Wasserschaden! Erst Wand, dann Boden oder umgekehrt?

  • Hallo,


    habe bei meinem alten Karmann jetzt alles raus und kann nun den ganzen Schaden und vor allem die Ursache(n) beheben. Der modrige Boden im Alkoven ist nicht so das Problem wie ich dachte, ist nur eine Multiplex Platte von unten mit Alu (verschraubt). Mehr Sorgen macht mir da die Seitenwand, wo ich die Latten zu ca. 60% ersetzen muss und der Boden im Heck ab Radkasten. Den Boden zwischen den Radkästen habe ich schon großflächig ersetzt (Siebdruckplatte unten, Isolierung, Latten, Sperrholz 8mm oben). Nun habe ich aber das Problem mit dem Boden hinten und der Seitenwand. Ich habe vor, zuerst die Seitenwand neu zu belatten und dann den Boden rauszunehmen. Mir ist schon klar, dass normalerweise erst der Boden, dann die Wände gebaut werden, aber in dem Fall habe ich probleme mit der Stabilität. Wenn ich jetzt den Boden rausnehme, kann ich die Seitenwand mit den faulen Latten kaum abstützen. Ausserdem möchte ich von der Seitenwand zur Decke diagonal (Hilfs-) Lattung einschrauben, damit mir der Aufbau nicht aus dem Winkel gerät (wg. der fehlenden Möbel). Dazu brauche ich aber stabile, neue Latten an der Wand, sonst hilft das nichts. Also erst Seitenwand, dann Boden - macht das in diesem Fall Sinn, oder doch lieber anders herum?


    Nochwas: Hat jemand im Süden (Bayern) eine günstige Bezugsquelle für die Innenverkleidung (Pappel oder Birke 3mm)? 9,- Euro im Baumarkt finde ich einfach unverschämt.


    Gruss und schöne Ostern, Martin

  • Sag mal, Martin, wenn das Auto komplett leer ist, könntest Du nicht oben in die Dachkante bis zur Biegung ein Vierkantholz 8x8 oder so über fast die ganze Länge provisorisch einschrauben und im "Gesunden" auch mit Dachlatten zum Boden hin abstützen, so dass Du eine freitragende Stütze für den ganzen Hinterwagen an der Schadseite hast? Dann gewinnst Du die Freiheiten, die Du brauchst, um die Reparaturen mit offenem Boden bequemer durchführen zu können, ohne Befürchtungen wegen der Formstabilitäthaben zu müssen......
    Ich weiß allerdings nicht, wie gut das Dach oberhalb der feuchten Seitenwand ist, hast Du das auch schon auf Schäden überprüft, denn Wasser läuft ja leider auch waagerecht zur Seite, wenn die Undichtigkeit an der Eckleiste oben (sehr beliebt als Ursache!) entstanden ist.?

  • Zitat

    Ich weiß allerdings nicht, wie gut das Dach oberhalb der feuchten Seitenwand ist, hast Du das auch schon auf Schäden überprüft, denn Wasser läuft ja leider auch waagerecht zur Seite, wenn die Undichtigkeit an der Eckleiste oben (sehr beliebt als Ursache!) entstanden ist.?


    ...das ist genau das problem. Die Latten in der Decke sind am Übergang zur Wand auch auf so ca. 20cm faul und das Wasser ist innen bis zur Dachluke gelaufen. Dachte erst die Luke ist undicht, aber das Wasser kam auch von der Dachkante, das Holz um die Luke herum ist absolut gesund. Dazu kommt noch, dass genau in dieser oberen Ecke alle Kabel (12 u. 220V) verlegt sind. Die werde ich da nicht mehr verlegen, da die Aussparungen in den Dachlatten und der Isolierung ja nicht gerade sinnvoll sind. Werde die Kabel dann in den neuen Hängeschränken in einem Kabelkanal verlegen?!
    Wenn ich allerdings die Dachlatten als erstes erneuere, könnte ich die Decke nach deinem Vorschlag abstützen. Die Seitenwand muss ich dann immer noch von unten abstützen, allerdings ohne das Gewicht der Decke...gute Idee!
    Eigentlich müsste die Aussenhaut runter aber dafür bräuchte ich eine Halle oder eine Woche schönes Wetter - habe ich aber beides nicht.
    Deshalb ist Improvisieren angesagt, macht ja auch Spass.
    Vielleicht hat noch jemand weitere Ideen.


