Boden Neuaufbau - Profi Tips gesucht

  • Hallo zusammen,


    Vorgeschichte
    eigentlich wollte ich ja nur schnell vor dem geplanten ersten richtigen Urlaub mit unserem Ahorn Camp 200 (Elnagh) Wohnmobil noch eine verdächtige Stelle am Boden abdichten, die von Kodiak Mobil "fachmännisch" durch Aufkleben einer GFK Platte mit Sika letztes Jahr repariert worden war (siehe auch http://www.womobox.de/phpBB2/v…p?t=3644&highlight=kodiak) - vielen Dank an dieser Stelle nochmals für die professionelle Reparatur :evil: . Leider wurde mir schnell klar, das es mit Abdichten nicht mehr getan ist - immer mehr verrottetes Holz kam zum Vorschein :( Hauptursache für den Schaden war wohl die hintere Stoßstange aus ABS, die einfach gegen den Boden geschraubt und getackert worden war. Hier hat sich wohl im Laufe der Zeit die Feuchtigkeit gesammelt und konnte nicht mehr abtrocknen und hat so ihr zerstörerisches Werk begonnen.
    In Zwischenzeit ist der Urlaub gestrichen, das halbe Wohnmobil ist ausgebeint, ca. ein halber Meter des Bodens im Heck inc. angrenzendem Holz der Seitenwände komplett herausgerissen. Jetzt will ich mich an den Neuaufbau machen.


    Nun zu meinen eigentlichen Fragen:
    Der Boden meines Womos ist aus einem Fichtenholzrahmen mit 3 cm Styroporeinlage gebaut, beidseitig mit 6mm Sperrholz beplankt.


    - welches Sperrholz würdet ihr mir für den Aufbau empfehlen? Bitte keine Exotischen Materialien nennen, sollte im normalen Holzhandel erhältlich sein
    - mit welchem Kleber sollte das ganze wieder miteinander verklebt werden. Denke mal es war ursprünglich mit Epoxy oder wasserfestem Weißleim gemacht
    - sollte man das Holz vor der Verklebung behandeln (denke da an Xyladecor Dauerschutzlasur) oder nur von außen nach Fertigstellung der Reparatur?
    - kann ich wieder mit Styropor dämmen oder empfiehlt sich der Einsatz anderer Materialien?
    - mein größtes Sorgenkind: die Stoßstange. Hat jemand eine gute Idee, wie man das Teil befestigen kann, ohne daß sich wieder Wasser zwischen Kunststoff und Boden staut und alles wieder zerstört?


    Würde mich freuen, wenn jemand mit Erfahrung auf alle Fragen soweit möglich kurz antworten würde. Kann bei Interesse auch gerne mal ein paar unschöne Bilder einstellen...


    Viele Grüße
    Udo

  • Und hier hab ich dann einen Thread, da sind auch noch ein paar Links zum Thema.


    Gruß Axel

    drinkthing
    Seat Inca und einen Weferlinger Heimstolz Aller 340

  • hallo


    statt dem styropor jedenfalls styrodur nehmen, dass nimmt praktisch kein wasser auf, styropor säuft sich voll wie ein schwamm


    ansonsten den übergang der holzbalken von altem balken auf neuen balken mind 20cm versetzt vom übergang der bodenplatte alt auf neu schneiden sonst wird das nicht stabil


    zum kleben zb korapur, caravankleber oder wasserfesten leim
    es gibt auch noch ne menge spezialkleber die nicht "drücken", es muss also nicht verspannt werden während des trocknens; zb hanno PU-kleber power


    der kleber ist immer das teuerste an der ganzen sache, rechne mit bis 10,- pro 310ml kartusche für spezialkleber


    viel spass ... ;-(


    lg
    g


    PS:
    ich würde vorher noch gucken ob die wand nicht auch nass ist, feuchte von unten ist eher sehr selten bei womo wasserschäden, meist kommt der mist von oben und lässt dann den boden mit absaufen


    vorbehandeln mit lasur aller art ist ok, zumindestens bei der unteren platte
    aber bloss nicht mit lack oder gar mit unterbodenschutz rangehen


    das ist fast eine garantie dafür dass du in einigen jahren das ganze nochmal von vorne machen darfst ...


    was sinnvoll ist ist das eindichten der ecken und kanten mit zb sikaflex 221, das verhindert dass sich feuchtenester bilden und festsetzen, die glatten flächen trocknen selbst bei unbehandeltem holz problemlos ab


    lg
    g

  • Auweia, na da hast du ja was vor. Viel Erfolg bei der anstehenden Operation!

