kompliziertes (?) Batterieladen; Strom und so

  • Mea culpa.


    Im Gegensatz zu vielen komplett Selbstausbauern (übrigens habe ich mir schon gratis gute Tips in einigen Threads geholt), bin ich nur ein kleiner Stümper. Aber mit einem großen Bus! Und den möchte ich dann doch möglichst gut hinbasteln... Und habe bisher beim Elektrischen noch nicht die richtige Lösung gefunden.


    Die Fakten: Ich habe mir einen 12m MAN Überlandbus zugelegt, der für den Rennsport schon sehr gut als WoMo umgebaut war. (Meine Änderungen waren u.a. zusätzliche Betten in die Garage, Zerhackerklo und Grauwassertank, ..) Die Leute sind meist mehr als 500km zu nem verlängerten Renn-WE gefahren, so dass die Lösung mit 2er LIMA und sehr gutem Laderegler, die die Batterien dann sehr gut volllädt und einem einfachen IU oder so 230V Ladegerät bis max. 30A, das bei Aussenanschluß oder Aggregat (gekapselt im Bus), dann die Batterien (2x180Ah, Säurebatt.) eher "erhält" als lädt.
    Da ich den Fernseher entsorge, werden bei mir die Hauptstromfresser ein Coolmatic 80L. Kühlschrank, das Zerhackerklo, eine Truma C6002 und Licht. Ich werde allerdings auch mal etwas länger autark stehen wollen (700L Frisch, 350 Schwarz, 100 Grauwasser) und kann Stromspitzen auch mal mit dem Notstromaggregat abfangen. Allerdings fahre ich weniger km als die Vorbesitzer und das Ladegerät 230V würde ewig brauchen.
    Den Stromverbrauch habe ich nicht berechnet, sondern werde mal Erfahrungen sammeln.
    Wobei ich mir jetzt nicht schlüssig bin: Ich werde u.U. mit einigen Solarplatten aufrüsten, um eine weitere Stromquelle zu haben, die Autarkie "strecken". Sicher werde ich das Ladegerät tauschen, da die bisherige 230V Lösung zu wenig effektiv ist. Allerdings will ich möglichst wenig in die bestehende, funktionierende Elektrik eingreifen und nach Möglichkeit nicht zweimal einen teuren Laderegler kaufen (einmal für 230V Fest- und Notstrom, umschaltbar und einmal für Solar). Könnte ich die 230V runterregeln und über den Solarregler einspeisen? Über welchen? Oder gibt es kombigeräte, die sowol 230, als auch 12V Eingang haben? Oder Solar bleiben lassen und auf ein "schnelles" Ladegerät am Notstrom setzen.
    Vielen Dank, chrescht.

    "Man geht nicht nach dem Klettern einen Kaffee trinken, Kaffeetrinken ist integraler Teil des Kletterns."
    Wolfgang Güllich - Leben in der Senkrechten

  • Hallo chrescht,


    hier mal erst ein herzliches Wilkommen im Forum. Diese Frage wurde schon mal vor geraumer Zeit besprochen. Leider ist es so ohne weiteres nicht möglich, den Solarlageregler als Universal-Regler zu nutzen. Die Ströme, die Du zum Laden der Akkus brauchst, sind doch schon recht ordentlich und meist nicht in der "Gewichtsklasse" der normalen Solarregler.


    Für die Bordakkus würde ich einen primär getakteten Schaltlader wie z.B. Votronic, Mobitronic, Waeco etc. nehmen. Die verkraften auch mal eine nicht ganz so saubere Spannung, wie Sie z.B. ein Geno liefert.


    Aber mit 2x180 AH bist Du eigentlich schon ganz gut bestückt. Wir haben bei uns in Summe 480 AH verbaut und sind damit auch recht autark. Die Heizung zieht nicht so viel Saft, der Hauptverbraucher dürfte der Kühlschrank sein. Ich würde an Deiner Stelle mal den Verbrauch überschlagen und dann ggf. die Akkubank aufrüsten.


    Um den den Zustand der Akkus zu überwachen reicht ein Voltmeter, dass dann die Spannung der Bordakkus mißt. Überschlägig kann man sagen, dass man bis ca. 12 V entladen kann, ohne dass die Akkus in die Tiefentladephase gehen. Sofern der Geno dabei ist, kann ja eigentlich nicht viel passieren.


    Im Bus würde ich aber einen Grauwassertank nachrüsten, das das Verhältnis Frischwasser zu Schmutzwasser doch nicht ganz ausgewogen ist. Bei 100 l Grauwasser wirst Du eher eine Versorgung anfahren müssen; da sit der Strom sicher nicht das begrenzende Element.


    Besten Gruß


    HWK

  • Hallo hwk, vielen dank für deine tipps. bin heute wie die jungfrau zum kind günstig zu zwei neuen varta 230Ah versorgungsbatterien gekommen. werde vom 10.-17.5. mal ausfahren und danach energiebilanz ziehen. voltmeter ist schon eingebaut und der coolmatic hat tiefentladeschutz; müßte also gehen.
    den grauwassertank habe ich selber nachgerüstet. vorher war der fäkalientank (350L) grauwasser und das klo kassettenklo. jetzt läuft einzig die dusche in den zwischentank und speist über filter das zerhackerklo. küche und waschbecken gehen gleich ins schwarzwasser. hab nur wenig ändern müssen und schwanenhälse als syphons nachgerüstet. Der Überlauf vom grauwasser geht entweder ins schwarzwasser oder manuell umschaltbar ins freie, da ich eh nur biologisch abbaubare seifen verwenden werde.
    Zu der problematik fäkalbakterien und küche habe ich mir das forum lange durchgelesen und gehe das risiko mal ein. (ausserdem ist der frischwassertank nur koch- und duschwasser; da ich viel in Südff. und spanien sein werde, kommt das reine trinkwasser aus den 8l. kanistern.)

    "Man geht nicht nach dem Klettern einen Kaffee trinken, Kaffeetrinken ist integraler Teil des Kletterns."
    Wolfgang Güllich - Leben in der Senkrechten

  • Hi,


    wie hwk auch schon schrieb, so hoch ist der Stromverbrauch von Dir bei den angegebenen Verbrauchern nicht. Da liefert auch das 30 A-Ladegerät ausreichend Strom, um die 360 Ah Nassbatterien zu laden. Und auch, wenn Du die gegen die neuen tauschst und dann 460 Ah Batteriekapazität hast musst Du das Ladegerät nicht unbedingt rausschmeißen.
    Natürlich kannst Du dann aber auch gut ein 50 – 60 A IUoU-Ladegerät verwenden.
    Die Ladezeit wirst Du damit aber auch nicht halbieren. Und „mal eben“ mit dem Aggi die Batterien aufladen geht auch nicht. Ein Ladezyklus dauert halt seine Zeit, bei leeren Batterien musst Du mit ca. 12 – 16 h rechnen, die Zeit zum volladen „bis in die letzte Pore“ wird auch bei IU-Ladeverfahren von einigen Batterieherstellern mit 48 h angegeben.


    Wenn Du überwiegend in den Süden willst solltest Du zumindest im Sommer mit Solar Deinen Stromverbrauch decken können, wenn Du nicht im Schatten stehst. Bei ausreichender Solarkapazität könntest Du im Süden auch im Winter zumindest einen Grossteil des Stromverbrauchs über Solar decken.

    Viele Grüße
    Krabbe
    (Sachkundiger für Campinggasanlagen)

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