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Picco in Costa Rica 2026

  • Picco
  • 1. April 2026 um 06:46
  • Picco
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    Rorschacherberg / Schweiz
    • 1. April 2026 um 06:46
    • #1

    Hoi zämä

    Los gehts durch Costa Rica!

    Vorbereitung

    Es ist neblig, kalt und Winter, wird Zeit für eine Reise in die Wärme!
    Schnell sind meine Freundin und ich uns einig dass es wieder nach Costa Rica gehen soll.
    Also schnell den Direktflug der Edelweiss bei der Swiss (weils dort billiger ist) gebucht und das Hirn aktiviert.
    Nur...bis da was Endgültiges rausgekommen ist hats noch einige Monate gedauert, in denen die Mietwagen immer teurer wurden...
    Zur Sicherheit buche ich im Booking.com mal Unterkünfte für alle möglichen Daten und Orte so, dass ich wieder davon zurücktreten kann.
    Denn Ich kenne meine Freundin, sie hat Ansprüche die ich nicht habe.
    Und sie lässt sich Zeit...beides ist für die Reiseplanung nicht immer einfach.
    Aber so haben wir sicherlich Unterkünfte.
    Man(n) lernt...
    Nach kurzer Unterredung sind wir uns einig eine entspannte Tour mit lediglich 5 Destinationen zu machen:
    - 2 Nächte nahe des Flughafens San Jose in Poasito im 'Poas Paradise' (klick mich) (10°09'28.3"N 84°11'35.0"W)
    - 5 Nächte in Bahia Drake (Drake Bay) am Pacifischen Ozean im 'Las Cotingas Ocean View' (klick mich) (8°41'21.2"N 83°39'58.7"W = Parkplatz)
    - 1 Nacht am Lago di Cachi in der 'Hotel y Restaurante La Casona del Cafetal' (klick mich) (9°49'42.1"N 83°48'40.6"W)
    - 4 Nächte in Cahuita an der zum atlantischen Ozean gehörenden Karibik im 'Cahuita Inn' (klick mich) (9°44'23.8"N 82°50'31.9"W)
    - 4 Nächte um in heissen Quellen zu baden nahe des Vulkans Arenal im 'Arenal Nest' (klick mich) (10°25'40.1"N 84°35'58.2"W),
    die Rezeption ist im dazugehörenden 'Arenal Palms hot Springs': 10°24'21.9"N 84°35'50.0"W)
    - und eine Nacht im Flugzeug auf dem Weg zurück in die dann wohl kalte Schweiz!

    Hier findest Du die mit gps aufgezeichnete Karte unserer Tour (klick mich).
    Das Auto buchen wir wieder bei Sunnycars, denn die bieten eine Vollkasko, die den Namen auch verdient!
    Mit €10'000'000.- Abdeckung, während die meisten Vermieter mit $20'000.- oder teilweise sogar mit $3'000.- begrenzt sind!
    Wenn mal was passiert, eine(r) verletzt ist und nur $3'000.- versichert sind na dann gute Nacht!
    Aber offenbar merkens die meisten Touris nicht dass Vollkasko in Costa Rica nicht dasselbe ist wie bei uns...
    So wurde es halt wieder ein 2WD-Kleinstwagen, der reicht einen guten Fahrer für 99% der Strecken in Costa Rica.
    Und ja, ich halte mich für einen guten Fahrer...wie fast jeder sich für einen guten Fahrer hält.
    ...und fast jeder sich irrt!
    Ich nehm mich da nicht aus...bin aber recht sicher dass ich zu den Besseren zähle...wie fast jeder... ;)
    Beinahe aber hätten wir einen fünftürigen Suzuki Jimny 4x4 bei Wild-Rider gemietet, den es mit $5'000'000.- als Vollkaskodeckung
    gegeben hätte, aber da hätten wir unsere Tour um einen Tag umstellen müssen, was uns nicht gepasst hat.
    Also mal wieder mit 4x2 über die Pisten hüpfen, was auf der Osa-Halbinsel auf dem Weg zur Bahia Drake scheinbar dank drei Brücken
    nun auch ohne Furt-Flussquerungen möglich sein soll.
    Denn die letzte Fähre von Sierpe aus kriegen wir nicht mit Sicherheit, zu lang ist die Strecke von unserer ersten zur zweiten
    Unterkunft.
    Schon bald ist es so weit, nachdem wir am Wochenende gepackt haben starten wir an einem Montag in den Urlaub!

    Gruss

    Picco

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  • Picco
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    • 2. April 2026 um 07:33
    • #2

    Tag 1: Ein Tag macht sieben Überstunden...

    Um 09:00 watscheln wir zum nahe gelegenen Bahnhof, wo wir um 09:05 in den Zug einsteigen und um 09:56 im Flughafenbahnhof ankommen.
    Schnell mal zum Gepäckschalter und das Gepäck am automatischen Schalter abgeben, was bei mir etwas schneller geht als bei meine Freundin.
    Und kaum ist meine Rolltasche weg zeigt der Automat bei meiner Freundin an dass das Gepäck zu schwer wäre und deshalb nicht befördert werden könne...
    Na toll, dabei haben wir mit der Gepäckwaage extra noch nachgemessen und noch etwa ein halbes Kilo übrig gehabt!
    Wie sich später herausstellt sind danach aber noch Bücher in den Koffer gewandert...die pösen Pücher, die!
    Offenbar eher schwere als leichte Kost...
    Also zum menschlich besetzten Schalter und dort das Problem geschildert und darauf verwiesen dass ich nur rund 19kg hatte...
    ...und nach kurzer Überprüfung durch die nette Dame wird der übergewichtige Koffer nach der untergewichtigen Tasche nun doch
    mit uns nach Costa Rica reisen!
    Aufgrund unserer Erfahrung gehen wir anschliessend direkt zur Sicherheitskontrolle und staunen da nicht schlecht dass man nun
    nicht mehr das ganze Handgepäck ausräumen muss, sondern nur Laptops und Tablets rausgenommen werden müssen!
    Dummerweise erfahre ich das nachdem ich schon alles wie bisher ausgebreitet habe...GRMPFL!!!
    Anschliessend ab in italienische Restaurant im Duty-Free-Bereich und was Feines essen, denn nun haben wir noch viel Zeit.
    Zum Beispiel um den lärmenden Baumaschinen direkt vor unserem Fenster im Restaurant zuzuschauen...hach, wie romantisch!
    ;)
    Anschliessend gehen wir zum Gate, wo wir mehr zufällig mitbekommen dass wir nur boarden dürfen wenn wir vorher bei einem Stand
    neben dem Gate einen Fackel mit Stempel abgeholt haben, welchen wir nur bekommen wenn unser Pass online von Costa-Ricanischen Behörden gecheckt wurde...
    ...na da hoffe ich doch mal dass diese Behörden keine Probleme mit meinen diversen Forenbeiträgen und meinem Reisebericht haben...
    Schon bald ist der Stempel auf dem Fackel und das Boarding beginnt!
    Der Flieger ist rammelvoll, so rammelvoll, dass der Kapitän durchgibt dass wir 50kg zu viel Gewicht haben und dass so nicht geflogen
    werden kann...
    Na toll!
    Also muss entweder jemand sofort 50kg abspecken, eine Stewardess hier bleiben oder das Reserverad ausgeladen werden, was weiss
    ich wie so was gelöst wird...
    Aber schon 10 Minuten später sind die 50kg irgendwie verschwunden und die Fahrt zur Startbahn beginnt endlich!
    Auf dem Bildschirm meines Sitznachbarn Wolfgang aus der Nähe von Berlin sehe ich dass man auf Aussenkameras über und unter dem Flugzeug interessante Dinge sehen kann und so schalte ich die obere und er die untere Kamera ein, so dass wir den Start um 13:41 Uhr schön verfolgen können.
    Wolfgang und ich kommen ins Gespräch und irgendwann kommt dieses auf das Thema 4x4-Notwendigkeit in Costa Rica...
    Ein Thema, zu dem ich schon viel gelesen und auch so dies und das geschrieben habe...
    Im Gespräch fällt dann irgendwann ein Satz wie '...ein guter Fahrer braucht auch in Costa Rica keinen 4x4...' aus meinem Mund und
    sofort werde ich von beiden Seiten mit grossen Augen betrachtet...
    Hmm...Wolfgang und meine Freundin sind offenbar nicht ganz meiner Meinung...
    Aber egal, wir haben eh schon einen Kleinstwagen gebucht, ohne 4x4.
    Und wie die Tatsache dass ich nun hier in der Schweiz den Reisebericht schreibe beweist, sind wir nirgends elendiglich stecken geblieben...
    Nach langen zwölfeinviertel Stunden erreichen wir um 18:56 Uhr endlich Costa Rica, indem unser Flieger auf dem Flughafen in Alajuela nahe San Jose landet.
    Und wie er landet!
    Bei starkem und böigem Wind, mal von vorne und mal von der Seite, wie man an Bäumen erkennen kann...
    Der Flieger hopst hoch und runter, dreht sich nach links und rechts, so dass meine Freundin und einige andere die Kotztüte schon mal vorsorglich in die Hand nehmen.
    Hätte ich auch machen sollen, denn auch mein Magen hüpfte hin und her und hoch und runter!
    Und dann endlich der erste Aufsetzer!
    Ich bin mir nicht mehr sicher, aber ich meine das Fliegerchen (Airbus A350-941, also nicht ganz soooo klein...) hatte mehr als nur einen
    Aufsetzer mit dem hinteren Fahrwerk...das war eine der holprigsten Landungen, die ich je erlebt habe!
    Nur die Landung in Kathmandu, wo wir fast über das Pistenende gerast sind, war schlimmer...
    Doch wir habens überlebt!
    Nach dem Aussteigen gehts durch die Passkontrolle und raus, wo uns ein Fahrer erwartet um uns zu unserer ersten Unterkunft zu fahren.
    Denn nach schweizer Zeit ist es ja schon bei der Landung 01:56, wir wussten dass wir zu müde wären das Auto noch abzuholen und
    selbst zur Unterkunft zu fahren.
    Die Fahrt dauert rund 45 Minuten und lässt uns staunen wie lange es steil nach oben geht...wo haben wir denn unsere Unterkunft?
    Wir dachten es wäre in einem Ausläufer von Alajuela, aber das 'Hotel Poas Paradise' liegt offenbar in den Bergen auf fast 2000müM!
    Vielleicht hätte uns der Name des Hotels einen Hinweis geben können dass es nahe des Vulkans Poas liegt, also im Gebirge...vielleicht...
    Und dort ists kalt, KALT, K A L T!!!
    Dabei wollten wir doch in die Wärme!
    Dazu schaffte es der freundliche Fahrer Kevin nur mit Mühe die steile, holprige, nasse und rutschige Zufahrt hoch.
    Im Nachhinein lese in in den Rezessionen auf Google Sätze wie 'Für die knappen 100 Meter Auffahrt zum Hotel sollte man allerdings
    einen 4x4 haben, da die Zufahrt eher einem Truppenübungsplatz gleicht.' und '...nur durch eine sehr schlechte Strasse zu erreichen ist.
    Ohne Allrad keine Chance'…
    Na ja, weder Kevins Auto noch unseres hat Allradantrieb...hmm...warum nur sind wir trotzdem da hoch gekommen???
    Wir verabschieden uns von Kevin mit einem kleinen Trinkgeld und klingeln an der Tür, wo uns bald ein freundlicher Herr öffnet.
    Er entpuppt sich als der Eigentümer, wenn ich mich recht erinnere heisst er Juan, Carlos oder beides...
    Erst wird mal das Formelle erledigt und dann der Essraum gezeigt, anschliessend das riesige Zimmer mit dem riesigen Bad bezogen!
    Wau!


    Oben: Das etwas kitschige Cheminee im Essbereich wird uns unsere Frühstücke und Abende bei einem Glas Wein erwärmen...
    was aber wegen der aktuellen Kältewelle auch nötig ist!


    Oben: Das Zimmer, am folgenden Morgen vom Bett aus fotografiert...weil wir da unter den warmen 5 Decken liegen konnten!
    Denn eine Heizung existiert nicht, da sie normalerweise nicht nötig ist.
    Aber aktuell herscht eine Kältewelle wie es sie noch nie gegeben haben soll...


    Oben: ...'gefühlt wie 8°C'....na danke Costa Rica!


    Oben: Unser Balkon mit nebligem Ausblick, der sich noch als wunderschön erweisen sollte, ohne Nebel...


    Oben: Das Bad, die Erste: Klo und Bidet, im Durchgang zum Restbad und von diesem per Schiebewände abteilbar.


    Oben: Das Bad, die Zweite: Einsicht in die Dusche.


    Oben: Das Bad, die Dritte: Aussicht auf die sehr spezielle Badewanne mit Kiesboden...

    Zu Abend essen wir nichts, da wir schon im Flieger bespeisst (oder heissts 'verspeisst'?) wurden...
    Aber ein Glas Wein liegt noch drin, danach gehts ab in die Heia unter total 5 Decken...!

    Buenas Noches!

    Gruss

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    • 3. April 2026 um 14:32
    • #3

    Tag 2: Brrrr...

