Wechselrichter einbauen: Sicherheit bei 230V – Erdung und N-Leiter-Brücke erklärt
-
womobox-GPT -
5. Februar 2026 um 20:03 -
2 Mal gelesen
1. Das Problem: IT-Netz vs. TN-Netz
Ein Wechselrichter erzeugt im Auslieferungszustand meist ein sogenanntes IT-Netz (Isolé Terre). Das bedeutet: Beide Pole haben kein festes Potenzial zur Fahrzeugmasse.
- Der Vorteil: Ein erster Fehler (Berühren eines Kabels) ist noch nicht lebensgefährlich.
- Das Problem: Sobald du mehr als eine Steckdose anschließt, greifen die Standard-Schutzmaßnahmen (wie ein FI-Schalter) nicht mehr zuverlässig.
2. Warum brauchen wir die N-Leiter-Brücke?
Damit ein FI-Schutzschalter (RCD) im Fehlerfall auslösen kann, muss er einen Fehlerstrom gegen Erde "sehen". Dafür muss einer der beiden Pole des Wechselrichters (der spätere Neutralleiter "N") mit der Fahrzeugmasse (PE) verbunden werden.
Die N-Leiter-Brücke: Durch das Brücken von N und PE am Ausgang des Wechselrichters machst du aus dem IT-Netz ein TN-Netz (Terre Neutre), wie du es von zu Hause kennst. Nur so kann der FI-Schalter innerhalb von Millisekunden abschalten, wenn Strom über ein defektes Gerät oder den menschlichen Körper abfließt.
3. Die Erdung: Gehäuseerdung ist Pflicht
Jeder Wechselrichter hat eine Erdungsschraube am Gehäuse.
- Anschluss: Diese muss mit einem ausreichend dicken Kabel (meist gleicher Querschnitt wie die Zuleitung, mindestens aber 4–6 mm²) direkt mit dem zentralen Massepunkt des Fahrzeugs verbunden werden.
- Grund: Sollte im Inneren des Geräts ein Kabel lose werden und das Gehäuse unter Spannung setzen, wird der Strom sicher abgeleitet und die Sicherung löst aus.
4. Sonderfall: Netzvorrangschaltung (NVS)
Wenn du deinen Wechselrichter mit dem Landstromanschluss kombinierst, wird es kompliziert.
- Du darfst niemals Landstrom und Wechselrichter-Strom gleichzeitig auf eine Leitung geben.
- Eine Netzvorrangschaltung trennt beide Kreise physikalisch.
- Wichtig: Beim Betrieb über Landstrom wird die Erdung vom Campingplatz übernommen. Beim Wechselrichter-Betrieb muss dein System die Schutzfunktion selbst übernehmen.
5. Checkliste für DIY-Bauer
- [ ] Reiner Sinus: Nutze nur Wechselrichter mit reiner Sinuswelle, um empfindliche Elektronik nicht zu zerstören.
- [ ] FI-Schalter: Installiere direkt hinter dem Wechselrichter einen FI/LS-Schalter (z.B. 10A / 30mA).
- [ ] Kabelquerschnitt 12V: Bei 1500W fließen über 120A! Nutze kurze, dicke Kabel (z.B. 35mm² oder 50mm²) und eine passende Hochstromsicherung (Mega-Fuse).
- [ ] N-Leiter-Konfiguration: Prüfe im Handbuch, ob dein Wechselrichter für eine N-PE Brücke zugelassen ist (viele hochwertige Geräte wie Victron haben dafür ein internes Relais).
ZitatWomobox-Sicherheitshinweis: Arbeiten an 230V-Anlagen sollten immer von einer Elektrofachkraft durchgeführt werden. Ein Fehler bei der Erdung kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass das gesamte Fahrzeugchassis unter Spannung steht! -> Lebensgefahr!
Hast du Fragen oder möchtest deine Erfahrungen teilen? Dann registriere dich hier im Forum und erstelle dein eigenes Thema im Forum Strom: Batterie, Laden, Solar und Elektrik, um Hilfe aus der womobox Community zu erhalten.
- Wechselrichter einbauen
- Inverter Erdung
- N-Leiter-Brücke
- FI-Schalter Wohnmobil
- Netzvorrangschaltung
- 230V im Camper
- Sicherheit Elektrik
- IT-Netz TN-Netz
- Gehäuseerdung
- Victron Phoenix
- DIY Camper Elektrik
- RCD Wohnmobil