Jetzt neu dabei....

  • Hallo an alle.


    Ich lese schon eine ganze Weile hier mit. Das hat mich dann angespornt, jetzt vom konfektionierten Einerlei abzuweichen und mich etwas mehr in Richtung Selbstausbau zu wagen. Nachdem ich am Freitag auf der Messe in E den Tikro gesehen habe, glaube ich, dass dies eine ganz gute Plattform ist, um sein Geld relativ kontrolliert zu "vernichten".


    Nachdem ich letztes Jahr in NO und GB mehrfach mit dem 475er von Knaus in kritische Situationen gekommen bin (Regen über Nacht, Wiese aufgeweicht; trügerische, butterweiche Kieseinfahrten zu teuren Stellplätzen; morastige Feldweg-Passagen auf dem Weg zum wilden "Traumstellplatz"), ist jetzt die Zeit für Allradantrieb gekommen.


    Speziell in GB hat mich das traditionelle Alkoven-Konzept - verbunden mit der Überbreite - manche Nerven gekostet. Ich musste stets auf die tief hängenden, knorrigen Äste achten - die Landschaft wäre mir lieber gewesen. Die schönste Gegend ist halt dort, wo sich Straßen 3. und 4. Ordnung winden.


    Schnellstraßen befahre ich gern mit angepasstem Tempo und im Verkehrsfluss mit anderen PKWs. Mit Alkoven kommt man da schnell auf 13 bis 15 Liter/100km. Hinzu kommt die Seitenwindempfindlichkeit und ein Schlafzimmerkomfort, der (trotz 80 cm Alkovenhöhe) im Grunde keiner ist.


    Am Sonntag habe ich dann auf der Messe bestellt. Die lange Ausführung als Leerkabine, Komfortpaket, Allrad, große Klappe hinten, ein wenig Schnickschnack hier und da. Soll im Juni fertig sein.


    Derzeit läuft mein Plan darauf hinaus, den Innenausbau hinsichtlich der "Haustechnik" bei Woelke in Klein-Aspach machen zu lassen. Die Qualität der Ausbauten fand ich auf der Messe recht anständig - ohne Namen zu nennen, standen nur wenige meter weiter Fahrzeuge mit "großen Namen" aber objektiv schlechter verarbeitet. Ich traue mir derzeit nicht zu, diese Dinge in dieser Qualität selbst zu machen. Für eine komplette Küche mit fast 3 meter Arbeitsplatte, Oberschränke und großem Kühlschrank, Kleiderschrank, recht großes Bad, Bett 160/200 (Hubbett), Heizung, Wasser, Abwasser und Bordelektrik läge dann der Ausbaupreis bei ca. 12.000 Euro. Woelke kalkuliert dafür 1 Monat.


    Sicher kann man hierzu geteilter Meinung sein. Möglicherweise liessen sich 3.000 oder sogar 4.000 Euro sparen, wenn man was selbst macht. Es würde jedoch die dreifache Zeit dauern und vermutlich auch im Detail so ausschauen, wie selbst gemacht.


    Grundriss und Materialwahl sind etwas unkonventionell (z.B. keine Dinette, eher Alu statt Furnierplatten) und insoweit habe ich mir gedacht, dass im Forum eventuell ähnliche Vorstellungen bereits realisiert wurden, bzw. meine Erfahrungen bei diesem "Projekt" bei anderen auf Interesse stoßen.


    Ich weiss nicht, ob dies unter der richtigen Rubrik gepostet wurde, ein anderer Beitrag zum "Tikro" (ich finde den Namen abscheulich!) steht jedoch schon hier und eventuell passt es ja dann doch....


    Falls das Projekt hier nicht reinpasst - sind ja doch eine Menge wesentlich anspruchsvollerer Vorhaben hier dokumentiert - bitte einfach sagen. Danke.

    Gruß,
    tikro


    Früh aufstehen ist der erste Schritt in die falsche Richtung.