    Gruß, Holger


    Bilder meiner alten Kabine hier, und die aktuellen Kabine --> hier
    all.jpg

  • Hallo alle zusammen,


    vielen Dank für Eure Antworten und Tips. Hatte schon die Befürchtung, daß niemand was schreibt, weil der Anfang meiner Geschichte sicher etwas frustig klang. Zu diesem Zeitpunkt war ich auch echt im Tief, in Zwischenzeit lichten sich die düsteren Wolken schon wieder etwas, wenngleich ich sicher noch nicht die Talsohle des unfreiwillig entstandenen Projektes durchschritten habe. Dennoch sieht man erste Fortschritte, immerhin wird die Menge an verrottetem Holz geringer (und der freie Ausblick von innen durch den Boden auf die Straße immer großzügiger :wink: ).
    abo: ja - die Wände sind übrigens leider auch betroffen. Habe neben der selten dämlich angebrachten Stoßstange noch eine zweite vermeindliche Quelle für die Feuchtigkeit im Boden ausgemacht: Das Wohnmobil ist mit einer Thetford Toilette ausgestattet. Diese sitzt auf einer Art Podest auf der Duschwanne und ist dort auch mit Silikon abgedichtet gewesen. Der hintere Teil der Toilette ist nur über eine Art "Aufhänger" an der Wand montiert gewesen. Diese Befestigung hatte sich gelockert so daß ein Spalt zwischen Wand und Toilette entstanden war. Wenn nun der Vorbesitzer die Dusche regelmäßig genutzt haben sollte dann ist dort das Wasser hinein gelaufen und konnte sich am Boden sammeln. Werde mal noch ein paar Bilder von der ganzen Misere einstellen. Einstweilen ein herzliches Dankeschön an alle.


    Gruß
    Udo

  • Ist ja schon manch Sinnvolles geschrieben hier, darauf kann man aufbauen.
    Sperrholz, da solltest Du wasserfest verleimtes Multiplex nehmen, das ist ganz schön resistent, muß aber vollflächig versiegelt werden, besonders die Schnittkanten. Das läßt sich im Gegensatz zur Meinung von einem de vorherigen Poster auch mit Lack machen, nur sollte man dann eine sehr gute Qualität, am besten einen Aufbau aus dem Bootsbereich (z.B. auf PU-Basis) nehmen und den nach der Anleitung mehrschichtig aufbauen, z.B. Yacht Lacke International oder Voss Chemie haben sowas, ist zwar aufwändig und auch nicht ganz billig, aber dafür dann auch an die Enkel vererbbar.... :wink:
    So würde ich auch die Tragleisten behandeln.
    Was die Anbringung der Stoßstange angeht, das kann ich mir ohne Bilder nicht so recht vorstellen.
    "Auf Verdacht" würde ich mir vorstellen, erst mal einen vernünftigen durchgehenden Abschluß des Wagenhecks in Form einer Wand zu machen und dann die Plastikgeschichte mit Trägern in einem Abstand von ein paar Millimetern davorzusetzen, so dass das Wasser dahinter an der Wand runterlaufen und nach unten abtropfen könnte.
    Was die Tragfähigkeit der Rahmenkonstruktion angeht, würde ich vorschlagen, den Boden noch ein ganzes Stück weiter nach vorn aufzumachen. Die verfaulten Leisten werden ins "gesunde" abgeschnitten und waagerecht geschäftet, d.h. schräg über mindestens 10 cm geschnitten und mit genauso einer Schräge geklebt und geschraubt mit dem neuen Stück verbunden. Dann kommen rechts und links zwei etwa 10 oder 15 mm starke Eschenleisten in der Breite der Leistendicke daneben, die sollten als "Krücke etwa 50 cm lang sein und die Ursprungsleiste verstärken, werden auch verklebt und verschraubt.. Bei den Außenleisten geht das nur nach innen zu, dafür können die Verstärkungen dann 15 oder 20 mm dick sein. Im Verbund mit den Decksperrhölzern sollte das mindestens so stark wie das Original im Neuzustand sein und den Überhang zuverlässig tragen. Dabei kannst du alles, was an dem Miststyropor irgendwie erreichbar ist, rausziehen und durch Styrodur ersetzen. Die Leute, die das so gebaut haben, gehören eigentlich gesteinigt...hihihi!
    Wenn Du das Ding noch 20 Jahre fahren willst, kannst Du auch überlegen, den ganz auseinanderzunehmen und alles nachzusehen und durch gutes Material zu ersetzen, aber das ist dann ein Halbjahresjob, der Dich Deinem Mobil zwar sicherlich viel viel näherbringt, aber uU Deine Ehe gefährden könnte... :roll::shock:

  • Zitat von Thomas Frizen-Fischer


    Was die Anbringung der Stoßstange angeht, das kann ich mir ohne Bilder nicht so recht vorstellen.