    So um 05:00 bin ich wach und hab warm, kein Wunder bei 5 Decken plus Leintuch sowie meine Freundin gleich neben mir.
    Aber ich muss raus, die Toilette ruft so laut dass ich Angst kriege sie würde das ganze Haus wecken...also geb ich nach und besetze
    sie trotz schlottriger Kälte!
    Es ist nicht nur sehr kühl sondern auch sehr feucht, Ersteres alleine wäre nicht wirklich ein Problem, zusammen mit seinem Freundchen 'Feuchtigkeit' ist die Kälte jedoch sehr unangenehm.
    Auch auf dem Klo...zumal ich mich auch noch umgewöhnen muss, denn in Costa Rica wirft man und frau das benutzte Papier nicht in
    die Schüssel sondern in einen separaten Behälter.
    Da es aber ein Bidet hat schau ich mal ob da nur kaltes oder auch warmes Wasser kommt.
    Etwas wundern tu ich mich darüber dass der Auslass nicht wie in bella Italia bei den Bediengriffen ist sondern in der Schüssel
    steckt und senkrecht nach oben zeigt...die spinnen doch, die Cost Ricanischen Sanitärler!
    Wie soll man denn da treffsicher drauf ohne alles nass zu machen???
    Aber eben, erst mal schauen ob es warmes Wasser hat, also Hahn etwas öffnen und PLATSCH, schon spitzt es an die Decke!
    Wau, toll!
    Denn nun tropfts mir kalt aufs unterkühlte Hirn...zumindest fast, es hat ja noch eine Schädeldecke und einige Haare drüber.
    Aber darauf tropfs wirklich...
    Der Hahn war natürlich sofort wieder zu...
    Minim vorsichtiger öffne ich den Hahn wieder und schon bald darf ich bemerken dass es warmes Wasser hat!
    Haleluja, und diesmal ungeduscht!
    Die folgenden genauen Details erspare ich Euch, nur so viel: Ich gehe zwar duschen aber richte keine weiteren Katastrofen mehr
    an und verlasse das Bad nach dem Säubern lebend und wohl hygienisch rein.
    Also wieder unter die warme Decke, wo meine Freundin auch schon erwacht ist, und den baldigen Sonnenaufgang erwarten.
    Schon bald erhebt sich unser Sönnlein, dummerweise aber liegt Nebel...der sich nur langsam lichtet!
    Auch wir erheben uns irgendwann, ziehen uns an und räumen unser Gepäck von Flugpackung in Fahrpackung um.
    Heute um 15:00 holen wir unseren Kleinstwagen bei Europcar (10°00'17.0"N 84°10'54.7"W) in Alajuela ab und da brauch ich
    dann das Navi sowie einige andere Dinge.
    Ob wir dann den Koffer, die Rolltasche, den Handgepäckkoffer und den Rucksack alle in den Kofferraum bringen ist eine andere Frage...
    ...ist ja die kleinste Wagenklasse, die wir gebucht haben, mit Klima und als Handschalter!
    Denn ich hasse es Automaten zu fahren, erst recht wenn sie keine kräftigen Motoren haben.
    Wir gehen noch kurz raus auf den Balkon und bemerken dass es nieselt...
    ...Costa Rica ist wettertechnisch wirklich (noch) nicht nett zu uns!
    Also zum Frühstück, denn ab 07:00 Uhr wird das aufgetischt!
    Ein Paar sitzt schon da, an dem Tisch an dem wir gestern Abend noch etwas Wein getrunken haben.
    Ich grüsse mit einem 'Pura Vida' und einem Lächeln im Gesicht, werde aber nur blöd angeschaut, kein Gruss zurück, nichts...
    Unfreundliches Pack!
    Dann erscheinen schon die frühstückbringenden Damen und der Chef, alle sehr freundlich ohne übertrieben freundlich zu sein, angenehm!
    Den Kaffee würde ich, verglichen mit dem was ich sonst trinke, als gefärbtes Wasser mit etwas Kaffeegeschmack bezeichnen, aber
    das ist in Costa Rica nun mal so.
    Für die Verhältnisse hier ist er wirklich gut!


    Oben: Zuerst gibts die in diesen Breiten sensationell schmackhaften Früchte...


    Oben: ...dann das nach unseren Wünschen zubereitete Ei mit den üblichen Beilagen. Sehr gut!

    Während meine Freundin duscht geh ich trotz Nieselregen mal etwas ums Haus und bemerke dass der Garten schon sehr schön ist!
    Als ich zurück komme sitzt meine Freundin auf dem Bänkchen des Balkons und dort...nieselt es nicht!
    Eigenartig...
    Denn das Dach des Hauses reicht nicht über das Bänkchen...
    Schon beginnt die Sonne etwas durchzudrücken und wir werden wettertechnisch etwas zuversichtlicher!
    Beim Dasitzen fällt mir auf dass es auf der anderen Hausseite selbst im Garten nicht genieselt hat...seltsam!
    Offenbar befindet sich ein Teil unseres Balkons genau an der Nieselgrenze...und das nun schon den ganzen Morgen!
    Na ja, andere Länder, andere Sitten, offenbar auch beim Regen...
    Da sieht meine Freundin einen Kolibri am Busch nahe unseres Balkons und schwupp ist er auch schon wieder weg, ab in Richtung des Gartens!
    Also pack ich meine Kamera mit dem längsten Objektiv und den 2-fach-Konverter, den ich dazu habe.
    Also im KB-Vergleich 1600mm Maximalbrennweite.
    Aber auch eine minimale Blende von 13...also nicht wirklich lichtstark...
    Draussen finde ich Blumen, Kaninchen und Vögel...und ausser bei unserem Zimmer keinen Nieselregen!
    Seltsam...


    Oben: Wie geschrieben: Blumen!


    Oben: Wie geschrieben: Kaninchen!


    Oben: Wie geschrieben: Vogel! (Jaja, ich hab weiter oben in Mehrzahl geschrieben, darum folgen noch mehr...)


    Oben: Kolibri an der einzigen Kolibritränke im Garten!


    Oben: Und nun beginnt es zu regnen, so dass nebst dem vorherigen Vogel auch der Kolibri geduscht wird...


    Oben: Bald schon sind Wetter und (ein anderer) Kolibri wieder trocken...


    Oben: Ein weiteres Vögelchen will sich im Geäst verstecken, was natürlich misslingt...


    Oben: ...und der versucht sein trauriges Versteckspiel in einem schwarzen Anzug, trotzdem erwischt!

    Gruss

    Picco

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    • 4. April 2026 um 07:56
    • #4

    2026-02-03-11.13.09.jpg

    Oben: Das Hotel von der Einfahrt her betrachtet.


    2026-02-03-10.55.36.jpg

    Oben: Auf der Einfahrt steht ein Baum der mir wegen der weissen Gehängsel auffällt...offenbar herrscht hier noch im Februar Weihnachtsstimmung!


    2026-02-03-11.10.10.jpg

    Oben: Und nun hat sich der Nebel verzogen und das Nieseln hat auch aufgehört, selbst auf unserem Balkon.
    So sehen wir endlich mal unsere Aussicht!
    Man sieht Alajuela und die Anfänge der Cordillera de Talamanca, der höchsten Gebirgskette Mittelamerikas!


    Schon bald ists 14:00 Uhr und unser Fahrer kommt an, diesmal heisst er Luis und hat einen SUV und spricht einige Sprachen!
    Nur nicht deutsch und sehr wenig Englisch und sehr wenig Italienisch, dafür Spanisch, Portugiesisch und Mandarin!
    Tja, trotzdem schaffen wir es uns irgendwie miteinander zu unterhalten, netter Kerl!
    Wir düsen also wieder 45 Minuten nach Alajuela zu Europcar (10°00'17.0"N 84°10'54.9"W), wo wir ihm ein Trinkgeld geben und uns verabschieden.
    Rein in die gute Stube und uns anstellen bis ein freier Mitarbeiter sich genehmt, uns zu bedienen.
    Auch er spricht keine unserer Sprachen sondern nur Spanisch, und er ist wohl einzigartig in Costa Rica:
    Denn er ist der einzige eher unfreundliche Einheimische den wir in Costa Rica erlebt haben!
    Na ja, hauptsache er weiss was er tut und wir bekommen unser Auto.
    Noch kurz die Pässe und Führerscheine kopieren bzw. einlesen und schon steht das Autochen da!
    Klein, aber nicht klein genug um nicht Beulen, Risse und Kratzer wie ein Grosser zu haben!
    Es ist ein Hunday i10 Grande, also die Stufenheckversion des i10, den wir auch in der Schweiz kaufen können.
    Und er ist ein Automat!
    Geht ja gar nicht!
    1,2-Liter-Motörchen und Automat in einem gebirgigen Land, Hilfe!!!
    Doch sie haben keinen Handgeschalteten mehr...also beissen wir in den Wählhebel und übernehmen das Teilchen!
    Natürlich nicht ohne ein mehrminütiges Video rundrum und innendrin zu drehen...denn es hat sehr viele Beschädigungen, und für die
    möchten wir nicht bezahlen müssen!
    Wobei wir ja eh Vollkasko ohne Selbstbehalt haben, und zwar Vollkasko wo wirklich alles drin ist, nicht wie sonst in Costa Rica üblich!


    Oben und unten: Hier steht der Kleine schon vor dem Hotel, aber textlich passts hier halt rein, fotografiert am Folgetag morgens.

    2026-02-04-07.05.20.jpg

    Erst danach montiere ich mein Navi mit OpenStreetMap-Karte von Costa Rica, Stand ende Januar 2026, also absolut aktuell!
    Wir fahren dann wieder rauf in Richtung Hotel, aber daran vorbei in Richtung Vulkan Poas!
    Und wie erwartet ist das Wägelchen keine Rakete und auch das Schalten ist nicht sonderlich schnell...besonders beim Runterschalten!
    Aber positiv ist dass es eine eigene Schaltgasse hat, wo man die Gänge selbst anwählen kann, so kann ich Automat akzeptieren!
    Plötzlich sehen wir ein Schild zu einem 'Cascada', also einem Wasserfall!
    Also schnell das kleine Lenkrad rumgedreht und weitergehoppelt, immer schön den Schlaglöchern ausweichend.
    Doch anstatt eines schönen Wasserfalls sehen wir nur eine Nebelsuppe um uns herum...und Nieselregen!
    Doch nun weiss ich weshalb wir Nieselregen haben!
    Das ist die Gischt des Wasserfalls, der unweit unseres Hotels rumplätschert!
    Darum der Nebel, darum das Geniesel!
    Brauchen wir nicht, haben wir ja auch im Hotel, also weiter in Richtung Vulkan, für dessen Besteigung wir jedoch kein Permit haben.
    Und scheinbar oben auch nicht kaufen können, denn gemäss unserem Hoteldirektor kann man die Permits nur im Dorf Poasito kaufen.
    Trotzdem fahren wir einfach mal rauf, ist ja eh schon relativ spät.
    Auf dem Weg hinauf hoppeln wir auch an einer Wiese vorbei, die eine tolle Aussicht verspricht, und ich halte natürlich an!

    2026-02-03-17.16.36.jpg

    Oben: Aussicht von der Strasse am Vulkan Poas auf Alajuela, San Jose und die Talamanca-Berge, links 'unser' Niesel-Nebel.

    Nach dem Fotostop fahren wir noch weiter rauf, aber dort ist eine Schranke, also kehren wir um.
    Da in eine rhalben Stunde eh schon die Sonne untergeht beschliessen wir uns ein Restaurant fürs Abendessen zu suchen.
    Schnell haben wir eines gefunden, das im Gegensatz zu den anderen Restaurants hier offenbar über einen geschlossenen Raum verfügt.
    Denn es ist nur etwa 12°C 'warm', was in der Sonne schon reicht, nach Sonnenuntergang jedoch sehr kühl wird um am Tisch zu sitzen.
    Es ist das 'Restaurante El Sabor de la Montaña' in Poasito, also 'unserem' aktuellen Wohndorf.
    Schnell ist was bestellt, die Preise sind tief und es erinnert eher an einen Schnellimbis, jedoch mit vielen Tischen.
    Warm ists da jedoch nicht, trotzdem laufen die Bediensteten alle in T-Shirts und kurzen Hosen rum.
    Die haben wohl nichts Anderes, da es hier sonst nie so kalt wird, nicht mal im kältesten Monat Dezember!
    So erzählt es zumindest der Kellner.


    2026-02-03-18.14.44.jpg

    Oben: Um 18:14 steht das Essen auf dem Tisch und es schmeckt besser als wir erwartet haben!


    Doch wir müssen uns über andere Touris aufregen, die reinkommen, dabei die Türe offen lassen und sich schlotternd um einen
    Gasstrahler stellen!
    Toll, der kalte Wind weht nun quer durchs Restaurant, wo Leute sitzen und essen wollen ohne dabei steiffgefrohren zu werden!
    Was für Idioten!
    Ich steh auf und gehe die Türe schliessen, danach geht eine von denen raus um zu rauchen.
    Und was meint Ihr, hat sie die Türe hinter sich geschlossen?
    Nein, natürlich nicht!
    Was für eine Hohlbirne!
    Zum Glück sind wir fertig und können an die Kasse um Souveniers anzuschauen und um zu bezahlen.
    Ab ins Auto und die paar hundert Meter zum Hotel zurück.
    Dabei fahre ich erstmals die Strecke hoch, die andere als 'Truppenübungsplatz' und nur mit dem 4x4 zu bewältigen betiteln.
    Na ja, was soll ich sagen...ich weiche einigen Steinen und Hügeln aus, positioniere die Räder auf den höchsten Punkten statt in
    den tiefen Fahrrinnen und schwupps, sind wir ohne Probleme oben beim Hotel.
    Drinnen trinken wir am Kamin, den wir selbst befeuern dürfen ('Bedient Euch am Feuerholz, fühlt Euch wie zuhause, wollt Ihr etwas Wein?')
    noch je zwei Gläser des wirklich guten chilenischen Rotweines, überreden den Hausherrn das Frühstück morgen eine halbe Stunde früher
    geniessen zu können, bezahlen und gehen danach ins Zimmer und bald ins Bett, denn morgen fahren wir die längste Etappe der Reise,
    da will ich ausgeschlafen sein, buenas Noches!

