Das mit dem Balancing ist ja nur ein Anstoss zur Lösung des Problems, das mir beim Ansehen des Screenshots, mit den stark unterschiedlichen Ladungen, in den Sinn kam. Natürlich kanns auch was anderes sein, ich habe es allerdings schon 2x erlebt, davon 1x am eigenen Batteriepack. Möglich ists also, aber es wird übersehen, da den meisten der Sinn des Balancing, der Ladungsausgleich unterschiedlich geladenen Zellen, gar nicht klar ist. Ich geh mal ins technische:
Sind die Zellkapazitäten sehr nahe beieinander, können 200mA, wie beim Urs, ausreichen. Am deutlichsten macht es ein einfaches Rechenbeispiel (tiefergehende Faktoren lasse ich aussen vor): Nehmen wir an die Batterien werden 4std am Tag geladen, dann sind sie voll. Die restlichen 20std kann das Balancing arbeiten. Davon entfällt auf jede Zelle 1/4 der Zeit (bei typischerweise 4 Zellen), denn das Balancing findet nicht gleichzeitig statt, also 5std am Tag. Dann kommt man mit Urs´ BMS der nur 200mA kann auf täglich 1Ah. Das bedeutet, der Unterschied der Zellkapazitäten sollte nicht über 2Ah sein, sonst ergibt sich mit der Zeit ein immer größerer Ladefehler.
Der Ladefehler kommt folgendermaßen zustande: Die schlechteste Zelle (mit am wenigsten Ah) ist am schnellsten voll. Sobald eine Zelle voll ist, wird der komplette Ladevorgang vom BMS angehalten, um diese Zelle nicht zu überladen und mit der Zeit zu ruinieren. Die anderen Zellen werden dadurch niedriger geladen. Beim Entladen wird allen Zellen gleich viel Ladung entnommen. Beim nächsten Aufladen ist die schlechte Zelle wieder als erste voll geladen und die guten Zellen werden wieder ein Stück weniger geladen. Mit jedem Ladevorgang nimmt also die Ladung der guten Zellen ein wenig ab. Also ein schleichender Prozess. Irgendwann ist dann die Kapazität so gering, dass das Batteriepaket scheinbar kaputt ist, die Spannung zu gering und der BMS die Unterspannungsabschaltung aktiviert. Der Ladungsausgleich beim Balancing soll das verhindern.
Bei mir war das nach 1 Jahr täglicher Nutzung soweit. Mein alter BMS hatte 200mA Balancestrom. Ich hatte die Möglichkeit die Kapzität der Zellen daraufhin zu messen: Der Unterschied schlechteste>beste Zelle war 7Ah, bei 280Ah die die Zellen eigentlich haben sollten. Das sind nur 2,5% Abweichung. Seit ich den BMS mit 2A Balancing drin habe, ist Ruhe in der Richtung.
Schaltet man die Verbraucher eine Weile ab und das BMS läuft weiter (zb, beim übern Winter einmotten des Fahrzeugs) hat das BMS natürlich mehr Zeit für das Balancing, und kann den evt Fehler kompensieren.
Die BMS Hersteller empfehlen für höhere Zellkapazitäten externe Balancer und haben das auch im Angebot. Oft mit weit mehr als 2A. Bei den roten Daly BMS wird extra darauf hingewiesen. Ausserdem unterliegen die Zellen ja auch Alterung, verlieren mit der Zeit an Kapazität, aber natürlich nicht jede Zelle im selben Maß. Also lohnt sich in der Richtung voraus zu denken.