    Oft sagen ein paar Bilder mehr als 1000 Worte, daher hier einfach mal zwei Bilder von der Stoßstange (so man so ein ABS Teil so überhaupt nennen darf). Man beachte das verrottete Holz, das bei der Demontage gleich mit herausgerissen wurde. Gehalten wurde das Teil hauptsächlich von vielen, vielen Tackerklammern.

  • Wenn ich das letzte Bild so betrachte, dann finde ich Pflastersteine als Bodenbelag im WoMo doch reichlich dekadent :mrgreen::mrgreen:


    Gruß Axel

    drinkthing
    Seat Inca und einen Weferlinger Heimstolz Aller 340

  • Zitat von drinkthing

    Wenn ich das letzte Bild so betrachte, dann finde ich Pflastersteine als Bodenbelag im WoMo doch reichlich dekadent :mrgreen::mrgreen:


    Echt? Mir gefiel das eigentlich ganz gut! Hat nicht jeder. Außerdem verrotten Pflastersteine nicht so schnell... :wink: :-)


    Habe mir in Zwischenzeit eine ganze Menge Holz im Sägewerk zurechtgehobelt. Ich durfte selber an der Maschine arbeiten und habe nur ein paar Euro für die Benutzung des Dickenhobels bezahlt. Vielen Dank an dieser Stelle an die netten Sägewerker in Kirchheim. Außerdem hab' ich noch Styrodur im Baufachmarkt besorgt.
    Gestern habe ich damit angefangen, das Holz einzupassen, heute geht es an's Verkleben...


    Frage am Rande: In der Übersicht des Selbstbau Forums stand ich (trotz Aktualisierung des Browsers) als letzter Poster, dabei gab es schon zwei neue Antworten darauf... :?:

  • wie bereits gestern angekündigt habe ich in Zwischenzeit mit dem Verkleben der Rahmenkonstruktion begonnen. Ich habe mich auf Empfehlung des örtlichen Caravan Händlers hin für den Technicoll Caravan Kleber entschieden (siehe z.B. auch hier). Der Kleber sieht ähnlich aus wie Pattex und besitzt auch eine ähnliche Konsistenz. Zur Verarbeitung wird eine Seite des Klebeguts mit dem Kleber bestrichen, die andere Seite mit Wasser benetzt und beide Teile für mehrere Stunden miteinander verpresst. Der Kleber auf PU Basis reagiert mit dem Wasser und schäumt leicht auf. Dabei werden eventuelle Hohlräume gefüllt und eine vollflächige Verklebung erreicht. Mein erster Eindruck von diesem Klebstoff ist sehr positiv. Lässt sich ausgezeichnet verarbeiten, haftet ausgezeichnet auf den angegebenen Untergründen, erreicht eine hohe Festigkeit und ist relativ sparsam im Verbrauch. Nur sollte man beim Arbeiten alte Klamotten und Handschuhe tragen, das PU ist fast nicht mehr von der Haut zu bekommen!!!


    Eine Erkenntnis ist in Zwischenzeit auch schon gereift: Schraubzwingen kann man bei dieser Art von Arbeit nicht genug haben. Wer ähnliches plant sollte entweder selber eine ganze Menge davon haben oder vorab bei allen Freunden, Nachbarn etc. sich borgen was zu haben ist!