    Gruss

    Picco

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  • Picco
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    • 5. April 2026 um 06:44
    • #5

    Tag 3: Navi mit schwächelnder Karte...4x4 im 4x2...

    Auch heute ist es warm unter den fünf Decken, draussen im Zimmer jedoch noch immer nicht.
    Wie sind beide vor 06:00 Uhr wach, noch vor den Weckern.
    Bald sind die wichtigen Sitzungen und Reinigungen gemacht und es geht ans packen für die lange, laange, laaange Etappe nach Drake Bay!
    OK, theoretisch sinds rund 380km, in Europa wäre das innnert einiger Stunden geschafft, aber wir sind hier in Costa Rica, wo selbst auf den wenigen Autobahnen manchmal nur 40km/h, meist aber 60 oder 80km/h, ganz selten auch 100km/h erlaubt sind!
    Und Autobahnen hats nur wenige, Berge und bergauf wie bergab sehr langsame Lastwagen hats jedoch viele.
    Dazu weis sich dass die letzten 30-40km schlechte Schotterpiste sind, denn wir werden mit dem Auto nach Drake Bay fahren, da wir nicht mit Sicherheit die letzte Bootsverbindung um 16:00 Uhr ab Sierpe erwischen!
    Um 06:30 setzen wir uns wie abgesprochen an den Frühstückstisch und mampfen drauf los, vorher habe ich schon die grossen Gepäckstücke ins kleine Auto geladen.
    Nach dem Frühstück zahl ich noch unsere Weine und Wasser und schon müssen wir uns aus dieser sympatischen Unterkunft verabschieden.
    Um etwa 07:30 Uhr gehen wir zum Auto und fahren los.
    Gestern haben wir das Auto ja mit vollem Tank übernommen und rund 45km gefahren, heute kommen rund 380 dazu, mal schauen wie viel der Kleine verbraucht!
    Mein Navi navigiert uns rum und schon bald müssen wir links auf eine kleine Nebenstrasse abbiegen, die immer wieder steil nach oben oder genauso steil nach unten führt, der Kleine muss immer wieder mal den ersten Gang bemühen und ich bemühe ebenso diesen Gang um abwärts nicht allzu schnell zu werden.
    Bald heisst es vom Navi dass wir rechts abbiegen sollen, und dort wo es den Befehl zum Abbiegen gibt sehe ich was ich bisher nur vom Lesen in Costa-Rica-Foren her kannte: Ein Schlagloch, in dem ganze Autos verschwinden könnten!
    Ist hier zwar nicht passiert, aber immerhin stehen da drei Männer und ein ausgewachsener Raupenbagger im Loch drin, komplett!
    Scheint fast so als hätten sie das rund 6m tiefe riesige Loch absichtlich gemacht....hmmm...
    Na ja, ohne Helikopter kann man dieses Loch aktuell nicht überwinden, darum drehen wir um.
    Macht natürlich Riesenspass so was am Anfang einer langen Fahrt zu haben...die Zeit fehlt uns dann eventuell am Abend!
    Also runter nach Alajuela und durch die Stadt mit ihren Staus...
    Auf dem Weg noch einen Bancomaten suchen, der uns Colones rauslässt.
    In San Pedro de Poás halte ich am Strassenrand an und gehe zu einem Bancomaten, der jedoch ausser Betrieb ist.
    Meine Freundin wartet derweil im Auto.
    Ich sag ihr kurz dass ich zu einer anderen Bank muss, die gleich etwas hinter dem Auto in einer Querstrasse ist und sie doch schnell warten soll.
    Macht sie auch brav und ich beeile mich!
    Jedoch beeilt sich der Bancomat ganz und gar nicht, nein, er spukt nichts raus!
    Also geh ich in die Filiale wo niemand etwas Anderes als Spanisch spricht und versuch mich zu verständigen.
    Am Schluss ergibt sich ein lautstarkes aber freundliches Gespräch zwischen den drei Damen, dem Sicherheitsmann und mir.
    Als Resultat versuch ichs mit Hilfe des Sicherheitsmannes nochmals, aber auf seinen Tipp hin mit nur 100'000 Colones, für die diese 'Banco Nacional' 5'500 Colones zusätzlich verrechnet.
    Und da ich das sieben mal mache um die gewünschten 700'000 Colones zu bekommen dauert und dauert und dauert es halt...
    Als ich endlich aus dem Kabäuschen raustrete steht schon meine Freundin mit unfreundlichem Gesicht da und erklärt mir dass sie nie mehr im Auto auf mich warten werde...
    Ui...aber ich muss gestehen, auch wenn ich mich wirklich beeilt habe, es hat lange gedauert!
    Also zurück zum unaufgebrochenen Auto und ab in Richtung Alajuela.
    So geschätzt gegen 09:30 erreichen wir endlich die Autobahn und ich fahr in die falsche Richtung ein...na toll!
    Wobei die falsche Fahrtrichtung gemeint ist, nicht dass ich als Geisterfahrer unterwegs gewesen wäre...nur ums klar zu stellen...
    Denn nun stehen wir in einem Stau und müssen zur nächsten Ausfahrt wieder raus.
    Bald ist das auch geschafft und wir sind endlich unterwegs in Richtung Meer!
    Dabei müssen wir an total 3 Zahlstellen bar bezahlen, immer kleine Colones-Beträge.
    Bei Pozón verlassen wir auf Anweisung des Navis die Autobahn und biegen nach Süden ab.
    Etwas südlich von Tárcoles erreichen wir erstmals das Meer und fahren dann leider nicht wirklich der Küste folgend an Jacó und Los Angeles (das LA ohne Hollywood) vorbei, Uvita hinter uns lassend nach Palma östlich von Rincon.
    Schon bei der Abzweigung auf die Osa-Halbinsel sagt meine Freundin dass ich tanken solle, da wir nicht wissen ob wir auf der Halbinsel tanken können und hier gerade eine grosse Tankstelle wäre.
    Ich schau auf die Uhr, auf den Tankanzeiger (noch 4 von 12 Striche) und auf die gefahrenen Kilometer seit dem Volltanken (über 400) und rechne mir somit noch 100km Restweite aus, während das Navi noch was von 30-40km erzählt...
    Also sag ich dass wir noch locker genügend Benzin haben um auch wieder zu der Tankstelle zurück zu kommen.
    meine Freundin akzeptiert es widerwillig...
    Im Nachhinein weiss ich dass das wohl Luftlinie gewesen sein muss odrr so...doch später mehr dazu...
    Kurz nach Rincon sehe ich ein Schild nach rechts auf dem der Weg zu einem Eingang zum Corcovado-Nationalpark angezeigt wird und Ich sage noch zu meine Freundin dass wir von der Logik her ja eigentlich da hätten abbiegen müssen, doch das Navi zeigt uns klar dass es weiterhin geradeaus geht.
    Also folgen wir dem Navi.
    In der Ortschaft Palma soll ich dann in eine ungeteerte Nebenstrasse einbiegen, und brav wie ich bin gehorche ich dem Navi natürlich...
    meine Freundin kommts merkwürdig vor und sie schaut auf Google Maps nach, das einen anderen Weg zeigt.
    Nämlich die gefahrene Strecke zurück...
    Da ich aber die wirklich neueste Karte von OpenStreetMaps drauf und mit dem in Ostafrika gute Erfahrungen habe, was ich von Google Maps nicht sagen kann, beharre ich darauf dass das schon die richtige Strecke ist.
    Zumal meine Freundin sich über die Zufahrt im Vorfeld ja nicht informiert hat und ich mich schon, denn gemäss mehreren Forenbeiträgen und auch gemäss dem Hotelmanager kann man seit Kurzem problemlos mit dem Auto nach Drake Bay fahren, zumindest seit über alle Flüsse über Brücken statt nur durch Furten gefahren werden kann.
    Also kanns ja nicht so wild sein.
    Die Piste verschlechtert sich aber je länger je mehr, es wird schon bald schwirig das Auto so zu fahren dass die rund 14cm Bodenfreiheit ausreichen um den Unterboden heil zu lassen.
    Trotzdem fliegen trotz geringer Geschwindigkeit (1. Gang knapp über Standgas, mehr liegt nicht drin) bald mal zwei Steine hoch und wohl
    an den Auspufftopf, denn danach scheppert dieser fröhlich vor sich hin.
    Und plötzlich sehe ich vor mir eine Auffahrt zu einer Brücke und innerlich sing ich ein kleines 'Halleluja'...doch hinter der Auffahrt hats keine Brücke!
    Haleluja! Nochmals!
    Unten hats eine Furt, ich fahr da mal in die Nähe und steige aus, während meine Freundin auf mich einredet nicht auf die Idee zu kommen da durch zu fahren.
    Ich zieh meine Schuhe aus, ziehe die Strandschuha an und schau obs irgendwo in der Nähe tief genug ist dass sich ein Krokodil
    verstecken könnte, was es aber zum Glück nicht ist.
    Also wate ich durch und achte nicht nur auf die Bodenbeschaffenheit sondern auch auf die Wasserhöhe und wie wir ins und aus dem Wasser fahren könnten...
    Anschliessend vergleiche ich die Wasserhöhe mit dem Auto, dem ich zum Glück schon mal in den Motorraum geschaut habe und weiss wo die elektrischen Anlagen wie Alternator und Anlasser sind, und entscheide dass die Durchfahrt weniger schlimm ist als die Rückfahrt.
    Rein und ab ins Wasser mit dem Kleinen, ganz langsam, so dass möglichst keine Bugwelle entsteht.
    Genau nach Erinnerung die Bogen fahren und zum Schluss scharf rechts den flachsten Abhang hoch und...
    GESCHAFFT!!!
    Unterboden- und Schwellerwäsche inklusive...
    Noch schnell ein Bildchen von der Furt und der zerstörten Brücke und weiter gehts!

    2026-02-04-16.11.01.jpg

    Oben: Der eben durchquerte Rio Rincon...rechts die Überreste einer Brücke...es ist 16:11 Uhr und um etwa 17:50 geht die Sonne unter...


    Auf dieser Seite des Flusses ist die Piste wieder etwas besser und ich freu mich schon dass wir offenbar nun das Schlimmste hinter uns haben, und nach einiger Zeit und knapp 3km holpern wir um eine Kurve und stehen vor der nächsten Furt bei 8°39'42.4"N 83°30'26.5"W!
    Na toll!
    Und die Furt ist tiefer, breiter und an unserer Seite des Flusses hats einen rund 20cm hohen senkrechten Absatz!
    Die Stimmung war schon mal besser...
    Also wieder aussteigen, wieder nach Krokodilen Ausschau halten, wieder die Wassertiefe prüfen, alles wie gehabt!
    Nur dass ich mir diesmal noch Gedanken machen muss wie ich ohne Beschädigung in den Fluss rein komme!
    Das Rauskommen ist hier hingegen einfach.
    Aber es hat neben einem Stacheldraht, der auch über den Fluss gespannt ist, nur auf rund 1,8m relativ flaches Wasser, weiter vom Stacheldraht entfernt fällt der Flussboden schnell ab...
    Wird also eng...und wenn das Auto die originalen Verschlussstopfen nicht mehr im Boden hat wird Wasser in den Innenraum gelangen...
    Unerfreulich!
    Dazu kommt die Problematik mit der Einfahrt...
    Die geht nur wenn ich diagonal über den Absatz fahre, dann steh ich aber um fast 90° falsch im Wasser...
    Also so weit wie nur irgend möglich nach links, das Auto diagonal zum Absatz stellen, mit dem vorderen linken Rad über den Absatz fahren,
    dann gleichzeitig mit dem vorderen rechten und dem hinteren linken Rad über den Absatz, dann volleinschlag nach links und...
    ...es klappt!
    Ich komm genau auf die schmale, weniger tiefe Stelle und kann durchfahren!
    Lustigerweise hatten meine Freundin und ich unabhängig voneinander dieselbe Idee wie es klappen müsste...denn sie wollte auf keinen Fall mehr umkehren!
    Ich war diesmal derjenige der ans Umkehren gedacht hat.

    2026-02-04-16.40.00.jpg

    Oben: Hier hab ich die Durchfahrt mal versucht aufzuzeichnen...

    Nachdem wir auch das überstanden haben holpern wir weiter und kommen schon bald an eine Abzweigung, nämlich an die Piste die die schon mehrfach angesprochenen drei Brücken hat und die scheinbar problemlos zu befahren sei.
    Zumindest ist die Piste besser als die Bisherige, obwohl sie in der Trockenzeit (also jetzt) als Schwirigkeitsgrad SG3 oder sogar SG3-4 bezeichnet wird!
    Zumindest findet man dies so im Internet, gemäss folgender Einteilung wars meiner Meinung nach eine SG2-3.
    Die bisher gefahrene Piste war wohl eine klare SG3...schätze ich.

