Hoi Beni
WAU und BRAVO, BRAVISSIMO!!!
...auch schön zu lesen dass da jemand Ahnung von Verbrennungsprozessen hat!
Hoi Beni
WAU und BRAVO, BRAVISSIMO!!!
...auch schön zu lesen dass da jemand Ahnung von Verbrennungsprozessen hat!
Tag 9: Nun gehts runter!
Die Nacht war kalt, aber in meinem Schlafsack wars herrlich warm!
Dreimal musste ich die Pissflasche bemühen bis es Zeit zum Aufstehen war...und dafür nicht einmal aus dem Zelt in die Kälte!
Ein Schlaumeierchen halt... ![]()
Beim öffnen des Zeltes rieselt wie schon in den letzten zwei Nächten das Eis herunter, das Zelt ist innen wie auch aussen
mit einer dünnen Schicht Eis bedekt...
Und das in Afrika!!!
Unglaublich!!!
Draussen ist wundervolles Wetter, kein Wölkchen weit und breit, die Sonne geht bald auf und der Kibo sieht einfach nur
wunderbar aus!!!
Auch wunderbar geht es meiner Verdauung, zumindest im Vergleich zu den letzten Tagen!
Ich fühl mich fitter als in den Tagen zuvor!
Das Histaminarme Essen und die verdoppelte Dosis Medis (musste ich noch nie erhöhen!!!) haben wohl gewirkt!
Nach Morgentoilette, SMS an Johannes mit der Frage nach dem Weg und Zähneputzen gehts ans Frühstück, wo ich mir wieder zwei Suppenlöffel Porridge (heute ohne Milo aber mit Ovomaltine) reinschaufle und es sogar schlucke...
Lucy eröffnet mir dass er doch am Berg bleibt und ich alleine runter gehen muss.
Irgendwie schaade, aber verständlich!
Zumal es ihn wieder gut geht und Bianca sicherlich einiges dazu beigetragen hat seine Motivation wieder zu erhöhen... ![]()
Ich frage noch was ich den Dreien alles da lassen soll, aber sie wollen nichts...
Dementsprechend packe ich mein Zeug zusammen und stelle die Tasche raus.
Der Kibo kleidet sich zum Abschied in schönstes Morgenlicht und ich mach ihm den Gefallen und fotografier drauf los...
Oben: Guten Morgen Kibo!
Bianca und ich unterstützen schon seit längerem Kipepeo-Clothing (klick mich) mit einigen Einkäufen und Werbung,
da ist es nur verständlich dass wir auch Fotos in Kipepeo-Kleidern vor dem Kibo machen...
Ich als Fotograf, Bianca als Model...
Und hier eines der Resultate:
Oben: Tatata: Bianca wird Fotomodel für Kipepeo! ![]()
Die Arme steht tapfer da und friert sich einen ab, es ist ja auch nur etwa 5-10°C maximal!!!
Aber gut hat sie's gemacht!!!
Auch die anderen Drei haben in der Zwischenzeit ihr Zeug gepackt, Axel hat mich doch noch um meinen Akkupack gebeten, den
ich dann aus der hintersten Ecke meiner Tasche gegraben habe...
Oben: Auch die Taschen und Rucksäcke von Axel, Lucy und Bianca warten schon ungeduldig auf ihre Träger...
Bald erfahren wir dass unser Guide Augusto mit mir absteigen wird, was den anderen Dreien verständlicherweise nicht gefällt,
zumal Augusto nicht nur wie Mohamed ein sehr guter Guide ist sondern dazu auch ein wirklich sympatischer lieber lustiger
Kerl und Kumpeltyp!
Und alle zu ihm einen Bezug auf persönlicher Ebene haben, im Gegensatz zu Mohamed, der einfach ein sehr guter Guide ist, nicht weniger, aber auch nicht mehr!
Und schon bald folgt die Verabschiedung, es ist ja schon neun Uhr!
Zuerst von den Crewmitgliedern, mit denen ich Kontakt hatte, dann von den Trägern als Gruppe, dann von Ulrike, Dan, Axel
Lucy und Bianca...