  • Hallo Tikro Fan,
    Deine Erfahrungen interessieren mich schon, wenn ich hier auch wenig schreibe. Stichworte: Isolierung, Gewicht, Fahrverhalten, Komfort, Verbrauch.....
    Gruß Alter Hans
    Die Experten hier werden sich bestimmt auch noch melden.
    Im übrigen an diese meinen herzlichen Dank für die vielen wertvollen Informationen.

  • Hallo Alter Hans,


    Mir fällt dazu erst mal folgendes ein:


    T2: Minimaler Ausbau = Matratze, Baguette, Käse, Zwiebeln, Knoblauch, Schweizer Messer und die obligatorische Flasche Rotwein. Im Blaupunkt RC-irgendwas jaulte Jethro Tull und Hawkwind.


    T3: wollte ich immer, war einfach zu klamm seinerzeit, fuhr einen 147er (auch als Fridolin bekannt) auf Karmann Ghia Chassis. Ein sensationelles Raumkonzept, der Beifahrersitz war ein Ohrensessel vom Sperrmüll. Hinten aus Klavierband und Tischlerplatten eine Klappkonstruktion zum sitzen/liegen. Ging. Clarion war angesagt.


    T4: in mehrfacher Ausführung genossen. Könnte darüber Bände schreiben. Fazit: gut für den Alltag - weniger gut für das nicht Alltägliche. In letzter Konsequenz frappierend teuer (auch bei der Assekuranz) und bei mir verbunden mit dem fahlen Nachgeschmack des "nichts halben und nichts ganzen". Das Thema T5 läute ich definitiv nicht ein.


    Ich fahre jetzt einen aktuellen Caddy (2K), der kommt dem T2 am nächsten, was das effektive Platzangebot betrifft (untere Fläche). Der hat auch was vom 147er - hätte ich nicht gedacht, dass so was noch mal von VW für so kleines Geld kommt....


    "Isolierung, Gewicht, Fahrverhalten, Komfort, Verbrauch....."


    Isolierung: 30mm GFK Wandstärke = wir erwarten keine Wunder. Andererseits habe ich nicht vor, zu Extremzeiten zu verreisen. Ich liebe das milde Klima.


    Gewicht: Für mich ein absolutes Killerkriterium. Das erste was ich beim T4 MV ausgebaut habe, war diese bekiffte verschiebbare und klappbare Rückbank nebst allen völlig untauglichen Hilfsrahmen, Auflagen und Blechkonstruktionen. Wie gesagt - Bände könnte ich schreiben.


    Fahrverhalten: Der Ducato ist dem T4 hoffnungslos unterlegen. Mit den Seriensitzen ;-) Man glaugt nicht, was das Fahrwerk bringt, wenn der "Popo" richtig sitzt... -> Daher: Umrüstung auf Recaro. Ganz simpel, das Bohrbild stimmt überein. Die Servolenkung des Ducato ist absolut OK, die Bremsen auch. Hinten ein Satz Bilstein rein -> allererste Sahne!


    Verbrauch: TDI ist Weltmeister. Common rail mag zwar konzeptionell besser sein, in Hannover sitzen aber die besseren Jungs. Kein Thema: Hier hinken die PSI'ler meilen hinterher. Trotzdem. Ich habe den Chip bereits ausgeguckt.


    Noch Fragen? :-)


    Gruß von Chris

    Gruß,
    tikro


    Früh aufstehen ist der erste Schritt in die falsche Richtung.