    Einteilung_Offroad-klein.jpg

    Es geht auf und ab, man muss konzentriert sein um den Schlaglöchern, den Spurrinnen, den spitzen Steinen und den Kiesnestern auszuweichen.
    Das Lenkrad dreht sich hier wohl mehr als die vier Räder zusammen...
    Irgendwann erreichen wir eine sehr steile Steigung, schon von unten sehe ich dass rechts schon viele mit den Antriebsrädern gescharrt und damit die Piste zerstört haben, links hingegen ist die Piste akzeptabel.
    Also spiel ich 'Fahren in England' und brause im ersten Gang rauf.
    Wir sind schon über der Hälfte der Steigung, da kommt oben aus der Kurve ein Auto entgegen und ich muss auf die schlechte Seite
    ausweichen...und schon merk ich wie die Räder im dort lockeren Schotter-Dreck-Gemisch durchdrehen!
    Interessanterweise beide Räder gleichzeitig, also hat das kleine Autöchen entweder ein limitiertes Sperrdifferential, was ich eher
    nicht glaube, oder ASR!
    Letzteres würde mittels Bremseingriff beim durchdrehenden Rad helfen da raufzukommen, da somit die Motorkraft (hahaha, 'Kraft'!) aufs andere Rad übertragen wird!
    So versuch ich mich nachdem uns das entgegenkommende Auto gekreuzt hat, wieder nach links zu kommen, aber...
    ...es klappt nichjt, wir bleiben stecken!
    Von unten kommt ein weiteres Auto, ein Vorderradgetriebener SUV, links hoch und fährt an uns vorbei, dann lass ich uns nach hinten runter und versuch dabei etwas nach links zu kommen, was leider nicht so ganz klappt.
    Aber ich kann wenigstens wieder nach oben anfahren!
    Mit Müh, Not und ASR beginnt sich das Auto in Bewegung zu setzen, als plötzlich einer daherzurennen kommt, sich an die Beifahrerseite
    stellt und schiebt!
    Haleluya!
    So schaffen wirs auch da rauf!
    Oben halt ich an, steig aus, geh auf den Typen zu (er wars der uns überholt hat), breite meine Arme aus und rufe ihm 'my Hero' zu, was ihn wohl etwas verwirrt!
    Egal, meine Freundin und ich sind froh um seinen Wunsch uns zu helfen, auch wenn ich im Gegensatz zu meine Freundin der Meinung bin dass wir zum
    Zeitpunkt seines Eingreifens schon aus dem Gröbsten raus waren.
    Er und seine Partnerin sind auch Touris und wollen auch nach Drake Bay, also fahren wir im kleinen zweier-Konvoi weiter.
    Auch wenn er unnötig langsam fährt ist das besser als alleine in einer eventuell noch folgenden Steigung stecken zu bleiben...
    ...man weiss ja nie!
    Aber es gibt keine solchen Situationen mehr bis er von der Strecke abzweigen muss.
    Wir fahren neben ihn und durch die geöffneten Fenster bedanken wir uns nochmals und verabschieden uns, in der Hoffnung uns in den nächsten Tagen wieder zu sehen.
    Was aber leider nicht geschehen wird.
    Schade!
    Während wir uns verabschieden macht die Sonne nichts Anderes, denn auch sie verabschiedet sich von uns und geht dabei völlig unter. Schon im Dunkeln erreichen wir Drake Bay, parkieren am Strand und suchen das Hotel.
    Das Navi hat uns erst in einen kleinen Seitenweg gelotst, da haben wir das Hotel aber nicht gefunden.
    Später hat sich gezeigt dass wir schon direkt neben dem Hotelparkplatz gestanden sind, da aber nichts angeschrieben war haben wir es nicht bemerkt.
    Wir steigen also am Strand aus und schauen mal auf das Dorf...das von hier einen recht abgefuckten Eindruck hinterlässt...
    Ich staune da mir Drake Bay als ein Traum empfohlen wurde...von jemandem, auf dessen Aussage ich bisher immer setzen konnte!
    Na ja...aktuell mehr Alp- als Traum.
    Nirgends ist unser Hotel angeschrieben, so gehen wir in eine Bar und fragen mal nach.
    Die Antwort erfreut uns weil das Hotel offenbar wirklich existiert, erschreckt uns aber auch weil uns gezeigt wird welche Treppe
    wir hinaufgehen müssen...phu!!!
    Es hat mindestens 30°C, eine hohe Luftfeuchtigkeit, wir sind fix und foxy, unsere Blasen haben ihre Dehnbarkeit erreicht und nun
    sollen wir geschätzt einen rund 30-40m hohen Hügel hoch zum Hotel, ohne Lift!
    Also reissen wir uns zusammen und stampfen da hoch...
    Vorbei an einem Souvenierladen, an Gärten und einem Restaurant erreichen wir endlich schnaubend und mit weit herum spritzenden
    Schweissdrüsen die Rezeption.
    Müssten wir nicht so keuchen und beide dringendst mal zur Toilette wäre das Einchecken schnell gegangen...
    So dauerts halt etwas...
    Der Mann hinter dem Tresen ist derjenige, welcher mir geschrieben hat dass man nun problemlos mit dem Auto nach Drake Bay fahren kann.
    Während meine Freundin kurz muss erzähle ich ihm von unserer Fahrt mit den zwei Flussdurchfahrten und er kann kaum glauben was er da hört!
    Er sagt mehrmals dass es keine Flussdurchfahrten gibt bis wir beide langsam checken dass wir eine falsche Route genommen haben!
    Dann schaut er mich mit grossen Augen an und staunt eine Weile.
    Offenbar hat er nun begriffen wo wir durchgefahren sind.
    Nun wird das Gepäck zum Thema und er fragt wo wir das haben, ich antworte dass es noch im Auto am Strand steht.
    Darauf sagt er dass er mit uns runterkommt und uns den Weg zum Parkplatz zeigt.
    Also wieder die Treppen runter...wir werden noch fit vor lauter Treppentraining!
    Unten angekommen sage ich zu ihm dass er und meine Freundin doch bitte hier kurz warten sollen, ich gehe das Auto alleine holen.
    Er machts, ich hols und fahre das kurze Stück zu ihm hoch, das von der Strassenbeschaffenheit auch als Offroad bezeichnet werden könnte.
    Im Ernst, ich hab an den folgenden Tagen 4x4 gesehen die da durchdrehende Räder hatten...
    Als er 'mein' Auto erblickt bekomm ich Angst dass seine Augen rauskullern und das Hallszäpfchen sich erkältet...
    ...so mit offenen Augen und offenem Mund steht er etwa eine Minute da und schaut das Auto von vorne bis hinten und zurück mehrmals an,
    dann sagt er dass hierher normalerweise nur Leute mit einem 4x4 kommen...
    Aha, das hat er mir aber nicht geschrieben als er geschrieben hat dass man mit dem Auto nach Drake Bay fahren kann...
    Na ja...
    Beide steigen ein und wir fahren zum Parkplatz, wo wir ja schon mal standen.
    Endlich können wir die schweren Taschen und Koffer aus dem Auto holen...aber erstaunlicherweise freue ich mich nicht darauf damit zum Hotel hoch zu gehen, denn meine Freundin als Frau möchte ich die beiden 20-23kg schwerden Gepäckstücke nicht rauftragen lassen und der Hotelangestellte reicht mir bis zur Brust, dem will ich das auch nicht antun.
    Doch während ich noch überlege hat er sich schon den schwersten Koffer auf die Schulter gehieft und ist losgelatscht!
    Also pack ich den Rucksack, mein Handgepäck und meine Rolltasche (die ich tragen statt rollen muss) und verfolge ihn!
    Doch er geht nicht zur Treppe sondern nach hinten, wo es eine steile Rampe mit Serpentinen hat, was wesentlich angenehmer ist als jede Treppe!
    Bei der Rezeption angekommen muss ich ihn als 'very strong man' loben, was er mir angesichts des von mir getragenen Gepäcks auch zurückgibt.
    Doch wir sind noch nicht oben, denn unser Zimmer ist das oberste, also noch ein hohes Stockwerk höher als die Rezeption, und nur eine Aussentreppe führt da hoch!
    Aber auch das überleb ich noch knapp.
    Fix und Foxy hauen sich meine Freundin und ich erstmal für einige Minuten aufs Bett bevor wir das Zimmer mal richtig anschauen.

    2026-02-04-18.35.34.jpg

    Oben und unten: Das Zimmer

    2026-02-04-18.35.44.jpg

    2026-02-04-18.35.51.jpg

    Oben und unten: das dazugehörende Bad

    2026-02-04-18.35.57.jpg

    Nachdem wir wieder unter Puls 120 gekommen und etwas zu Menschen hergerichtet sind gehen wir runter und ins Restaurant, wo uns schnell mal je ein Mojito und bald darauf das bestellte Essen geliefert wird!

    2026-02-04-19.34.30.jpg

    Oben: Mein Essen

    2026-02-04-19.34.32.jpg

    Oben: Ihr Essen...und beide schmecken wesentlich besser als sie aussehen!

    Bald nach dem Essen gehen wir aufs Zimmer und sagen buenas Noches, was für ein Tag!!!

    Gruss

    Picco

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    3 Mal editiert, zuletzt von Picco (6. April 2026 um 09:25) aus folgendem Grund: ESP durch ASR ersetzt, werkzeuglos...

  • S t e f a n
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    • 5. April 2026 um 18:29
    • #6

    ASR. ESP greift bei schneller Kurvenfahrt ein und bremst das passende Rad ab...

    Alles wird gut. Irgendwann.

  • holger4x4
    womobox-Guru
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    • 5. April 2026 um 19:13
    • #7

    Picco, machst du solche Offroad-Touren auch mit deinem SLK? :P

    Gruß, Holger

  • Picco
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    • 6. April 2026 um 09:12
    • #8

    Hoi zämä

    Zitat von S t e f a n

    ASR. ESP greift bei schneller Kurvenfahrt ein und bremst das passende Rad ab...

    Hast natürlich recht! Danke!

    Zitat von holger4x4

    Picco, machst du solche Offroad-Touren auch mit deinem SLK? :P

    Ich mache mit Mietwagen grundsätzlich nichts was ich mit meinem Auto nicht auch machen würde.
    Ernsthaft.
    Aber ja, so eine Strecke bin ich mit dem SLK noch nicht gefahren, nur annähernd. Mit dem tiefergelegten CRX Targa jedoch bin ich so was Ähnliches schon gefahren. Da hat sich ein LandRover-Fahrer das Differential aufgeschlagen und ich kam durch. Er gehörte halt zur Fraktion 'Ich hab einen Geländewagen, also muss ich keinem Stein ausweichen, auch nicht wenn er 30cm hoch ist'...

    Gruss

    Picco

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  • Picco
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    • 6. April 2026 um 09:33
    • #9

    Tag 4: Bahia Drake, Drake Bay oder Agujitas? Egal...Kennenlernen ist angesagt!

    Sehr gut haben wir geschlafen, sehr gut!
    Kein Wunder nach den Anstrengungen von gestern, immerhin waren wir ohne eine einzige Pause, nicht mal zum Pinkeln, von 07:30
    bis 18:00 Uhr unterwegs, das sind zehneinhalb Stunden am Stück im Auto!
    Nun also auf zu neuen Taten!
    Als erstes erklimmen wir unseren Balkon und geniessen die Aussicht im Schaukelstuhl, von denen genau zwei auf dem Balkon neben
    der Hängematte stehen!

    Oben: Und so sah die Aussicht aus den Schaukelstühlen aus...so lässt sichs aufstehen!

    Beim zurück ins Zimmer gehen entdeck ich etwas, was ich hier im Dorf wirklich nicht erwartet hätte:
    Einen Jaguar!
    'Staun'
    Kann das wirklich wahr sein, dass ich in diesem Urlaub einen Jaguar sehe ohne in einen Zoo zu gehen???
    Einen, der nicht vier Räder hat???
    Offenbar schon, schnell das Handy gezückt und 'knipps'!
    ...
    ...aber auf dem Bild erscheint er mir etwas flach...aber sieh selbst:

    Oben: Da liegt er herum, diesmal ohne 4 Räder, dafür als Fussmatte...

    Anschliessend gehen wir runter ins Restaurant, denn wir haben für heute ein Frühstück gebucht!
    Kaum sitzen wir werden auch schon die Früchte auf dem Teller serviert, herrlich!
    Zumindest für mich, denn meine Freundin mag von den drei Früchten nur die nasse Anna...
    ...aber Gentleman wie ich bin helfe ich der Dame gerne aus ihrem Dilemma!
    Auch der bestellte Tee und der ebenfalls bestellte Kaffee werden an den Tisch gebracht, dann kommt auch das bestellte Rührei:
    Voll mit Kallorien für den Tag machen wir uns bald auf um die Umgebung zu erkunden, doch vorher noch rauf ins Zimmer und das Gepäck
    wohntauglich zubereiten.
    Anschliessend gehen wir die Treppe runter und zum westlichen Ende des Dorfes, das gelinde gesagt unschön aussieht. Also umkehren
    und in Richtung Osten gehen, wo uns schon bald ein nach alkoholabhängiger landstreichender Althippie erinnernder Typ anspricht.
    Freundlich ist er ja, nur verstehen tun wir halt kein Spanisch, auch seines nicht.
    Wir gehen am ersten kleinen Supermarkt vorbei und beim Zweiten hinein, um unter Anderem Trinkwasser zu kaufen.
    Aber der bietet nicht was wir wollen, also zurück zum Ersten, denn der bietet ebenfalls nicht was wir wollen, aber von da müssen
    wir das was wir nicht wollen und trotzdem kaufen nicht so weit tragen.
    Denn so eine 5-Liter Flasche Wasser hoch zum Zimmer tragen ist auch schon morgens bei 'nur' rund 30°C nicht so angenehm.
    Wenn sich danach herausstellt dass das Wasser nach Chlor schmeckt erst recht nicht...
    Gescheiterweise meiden wir die Treppe und nehmen die Rampe, angenehm ists trotzdem nicht wirklich.
    Nach einiger Zeit gehen wir wieder runter und in die Bar, in der wir nach dem Hotel gefragt haben, und genehmigen uns dort einen
    Smoothie, ich mit Passionsfrucht und wasserbasierter Zubereitung, meine Freundin Mango-Banane mit milchbasierter, frischer Zubereitung.
    Diese schlürfen wir mit Blick zum Meer, herrlich!
    Und das ist der richtige Zeitpunkt um Bilder dieses bisherigen Morgens zu zeigen:

    Oben: 'Drei Engel für Charlie'??? Ist Charlie denn gestorben??? Fragen über Fragen...