    Danke, Martin

  • Sach mal, Martin, steht Dein Auto so, dass es an der Stelle was stehen bleiben kann? Wenn ja, würd ich den an der gesunden Karossere soweit aus den Federn heben, dass Du drin rumlaufen kannst, ohne dass er sich bewegt. Das müßte mit Steinen und Klötzchen und einem kleinen Hydraulkheber zu machen sein, und wenn Du ihn dabei noch absolut waagerecht ausgerichtet bekommst, kannst Du innen mit der Wasserwaage arbeiten...hat was für sich.
    Bei dem so fixierten Auto kannst Du die Seitenwand von unten her (Boden) mit Halterungen aus Abfallholz abstützen, auch die Decke, wenn es nötig sein sollte.
    Wenn Du dann zuerst die Decke sanierst, dann die Seitenwand streifenweise an der unterstützten Decke aufhängst, hast Du die Sache auch von der Maßhaltigkeit einigermaßen im Griff......hoffe ich wenigstens......


    ....und denk dran...auch wenn es wieder kalt wird, offenes Lagerfeuer im Auto bringt Dich nicht wirklich entscheidend weiter....es sei denn.... Du hast die Nase endgültig voll....hihihihi.....

  • Hallo Martin,


    habe bei mir die Seitenwände, Heckwand mit Boden zu gleicher Zeit repariert.
    Zum Glück waren bei mir nur die unteren Latten der Wände verfault.
    Kannst Du normalerweise auch so durchführen und danach an den Wänden, Latte
    für Latte von unten nach oben austauschen.
    Nicht vergessen, erst den Boden abstützen. 2 - 3 Balken auf Maß hobeln in einen freien Zwischenraum
    zwischen Fahrzeugträger und Boden einschieben. Diese Balken können danach auch dort verbleiben.
    Schaue mal auf meine Webseite, da ist mein Schaden mit Reparatur beschrieben.


    http://www.wohnmobil-freizeit.de/

  • Thomas und Dieter,
    Danke für die Tipps. Ich hab ihn jetzt erst mal mit Hilfe der Heckstützen und 2 Wagenhebern ins "Wasser gestellt". Heute habe ich mal mit den Latten der Seitenwand begonnen und von Eingangstür bis zu den hinteren Radkästen neue Latten rein. Hat erst etwas gedauert, da ich die Möbel anders geplant habe und das eben entsprechend berücksichtigen mußte. Alle Latten die später zur befestigung der Möbel dienen, habe ich mit den Querlatten verschraubt und mit Sika gegen die Außenhaut geklebt (war im Originalzustand auch geklebt, allerdings nicht mit Sika).
    Das mit den Hilfsträgern unter dem Boden ist eine gute Idee, werde ich auch so machen sobald ich die Seitenwand fertig habe und das Dach wieder dicht ist...
    Die Seitenwand und die Rückwand kann ich jetzt wo das Chassis praktisch nicht mehr federt zusätzlich gegen den Boden abstützen...


    Wenn das Wetter mitspielt hoffe ich, daß ich zumindest den Aufbau diesen Monat noch fertig kriege und dann mit der Einrichtung beginnen kann...


    Gruss, Martin

  • Wenn alles klappt will ich nächste Woche Wand und Decke wieder zu machen. Bin immer noch auf der Suche nach günstigem Sperrholz (3mm) Pappel oder Birke da ich ja einiges an Quadratmetern brauche. Hat da jemand einen Tipp?


    Gruss, Martin

  • Hallo Martin,
    bei Dir geht es ja schon richtig zur "Sache". Kannst Du evtl. mal ein Foto einstellen, oder geht das hier nicht?
    Pappel 3mm dick ist Ok. Alternativ Birke - dann reichen auch 2mm. Das Sperrholz würde ich in Deiner Nähe kaufen,
    ansonsten sind die Transportkosten sehr hoch.
    Die Latten der Wände sollte man aber verkleben. Da gibt es einen Spezialkleber Holz auf Alu.
    Aber genau nach den Herstellerangaben verarbeiten. Der bläht sich auf. Bei Nichtbeachtung und zuviel
    Wasser gibt es dicke Backen.
    Noch einen Rat noch von mir:
    Bevor Du die neue Wandverkleidung anbringst, muß Du noch die Alu-Aussenhaut nach Alufraß untersuchen.
    Am besten Abends. Du stehst innen im Womo (alles abgedunkelt) und Deine "Hilfskraft" leuchtet von aussen mit einer
    starken Arbeitsleuchte die Aussenhaut ab. Da siehst Du jedes kleine Loch, auch wenn es unter einem mm ist.
    Viel Spass weiterhin!