  • Hallo Chris,
    vielen Dank für die ausführliche Antwort!
    Zu meinem T4 brauchts vielleicht ein bißchen Erläuterung:
    Er ist Wohnmobil. Aufbau auf Fg mit LR syncro Mod.2002 TDI Motor AXL 75 kw. Zul. Ges.gew 2,89 t, Leergewicht TÜV 2,37 t. Sehr guter Durchzug von unten raus (kleiner erster Gang).
    Alkovenaufbau Leerkabine von Ormocar, Wandstärke 40 mm. H 2,77 m, B 1,99 m, L 5,52 m. Paßt noch in viele PKW Parkplätze.
    2 Einzelbetten (davon 1 im Alkoven und 1 mit 2 m Länge), keine Naßzelle, viel Stauraum innen, Kanisterwasserversorgung, Truma 2800 Gebläse, viel Bewegungsraum. Also etwas spartanisch aber gemütlich. Ausbau mit Birkenmultiplex (dünne Platten, z.t. mit Randverstärkung und Rundholzkanten (Viertelstäbe Kiefer im Aluwinkel).
    Sehr gut zu fahren. In der Anschaffung teuer; feste und Betriebskosten m.E. preiswert. Mein laufender km Preis (Diesel, Reifen, KD, Rep) seit
    68 000 km: 10 cent. Steuer 172 EUR, Vers. 610 EUR (incl. Vollkasko) jährlich.


    Bin sehr zufrieden, würde ihm aber gelegntlich seitlich deutlich kürzere Schürzen verpassen. Zur Zeit wirde er mit Seikel kit 1 um 3,5 cm höhergelegt und kriegt Bilsteindämpfer.
    Nächste Woche solls für 2 Monate nach Marokko gehen.


    Viel Erfolg bei Deinen Plänen Gruß Alter Hans

  • Danke für die Info, Hans


    Synchro ist ein gutes Konzept, mit langem Radstand (ich vermute mal es war mal eine Pritsche) gebraucht und noch verwendbar nur SEHR schwer zu kriegen und neu beinahe unverschämt teuer. Was die Abmessungen betrifft, trennen uns buchstäbliche Handbreiten. Ich möchte kein Fahrzeug mehr bewegen > 2 meter Breite, > 3 meter Höhe, > 6 meter Länge. Ich finde ausserdem sehr schade, dass sich viele Hersteller speziell bei den konventionellen Reisemobilen dieser 2x3=6 Formel nicht so recht annehmen wollen. Obwohl sich doch alles was man braucht, innerhalb dieses Volumens unterbringen lässt. Wendigkeit, Agilität und Ökonomie lassen leider ab dieser Größenordnung signifikant zu wünschen übrig. Speziell im Urlaub wäre dies für mich das letzte, wo ich zu fühlbaren Abstrichen bereit wäre.


    Mir gefiel der Aufbau von Ormocar auf Anhieb. Auch hinsichtlich der Kosten und natürlich auch, weil ich überzeugter VW Fahrer bin. Letztlich gab aber den Ausschlag, dass ich die Räder, die Sitze und verschiedene andere Ausbauteile aus meinem Knaus in den Tikro übernehmen werde - beim Umstieg auf VAG wäre dies nicht so konsequent möglich gewesen.


    Tolle Sache mit dem Urlaub. Über Spanien oder eine längere Fährpassage eingeplant?


    Gruß von Chris

    Gruß,
    tikro


    Früh aufstehen ist der erste Schritt in die falsche Richtung.

  • Hallo Chris,
    herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort. Ich stimme Dir inn jeder Beziehung zu.
    Allerdings hatte ich mir den Luxus erlaubt und Juli 2001 ein neues Fahrgestell aus Hannover abgeholt.
    Höherlegungskit von Seikel ist nun drin. Bodenfreiheit doch merklich besser, Wagen schwankt nur wenig mehr, fährt satter durch Schlaglöcher.
    Einbau problemlos durch meine kleine Allgäuer VW Werkstatt wo ich seit über 20 Jahren schrauben lasse. (Die Leerkabine hatte ich allerdings komplett selber ausgebaut.)
    Kurz vor der Abreise: wir nehmen den Landweg an der spanischen Küste bis Algeciras - dann kurz über Wasser nach Ceuta und dann weit in den Süden Marokkos - ähnlich wie 1971 im T2.
    Ich wünsche Dir viel Freude mit Deinem Tikro und bin auf Deine Erfahrungen gespannt.
    Gruß Alter Hans.

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