Wobei's bei Bianca wie bei jeder Verabschiedung von ihr Tränen gegeben hat...sie ist so wunderbar Gefühlsorientiert!
Mir fällt es schwer tschüss zu sagen, zumal ich mich heute fit genug fühle um weiter aufzusteigen, aber genau weiss dass
das Problem jederzeit zurückkommen kann, und das unter Umständen in deutlich ausgeprägterer Form!
Am Mt. Everest hatte ich ja meinen ersten wohl grösstenteils Histaminbedingten Zusammenbruch mit gut 40° Fieber auf
5350müM., das brauch ich beim besten Willen nicht mehr!!!
Aber auch wenn ich das Risiko nicht eingehen will tuts weh nicht rauf zu gehen...zumal der Gipfel so nah ist!!!
Ich überlege hin und her, komme aber immer wieder zum Schluss das das Einzige Vernünftige der Abstieg ist...
Nach der Verabschiedung dreh ich mich schnell um, unter meiner Sonnenbrille kullern auch einige Tränen hervor, ich seh die ersten Meter kaum was...
Es tut echt weh zu gehen!!!
Oben: Eiskristalle am Boden, es ist nachts hier oben wirklich kalt!!!
Augusto geht langsan voran, ich brav und auch nicht schneller hinterher...
Es geht auf und ab, Kraxelstrecken hats nur wenige, und ich merke wieder wie kraftvoll ich heute bin...
Soll ich doch rauf???
Zweifel kommen immer wieder, deshalb geb ich als wir zu zweit nebeneinander gehen können richtig Gas, um die Zweifel durch
gemachte Abstiege zu zersteuen!
Oben: Augusto will Pausen einlegen, ich will runter und brauch kaum Pausen, was er auch noch merken wird...
Oben: Noch ein Blick zurück zum Kibo...
...Herzschmerz...
Oben: Kurz darauf sehen wir den dritten Gipfel des Kilimanjaromassivs: den 5148m hohen Mawenzi...
Es geht nun bergab in Richtung des Millenium Camps auf 3820müM., wo wir uns ebenfalls in ein Buch eintragen müssen.
Ich verteil Getreideriegel und ess natürlich auch einen, bevor wir weiter absteigen.
Am Ende des Camps stösst ein Porter zu uns, er kann aber eigentlich nicht unserer sein da er meine Tasche nicht dabei hat.
Augusto kennt ihn aber.
Er schliesst sich uns an, die beiden plaudern in Suaheli vergnügt vor sich hin, während wir sehr sehr schnell absteigen.
Der Weg ist felsig, die Naturstufen sind recht hoch...zum Glück hab ich das Bergabgehen auch gut trainiert!!!
Mit meinem Hüft- und Knieschaden wäre es sonst eine schmerzhafte Angelegenheit geworden!
Rundherum hats viele Pflanzen, bald schon wirds Buschig...
Oben: Protea Kilimanjarensis am Wegesrand...wunderschön!
Oben: Höhle oberhalb unseres Rastplatzes...
Auf 3371müM. machen wir die erste Pause, ich drück den beiden wieder je einen Riegel in die Hand und wir setzen uns bei
einer Höhle hin.
Die zwei sind mit plaudern beschäftigt, ich mit zaudern ob ich nicht doch wieder rauf soll...
Aber niemand merkts und die Vernunft siegt...also gehts nach etwa 10 Minuten Pause weiter in schnellen Schritten in Richtung
Mweka-Camp...
Oben: Weg unterhalb unseres Rastplatzes...ein harmloses Stück, aber kurz darauf wirds wieder recht Kniefordernd...
Von nur einer kurzen Pisspause unterbrochen gehts weiter runter, um 11:50 Uhr erreichen wir das Camp auf 3125müM.!
Wir setzen uns hin, schreiben wieder unsere Personalien in ein Buch und schon hören wir jemanden wie einen Rohrspatz
vor sich hinfluchen!!!
Auf Suaheli, aber der Ton, die Lautstärke, der Blick zum uns begleitenden Träger und der gehässige Gesichtsausdruck sind
sehr sehr deutlich!