    Oben: Offenbar ein Costa Ricanischer Elektriker bei der Arbeit, ohne Helm und ohne Sicherheitsweste! :-O

    Oben: Sein Lehrling hängt lieber im schattigen Wald herum...

    Oben: Genau, wir sind hier in der Drake Bay

    Oben: Und mitten im Dorf hats Strand...leider mit vielen Motorbooten, die bis ins seichte Wasser fahren...
    ...und sehr selten, aber auch schon mehrmals Krokodile...meist kleine, aber auch schon 4-Meter-Tiere sollen gesichtet worden sein.
    Haben uns einheimische erzählt...die Tiere schwimmen von den Flüssen bis 15km ins Meer hinaus, sagte auch ein Guide...
    Ein Grund für uns die Badehose trocken wieder in den Koffer zu packen...

    Oben: Dabei sind die Strände wirklich nicht zu verachten...denken sich offenbar nicht nur Menschen...

    Oben: Selbst die Pelikan-Staffel bietet hier ab und zu eine Flugshow.

    Oben: Aussicht aus dem genannten Restaurant

    Gruss

    Picco

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  • Picco
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    • 7. April 2026 um 07:04
    • #10

    Oben: Handyfoto eines roten Ara's im Baum...

    Oben: Die Flugshowteilnehmer fliegen zurück...

    Oben: Auch das: Foto mit dem Handy! OK, es hat einen optischen 10-fach-Zoom und es ist ein Ausschnitt...aber immerhin: Handy!

    Oben: Aber mein Handy kann nicht nur Aras, Pelikane und Strände sondern auch Leguane!

    Danach wollen wir etwas weiter nach Osten gehen, da soll es einen Pfad haben der zu einem schönen Strand führt, hat uns der Hotel-
    Manager erzählt.
    Nach dem unschönen Teil des Dorfes beginnt ein Weg, der im Wald, aber immer nahe der Küste, weiter in Richtung Westen führt.
    Durch den Schatten der Bäume ist somit auch meine im Nieselregen der ersten Lodge erstaunlicherweise etwas verbrannte Stirn
    etwas geschützt, was auch kein Nachteil ist.
    Wobei ich, der ich nicht so schnell einen Sonnenbrand bekomme, mich schon frage da einen bekommen konnte...
    Egal, wir spazieren gemütlich über den Weg, der zum Badestrand 'Cocalito Beach' führen soll, und freuen uns an einigen Pflanzen und Tieren.
    Sehr eindrücklich ist nicht nur ein grosser Bambus, vor dem jemand Fotoposing betreibt, sondern auch eine riesige Würgefeige.

    Oben: OK, das ist nun nicht die Würgefeige und ich gebs zu, ich hab die Dame, die sich so gern fotografieren liess, per
    Windows-11-KI-Fotobearbeitung entfernt, sie war links noch im Bild.

    Bald schon kommen wir an einem überdachten Sitzplatz mit mehreren Bänken und Tischen vorbei, wo ein alter Mann mit Fernglas sitzt und sich an der Natur erfreut.
    Wir beschliessen uns auch dahin zu setzen, zumal der Platz offensichtlich zu einem Restaurant gehört, das offenbar vom
    Hotel Águila de Osa betrieben wird.
    Als wir nach mehreren Minuten, in denen wir mehrmals vom Personal gesehen wurden, noch nicht bestellen konnten stehen wir auf,packen unsere Baderucksäcke und gehen weiter.
    Kurz darauf stehen wir vor einer geschätzt 20m langen Hängebrücke und da zeigt sich wieder mal ein bekanntes Problem:
    meine Freundin fühlt sich auf Hängebrücken mehr als unwohl und möchte die wenn irgend möglich vermeiden.
    Ich muss dazu aber auch sagen dass sie mit diesem Gefühl sehr mutig umgeht und es wenigstens immer wieder mal probiert, manchmal klappts dann auch, hier nützt es aber auch nichts dass ich voraus mal rüber gehe und die Brücke sozusagen 'teste'.
    Nicht ob sie zusammenkracht, das versuche ich immer vorab abzuschätzen, sondern wie sehr sie wankt.
    Und sie wankt zu sehr, so dass wir beschliessen umzudrehen.
    Nach wenigen Metern sind wir wieder bei dem Restaurant und sind noch immer durstig.
    Deshalb gehe ich nun in den Bereich wo ich vorher Bedienstete gesehen habe, trete zur Küche und sag dem Typen, der da drin
    steht, dass wir gerne etwas trinken würden.
    Schnell ist jemand da und zeigt uns wo wir uns hinsetzen dürfen, was wir natürlich sofort tun.
    Bestellt wird wieder ein Drink mit viel Früchten, ob mit oder ohne Alk weiss ich nicht mehr.
    Aber dass er gut war und dass unser da sitzen auch andere Touristen dazu bringt sich ins Restaurant zu begeben.
    Wobei das Restaurant ja draussen ist.
    So ists bald vorbei mit unserer Ruhe.

    Oben: Ruhe haben wir nicht mehr, aber Getränke und diese Aussicht...

    Oben: Eines der wenige Tiere, die wir vom Restaurantsitzplatz aus sehen durften.

    Nach einiger Zeit machen wir uns auch wieder auf in Richtung unseres Hotels, suchen zuerst unten nach Aras und Tukanen in den Bäumen,
    aber offenbar hat die Tourismusbehörde vergessen diese da zu drappieren.
    Na ja, vielleicht lernen sie's ja noch...

    Oben: So sieht der Strand neben dem Weg aus, natürlich gehen wir da durch...ist ja auch ganz nett!

    Also hüpfen wir frischfröhlich in Faultiergeschwindigkeit und Schweiss verspritzend die lange, laaange, laaaaange Treppe hoch und
    setzen uns ins Restaurant des Hotels, auch weil es einen zum Meer hin ausgerichteten Bartisch hat, wo wir weitere flüssige Vitamine
    in uns einsaugen...wortwörtlich!
    Als ich bemerke dass es von hier immer wieder Vögel zu beobachten gibt hol ich meine Kamera mit dem 400er-Objektiv und dem 2-fach-Konverter.
    So lassen sich die A, -B und andere Meisen besser fotografieren als mit dem Handy...ausser vielleicht die Kolibris, die sind mit
    dem Handy einfacher zu fotografieren...wie ich im Verlauf der Reise noch merken werde!

    Oben: Aussicht von den Barhöckern unseres hoteleigenen Restaurantes aus...vor allem in den Bäumen am Strand hats Vögel.

    Oben: In dem Baum der beim oberen Bild rechts der alleinstehenden Palme ganz links steht habe ich einen Vogel entdeckt...

    Gruss

    Picco

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  • Picco
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    • 8. April 2026 um 07:39
    • #11

    Oben: ...und ihn, um mir mal ein Bild der Schärfe der Kombi mit total auf KB-umgerechnet 1600mm Brennweite zu machen, auf 100%
    herangezoomt, also Pixel für Pixel. Da scheint der Fokuspunkt nicht ganz auf dem Auge zu sitzen, was auf die Entfernung aber
    nicht wirklich ein Wunder ist.

    Oben: Solche und...

    Oben: ...solche Vögelchen kommen, sitzen und gehen am laufenden Band...

    Oben: ...während wenige Meter neben uns ein grausamer Angriff auf einen, zu allem Übel auch noch festgewachsenen, Baum stattfindet!

    Oben: Die Blattschneidera-Meisen schneiden Blätter entzwei und missbrauchen den armen Baum auch noch als Leiter!
    Hau Schokking!!!

    Viel machen wir heute nicht mehr, mal noch nach oben ins Zimmer gehen, duschen und schon ists Zeit fürs Abendessen, das wir Grund-
    sätzlich eher früh einnehmen, um nicht allzusehr den Jetlag spühren zu müssen.
    Anschliessend noch etwas in die Hängematte beziehungsweise auf die Schaukelstühle und ab in die Heia!
    Buenas Noches!

    Gruss

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    • 9. April 2026 um 07:01
    • #12

    Tag 5: Corcovado, der Begehrte!

    Der Wecker rasselt nicht los, denn wir beide haben keinen gestellt...obwohl wir früh raus müssen!
    Und ausgerechnet heute schlafen wir länger als sonst!
    Dabei gehts heute ja in den Corcovado National Park!
    Jenen Nationalpark, der je nach Quelle bis zu 5% der weltweit vorkommenden Tierarten beherbergt!
    Jener Nationalpark, wegen dem wir hier sind!
    Und wir verpassen ihn fast!
    Und ein Frühstück haben wir ja auch noch bestellt, das wir hastig in unsere Münder schieben, so gut es geht!
    Wir haben erst mit den Ommelettes angefangen da steht schon einer neben dem Restaurant und sucht die zwei Touris, die noch
    mit wollen.
    Denn zwei französische Touris, etwas ältere Semester als wir sind, stehen schon bei ihm, nur wir noch nicht.
    Das ändern wir aber schnell und lassen den Grossteil des Frühstücks alleine zurück.
    Schon gehts los und die Treppe hinunter, dann unten nach Westen in Richtung des Katamarans am Strand und schon stehen wir in
    einer Menschenmenge...
    Ui!!!
    Ich wusste dass wir nicht alleine sein werden und habe mich schon gefreut als wir uns zu viert auf den Weg gemacht haben, aber
    ich hab gehofft dass wir vier zusammen in den Nationalpark gehen.
    Und nun stehen wir mit rund sechzig oder noch mehr Personen hier am Strand und warten aufs Boot.
    Unser Guide beginnt uns schon mal zu briefen, auch wegen des Bootes, das uns nicht am Strand sondern einige Meter im Meer
    auf den Wellen rumschaukelnd aufnimmt und nach unserer Ankunft im Park wieder rausspuckt.
    Da ich einer der ersten im Boot bin setz ich mich schon mal auf einen der hinteren Plätze, denn je weiter vorne man sitzt umso
    härter werden die Schläge, wenn das Boot auf eine Welle trifft, sein.
    Bald ist das Boot fast auf den letzten Platz besetzt und meine Freundin auch neben mir und schon gehts los!
    Erstmal zu einem Hotel einige hundert Meter weiter wo wir zwei weitere Passagiere abholen und dann ohne weiteren Halt, also
    sozusagen haltlos bin zur Sirena Station des Nationalparks.
    Dort hüpfen wir ins Wasser und waten an Land, wo wir auf unsere Guides warten sollen.
    Tun wir auch, brav wie wir sind.

    Oben: Im Corcovado National Park angekommen waten wir an den Strand um dort zu warten...

    Unser Guide, der zwar einen Namen hatte und ihn auch gesagt hat, ihn aber wohl am Feierabend wieder mit sich mitgenommen hat
    (Zumindest hab ich ihn nicht hier), wie hier alles läuft und mir kommt das alles etwas militärisch streng und zu touristisch vor.
    Na ja, Regeln sind Regeln, also befolgen wir sie halt mal.
    Also erst die Wanderschuhe montieren, dann in eine Reihe stehen und so langsam zu einem Tisch mit zwei Rangern vorgehen.
    Diese zwei Ranger durchsuchen alles was man dabei hat und überprüfen die Registrierung, die per Vorabanmeldung gemacht werden musste.
    Jede Tasche, jeder Rucksack wird untersucht, am schweizer Taschenmesser meiner Freundin haben sie gar keine Freude!
    Unser Guide nimmt es an sich und verspricht es am Feierabend wieder zurück zu geben.

    Oben: Jaja, irgendjemand muss sich immer aufs Bild schmuggeln...

    Dann dürfen alle die müssen noch kurz aufs Klo und bekommen anschliessend nochmals eine Instruktion inklusive einer genauen Angabe, zu welcher Zeit wir spätestens wo sein müssen.
    Mann, mann, mann, es ist mir definitiv zu durchgetaktet!
    Dagegen ist ja ein Gorillatracking ein unorganisiertes rumlatschen...
    Schon geht unsere Gruppe aus etwa 12 Personen los in den Wald, wo schon einige Gruppen entfleucht sind.
    Aus den Augen verlieren wir die anderen Gruppen nie, auch deshalb kommt nicht wirklich ein Naturerlebniss bei mir auf.
    Aber auch weil es gewisse Leute gibt die dauernd quasseln müssen, das nervt!
    Speziell die Französin aus unserer Lodge quasselt fast ununterbrochen mit ihrem Mann, es braucht wirklich viele 'unnette' Blicke
    gepaart mit Stirnrunzeln bis sie sich minim zurücknimmt...
    ...ganz aufhören tut sie aber nicht.
    Unser Guide erklärt auf dem Weg diesen Baum, jene Ameise und das Gewächs, bis wir auf eine andere Gruppe aufschliessen, die nach
    oben schaut...wo sich Brüllaffen befinden!
    Unser Guide richtet sein Monokular ein und lässt die Gruppenmitglieder da durch schauen, da ich der einzige bin der eine Kamera
    mit langem Objektiv hat such ich mir meine Standorte im Rahmen der Wege selbst, ins Gebüsch treten darf und soll man hier
    ja nicht um nichts zu beschädigen.
    Plötzlich herrscht Aufregung in der Gruppe, denn die Affen beginnen zu pieseln und zu kacken...
    ...erwischt hats aber soweit ich weiss niemanden, auch wenn ich mir sicher bin dass die Viecher absichtlich auf die Gruppe
    gezielt haben!
    Kenn ich doch von den Schimpansen...die sind auch solche 'Witzbolde'...