  • Ja, es geht voran. Die Latten der Seitenwand sind wieder drin, sogar die Rundung im Heck habe ich wieder hinbekommen :D . Ausserdem habe ich ein paar zusätzliche Latten eingefügt, da der Heckstauraum vergrößert wird und anstatt der Hecksitzgruppe ein festes Bett mit 200x180cm rein kommt.
    Jetzt fehlt nur noch der Anschluß zum Heck und dann geht es mit Heck und Dach weiter. Den Boden mache ich doch zum Schluß, der Aufbau lässt sich jetzt wo er wieder einigermaßen stabil ist ganz gut abstützen. Die Latten waren bei mir nicht mit der Aussenhaut verklebt, nur an einigen Stellen getackert und das Styropor verklebt. Die Latten die zur Befestigung der Möbel gebraucht werden habe ich mit Sika verklebt ich denke das ist ok. Die Dach-Eckleiste habe ich heute entfernt, da wurde viel gepfuscht und schlecht repariert (Dichtband, Sika, Silikon...), wird mich bestimmt einen halben Tag kosten bis ich das ganze alte Zeugs ab habe. Ich hoffe es ist jetzt bald mal ein paar Tage trocken damit ich das wieder dicht bekomme. Unter der Dachhaut an der Eckleiste, also zwischen Alu und Holz war auch ein altes Dichtband. Gehört das da hin oder nicht? Der Anschluß von Dach/Wand wäre dann (von innen): Eckleiste Holz, Dichtband, Alu-außenhaut, Dichtband, Profildichtung (Gummi), Kantenleiste-Alu. Passt das so?


    Der gesamte Schaden ist doch um einiges größer als ich dachte:


    Wasserschaden kompl. rechte Seitenwand (undichte Dachleiste)
    Dachlattung im Anschluß an rechte Seitenwand
    Wasserschaden Heck (undichtes Fenster)
    Wasserschaden Boden rechts und Heck, verursacht durch einen defekten Radkasten, Steinschlag, etwa Faustgroß.
    Nachdem der Kunststoff Radkasten nicht mehr lieferbar ist, habe ich einen neuen aus verzinktem Stahlblech angefertig, mit Kautschukmatte isoliert und "entdröhnt".


    Das Alublech ist von innen wie neu (beschichtet), von aussen lackiert, Alufrass habe ich nur an der Tür an den Lüftungsschlitzen. Sonst habe ich nichts (Alufraß) gefunden, die "Karmänner" haben anscheinend gutes Material verarbeitet, ist ja immerhin 25 Jahre alt. Ich bin mir nicht sicher ob ich das Heckfenster wieder einbauen soll oder ich da zu mache (Alublech), es wird ja das "Schlafzimmer".


    Ich hab schon ein paar Bilder, wenn ich fertig bin mache ich mal einen vorher/nachher Bericht.


    Hast du einen Preis für 3mm Pappelsperrholz, so als Anhaltspunkt?


    Gruss, Martin

  • So, nachdem jetzt der Alkoven wieder dicht ist und das erste heftige Gewitter trocken überstanden hat, habe ich mich heute mal an den Boden im Heck gewagt. Wie schon geschrieben hat sich das Heck ab Radkasten hinten rechts um 3cm links und rechts um ca 2,5 cm abgesenkt?! Ich bin davon ausgegangen, daß sich die Lattung im Boden aufgrund des Wasserschadens verabschiedet hat und der Boden somit nicht mehr das Gewicht des Aufbaus tragen konnte. Ich habe also mit der Kreissäge den Boden innen aufgeschnitten in der Vermutung dort verfaulte Latten zu finden. Fehlanzeige! Keine Latten, vom Radkasten bis zum Heck (125cm!)
    KEINE einzige Querlatte! Nachdem ich das Styropor entfernt hatte ragte der Querträger vom Fahrgestell 3,5 cm in den 4,5 cm dicken Boden! Da muß man kein Diplom in Statik haben um festzustellen, daß 3cm Styropor und eine dünne Sperrholzschicht unten und oben, nicht das ganze Heck tragen können. Mich würde echt interessieren, was sich der Hersteller damals dabei gedacht hat? Kann mir nicht vorstellen, daß sie das aus Kostengründen gemacht haben, Holzlatten sind ja nicht so teuer, oder haben sie die Lattung schlicht "vergessen"?


