainee.

    Oben: Aha, so siehts also drin aus...dies ist der Nachtclub, sozusagen die Disco der Kolonialzeit!

    Oben: Ein Stockwerk weiter oben ist's dann schon etwas gehobener...

    Oben: Natürlich bietet das 'House of Africa' auch eine Terrasse mit Meerblick!

    Oben: Eine Wasserpfeife darf nicht fehlen...

    Oben: Die arabische Türe des 'Dhow Palace Hotels'

    Gruss

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    • 31. Dezember 2016 um 11:49
    • #156

    Oben: Wie eben gelernt ebenfalls eine arabische Türe mit sechs Familien (Siehe die geschnitzten Blumen oberhalb der scheusslichen Lampe)

    Oben: Eindeutig eine indische Türe...und ein Shop wie aus Tausend und einer Nacht!

    Oben: Aber es hat nicht nur Türen sondern sogar eine Kathedrale! Und das im mehrheitlich muslimischen Zanzibar!

    Oben: Manchmal haben offenbar auch die Araber Angst vor Türen eindrückenden Elefanten!

    Oben: Hier sind wir am 'Jaws Corner', wo die Männer über Politik (Siehe Fahnen der auf Sansibar wählerstärksten Partei 'CUF')
    und was es sonst noch so gibt diskutieren und jeder, der den Pfahl erklimmt gratis internationale Telefongespräche führen kann...
    ;)

    Oben: Auch wenn der Rest des Gebäudes schon halb verfallen ist, die Türen sind immer noch schön!

    Oben: Ein Detail der Türschnitzereien...W A H N S I N N ! ! !

    Oben: Und nun gehts rein in die schlimmste Gegend, wo lange kaum ein Schwarzer (ausser Tippu Tipp) hinwollte...

    Oben: ...denn an diesem Platz wurden die Sklaven, die den Transport und die 3 Tage ohne Nahrung und Wasser im Verliess
    überlebten verkauft!
    Denn wer die Strapazen der Gefangenname, der teilweise monatelangen Märsche und dann noch das Verliess überlebte war definitiv
    ein körperlich belastbarer, also 'starker' Mensch!!!
    Heute ist hier wo der grösste Sklavenmarkt Ostafrikas und der Zweitgrösste der Welt war das Sklaven-Denkmal zu besichtigen!

    Oben: Die anglikanische Kirche steht gleich neben dem Sklavendenkmal...

    Gruss

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    • 1. Januar 2017 um 13:14
    • #157

    Oben und unten: Sieht irgendwie so gar nicht nach Afrika aus...
    Das Kreuz der Kirche ist aus dem Holz des Baumes welcher auf dem Grab des Herzens von Dr. Livingstone gepflanzt wurde hergestellt.

    Und dann gehts raus und ins Haus in dem sich auch der Eintrittsbillleteverkauf befindet, aber wir gehen nicht nochmals Eintritt bezahlen sondern mit uns gehts abwärts!
    Runter in die (nachgebauten) Kammern des Schreckens: Die beiden Sklaven-Verliesse!
    Ein Raum in dem ich nur gebückt im Mittelgang stehen kann, ausserhalb des Mittelganges könnt ich nur liegen oder gebückt sitzen...
    ...so niedrig ist es hier!
    Beim Betreten der Räume kommt ein sehr beklemmendes Gefühl...wie müssen sich die armen Menschen gefühlt haben die bei den Männern zu 50zig und bei den Frauen und Kindern zu 75zig reingepfercht wurden!
    Sie wussten ja nicht mal ob sie gegessen oder getötet werden oder ob sie hier unten einfach verhungern sollten...
    Es ist eine wirklich furchtbare Vorstellung!!!
    Wir können nur von Glück reden so etwas nie selbst erlebt zu haben!!!

    Oben: Der Raum in dem 50 Männer jeweils 3 Tage ohne Essen und trinken reingepfercht wurden...