    Oben: Nicht ganz einfach die Brüllaffen zu fotografieren, zumal es im Wald dunkel ist und man gegen den hellen Himmel fotografiert...

    Oben: Man sieht ihr fast schon an wie er die Treffsicherheit seiner Freunde beurteilen will...

    Oben: Aber da oben sind nicht nur Brüllaffen sondern auch die Klammeraffen ('Spider Monkey') zu sehen!

    Wir alle finden die Aktion der Affen ziemlich kacke und gehen deshalb trotzdem nicht angepisst weiter, bis wir umweit ein
    Rascheln hören, was dann auf weitere Tiere hinweist...

    Oben: Zum Beispiel sehen wir diesen Nasenbären, der uns seinen Allerwertesten fotogen präsentieren will...

    Oben: Doch er besteht nicht nur aus dem Hinterteil sondern hat auch eine Seitenansicht zu bieten.

    Oben: Beim mich etwas umschauen entdecken der Guide und ich unabhängig voneinander noch den Kleinen hier.

    Oben: Schon bald stossen wir auf eine weitere Gruppe, die ein faul abhängendes Faultier gesehen haben...wozu ich doch etwas
    Zeit benötige, obwohl ich genau in Richtung des Tieres schaue, die sind nämlich wirklich gut getarnt!

    Oben: Hier auf diesem Bild sieht man auch etwas besser dass es nicht sooo gut zu sehen ist, in der Realität hat man aber
    nicht diesen Zoom vor den Augen und sieht diese Tiere dementsprechend noch schlechter.

    Gruss

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    • 10. April 2026 um 07:48
    • #13

    Weiter gehts mit unserer Truppe, die sich nun etwas auseinanderzuziehen beginnt...was unseren Guide etwas deutlicher als nötig sagen lässt dass die Gruppe zusammenbleiben soll.
    Verständlich dass er das sagt, der Tonfall hat mich jedoch etwas gestört.
    Aber es war schon so dass die Hälfte der Gruppe inklusive mir bis zu rund 100m hinter dem Guide rumdümpelte.
    Nach der Ansage blieben wir zusammen...

    Oben: Das Tierchen haben wir zufällig neben dem Weg entdeckt, das müsste ein Vogel sein, nehm ich an.
    Wenn ja, dann ein weiblicher 'Grand Hocco' oder 'Great Curassow' oder 'Crax Rubra' oder 'Tuberkelhokko', was alles dasselbe ist...

    Oben: Auch das dürfte ein Vögelchen sein, obwohl er anders aussieht, darum auch ein anderer Name: Grünschwanztrogon
    (Trogon caligatus) oder eben Trogon Pattu oder auch Gartered Trogon, schön wie er ist muss er ein Männchen sein.

    Oben: Der Cousin dieses Vögelchens nervt mich zuhause immer, die Türkentaube! Das hier ist aber die Kurzschnabeltaube oder Short-billed Pigeon oder Patagioenas nigrirostris oder Pigeon à Bec Noir...

    Oben: Nein, das ist kein Vogel, der hat höchstens einen und brüllt darum rum: Der Brüllaffe!

    Oben: Jaja, nicht nur das Krokodil hat einen kräftigen Schwanz...

    Oben: Auch wenn die Welt nicht Kopf steht, der Brüllaffe tut's!

    Oben: Und er versucht sich dauernd zu verstecken, aber ich finde ihn und seine Kumpels auch hinter den Ästen!

    Oben: Sehr hoch oben in den Kronen der Bäume turnen die rum, war gar nicht so einfach die zu knippsen!

    Und nun ists Zeit um aus dem Wald wieder zur Station zurückzukehren, wo meiner Freundin das Taschenmesser abgenommen wurde.
    Nicht um das zurückzugeben sondern um über den Strand zur Lieblingssuhle eines Tapirs zu gehen, wo schon zwei andere Gruppen
    sind und für Fotos anstehen.

    Oben: Über den Strand gehts zur Tapirsuhle...

    Mann ist das ein Gerangel!
    Einer nach dem Anderen kommt ran, aber wir haben locker 20 Leute vor uns.
    Irgendjemand entdeckt irgend ein Tier im Geäst nahe der Suhle, unser Guide sieht es auch und richtet sein Monokular aus.
    Dann dürfen alle mal durchschauen und er macht wie vorhin schon mit den Handys unserer Gruppe Fotos durchs Monokular, was gar
    nicht mal so einfach ist und darum viel Zeit braucht.
    Find ich guten Service vom Guide, macht auch nicht jeder!
    Da ich in der Zwischenzeit noch immer nicht gefunden habe was die da sehen stell ich mich auch hinter jemandem als Letzter an
    und darf dann zuhören wie die Dame sagt 'Jetzt ist er weg...'
    ...
    Aha, keine Ahnung wer , keine Ahnung was, aber weg ists und ich habs nicht gesehen, geschweige denn fotografiert!
    Blöd...
    Na dann wenden wir uns halt wieder dem Warten auf den Blick auf den Tapir zu...
    Und endlich ist meine Freundin dran, der ich natürlich den Vortritt lasse.
    Aber dann komm ich!
    Und was seh ich?
    Blätter!
    Und Zweige!
    Und...Moment...ja...da ist was!!!

    Oben: Ich seh ein schlammiges Etwas in einem schlammigen Loch...

    Gruss

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    • 11. April 2026 um 06:25
    • #14

    Oben: ...und dieses Etwas ist das Ohr des Tapirs, Heureka, Jabadabadu und Halleluja zusammen!!!

    Wer kann schon von sich behaupten dass er ein wild lebendes Tapirohr gesehen hat?
    Ja, ich kann das behaupten und sogar mit Fotos belegen!
    Ob das Tier jedoch als Ganzen da lag oder nur ein halbes kann ich nicht mit Sicherheit sagen, ebenso nicht ob es freiwillig dalag oder an der Kette war...
    Hmm...
    Na ja, gehen wir mal davon aus dass uns die Costa Ricaner nicht so bescheissen und freuen uns über eine Tapirohrsichtung in
    der mittelamerikanischen Wildnis zwischen hunderten Touristen...
    Aber irgendwie kommt nicht so das 'Juhu'-Gefühl auf das ich bei anderen Tiersichtungen beziehungsweise in anderen Nationalparks habe...
    Na ja...ich muss sagen dass ich beim Corcovado mehr erwartet habe...
    Aber nachdem wir das Ohr des Tapirs gesichtet haben gehen wir wieder über den Strand zurück zur Empfangsstation, wo alle die
    müssen mal kurz auf die Toilette dürfen.
    Die Anderen entdecken eine Spinne und verbringen ihre Wartezeit damit der Spinne beim spinnen zuzusehen.
    Ich hingegen versuche sie zu fotografieren und scheitere recht kläglich am durch den leichten Wind sich bewegenden Netz und den
    vielen Blättern rundherum... na ja...
    Endlich gehen wir weiter auf einem anderen Pfad in den Wald und sehen auch da schon bald Tiere.

    Oben: Das dürfte dann Geoffroy sein, Nachname Klammeraffe, also ein Geoffroy-Klammeraffe (Ateles geoffroyi frontatus)

    Oben: Wie man sieht klammert er sich zwar nicht an Strohhalme, aber an jedem beliebigen Ast fest.

    Oben: Bald ist wieder Zeit für ein Faultier mit drei Fingern: Das Dreifingerfaultier!

    Oben: Auch der Grünschwanztrogon erscheint uns wieder, diesmal in weiblicher Form...

    Oben: ...aber wo die Damen sind finden sich auch die Herren schnell ein!
    Wahrscheinlich heisst er 'Lumpi', zumindest scheint er scharf zu sein wie Nachbars Lumpi...

    Oben: Und ein weiteres Faultier...von der Fellfarbe her würde ich auf ein Dreifingerfaultier tippen...sehen tu ich aber nur zwei Finger...

    Oben: Diese Trogone hats hier im Wald ja so einige...hier Weibchen von hinten...

    Oben: ...da Männchen von vorn...

    Oben: ...und Weibchen von der Seite.

    Gruss

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    • 12. April 2026 um 08:57
    • #15

    Oben: Aha, also doch ein Dreifingerfaultier, jetzt zeigt er sich etwas besser, der dritte Finger!

    Oben: Frosch, weder mit Pfeil noch mit Gift, aber mit Höhle und Tümpel! Sozusagen Eigenheimbesitzer mit Pool.

    Oben: Unweit davon eine Weiterentwicklung des Frosches, jedoch ohne Eigenheim und ohne Pool...

    Oben: Um bei den Flattertierchen gerecht zu sein zeig ich mal was Anderes als Vögel...

    Bald erreichen wir eine wohl eher ehemalige Landepiste, auf der wir bei leichtem Tröpfeln in Richtung der eigentlichen Rangerstation gehen.
    Von weitem sehen wir auf einem hohen Baum einen roten Ara sitzen, und unser Ranger meint dass der schnell wegfliegen würde wenn wir uns zu schnell der Station nähern.
    Was eigentlich unsinnig ist, denn bei der Station hats schon unendlich viele Touristen, und wegen denen hätte er mehr Grund
    sich zurückzuziehen!
    Denn die sind viel näher dran als wir.
    So mach ich dann mit auf Kleinbild umgerechnet 1600mm Brennweite ein Bildchen, von dem ich dann einen Ausschnitt zeige:

    Oben: Ausschnitt vom Bildchen...danach fliegt er bald mal weg...

    Bei der Rangerstation haben wir unsere Schuhe auszuziehen um auf die Plattform mit Unterkünften, Souvenierladen, Küche, Essahl, Schlafsahl und Toilettenanlagen kommen zu dürfen.
    Besonders freu ich mich ohne Schuhe, aber in Socken zu den Toiletten zu gehen...angenehm ist Anders!
    Natürlich weiche ich dort jeder Feuchtigkeit auf dem Boden grosszügig aus, aber eklig ists trotzdem.
    Aber erst gehts mit dem Ranger rundherum, wo er uns alles zeigt.
    Und dann ab in die Küche, Essen fassen!
    Es gibt Reis mit Meeresfrüchten, Gemüse, Fleisch und so weiter und so fort.
    Die Küche ist auch auf der sich knapp über dem Boden befindlichen Plattform, also auch von der Lage her keine 'Haute Cuisine', was durch den Geschmack des Essens noch zusätzlich bestätigt wird.
    Na ja, immerhin machts satt.
    Beim Essen sprechen wir noch mit einem Franzosen aus unserer Gruppe, der ein sehr interessantes Modell zur Verbringung der Ferien mit seiner Familie lebt.
    Erst geht er mit seiner Tochter einige Wochen in den Urlaub, dann mit seinem Sohn einige Wochen, seine Frau wird wohl auch noch zu ihrem Urlaub kommen und ich bin mir nach diesem Gespräch sicher dass er auch noch viele Verwandte hat, die in den Urlaub gehen wollen...
    Schlaues Kerlchen! ;)
    Nach dem Essen haben wir noch Zeit und so gehen wir in den Souveniershop, wo ich es nur wenige Minuten aushalte und raus an die frische Luft gehe.

    Oben und unten: Statt Puma und Jaguar gibts Blümchen...auch schön, aber nicht dieselbe Liga...

    In der Hoffnung dass meine Schuhe noch da sind und vielleicht ein Puma mit seinem Freund Jaguar vor meine Kameralinse hoppeln geh ich also raus auf die Wiese, wo zwar kein Puma und kein Jaguar, aber dafür einige Regentropfen vorhanden sind.
    Bald ist auch meine Freundin da und schon bald bemerken wir dass auf der anderen Seite des ehemaligen Flugfeldes viele Leute in die Bäume schauen, was wir dann bald auch tun.
    Und was sehen wir da?

    Oben: Genau, lebende Totenkopfäffchen!

    Oben: Und sogar welche mit Jungen auf dem Rücken! Wird wohl ein Weibchen mit Kind sein, nehm ich mal an...

    Die Fotos sind nicht ganz scharf weil es extrem dunkel war dort, alle Touris haben sich beklagt dass ihre Fotos alle unschaft waren.
    Auch von meinen sind maximal diese zwei brauchbar.
    Aber nun ists eh so weit dass wir und beim Guide sammeln sollen, es hat nun auch wieder etwas angefangen zu tröpfeln.
    Nachdem alle unserer Gruppe eingesammelt sind gehts wieder zurück an den Strand, nicht ohne noch folgenden Windsack mit drauf drappiertem Vögelchen zu entdecken:

    Oben: Das müsste ein jugendlicher Krabbenbussard (Buteogallus anthracinus) sein, obwohl er gar nicht nach Krabbe aussieht.

    Gruss

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    • 13. April 2026 um 07:20
    • #16

    Oben: Am Strand angekommen sehen wir die für die dortigen Strände typischen Rabengeier (Coragyps atratus) mit einem Fressi, das ich nicht (mehr) definieren kann, am Rummachen...