    So, jetzt muß ich sehen, wie ich den Aufbau anhebe, damit ich da wieder einen geraden und stabilen Boden rein bekomme.


    Verschwitzte Grüsse, Martin

  • Oh Mann,


    was für eine Geschichte... Ich drück' Dir die Daumen, das Du 'den kleinen Rest' auch noch hinbekommst!


    Viel Erfolg
    Leerkabinen-Wolfgang (der sich dank Sandwich-Kabine keine Sorgen eindringendes Wasser machen muß)

    die nächsten Festivitäten in http://www.Bodenheim.de:

    07.-09.05.2021: Leerkabinen-Treffen

    erstes Juni-WE (04.-07.06.2021): Weinfest

    vierter Sept.-Samstag (25.09.2021): Weinprobe in den Weinbergen


    Stellplätze vorhanden! Bei Fragen eMail/PN an mich

  • Hallo Martin,


    rufe mal bei dem Hersteller von Deinem Fahrzeug an. Glaube nämlich, dass die 2cm Absenkung normal ist.
    Vorspannung bzw. Überhöhung von 1cm im Boden sind vorgesehen. Je nach Gewicht senkt sich das Heck ab, was aber nicht unbedingt ein Problem sein muß. Die Seitenwände übernehmen im Heck auch die Lasten.
    Nicht gleich alles hochschieben, erst beim Hersteller nachfragen.
    Bei meinem Womo weiß ich, dass das Heck 2cm tiefer liegt...ab Werk.
    Gruß

  • Hallo Dieter,


    ja, ich denke auch, daß 2 cm normal wären, ist ja auch alles eine relative flexible Konstruktion. Allerdings war hier der Querträger des Rahmens 3,5 cm in den Boden des Aufbaus eingedrückt. Da die Träger nicht bis zum äußeren Fahrzeugrand reichen war die tatsächliche Absenkung gemessen außen am Heck ca. 5cm. Mal davon abgesehen, daß sich der Querträger in den Boden eingedrückt hat und dadurch der Boden (auch innen) stark verzogen war halte ich 5 cm für zu viel. Bei ebay ist gerade ein Karmann auf MB207 drin (endet heute) der hat wohl den selben Schaden (kein Wunder). Aber wie gesagt, nach über 20 Jahren sollte man da wohl nicht mehr über den Hersteller meckern.


    Ich habe jetzt das gesamte Womo mit den Kurbelstützen und Wagenheber angehoben, dann den Aufbau hinten mit Balken unterstützt und das Fahrgestell abgelassen bis der Querträger mit der Aufbaukante bündig war. Dann habe ich gestern den neuen Boden im Heck eingebaut mit 4 zusätzlichen Quer- und 2 zusätzlichen Längslatten. Alles wieder isoliert und verklebt und Deckel (Bodenplatte innen) drauf. Sicher wird sich der Aufbau jetzt auch wieder etwas absenken (steht noch auf den Stützen bis der Kleber ganz trocken ist) aber eben nur 1 - 2 cm. Sehen werde ich das dann in 2 Tagen, wenn ich die Stützen wegnehme.


    Gruss, Martin

  • Hallo Armin,


    halb so schlimm (sage ich jetzt ganz locker nachdem ich die Karre wieder dicht habe :D ), wenn ich morgen die Stützen wegnehme werde ich sehen was es gebracht hat. Habe auch noch einen Tipp zu deinen Fenstern, poste ich aber in deinem tread.


    Gruss, Martin


    (der sich schon auf den Innenausbau freut und dann bestimmt wieder einige Fragen hat.... :wink: )

  • So, jetzt ist der Aufbau von den Stützen und bereit zum Innenausbau. Ich bin ehrlich gesagt ziemlich erleichtert, daß das geklappt hat. Vielen Dank auch nochmal an die vielen Tipps hier aus dem Forum. Die Absenkung des Aufbaus im Heck beträgt jetzt unter 1 cm! Obwohl ich den neuen Boden unten aus Siebdruckplatten statt Sperrholz gemacht habe würde ich ihn gerne gleich konservieren. Was nehme ich da am besten, Unterbodenwachs? welches? Habe keinen Kompressor, bräuchte also was zum sprühen (Dose) oder streichen. Hat jemand eine Empfehlung? Die Metallteile vom Rahmen mache ich dann (nach dem Wachs) mit FluidFilm.


    Gruss, Martin

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