Hallo Markus und herzlich willkommen hier bei den Verrückten.
Also gut, dann versuche ich mal ein paar Tips und Anmerkungen zu Deinem Vorhaben zusammenzuschreiben.
Da es ja wohl unbedingt ein Mog sein soll und Du den Mog ja schon kennst und weist auf was Du Dich einlässt brauche ich ja eigentlich nichts dazu zu schreiben. Nur eine Anmerkung sei erlaubt: Sofern Du planst öfter mal Urlaub in Gebieten jenseits der großen Wasser zu machen wäre evtl. die Überlegung doch was anderes zu nehmen, da Du auf Unimogbasis nichts Containertaugliches hinbekommen wirst und dann entweder Roro verschiffen musst, oder mit Open-Top Container bzw. Flatrack. (Und letzten beiden sind wohl nicht immer gut zu bekommen und für das Auto auch nicht Ideal (Salzwasser)). Wenn Ihr aber nur eventuell und vielleicht ein mal im Leben nach Kanada damit wollt kann man die fehlende Containermöglichkeit aber wohl verschmerzen.
Dann weiter im Text: Du bist also eher der kältere Typ (im Bezug auf die Urlaubsziele). Auch wichtig zu wissen, den die meisten Expeditionsmobile werden ja wohl eher für Transafrika gebaut. Und hier sind dann ja doch Unerschiede zu beachten.
Was Du noch vorher überlegen solltest ist, in wie weit Dein Mog geländetauglich bleiben soll. Denn die Gebiete, die Du so im Auge hast sind ja doch eher schon verkehrstechnisch erschlossen und wilde Touren durch irgendwelche Dünenpassagen o. ä. wohl eher nicht zu erwarten. Davon hängt dann ja auch ein bisschen ab, wie viel Aufwand Du für die Lagerung der Kabine treiben musst und wie Stabil der gesamte Auf- und Ausbau sein muß. (Wenn ich richtig weis verwindet der Mog sehr stark, oder? Wenn ja musst Du hier viel Aufwand mit Hilfsrahmen und 3-Punkt-Lagerung treiben, da sich die Verwindung des Rahmens nicht auf die (starre) Kabine übertragen darf.)
Bei der Frage nach der Kabine meine Meinung: Erst mal solltet Ihr entscheiden wie hoch die Kabine innen sein soll. (Stehhöhe...) und wie hoch das Fahrzeug gesamt werden darf. Denn dann fallen oft schon mal fertige Container von BW u. ä. raus. Beachte dabei auch, das Ihr bei Eurem Einsatzgebiet die Abwassertanks wegen Frostsicherheit wahrscheinlich besser in die Kabine baut. Wenn dann aber auch noch eine Dusche geplant ist braucht es einen Doppelboden bzw. den Platz um den Tank von der Höhe her unterhalb der Dusche zu platzieren.
Eine weiteres wichtiges Kriterium ist m. E. die Isolierung und dass keine Kältebrücken vorhanden sind. Da sind dann oft irgendwelche gebrauchten Armee-Kabinen auch nicht so toll.
Am besten dürftest Du in der Hinsicht mit (nach Deinen Wünschen gefertigten) Kabine aus Sandwich fahren. Ob GfK-PU-GfK oder Alu-PU-Holz ist ja eher Glaubensfrage und dazu wurde hier schon einiges geschrieben.
Ob Du so eine Leerkabine kleben lässt oder selbst zusammenklebst musst Du selbst entscheiden. Machbar ist das selbermachen auf jeden Fall, wenn Du Dir die Sandwichplatten schon auf Maß geschnitten kaufst. Du brauchst dann halt nur eine Halle, die groß genug zum Zusammenbau der Platten ist, und genug Freunde und Helfer.
Andererseits ist aber auch die Frage, wie viel man in der Hinsicht mit selbermachen spart. Da solltest Du genau rechnen.
So, nun ein paar Dinge, die Du / Ihr vor der weiteren Planung bedenken solltet:
Für wie viele Personen muß / soll Platz sein. (Wenn Du über ein Jahr jede freie Minute in so ein Projekt gesteckt hast willst Du das Teil ja auch ein paar Jahre fahren. Also ggf. Nachwuchs oder die Enkel, die dann mal mitkommen können einplanen)
Wie groß müssen die Betten sein? (Nur nicht zu klein planen) Sollen es feste Betten sein, oder reicht eine umbaubare Sitzgruppe? (Wobei ich immer für feste Betten plädiere. Das ständige Umbauen und hin und herräumen von Kram hat mich im VW-Bus immer irgendwie gestört)
Wie lange sollen Eure Touren dauern? Nur für ein paar Wochen im Jahr, oder für die große Reise.
Wollt Ihr Komfort, oder soll es eher Spartanisch sein? Soll eine gemütliche Sitzgruppe vorhanden sein, oder nur ein kleiner Sitzplatz zu essen. Was ist mit Dusche? Warmwasser?
Plan gleich Platz für die Heizung und die Heizungsschläuche mit ein. Irgendwo müssen die Rohre (Schläuche ) verlegt werden (Sockel, Keller, unten durch Schränke).