    Oben: Der Strand ist dank Ebbe viel grösser, was dazu führt dass wir gefühlt fast bis Asien durchs flache Wasser waten müssen...

    Oben: Ansicht von 'Drake Bay' beziehungsweise 'Bahia Drake' vom Meer her, viel schöner als an Land...

    Oben: Links der Bildmitte hats einen hohen Baum, dahinter erkennt man das Dach unseres Zimmers...
    ...und davor das des zum Hotel gehörenden Restaurantes.

    Kaum am Strand wieder angekommen latscht unser Guide davon bevor wir ihm ein Trinkgeld geben können...
    Na ja, wer nicht will hat halt nichts...
    Wir und das französische Paar hüpfen beschwingt wie altersschwache Faultiere die Treppen zu unserer Unterkunft hoch und verabschieden uns da voneinander, denn sie gehen ins Zimmer und wir ins Restaurant.
    Ich nehm die Kamera aus dem Rucksack und muss dazu die am Rucksack befestigten Wanderschuhe abmachen.
    Denn es schwirren wieder einige Vögelchen rum, nur leider keine roten Aras oder Tukane...

    Oben: OK, schwirren ist vielleicht das falsche Wort, sagen wir 'sitzen'...

    Oben: Schon bald ist Abend und die Sonne will wieder mal im Pazifik baden gehen...

    Oben: Wir hingegen bestellen uns was zu essen, sie das da oben, was wohl ein Fisch war...

    Oben: ...und ich das da, was die für Mittelamerika typischen 'Cevice' sind. Essbar? Ja. Aber aus den Latschen kippen sie mich nicht.

    Schon bald nach dem Essen verziehen wir uns nach oben ins Zimmer und duschen uns den Urwald von der Haut, bevor wir schlafen gehen.
    Morgen gehts ja auf die Mangroventour, damit wir übermorgen noch die Waltour machen können.
    'FREU'

    Buenas Noches!

    Gruss

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    • 14. April 2026 um 07:11
    • #17

    Tag 6: Mit dem Auto nach Sierpe und mit dem Boot zurück!

    Es ist vorbei mit der Nacht, denn der Morgen erwacht!
    Und trotz dieses Satzes eines Schweizers denken die Deutschen sie wären das Volk der Dichter...
    ;)
    Nach all den nötigen Vorrichtungen um aus uns wieder vorzeigbare Menschen zu machen gehen wir runter und fragen wo genau wir zur Mangroventour sein sollen.
    Von der Uhrzeit her sind wir früh genug, aber der Angestellte an der Rezeption staunt über unsere Frage.
    Denn er hat keine Reservierung für unsere Mangroventour!
    Jo zagrataifl!!!
    Wir bleiben hartnäckig bis er seinen Mitarbeiter anruft, bei dem wir gebucht haben.
    Und der erzählt was von Sonntag, dabei haben wir heute doch Samstag!
    Und am Sonntag wollten wir doch auf Waltour gehen!
    Ist denn die heute???
    Wie wir erfahren findet die Waltour erst am Montag statt, also an dem Tag an dem wir abreisen...
    Und offenbar haben wir den Angestellten beim Buchen falsch verstanden, oder er uns...und somit haben wir heute nichts vor!
    Nach kurzem Hirnen schlägt uns der Mitarbeiter vor doch nach Sierpe zu fahren und dort heute schon eine Mangroventour zu machen.
    Und morgen halt nochmals...
    Machen wir natürlich nicht, aber nach Sierpe fahren klingt nicht so schlecht, denn dann könnten wir das Auto dort lassen und mit dem
    Boot zurück!
    Vorteil wäre dann am Montag dass wir 1,5 bis 2 Stunden Zeit einsparen, denn so viel länger dauert die Fahrt mit dem Auto als die
    Fahrt mit dem Boot.
    Und so hüpfen wir die Rampe runter zu unserem Auto und fahren los!
    Natürlich ohne Navi, denn das was will man sich hier im Ort verfahren...
    Die Piste ist noch immer nicht geteert worden und so hält sich die Geschwindigkeit in überschaubaren Grenzen.
    Das Dorf ist nun hinter uns und die Piste beginnt rauf und runter zu gehen, Kurve an Schlagloch an Steinbrocken an Kiesnest,
    wir kennen das ja.
    Bei jeder längeren Abfahrt fragen wir uns ob es diese war oder nicht, aber die alle kommen uns zu wenig steil vor.
    In einer unübersichtlichen Linkskurve hat ein entgegenkommender Motorradfahrer riesiges Glück dass ich solche Kurven möglichst
    nah am rechten Rand fahre und nicht wie die Meisten die Kurve schneide...denn seine Räder sind nicht mehr auf seiner Strassenseite
    und beim Ausweichen stürzt er beinahe...
    ...wobei...
    ...war das nicht der Servierboy unseres Restaurantes?
    Hauptsache er ist nicht hingefallen!
    Wir kommen zum nächsten Gefälle und sind uns sicher dass es das ist wo wir in umgekehrter Richtung stecken geblieben sind!
    Doch kurz bevor wir ganz unten sind sehen wir dass die Strasse in einen Fluss führt!
    Nicht schon wieder!!!
    Und nun wissen wir dass wir falsch sind und warum Google Maps, das meine Freundin in der Zwischenzeit eingeschaltet hat, mit dem
    Pfeil in die 'falsche' Richtung zeigt!
    Doch wir stehen nun da unten, auf einer der schlechtesten Pisten bisher.
    Und wir können nicht weiter nach vorne fahren, müssen also wieder zurück!
    Da ich mir sicher bin dass es hier steiler ist als dort wo wir stecken geblieben sind und fürs Wenden eh wenig bis gar kein
    Platz vorhanden ist entscheide ich rückwärts hoch zu fahren...
    ...auch wenn ich durchs Heckfenster die Piste kaum sehen kann, aber wir haben Spiegel und eine Rückfahrkamera!
    ...in der man aber absolut nicht einschätzen kann wie der Boden beschaffen ist...
    Und da wir ja einen Fronttriebler haben der nun rückwärts fährt ist so die Traktion auch noch besser als vorwärts!
    Aber es ist nicht einfach, links weiche ich einem grossen Stein aus und rechts hat meine Freundin Angst dass ich in den Graben runter fahre!
    Wie gesagt, es ist eng!
    Und im Graben wärs noch etwas enger, vermute ich mal.
    Darum fahr ich da nicht rein...
    Nach langen Minuten haben wirs geschaft und fahren endlich wieder in der Horizontalen, aber noch immer rückwärts!
    Eine Stelle zum umdrehen finden wir aber auch nach hunderten Metern nicht, so muss ich auf einer rund drei Meter breiten Stelle mit viel Aufwand und Präzision und wohl auch Glück umdrehen, wobei ich beidseits etwas in den Graben fahren musste um das zu schaffen.
    Also zurück, bis nach Drake Bay, denn dort ist mir der Fehler des Verfahrens unterlaufen.
    Toll, denn jetzt haben wir plötzlich nur noch einen Strich auf der Tankanzeige!
    Na ja, also so fahren dass wir möglichst wenig Benzin verbrauchen...und auf dem Navi die nächste Tankstelle eingeben!
    Diese wird in 13km angezeigt, die Restreichweitenanzeige gibt da noch 42km an.
    Sollte also passen!
    Irgendwann erkennen wir die Stelle wo wir stecken geblieben sind und kurz darauf will das Navi dass ich rechts abbiege...
    ...in die Piste, auf der wir zwei Flussdurchquerungen hatten!
    Nix da, nicht mit mir, denn die Stufe, über die wir runter gefahren sind, kann ich niemals rauffahren, unmöglich!
    Also links abbiegen und schauen wo die nächste Tankstelle auf der Seite ist.
    ...in 34km erst...
    ...hmmm...
    Hoffen wir mal dass die Reichweitenanzeige halbwegs stimmt!
    Die Piste ist nun frisch vom Grader gehobelt worden und so gehts zumindest bis zum Grader recht gut und mit tiefen Drehzahlen weiter, Spritsparend halt!
    Aber auch danach ists nicht schlimm und irgendwann kommen wir an eine Kreuzung wo Sierpe angeschrieben ist...mit einem Hinweis auf eine Fähre!
    Das ist mir zu viel Risiko, denn von einer Fluss-Autofähre bei Sierpe habe noch nie was gehört.
    Also weiter geradeaus.
    Irgendwann erreichen wir die geteerte Strasse, aber da leuchtet die Tankwarnanzeige schon hell genug um nur schon wegen ihr die Sonnenbrille zu benötigen...
    ...und das Navi gibt nun 41km bis zur Tankstelle an!
    Ui!
    Denn die Reichweitenanzeige zeigt nun noch 34km...
    Ich geb alles um so sparsam wie nur irgend möglich zu fahren, doch irgendwann zeigt die Reichweitenanzeige 0km an...
    Trotzdem fährt das Auto noch weiter...
    Ich fahre und hoffe, meine Freundin will dass wir uns was ausdenken was wir tun wenn uns der Sprit ausgeht, ich seh da keinen Sinn drin...
    Jaja, die Luft im Auto war schon mal weniger dick...
    Als wir bei einem 'Soda', also einem typischen kleinen Restaurant vorbeifahren will sie dass ich anhalte.
    Widerwillig mach ichs...in der Angst Das Auto nicht mehr starten zu können.
    So steig ich aus, gehe über die Strasse zum 'Soda' namens 'Restaurante El Tucán' in Santa Cecilia und versuche mit dem jungen Betreiber zu sprechen, was nicht ganz einfach ist, da er kaum englisch spricht.
    So radebrechen wir uns durch die Zeit bis sich das ältere Paar am Tisch (die einzigen Gäste) auch zu Wort meldet.
    Irgendwann haben wir fünf uns so weit verständigt dass der Betreiber eine Idee hat wie er uns helfen könnte!
    So sind die meisten Costa Ricaner, die wir kennen lernen durften: Extrem hilfsbereit und sehr freundlich!
    OK, die Dame des älteren Paares ist Letzteres nicht wirklich, sie stört sich offenbar an unserer Anwesenheit.
    Wohl weil wir für ihren Mann interessant genug sind sich uns zuzuwenden...
    Soll sie sich halt an uns stören, wir haben sie nicht angesprochen und sie nicht belästigt...
    Im Hintergrund hören wir wie ein Motorrad per Kickstarter gestartet wird, offenbar ein Einzylinder.
    Und schon braust der Betreiber auf einer Enduro-Maschine zu uns hoch!
    Er hat einen Schlauch dabei und schon ist mir klar was er machen will: Benzin mit dem Mund per Schlauch ansaugen und dann den Schlauch in unseren Tank schieben, wo das Prinzip der korrespondierenden Flüssigkeitssäulen das Benzin fliessen lässt!
    Hab ich ja vor vielen Jahren auch schon gemacht und dabei den Mund mit Benzin gespühlt bekommen.
    Unserem Helfer geht es leider nicht anders...der arme Kerl!
    Aber schon bald plätscherts in unserem Tank, also war noch minim Benzin drin.
    Und ja, die Enduro war eine Viertaktmaschine, also wars geeignetes Benzin und kein Zweitaktgemisch.
    Er lässt geschätzt eine Minute lang das Benzin reinlaufen und packt dann wieder zusammen.
    Dann das übliche 'Danke' sagen und ihm etwas Geld geben, genau gesagt meine allerletzten Collones, 7000 in Noten und einiges an Münzen möcht ich ihm geben, er aber weigert sich das anzunehmen.
    Und er bleibt standhaft!
    Da entdecke ich eine Büchse auf der inetwa 'bezahl mir meine nächste Reise' auf Spanisch steht, schmeiss das Geld da rein und wünsche ihm eine schöne Reise!
    Da lacht er und bedankt sich.
    So sind beide zufrieden, obwohl ich ihm gern mehr gegeben hätte.
    Aber ich hatte nur noch 50$-Noten, nichts Kleineres, das wäre dann schon mehr gewesen als er ohne beleidigt zu sein angenommen hätte.
    Meine Freundin ist derweilen auf dem Klo, das ich nach ihr auch noch kurz besuche, dann verabschieden wir uns von dem liebenswerten Typen und fahren sehr spritsparend weiter bis wir nach 10 Kilometern an die Tankstelle kommen, an der meine Freundin damals gesagt hat dass wir doch noch tanken sollen!
    Die Reichweitenanzeige zeigt übrigens noch immer 0km an, nicht -20 wie es sein müsste... ;)
    Nach dem Auftanken zeigt sie sich wieder resettet!
    Weiter gehts nach Sierpe!
    Vor einer grossen Brücke bei Palmar Sur müssen wir links abbiegen und dann nur noch dieser Strasse folgen bis wir in Sierpe ankommen.
    Dort fahren wir zur 'Marisquería, Bar y Restaurante Las Vegas' und parken davor.
    Denn dort kann man sein Auto auf einem bewachten und vor allem eingezäunten Parkplatz gegen Gebühr abstellen!
    Und genau das wollen wir tun.

