2 AGM-Batterein parallel schalten?!

  • Zwecks Stromknappheit soll unser (gasloses) Wohnmobil nun zur vorhandenen 120Ah AGM eine zweite Batterie (ebenfalls 120 Ah, AGM) bekommen, die "einfach" parallel angeschlossen wird .... doch im Detail ergeben sich ein paar Fragen:


    Geladen wird mit dem B2B-Sterling-Lader. Dieser hat einen Temperaturfühler für die Batterie. Was mache ich mit der 2. Batterie? Kann man einen 2. Fühler anschließen oder wird nur 1 Batterie überwacht oder bräuchte man gar nen 2. Lader? Aber wie vermeidet man dann gegenseitige Beeinflussung beim Laden? Die Batterien beim Laden per Relais zu trennen geht ja nicht, da oft gleichzeitig geladen und entladen wird?!?


    Fragen über Fragen .... Aber wie sagt schon "Fanta 4": Alles könnte so einfach sein, ist es aber nicht ... ;)

    Gruß Peter

  • Hallo Peter,


    bei der Paralell-Schaltung sollten nur akkus genommen werden, die möglichst vom gleichen Typ, gleicher Charge und natürlich gleichen Kapazitäten sind. Sonst kommt es halt durch die unterschiedlichen Alterungseffekte zum "Runterziehen" des besseren Akkus durch den schlechteren (da spreche ich leider aus Erfahrung :oops: ). Wenn das nicht möglich ist, sollte man die Akkus dann getrennt nutzen und wen möglich getrennt laden. Umschalter für diesen Zweck gibt es im Fachhandel zu kaufen. Beim Laden kann man auch ein gemeinsames Laden vornehmen, wenn man den Temperaturfühler an die wärme Batterie klemmt, um halt den Ladestrom bzw. die Spannung an die Temperatur der Akkus anzugleichen. Dadurch vergibt man sich natürlich einige % an Kapazität, aber das ist mehr akademisch als in der Praxis relevant. Auch würde ich mal mit einem zangenamperemeter die Ladeströme beim Anklemmen beider Akkus messen. Sofern sich diese nicht gravierend unterschieden, gibt es keinen Einwand gegen ein gemeinsames Laden. Andere Lösungen it einem sequenziellen Laden sind technisch nicht ganz einfach zu realisieren und stellen in der Paxis auch nicht die mögliche Ladekapazität zur Verfügung, da gerade gegen ende des Ladevorgangs dieser doch recht langsam wird.


    Besten Gruß


    HWK

  • Hallo Peter
    Dieses Problem hatte ich vor Jahren an meinem Boot.
    Mit hilfe eines Elektrikers mit Diskusionen von Vor - und Nachteilen
    kamen wir auf folgende Lösung.
    Größtes Problem ist die Trennung der Batterien und Zusammenschaltung
    der Batterien bei Unterschiedlichen Ladezustände .
    Somit haben wir die Batt. zusammen geschlossen und mit einer Sicherung mit
    20 A/h von Batterie und Verteiler gesichert.
    Wenn eine Batterie abKackt oder durch Defekt große Querströme fliesen sollten
    sich die Sicherung verabschiedet und Kabelschäden oder Batt. entleerung begrenzt.
    Dies funktioniert schon seit Jahren und ist eine Praktische u. Preisoptionelle gute Lösung
    ohne große Folgekosten.

    Viele Grüße Dieter


    Qualität setzt sich eben durch !
    und wie verfahren
    Mit einem Womo kann man sich nie verfahren,
    man lernt höchsten neue Wege u. Ziele kennen.

  • Merci für eure Tipps ...


    Dann werde ich wohl folgendermaßen vorgehen:
    Zuerst lade ich die vorhandene Batterie voll.
    Dann wird diese Batterie abgeklemmt und die neue Batterie geladen. Dabei sehe ich dann gleich, ob ähnliche Ströme fließen in Abhhängigkeit vom Ladezustand.
    Wenns zusammenpasst, wird die Zweitbatterie parallel angeschlossen mit einer 20A -Sicherung dazwischen. Welchen Querschnitt bei ca 1,5m Kabellänge würdet ihr dafür nehmen?
    Wenns nicht passt ... frage ich hier nochmal nach :D

    Gruß Peter

  • Hallo Peter,


    beim Vergleichen der Ladeströme bin ich von einem gemeinsamen Laden ausgegangen. Wenn die Akkus getrennt geladen werden, wird der Strom durch das Ladegerät begrenzt und ist somit identisch. Zuim Messen der Stromverteilung bitte beide Akkus zusammenklemmen und - wenn möglich - einen CVerbraucher anklemmen und einige Ah´s aus den Akkus entnehmen. So ist eine Egalisierung der Klemmspannung erreicht. Dann an das Ladegerät klemmen und im Zwei1 und zweig2 zu den beiden Akkus die Stromstärke messen (am besten mit Zangenamperemeter). Sind beide Ströme etwa gleich, so kann man dann gemeinsam laden und nach der Fertig-Ladung dann trennen. Die Zuleitungen beim Laden sollten schon einen ordentlichen Querschnitt haben. Bei mir habe ich 50mm² verbaut.


    Sofern die beide Akkus zusammengeklemmt werden sollen, ist auch ein dickeres Kabel erforderlich. Die von Hockd zitierte Sicherung wirkt aber nur, sofern der eine Akku in sehr kurzer Zeit defekt wird und ein hoher Verschiebestrom fließen sollte, Diese Defekte sind aber sehr selten. Meist sinkt die Klemmspannung eines Akkus ab und er andere "lädt" dann nach und wird so auch leer. Daher dann der Tipp mit dem getrennten Schalten beim Gebrauch.


    Man kann auch gemeinsam laden, wenn der eine Akku schon fast leer ist, der andere aber noch mehr Dampf hat. Dann hat man zwar den Verschiebestrom, aber nur für eine kurze Zeit. Danach wird der leerere Akku bevorzugt geladen, bis wieder beide die gleiche Klemmspannung haben. Ideal ist aber ein Zusammenschaltern nur, wenn die Akkus identisch sind.


    Besten Gruß


    HWK

  • OK, jetzt habe ich verstanden, wie das messen des ladestroms richtig geht. Trotzdem werde ich erstmal beide Akkus getrennt voll-laden, da ich den Ladezustand der neuen Batterie ja nicht kenne .... das Spannungsgefälle zwischen voll und leer flößt mir nen Heidenrespekt ein bei der Akkugröße .... normalerweise hantiere ich nur mit Lipos (2-5S) mit 0,3 bis 2Ah, und dafür gibts Balancer.


    Zum belasten und entladen der Akkus habe ich ein paar prima Geräte an Bord ... Kühlschrank, TV, Heizung, Zerhacker-WC - damit bekomme ich ganz schnell ein paar Ahs aus dem Stromspeicher ;)

    Gruß Peter

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