Samstag, 18.07.1981
Es regnet und regnet, wir sind in Thingvellir über Nacht gewesen. Haben dann nach dem Frühstück einen ausgiebigen Gang im Regen durch die Schlucht oder Spalte gemacht, zu den Häusern, Hütten, der Kirche dort. Zum Glück war es nicht ganz so kalt wie am Donnerstag beim Obsidian suchen in der Wildnis. Es lag reichlich davon rum, aber eher kleine Brocken. Faustgroß gab es genug, aber viel größer fanden wir nicht und wenn, dann nicht besonders klar und sauber. Um 15 Uhr dann zurück von dem Gang und ein zweites Frühstück. Wir haben uns eines der teuren Eier (0,9 DM das Stück) gegönnt.
Sonntag, 19.07.1981
In Reykjavik auf dem Campingplatz sind wir nun. Am Samstag haben wir uns noch die einzige aktive Walfangstation in Island angesehen. Beeindruckend und erschütternd zu gleich, wie die riesigen Tiere (nicht diese kleinen Grindwale wie auf den Farören) hier zerlegt werden.
Und dann auf der Hauptstrasse hatten wir einen Plattfuß, nicht in den Lava- oder Obsidianfeldern. Am Abend sahen wir dann noch den Lachsfischern zu und trafen unsere Freunde aus den Niederlanden wieder. Sie hatten inzwischen reichlich Forellen gefangen und so gab es reichlich frischen Fisch am Abend. Heute am Sonntag sind wir dann in die Hauptstadt gefahren, haben als Fußgänger die Stadt erkundet und sie als nicht besonders attraktiv eingestuft. Ich kannte sie schon etwas von früheren Besuchen. Morgen muss der Plattfuß repariert werden und einkaufen müssen wir auch. Pullover und Wolle sind die einzigen preiswerten Produkte auf der Insel. Ein 10 Jahre alter Volvo kostet noch 11 000 DM. Blumen die bei uns um 5 DM zu haben sind sollen hier 70 DM kosten. Wir fragen uns immer wieder, wie die Leute bei den Preisen klar kommen.
Mittwoch 21.07.1981
Inzwischen sind wir bei der Eldgja-Spalte eingetroffen. Wir haben sie kurz besichtigt und warten im Moment darauf, dass das Essen fertig wird. Morgen wollen wir uns die Vulkanspalte noch näher ansehen und dann zur Landmanalauga fahren. Zum Glück sind das nur wenige km. Heute war es zum Teil eine furchtbare Fahrerei. Erst nach dem Frühstück die Rückfahrt aus der Thorsmörk, auf 25 km waren 36 Flüsse oder Bäche zu furten. Die Strecke dauerte fast 2 Stunden. Aber dann wurde es nicht viel besser, es ging zwar schneller, war aber für eine Nationalstraße doch in schlechtem Zustand. Nun ja, ist halt Island und Asphaltstraßen gibt es nur in der Hauptstadt. Am Abend ist man aber mitunter auch geschafft, 6-8 Stunden im Auto durchgeschaukelt zu werden ist nicht immer angenehm und nicht jeden Tag notwendig.
Samstag, 25.07.1981
Oft kommt es anders als man denkt. Am Donnerstag haben wir uns nach dem Frühstück zwar die Eldgja-Spalte intensiver angesehen, haben auch den Wasserfall mit der Naturbrücke bestaunt, zur Landmanalauga sind wir aber nicht mehr gekommen. Ein Bus versperrte die Straße. Wegen angeblichem Bremsenversagens war er auf einer abschüssigen Strecke extra in die Böschung gefahren, dann aber auf die Seite gekippt und somit war die Straße versperrt.
Zum Glück gab es keine Schwerverletzten. Der Unfall war wohl gerade geschehen, der Busfahrer schien mir noch unter Schock zu stehen, er hatte aber ein Funkgerät und war scheinbar dabei den Unfall zu melden (so schien es mir) Bei der Gelegenheit wurde uns dann bewusst, dass ärztliche Notversorgung in so einer abgelegenen Gegend ganz schön schwierig ist. Der Unfallwagen brauchte bis zur Unfallstelle 2,5 Stunden. Wir kehrten also um, der Unfallwagen kam uns entgegen, fuhr zu schnell durch eine Furt, blieb stehen. Haube auf und Zündanlage trocknen, dann ging es weiter. Statt Landmanalauga sind wir dann zum angeblich so herrlichen Skaftafell-Naturpark gefahren. Die Fahrt war gut, km um km durch die Sandwüsten der Gletschermoränen, dabei Sturm, so dass im Auto alles mit einer grauen Puderschicht bedeckt war. Es sollte auf dem Campingplatz am Skaftafell aber Duschen geben, also freuten wir uns auch darauf. Geduscht werden konnte am Abend zwischen 8 und 10 Uhr. Man konnte eine Nummer kaufen (1DM), daraus ergab sich dann die Reihenfolge zum Duschen. Jeder durfte angeblich 10 Minuten duschen, das bedeutet, 12 Personen in zwei Stunden. Ab 9 Uhr gab es dann kein warmes Wasser mehr. Also haben wir wie gewohnt per Gaskocher Wasser im Kochtopf erhitzt, was in ein Litermaß gegeben, kaltes Wasser dazu und uns das über den Kopf gegossen. Ist auch duschen, kennen wir ja.
Am Freitag war es herrliches Wetter, ungewohnt warm und wir wollten wandern. Das taten wir dann auch. Etwa 3 Stunden für den Hinweg, erst durch Grünland und einen Sandur bis zu einem Wasserfall, dann 3 Stunden Pause bzw. vor Ort umsehen und dann wieder 3 Stunden für einen anderen Rückweg vorbei an einem Gletschersee. Wir waren ganz schön kaputt. Auf dem Rückweg dann noch eine Wetteränderung, starke Bewölkung, Sturm, später am Abend (wir waren schon zurück) und in der Nacht dann auch kräftiger Regen. Der hielt bis zum heutigen Morgen, hörtse aber auf je mehr wir nach Osten fuhren. Inzwischen sind wir so ein Stückchen östlich von Höfn in einem weiteren Naturschutzpark angekommen. Morgen und den Rest des Urlaubs werden wir vielleicht zm Steinesuchen hier in den Fjorden verwenden. Aber das mag auch alles anders kommen. Wer weiß das vorher.
Mitwoch, 29.07.1981 (Elke schreibt)
Es ist jetzt 23.30 Uhr, ich liege in meiner Kabine in meinem Bett, um mich herum schläft alle schon. Ich bin noch gar nicht so richtig müde und habe mir deshalb dieses Büchlein genommen. Die letzten Tage auf Island verbrachten wir also mit Steinesammeln an den Fjorden der Ostküste. Es war schön, so viele verschiedene Steine zu sehen in sämtlichen Farben. Mir bzw. uns viel es schwer, nur einige mitzunehmen und wir wussten ja auch nicht wirklich was das jeweils ist. Wir fuhren noch eine Abkürzung durchs Binnenland, nur für Geländewagen und nur im Sommer befahrbar stand da. Passt ja alles, also los. Oh je, in einem Schlammloch steckten wir dann fest. Wir kamen aber wieder raus, Spaten, graben, danach sahen wir wohl nicht besonders gut aus. Am Dienstagabend haben wir dann mit 4 Stunden Verspätung die Insel wieder Richtung Dänemark verlassen.