Hab mal zwei Module durchgemessen: liegend, optimal, stehend

  • Hi!
    Weiter unten hab ich ja gefragt, ob man die Abwärme eines PV-Moduls noch nutzen kann zur Warmwasser-Erzeugung.


    Daraufhin hab ich bei schönstem Wetter mal die zwei Modultypen gemessen, die ich hier rumstehen hab.


    Die Temperaturen beizehen sich auf die Rückseite, gemessen mit einem Thermoelement, das mit einem Stück Schaumstoff angedrückt wurde. Für die Absolutwerte verbürg ich mich nicht, ging nur um ne Grössenordnung und Vergleich. Vorder- und Rückseite unterschieden sich gemessen nur um wenige Grad, aber ich konnte ja vorne nur ohne Schaumstoff messe, da ich das Modul ja damit abgeschattet hätte.


    Die Werte wurden mit zwei handelsüblichen Multimetern gemessen, eines für Temperatur und eins für Strom/Spannung.
    Da die Messung eine Weile gedauert hat und die Winkel nur mit einem kleinen Winkelmesser ermittelt wurden sollte man die nicht zu genau nehmen.



    Siemens SM110-24
    , Glas, auf 12V umgestrickt (gemessen auf einer Hälfte des Moduls)



    80° Einstrahlungswinkel:
    I=2.8A
    U=18.4V
    T=60°C


    60° Einstrahlungswinkel:
    I=2.4A
    U=18.5V
    T=65°C


    liegend: (Winkel ca. 55°, München)
    I=2.6A
    T=64°C
    U= nicht gemessen :oops:


    stehend, Winkel ca. 35°:
    I=1.6A
    U=18V
    T=60°C



    Zweites Modul: Unisolar, amorph, Kunststoff, 12V-System:


    Winkel ca. 80°:
    I=2.15A
    U=18.2VT=ca. 45°C


    stehend (ca. 35°):
    I=1A
    U=17.7V


    liegend (ca. 55°)
    I=1.9A
    U=18.2V


    Zur gleichen Zeit lief mein Flachkollektor auf dem Dach mit über 130°C in die Abschaltung.


    Man erkennt recht gut, dass die Leistung stark vom Einstrahlungswinkel abhängt. Ok, nichts neues so weit.
    Man kann also mit einer Ausrichtungsvorrichtung ohne weiteres die Leistung verdoppeln - und sich somit ein zweites Modul sparen!


    Ich hab mir ne Vorrichtung ausgedacht, mit der man ein Modul in alle vier Richtungen aufstellen kann, das werd ich auf meinem Busdach jetzt realisieren.
    Bei Bedarf könnte ich ein paar mehr herstellen.


    Ob die 60°C hinter dem SM110 ausreichen, um eine ausreichende Menge warmen Wassers zu produzieren muss ich mir noch überlegen. Temperatur ist ja noch nicht Wärmemenge/Heizleistung. Wenn sich geeignete Leitungen finden probier ich das vielleicht, allerdings steht dem gegenüber, dass dadurch die Wärmeabgabe auf der Rückseite gebremst wird, was wiederum den Modulwirkungsgrad senkt.


    Gruss,
    Dirk

    Gruss,
    Dirk
    _______________________________________________________________


    Es ist einfach, glücklich zu sein. Es ist nur schwer, einfach zu sein.

    Einmal editiert, zuletzt von Dirk16 ()

  • Hallo, Dirk,
    schöne Meßreihe!

    Zitat von Dirk16

    Wenn sich geeignete Leitungen finden probier ich das vielleicht, allerdings steht dem gegenüber, dass dadurch die Wärmeabgabe auf der Rückseite gebremst wird, was wiederum den Modulwirkungsgrad senkt.


    Das verstehe ich allerdings nicht: Wasser (bzw. Sole) kann in gleicher Zeit sehr viel mehr Wärme abführen als Luft, d.h. Du kühlst die Solarzellen mit dem zu erwärmenden Wasser stärker, als die Luft es könnte, so daß sich m.E. der Wirkungsgrad eigentlich erhöhen müßte...


    Viele Grüße
    Leerkabinen-Wolfgang

    die nächsten Festivitäten in http://www.Bodenheim.de:

    07.-09.05.2021: Leerkabinen-Treffen

    erstes Juni-WE (04.-07.06.2021): Weinfest

    vierter Sept.-Samstag (25.09.2021): Weinprobe in den Weinbergen


    Stellplätze vorhanden! Bei Fragen eMail/PN an mich

  • Zitat von Leerkabinen-Wolfgang


    Das verstehe ich allerdings nicht: Wasser (bzw. Sole) kann in gleicher Zeit sehr viel mehr Wärme abführen als Luft, d.h. Du kühlst die Solarzellen mit dem zu erwärmenden Wasser stärker, als die Luft es könnte, so daß sich m.E. der Wirkungsgrad eigentlich erhöhen müßte...


    Hi Wolfgang,
    kleine Erklärungslücke: bei der Warmwassererzeugung (eigentlich anderer thread) überlege ich zwei Wege: Zirkulation in den Elgena-Boiler (aufwändig, da da der Motorkreis schon dran hängt: Risiko und Stromverbrauch) und direkte "online"-Nutzung zum Duschen (einfach, nutzt mir aber nur tagsüber was).


    In beiden Fällen wird es auch mal zu Stillstand kommen, d.h. das Wasser würde keine Wärme abführen. Ganz konsequent wäre es, die Leitungen nach hinten zu dämmen, dann strahlt das PV-Modul gar nicht mehr ab.


    Als aktive Kühlung wär's natürlich auch nicht schlecht, kostet aber Strom...wär die Frage, ob ich damit die Verluste durch Hitze wieder ausgleiche? Da ist vermutlich ein Ventilator effektiver.


    Bei liegendem Modul ist übrigens die Aufheizung grösser, weil die Luft nicht thermisch bedingt aufsteigen kann --> Ventilator vielleicht echt sinnvoll? So ein PC-Lüfter braucht aber auch 0.5-1A...vermutlich doch sinnlos. Spricht aber wieder für eine Aufstellvorrichtung.


    Gruss,
    Dirk

    Gruss,
    Dirk
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