  • Na das wächst ja schon mal.
    Und wieviel Boden mußt Du jetzt reparieren?
    Gruß Axel

    drinkthing
    Seat Inca und einen Weferlinger Heimstolz Aller 340

  • Zitat von drinkthing

    Na das wächst ja schon mal.
    Und wieviel Boden mußt Du jetzt reparieren?
    Gruß Axel


    Hallo Axel,
    also genau in Quadratmetern hab ich's noch nicht ausgerechnet. Auch wenn sicher so manch ein Profi die Nase darüber rümpfen würde habe ich mich entschieden, den Boden nicht gleichmäßig über die gesamte Breite des Fahrzeugs zu ersetzen. Stattdessen werde ich die Oberseite des Bodens in der linken Hälfte des Fahrzeugs ca 1m weit in der Nasszelle ersetzen, in der rechten Hälfte hingegen nur über die Tiefe der Sitzbank / Staufachs. Grund dafür ist zum einen der Schadensbereich, der auf beiden Seiten unterschiedlich ist und zum anderen die Tatsache, daß ich auf diese Art und Weise den PVC Bodenbelag im Inneren des Fahrzeugs nicht anstückeln muss und somit der optische Eindruck nicht gestört wird. Die Stoßkanten der Beplankung werden alle unterhalb der Trennwände verlaufen und durch zusätzliche Holzlatten in der Rahmenkonstruktion gestützt.
    Auch die Unterseite des Bodens werde ich vermutlich auf ähnliche Art und Weise ersetzen. Hier war meine Überlegung daß es unvorteilhaft ist Stoßkanten in der Sperrholzbeplankung zu haben, die vom Fahrzeugrahmen verdeckt werden, da diese nur schwer abzudichten wären.


    Gruß Udo

  • Vielen Dank für die Bilder von der Plastestoßstange.....
    So wie die untergetackert und geschraubt ist, hast Du zwischen dem Holzboden und der Oberseite des Platikteils einen Spalt, in dem sich immer Feuchtigkeit einnisten könnte, auch wenn man ihn vollfächig verklebt.
    Ich würde folgendes tun, nachdem alle Holz- und Kleberreste sauber entfernt und alles glattgeschliffen ist. Ausgehend von der Annahme, dass ein Centimeter tiefer nicht so furchtbar schlimm sein dürfte für die Bodenfreihet in der Praxis, würde ich das Teil mit Abstand unter den Boden schrauben, nämlich mit Distanzscheiben aus hartem Gummi. Die Oberseite des Platikteils kannst Du mit einer Reihe Bohrungen durchlöchern, so dass sich Wasser, das bei Regenpfützen dorthin gespritzt wird, flott ablaufen kann. Es versteht sich, dass Du die Unterseite des Womobodens optimal mit Lack schützen mußt und die Gummiteile und die Bohrungen für die VA-Maschinenschrauben durch den Boden (8 Stück M 6 dürfen reichen) satt in Sika einsetzt. Für die Stabilität des Plastikteils solltest Du ggf darunter ein Stück Flachmaterial (Alu oder VA) als Streifen unter die Schraubenpaare (je eine am vorderen und hinteren Rand des Plastik und 4 Paare über die Breite verteilt) unterlegen und am besten selbstsichernde Muttern verwenden.

  • Zitat von Thomas Frizen-Fischer

    Ausgehend von der Annahme, dass ein Centimeter tiefer nicht so furchtbar schlimm sein dürfte für die Bodenfreihet in der Praxis, würde ich das Teil mit Abstand unter den Boden schrauben, nämlich mit Distanzscheiben aus hartem Gummi.


    Hallo Thomas Frizen-Fischer. Danke für Deine Vorschläge. Das mit dem Zentimeter tiefer ist genau das das Problem. Die Stoßstange geht seitlich nahtlos in die passend angeformten Seitenschürzen über. Ein oder zwei Millimeter kann man wahrscheinlich ohne größere Probleme in der Höhe variieren, aber das erscheint mir zu wenig, um stauende Nässe zwischen Stoßstange und Boden zu vermeiden. Außerdem fürchte ich, daß es bei der Fahrt durch den zwischen Stoßstange und Boden durchströmenden Fahrtwind zu Geräuschentwichlung, Vibrationen oder im schlimmsten Fall sogar zu Schäden kommen könnte. Trotzdem denke ich auch daß der nächste Schaden fast schon vorprogrammiert ist, wenn ich die Stoßstange wieder direkt auf den Boden schraube. Bisher ist mir als Ausweg nur eingefallen, ein Alublech direkt auf den Boden zu kleben und darauf dann die Stosstange zu befestigen. Somit würden wenigstens nicht die Vibrationen der Stoßstange an den Dichtfugen zerren und diese über kurz oder lang undicht machen. Aber so ganz toll finde ich diese Lösung auch noch nicht :?:

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