Wasseranlage: Wieviel Tankkapazität wird benötigt: Dusche? Wie lange soll das Fahrzeug autark sein?
Tip: In Expeditionsfahrzeugen würde ich für Frischwasser immer nur Wasserkanister verbauen und nie einen feste Tank. Gründe: Mit Kanistern kann man Wasser auch mal von weiter weg oder aus nem Bach holen..., Kanister sind dann einfacher sauber zu halten, Wenn die Pumpe in der Pampa ausfällt kommt man noch an das Wasser ran, wenn kein Trinkwasser zu bekommen ist bzw. schwierig zu bekommen ist kann man Brauchwasser und Trinkwasser trennen (ggf. auch noch einen seperaten Kanister mit eigener Pumpe und eigenem Wasserhahn in der Küche nur für Trinkwasser vorsehen).
Gasanlage / Kocher etc. : Gas ist praktisch und hat einen hohen Energieinhalt. Jedoch sind Gasflaschen leider in jedem Land anders. Mit Gastank kommt man da (zumindest in Europa) oft weiter, da diese an normalen Autogastankstellen aufgefüllt werden können. Andererseits gibt es für Gasflaschen auch Adapter, wenn man länger im Ausland ist kann man sich dann auch eine entsprechende Gasflasche besorgen. Kommt aber auch immer drauf an, wie lange Ihr unterwegs seit, ob Ihr unterwegs überhaupt Nachschub bunkern müsst. Möglich (wenn auch ggf. in D nicht zulässig, weis ich jetzt aber auswendig nicht) ist auch eine Kombinatin von Gastank + zusätzlicher Möglichkeit ne Gasflasche anzuschließen.
Alternativ ist ein Gasfreies Mobil, wobei das Kochen dann die meisten Probleme macht. Zu Dieselkochern im Wohnmobil gehen die Meinungen wohl weit auseinander. Die negativen Meinungen überwiegen aber, sofern ich das richtig sehe. Benzinkocher haben im Auto nichts zu suchen und sind m. E. nur für draußen zu gebrauchen und Spiritus o. ä. haben einen zu geringen Brennwert. Damit macht Kochen keinen Spaß. Bliebe als Alternative noch Strom. Wird aber teuer und schwer (Wandler und Batteriebank, die nötig werden), oder Gaskartuschenkocher, welche teilweise auch mit Zündsicherung für Innenräume geeignet sind. Dann musst Du aber immer genug Kartuschen haben oder diese bekommen.
Heizung: Gas oder Diesel? Diesel ist immer und überall erhältlich (muß aber richtiger Diesel sein, kein RME oder PÖL), aber Dieselheizungen brauchen mehr Strom als Gasheizungen und sind i.d.R. lauter. Ausserdem muß nach 10 Jahren die Brennkammer getauscht werden.
Heiswasser? Soll es einen Heiswasserboiler geben? Wenn ja gibt es auch von Truma praktische Gasheizungs-Boiler Kombinationen. Spart Platz, Gewicht und Geld.
Art des Möbelbaus: Je nachdem welche Beanspruchungen Du dem Möbelbau aussetzt muß er entsprechend stabil gebaut sein (Geländetauglich). Könnt Ihr mit sachlich-nüchterner Atmosphäre leben, oder soll er gemütlich sein? ... Für ein Offroadfahrzeug würde ich keinen Ausbau aus Pappelsperrholz bauen, da das Holz zu weich ist. Bei Holz würde ich auf Birke-Multiplex zurückgreifen. Alternativ sind dann natürlich extrem-geländegängige Varianten aus Alu oder Aluprofilen. (Wird dann aber auch teuer)
Praktisch, aber nicht immer unbedingt wohnlich, sind Ausbauten, bei denen im Prinzip keine Schränke drin sind, sondern nur Regale bzw. Einschübe für Kunststoffkisten. Zum Beladen nimmt man die mit raus und schiebt danach alles nur in die entsprechenden Fächer.
Möbel für Geländefahrzeuge immer verschrauben und verkleben. Und auf das Gewicht achten.
Maße des Fahrzeugs: Ich würde immer Versuchen das Fahrzeug möglichst schmal zu bauen und nicht an die 2,5 m herangehen. Ich weis jetzt nicht, wie breit der Unimog Deiner Wahl ist, aber breiter als das Fahrerhaus solltest Du nicht bauen. (Und denk auch daran, das Eckleisten, Fenster, Wassereinfüllstutzen, Markiese, Kamin der Heizung etc. noch vorbauen). So um die 2 m bis max. 2,20 m breite finde ich für enge Bergstraßen so gerade noch angenehm zu fahren, breiter muß nicht sein. Von der Länge werden ab 6 m die Fähren oft teurer.
So, das wären mal ein paar Vorüberlegungen, die Du treffen solltest.
Dann würde ich vorschlagen Du zeichnest mal was auf, wie Du Dir Dein Gefährt und den Aufbau vorstellst.
Dann stellst Du die Zeichnungen hier ein und wir gucken alle mal drüber und geben unseren Senf dazu.