Da ist jemand schlecht gelaunt...und er kommt genau auf uns zu!!!
Hoi Thomas
Jaja, krank sein auf 4000müM und noch gute anspruchsvolle Fotos machen klappt nicht wirklich, da hast Du schon recht, aber Höhenkrankheitssymptome hatte ich nebst denen, die sich die Histaminunverträglichkeit und die Höhenkrankheit teilen, keine.
Also keine Höhenprobleme, was bei 4000müM und guter Aklimatisierung, die wir ja hatten, nicht abnormal ist. 4000müM ist gut zu handhaben, ab etwa 4800 wirds aber schwiriger...hatte ich damals am Mount Everest BC...
Hoi zämä
Ich hab bei meinem PickUp vorne eine wasserdichte Steckverbindung angebracht, über die ich ohne die Haube zu öffnen das Ladegerät anschliessen kann.
Natürlich ist es keines das stupide einfach immer lädt sondern eines mit Spannungsüberwachung und bei abfallender Spannung vollladen mit Kennlinie.
Seither hab ich keine Probleme mehr mit der Batterie und kann ohne mir die Hände schmutzig zu machen anstöppseln.
Hoi zämä
Zitat von pinzgi
Lustig, die Lumela's!!!
Die zwei kenn ich persönlich seit ich ein Treffen für ein Afrika-Forum wo ich auch Mod bin ein Treffen im Dreiländereck D-A-CH organisiert habe!
Nur ihren Pinz hab ich noch nie gesehen, schönes Auto!
Vor mir sah ich den Abstieg ins Tal mit der letzten Wasserstelle vor dem Kibo!
Und das Tal war etwa 250m tief!!!
Auch das noch!!!
Ich kam mir vor wie am Mt. Everest, als ich unsere Lodge in etwa 1km Entfernung sah...und dazwischen ein tiefes Tal...
Meine Motivation war eh nicht die Grösste, nun war sie völlig am Boden!
Meine Knie zitterten, meine Beine schmerzten, meine Augen versuchten aus den Augenhöhlen zu kullern, meine Haare taten nichts...
Und mein Verstand fragte sich wo er nur war als ich 'ja' zu der Tour gesagt habe...
Oben: Auf der anderen Seite ist das Camp...da müssen wir runter und vor allem: da müssen wir auch wieder rauf!!! ![]()
Mit 'nur' einer Pause auf halber Aufstiegshöhe haben wirs dann doch geschaft und sind im Camp angekommen!
Wie immer haben wir uns ins Hüttenbuch eingetragen und uns dann auf die Suche nach unseren Zelten gemacht.
Auf einen Aklimatisationsspaziergang haben wir verzichtet...ich sowieso, die Anderen aber auch!
Als erstes hab ich mal mein Zelt eingerichtet, die Downmat7 aufgepumpt und den Schlafsack ausgebreitet...
...was in der Höhe schon zum Schwitzen reicht...
Oben: Zum Greifen nah...
Schon bald gehts ins Essenszelt auf einen The, Maji Moto stand schon auf dem Tisch, die Popcorn sowieso.
Es war recht kühl, ich hab bald die 'Fenster' des Essenszeltes geschlossen damits nicht durchzieht...
Axel ist natürlich wieder raus um zu schauen ob's was zu fotografieren gäbe, kurz nach 19:00Uhr sind meine Kamera
und ich auch noch schnell raus und haben geknippst...
Aber schnell wieder rein...
Lucy und ich sassen drinn, Axel und Bianca waren draussen am Fotografieren...'Diese Farben, diese Farben' und ähnliche Sprüche hörten wir zuhauf...und blieben trotzdem standhaft im Zelt...
Oben: Sonnenuntergangsstimmung...unbearbeitet wie die meisten Fotos dieses Berichtes...nur auf ein anderes Format beschnitten.
Es ist 19:08 Uhr!!!
Oben: Gleicher Text wie oben...andere Uhrzeit: 19:11 Uhr!!! ![]()
Nachdem ich dann zuhause gesehen habe was Axel da fotografiert hat...ich hätt mich selbst vierteilen können!!!