    Oben: Der Raum in dem 75 Frauen und Kinder jeweils 3 Tage ohne Essen und trinken reingepfercht wurden...

    Oben: Der Frauenraum von der Aussenwand her...

    Nach dieser eher beklemmenden Sehenswürdigkeit (und das Wort darf man durchaus wortwörtlich verstehen, denn 'sehenswürdig' ist es auf jeden Fall!) gehen wir weiter in Richtung des grossen Marktes.

    Oben und unten: Aussen werden Früchte und Gemüse verkauft...

    Oben: Innen gibts zum einen den Fischmarkt bei dem der Fisch dem Höchstbietenden verkauft wird und...

    Oben: ...den Fischmarkt auf dem wie in Ostafrika üblich verhandelt wird.
    Und in beiden stinkt es stark nach...
    ...na was wohl...
    ...Fisch!

    Oben: Weiter gehts in den Fleischmarkt, in dem es nicht appetitlicher riecht oder aussieht...

    Gruss

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    • 2. Januar 2017 um 07:01
    • #158

    Oben: ...um anschliessend in den Bereich für die Gewürze zu gelangen, wo die Nase bessere, aber genauso intensive Gerüche zu
    verarbeiten hat...

    Oben und unten: Der Gemüsemarkt ist dann wieder unter freiem Himmel!

    Oben: Zwischen den Gemüseständen könnte man noch in den Geflügelmarkt gehen, wir ersparen es uns...

    Oben: Schön farbenfroh präsentiert sich nicht nur das Gemüse sondern auch die Kleidung der Damenwelt!

    Wir gehen wieder zurück zum Startpunkt unserer Führung, welche 165 Minuten gedauert hat...und welche noch viel länger hätte dauern können wenn Sven und ich alles was unser Guide vorgeschlagen hat anzusehen auch angesehen hätten.
    Die 20$ haben sich definitiv gelohnt!
    Der Trainee bekommt noch ein kleines Trinkgeld und so verabschieden wir uns von den Beiden netten Kerlen.
    Denn wir beide haben nun Durst!!! DURST!!! D U R S T ! ! !
    Langweilig wie wir normalerweise doch gar nicht sind gehen wir wieder ins 'Floating Restaurant'...denn schön und gut ist's hier schon!
    Zuerst trinken wir nur was, doch dann meldet sich der kleine Hunger und ein gegrillter Tintenfisch muss her!

    Oben: Der Eingang des 'Floating Restaurant'...ganz nobel!!!

    Oben: Ausblick von unserem Tisch aus...schon schön hier!!!

    Oben: Ausblick nach links...auch schön!

    Oben: Und endlich kommt der Tintenfisch daher! Än Guätä!

    Gruss

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    • 4. Januar 2017 um 13:01
    • #159

    Nach dem guten Essen gehts wieder in Richtung unserer Zimmer, denn so in der schwülen Hitze rumzulatschen ist anstrengender als man meinen würde!

    Oben: Rechts in Gelb die Moschee, geradeaus eine Art Mädchenschule und links irgendwo muss der Palast des Sultans sein...
    Unser Weg führt den drei beschleierten Frauen nach...

    Oben: Wenn die Wände nicht mehr von selbst halten dann hilft man halt etwas nach... :-O

    Oben: Im B&B schmeiss ich mich mal ins Facebook und was seh ich da?
    Freddie Mercury hat gestern als Namensgeber für den Asteroiden 17473 herhalten dürfen...

    Über Facebook unterhalte ich mich noch mit einem in Kenya lebenden Freund und erfahre dass im 'Freddie-Mercury-Haus' offenbar auch ein 'Queen'-Museum untergebracht ist!
    Toll, ich als Queen-Fan seit frühester Jugend muss das natürlich sehen!
    Und er gibt mir den Tipp eines Restaurantes mit Dachterrasse in der Nähe der Mercury-Bar, von wo aus man einen wunderschönen Blick zur untergehenden Sonne haben soll.
    Danke, Chris!
    Um 16:00 treffen wir uns halbwegs ausgeruht wieder und bezahlen das B&B bar.
    Somit haben wir das mal hinter uns!
    Anschliessend gehts wieder zum ATM der Stanley Banc umd wir beide lassen und je 400'000 Tansanianische Schillinge ausspucken.

