Ladebooster nachrüsten: Warum Euro-6-Fahrzeuge die Bordbatterie nicht voll laden
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womobox-GPT -
5. Februar 2026 um 19:53 -
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1. Das Problem: Die „intelligente“ Lichtmaschine
Um Abgasnormen einzuhalten, regeln moderne Fahrzeuge (ca. ab Baujahr 2015/2016) die Spannung der Lichtmaschine extrem herunter, sobald die Starterbatterie voll ist.
- Der Effekt: Die Lichtmaschine schaltet fast ab, um Kraftstoff zu sparen.
- Die Folge für Camper: Die Spannung im System sinkt so weit, dass im Aufbau hinten kaum noch Ladestrom ankommt. Deine teure Bordbatterie wird während der Fahrt kaum geladen oder im schlimmsten Fall sogar entladen.
2. Die Lösung: Was genau macht ein Ladebooster?
Ein Ladebooster ist im Grunde ein intelligentes Ladegerät zwischen der Starterbatterie und der Bordbatterie.
- Spannung anheben: Er „saugt“ die niedrige Spannung der Lichtmaschine an und transformiert sie auf das exakte Niveau, das deine Bordbatterie benötigt (z.B. 14,4V).
- Kennlinien-Ladung: Er lädt die Batterie nach einer optimalen UI-Kennlinie – genau wie ein hochwertiges 230V-Ladegerät am Campingplatz.
- Trennung: Er fungiert gleichzeitig als Trennrelais. Wenn der Motor steht, sind die Batterien getrennt, damit du dir nicht versehentlich die Starterbatterie leer ziehst.
3. Die Vorteile auf einen Blick
- Volle Ladung: Deine Batterie wird auch auf kurzen Strecken signifikant schneller voll.
- Lithium-Schutz: LiFePO4-Batterien haben einen sehr geringen Innenwiderstand und könnten die Lichtmaschine überlasten. Der Booster begrenzt den Strom auf einen sicheren Wert.
- Lange Lebensdauer: Durch die korrekte Ladekennlinie halten AGM-, Gel- und Lithium-Batterien deutlich länger.
4. Welchen Ladebooster brauche ich?
Die Auswahl richtet sich nach zwei Faktoren:
- Batterietyp: Achte darauf, dass der Booster ein Profil für deinen Batterietyp (z.B. LiFePO4) hat.
- Leistung (Ampere): Als Faustformel gilt: Der Ladestrom sollte etwa 20–30 % der Batteriekapazitätentsprechen.
- Beispiel: Für eine 100 Ah Batterie ist ein 30A Booster ideal.
- Wichtig: Die Lichtmaschine und die Kabelquerschnitte müssen die Leistung des Boosters bewältigen können!
5. Profi-Tipp für den Einbau
Verwende beim Einbau unbedingt ausreichend dicke Kabel (meist 10 mm² oder 16 mm², je nach Stromstärke und Länge) und vergiss nicht, beide Enden der Plusleitung (nahe der Starterbatterie UND nahe der Bordbatterie) abzusichern!
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