    Oben: Unsere heutige Autofahrtstrecke (Orange), unter der orangen Strecke sieht man hellblau den Umweg auf dem Hinweg...
    Grün ist die Bootsfahrt in den Nationalpark.
    Violet die Bootsfahrt von Sierpe nach Drake Bay
    Dunkelblau die Mangroventour mit Inselbesichtigung

    Zum Glück treffen wir auf die einzige Angestellte, die gutes Englisch spricht und klären schnell wie das abläuft und wie wir wieder zurück nach Drake Bay kommen.
    Schnell wissen wir dass das Boot um 16:00 Uhr fährt und buchen das, was aber nicht per Kartenzahlung sondern nur bar möglich ist.
    Und zwar beim Einsteigen ins Boot!
    Aber wir brauchen ja eh noch Dollar um sicher genügend Bargeld zu haben um das Hotel mit den Aktivitäten zu bezahlen, denn Kartenzahlung geht da erstaunlicherweise nicht!
    Und eine Bank oder einen Bancomaten hats in Drake Bay auch nicht.
    Dummerweise aber auch in Sierpe nicht, darum müssen wir nochmals zur Brücke zurück, über die Brücke und dann die erste Strasse rechts an zwei Blocks vorbei fahren, um einen Bancomaten zu finden.
    Und wir finden einen!
    Ich lass vier mal 100$ raus und muss, wenn ich mich recht erinnere, je 7000 Colones Gebühr zahlen.
    Dann wieder zurück nach Sierpe und im 'Las Vegas' was Essen und trinken, immerhin ists 13:40 Uhr!

    Oben: Unser Tisch direkt am Bootsanlieger...wir geniessen es hier im Schatten zu sitzen und auf den Sierpe River zu schauen...

    Oben: Mein Essen: Fisch und Meeresfrüchteteller mit Gemüse...besser als es aussieht!

    Oben: Ihr Essen: Frittierte Shrimps mit Gemüse und Kartoffelstock, war auch geniessbar!

    Nach dem Essen bringe ich zusammen mit einer der Angestellten, die nur Spanisch spricht, das Auto auf den Parkplatz in einem Innenhof.
    Denn der normale, umzäunte Parkplatz ist voll!
    Wieder zurück ins Restaurant und ein Bierchen trinken, die Zeit vergehen lassen und um 16:00 Uhr ins Boot steigen!
    Kaum sind wir eingestiegen entdeckt meine Freundin ein grosses Krokodil in wenigen Metern Entfernung auf unser Boot zuschwimmen...
    Wir sehen zwar nur den Kopf, aber der ist wirklich mächtig gross!
    Im Vergleich zu den Nil-Krokodilen, die wir aus Afrika kennen, würde ich schätzen dass dieses hier rund 4m lang ist!
    Also ein Riesenbrocken und definitiv ein gefährliches Tier!
    Es denkt wohl dass vielleicht jemand beim Einsteigen ausrutscht und ins Wasser fällt odrr so...
    Da unser Boot aber in dem Moment ablegt taucht es unter und ward nicht mehr gesehen.
    Erst sind wir nur zu viert und ich freu mich schon darüber, aber wir fahren nur zum nächsten Restaurant wo sich das Boot füllt!
    Vor meiner Freundin sitzt eine ältere, wenn nicht sogar sehr alte, ungepflegte Hippie-Frau mit langen, ungepflegten Haaren...
    ...die vom Fahrtwind natürlich nach hinten geblasen werden...igitt!
    Zum Glück sind sie nicht lang genug um meiner Freundin im Gesicht zu landen...
    Der Bootsführer prescht mit hoher Geschwindigkeit über den Sierpe River in Richtung Meer, mein GPS misst über 60km/h!
    Kurz nach der Abfahrt sehe ich auch auf der anderen Uferseite die Fähranlegestelle und die Fähre etwas weiter Flussabwärts auch.
    Zum Glück sind wir nicht jenem Wegweiser gefolgt, wir wären da garantiert gestrandet, denn die Fähre sah nicht wirklich einsatzfähig aus!
    Und die Sandpiste zur Anlegestelle wurde wohl schon ewigs nicht mehr befahren...
    Glück gehabt!
    Nach vielen schnellen Kurven erreichen wir bald das offene Meer und preschen dort über die Wellen, auch dort mit höchstmöglicher Geschwindigkeit!
    Angenehm ist diese Bootsfahrt nur bedingt...es ist schon sehr schnell!
    Aber da wir weder an einem Unterwasserfelsen scheitern noch sonst irgendwie untergehen erreichen wir den Strand von Drake Bay, wo wir alle ins rund 30cm hohe Wasser (plus Wellenhöhe) steigen und an Land spazieren.
    Rauf ins Hotel, unter die Dusche und ab zum Abendessen, diesmal nicht im Terrassenartigen Teil, denn da sind alle Tische besetzt.
    Sondern bei der Rezeption.
    Dort sehen wir auch die Franzosen vom Vortag sitzen und grüssen sie.
    Gruss wird mit Lächeln erwidert und kurz unterhalten wir uns auch noch, dann gehen wir rauf ins Zimmer und sagen Buenas Noches!

    Gruss

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    • 15. April 2026 um 07:23
    • #18

    Tag 7: Ab in die Mangroven!

    Wieder beginnt der Tag mit dem Morgen und die Sonne wandert auch schon bald über den Himmel.
    Ein neuer Tag, diesmal ein Sonntag mit Ausflug in die Mangroven des Sierpe Rivers!
    Der ausflug beginnt um 08:30 Uhr unten beim Katamaran, so dass wir noch das bestellte Frühstück mampfen können und ich meinen morgens notwendigen Kaffee bekomme.
    Sie bekommt natürlich ihren Tee auch, keine Angst...
    Danach watscheln wir mal runter zum Katamaran...aber da ist niemand!
    Wir warten und werden etwas nervös...sollte auch heute was schief gelaufen sein???
    Nach wenigen Minuten des alleine wartens sehen wir bei einem benachbarten Unternehmen zwei Herren und gehen auf die zu.
    Unsere Frage ob die wissen wo der Versammlungsplatz ist und ob wir eventuell falsch liegen erfahren wir dass einer davon unser Guide ist und wir heute vier Touris sind!
    OK, klingt minim besser als 'die sind vor einer Stunde abgefahren' odrr so...
    Und so warten wir am Strand und sprechen etwas mit José, dem Guide über das gestrige Erlebniss, das mir ja nicht so toll eingefahren ist.
    Er verteidigt die Touristenmassenabwicklung und legt seine SIchtweise dar, kann ich auch akzeptieren.
    Statt der anderen Touris kommt dann unser Boot mit dem dazu gehörenden Bootsführer Rafael (genannt 'Patschanga') angerauscht und wir entern es waffenlos und ohne Augenklappe, aber mit Wasserschuhen.
    José telefoniert dabei immer rum bis er erfährt dass die anderen Zwei in ein anderes Boot gestiegen sind!
    Tja, somit haben wir eine Privatführung zum 'Unprivatpreis'.
    Auch nicht schlecht.
    José fragt welche Tiere uns speziell interessieren und meine Freundin sagt sofort 'Vögel'...und schon ist José an erzählen.
    Währenddessen beginnt Patschanga in Richtung der Islas Violincitas nahe der Mündung des Rio Sierpe zu fahren.
    Und was sehen wir da?
    Vögel!

    Oben: Unser Bootsführer Rafael, genannt 'Patschanga'

    Oben: Die Islas Violincitas

    Wir fahren nah an die felsigen Inseln ran, was dank der doch etwas welligen See nicht ganz ohne Gefahren ist, aber unser Bootsführer weiss offensichtlich was er tut!
    Denn er fährt zwar sehr nah ran, aber immer so dass er so im Wasser steht dass er nach vorne fliehen kann.
    Also die Unterwasserfelsen neben oder hinter sich hat.
    Fürs fotografieren sind die Wellen aber auch suboptimal...vor allem bei diesen Brennweiten von bis zu 1600mm (auf Kleinbild umgerechnet) wirds echt schwirig die Vögelchen zu treffen und im Fokus zu halten.

    Oben: Weißbauchtölpel (Sula leucogaster)

    Oben: Das dürfte auch ein Vogel sein und ich bin mir sicher dass José uns gesagt hat was für einer...aber ich weiss es nicht mehr!
    Könnte ein Fregattvogel sein...

    Oben: Haha! Die alte Fregatte ist ein Fregattvogel, da bin ich mir sicher!

    Oben: Nochmals Tölpel die auf einem Baum rumtölpeln, diesmal als Familie mit Kind.

    Oben: So ähnlich habe ich als Kind Vögel gezeichnet, jetzt erkenn ich endlich mein damaliges Genie!

    Oben: Hier haben wir einen Rotfusstölpel (Sula sula) mit eher braunem statt weissem Gefieder...war wohl zu lange in der Sonne um weiss zu bleiben...

    Oben: Einige Bindenfregattvögel (Fregata minor), dabei ein die Damen mit seinem roten Kehlsack anmachendes Männchen.
    Worauf Weibchen doch immer stehen, tststs...

    Oben: Jugendlicher Weissbauchtölpel, und wie Jugendliche so sind trägt er ein anderes Kleid als seine Eltern...

    Oben: Alt und Jung zusammen auf einem Bild...aber wie man sieht zeige sie sich die Schulter...ob kalt oder nicht sei dahingestellt.

    Gruss

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    • 16. April 2026 um 07:31
    • #19

    2026-02-08-07.17.17.jpg

    Oben: Und nochmals so ein Tölpel, mal von vorne

    2026-02-08-07.17.51.jpg

    Oben: In einem der wenigen Bäume der Inselchen haben diverse Fregattvögel genug vom Rumfliegen und sitzen nun rum...

    2026-02-08-07.18.41.jpg

    Oben: Und endlich mal ein anderes Vögelchen! Sogar zwei!
    Braunpelikan oder Brauner Pelikan, Pelecanus occidentalis Linnaeus, Brown Pelican oder Pelícano Prado, je nach Sprache.

    Wir fahren nun von den Inselchen weg und 'Patschanga' gibt richtig Gas!
    So viel dass meiner Freundin die Mütze vom Kopf geweht wird!
    Ich merks sofort daran dass 'Patschanga' das Ruder voll rumreisst, das Boot sich in die Kurve legt und innert Kürze fast zum Sillstand abgebremst hat.
    Kurzer Blick aufs Meer und schon ist die Mütze gesichtet!
    'Patschanga' fährt ganz langsam dicht ran, so dass meine Freundin ohne Mühe zugreifen kann...aber nun ist die Mütze halt etwas feucht...
    Naja, der nun wieder aufkommende Fahrtwind trocknet das Teilchen schnell, denn nun brausen wir in den Rio Sierpe hinein!
    Und schon bald verlangsamt 'Patschanga' massiv, so dass wir die Vegetation und das Ufer gut sehen können.
    So schau ich halt ans Ufer und suche die Bäume ab, als ich aus mir unbekanntem Grund kurz vorne links vom Boot auf das Wasser schaue.
    Und was seh ich da???
    Da springt ein Fisch, sicher 1/3 so lang wie das Boot breit, aus dem Wasser und über das Boot!
    Wau!
    Keinen Meter von mir entfernt ist das Kerlchen übers Boot gehüpft, 'Patschanga' und ich haben ihn gesehen, José und meine Freundin nicht, denn es ging sehr schnell!
    Ich weiss nur noch dass der Fisch einen grossen Mund mit spitzen Zähnen sowie eine grosse Schwanzflosse hatte und die flache Partie des Vorderbootes komplett abgedeckt hat, und diese Partie ist geschätzt 70-80cm breit!
    Der Fisch war also wirklich gross...er hat mich an einen Barrakuda erinnert, aber die leben meines Wissens im Salzwasser.
    Na ja, er hat niemanden gefressen und vermutlich wurde er von etwas Grösserem gejagt.
    Wohl von einem Krokodil...
    Womit mein Entschluss nicht baden zu gehen etwas entschlossener ist als vor dem Fischsprung!
    Und meine Hände nicht über den Bootsrand hinaus hängen werden...
    Und ich so sitze dass ich vor springenden Viechern durch die Stangen des Daches etwas geschützt bin...
    Weiter gehts in einen Seitenarm rein...
    José bietet uns Kekse und Annanas an, was wir sehr gerne annehmen, zumal Annanas ein sehr verlockendes Früchtchen ist!
    Ich liebe die Früchte der Tropen, solche Geschmacksexplosionen gibts bei keiner Frucht in Europa!

    2026-02-08-07.55.30.jpg

    Oben: Das dürfte dann wohl ein Klein-Piepmatz sein...vielleicht weiss er ja selbst wie er heisst, ich weiss es nicht!

    2026-02-08-08.13.19.jpg

    Oben: Der ist ja blau, der Reiher! Hoffentlich reihert er nicht gleich los! :-O
    Blaureiher oder Egretta caerulea oder Little blue Heron oder Aigrette bleue

    2026-02-08-08.31.06.jpg

    Oben: Genau hier im Vordergrund ist der Fisch rübergesprungen und im Hintergrund sieht man wie das Ufer so vor sich hin liegt...

    2026-02-08-08.40.18.jpg

    Oben: Auch wenns in Costa Rica keine Schnee gibt (ausser vielleicht Drogen...) sichelt hier einer rum; Der Schneesichler (Eudocimus albus)

    2026-02-08-08.41.30.jpg

    Oben: Vor lauter Schnee sicheln ist der Schnabel schon ganz krumm...

    2026-02-08-08.55.55.jpg

    Oben: Landschaft aus der Ferne...

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    2026-02-08-08.59.40.jpg

    Oben: ...und etwas näher rangezoomt...odrr so...

    Gruss

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  • holger4x4
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    • 16. April 2026 um 19:19
    • #20

    Picco, ich sehe deine Bilder schon seit den letzten Beiträgen nicht mehr! :( Keine Ahnung ob das was mit meinem mobilen Router von unterwegs was zu tun hat? Wir sind gerade in Spanien am Cabo de Gata.

    Können alle anderen die Bilder sehen?

    Gruß, Holger

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