    Oben: Auf dem Weg liegt das 'House of Wonders' beziehungsweise das 'Beit-el-Ajaib' und diesmal hab ich das 7-14mm-Objektiv dabei!
    Nun passts auch ganz auf ein Bild ohne Baum dazwischen!

    Oben: Typische Ansichten in Stone Town...schwarze Wände die mal weiss waren...

    Anschliessend will ich ins Freddie-Museum!
    Aber...
    ...da ist kein Museum mehr sondern nur noch ein Souveniershop... :(
    Na ja!
    Ohne was zu kaufen machen wir uns auf die Suche nach dem Restaurant für den Sundowner auf der Terrasse...und wir finden keines das der Beschreibung entspricht!
    Aber wir finden dieses Hotel!
    Zuerst latschen wir vorbei bis zur Mercurys Bar und drehen dann um...
    ...wo ich dann aus mir unbekannten Gründen plötzlich von einem Einheimischen beschimpft werde!
    Warum auch immer!
    Und er beschimpft mich hartnäckig und nicht nur das, er verfolgt mich auch noch!
    Besoffen wie er offensichtlich ist hat er damit aber seine liebe Mühe...
    Wir gehen wieder zu diesem Hotel und schauen rauf...
    ...und ein Mann schaut runter und ruft uns zu dass wir herzlich willkommen wären und doch reinkommen sollen!
    OK, tun wir, denn so bin ich meinen Verfolger los!
    :D

    Oben: Das Mizigani Seafront Hotel ist meine Rettung!!!

    Oben: Notfalls könnt ich ihn mit den Kanonen in Schach halten...odrr so...

    Oben: Dinnen gibts einen Innenhof...hat wieder mal was von Tausend und einer Nacht!

    Oben: Und sogar einen Pool hats!

    Oben: Und auch wenns wohl nicht das Restaurant ist das mir Chris empfohlen hat passt die Aussicht!

    Erst wollen wir in diesem schönen Hotel nur was trinken und so bestell ich mir einen Gewürz-Kaffee...was wirklich ein sehr spezielles Geschmacks-Erlebniss ist!
    Habs bisher nicht gekannt und weiss nun auch dass ich darüber doch eher froh sein kann...
    Danach gibts noch zwei Smooties bevor wir uns entschliessen doch auch noch hier zu essen!
    Die Sonne können wir eh nicht untergehen sehen da es dafür zu bewölkt ist...

    Oben: Und so sieht die Fisch-Grill-Platte aus, die Sven und ich bestellt haben...natürlich jeder eine für sich!
    Und sie schmeckt auch herrlich!!!

    Nach dem Essen geniessen wir die Terrasse noch ein Weilchen und machen uns dann auf den Heimweg, weit ist's ja nicht!
    Hundemüde fall ich nach der Dusche schon früh ins Bett, aber die lautstarken Sansibari verhindern mit vielen Worten und Geräuschen einen erholsamen Schlaf...
    Trotzdem: Gute Nacht!

    Gruss

    Picco

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  • AxelKleitz
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    Kraterrand
    • 4. Januar 2017 um 15:26
    • #160

    Hoi Picco,

    da ich ja vor einem Sabbat-Jahr stehe, denke ich darüber nach zu "bloggen".
    Das was Du hier machst ist doch so ähnlich, oder blogst Du das auch noch wo anders?
    Sorry für die Zwischenfrage, aber so wie Du das hier machst, stelle ich mir meinen Bericht auch vor.
    Danke für eine Antwort und weiter so:

    AXEL

    Wir sind alle nur ein ganz kleines Licht, für eine ganz kurze Zeit, in der Unendlichkeit..............

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