Diese Farben, diese Farben!!! ![]()
Und ich habs nicht fotografiert...ein Himmel wie auf einem Gemälde!!!
Und ich hab nur die Vorstufe davon...
Zum Glück hab ichs damals noch nicht gewusst...
Zum Abendessen hat der Koch alles daran gesetzt möglichst histaminarm zu kochen!!!
Dazu muss man bedenken dass der Kerl wohl noch nie was von Histamin gehört hat, aber er hat sich echt ins Zeug gelegt!!!
Toller Kerl!!!
Danke dafür, Paul!!!
Es gab Suppe, wie immer sehr lecker und gut um den Salzhaushalt zu regullieren, dann Reis (hat kaum Histamin) mit Gemüse und Fleisch mit einer relativ dünnflüssigen Sauce.
Ich hab ausser Fleisch alles genommen, konnte richtig gut essen, sogar nachschlagen...
Toll!
Es war das erste Mal am Berg dass mein Hals nicht 'zugemacht' hat beim Essen...und meine Verdauung blieb schön ruhig!
Toll2!!!
Nach dem Essen gings raus und während die Anderen Drei ins Zelt gingen hab ich versucht den Kibo und den Sternenhimmel
zu fotografieren...
Ums vorwegzunehmen: Ich hab ziemlich versagt!
Aber egal!
Ein Stein musste als Stativ herhalten, scharfstellen hab ich per Autofocus versucht, nur 20 Sekunden Belichtungszeit
damit die Bewegung der Erde aus den Sternen keine Streifen macht, aber leider hab ich die ISO auf 320 gestellt gehabt,
die verzögerte Auslösung auf 2 Sekunden gestellt und abgedrückt...
Im Nachhinein weiss ich: ISO 4000 oder sogar 5000 wären wesentlich besser gewesen!!!
Vor allem nerv ich mich weil ich ja weiss wie gut die Fotoqualität auch bei solchen ISO-Werten ist!!!
Aber seht selbst was ich nach viel Bearbeiten aus den schwarzen Bildern rausholen konnte...
Nichts um sich zu brüsten, aber eine schöne Erinnerung ist's alleweil!
Oben: Mein erstes Sternenbild...es war schlicht schwarz und nur viel Bearbeitung hat da noch was rausgeholt...
Am Kamera-Monitor sahs noch gut aus...aber in Wirklichkeit wars schlicht schwarz!!!
Beim zweiten Bild hab ich versucht mehr des Kibo's sowie etwas vom Camp draufzukriegen...
Oben: ...Sternenbilder...definitiv noch ausbaufähig...
Noch ohne zu wissen wie schlecht die Bilder wurden pack ich mich in den Schlafsack und schlafe bald ein, gute Nacht!
Meinerseits auch Danke sowie bitte, gern geschehen! ![]()
EIn Versuch wars wert, hätt ja sein können... ![]()
Hoi Hoss
Bitte, gern geschehen!
Und wenn Du mich sponsorst geh ich gleich und mach noch ein paar Fotos... ![]()
![]()
![]()
Oben: Bianca und Axel...ihre grossen Kameras wandern dort wos richtig steil ist in die Rucksäcke, meine OM-D E-M5 kann ich zum Glück im Bauchhalter lassen...sie ist so klein das sie mich nicht behindert!
Oben: Nur zur Info: An den garstigen Stellen konnt ich nicht fotografieren...
Oben: Das steilste Teilstück ist nun hinter uns, hier ist's schon wieder relativ eben...
Oben: Schöner Ausblick auf den Kibo...
Oben: Schöner Ausblick auf mich...
...ok, auch auf den Kibo...
...und ja, ich seh nicht so fit aus, bin ja auch krank...aber nicht höhenkrank!
Oben: Dank Ulrike haben wir auch Gruppenfotos vor dem Kibo, ich hab versucht die Kamera so einzustellen dass wir und der Kibo möglichst scharf drauf sind, also Blende 22 und 1/800stel Sekunde...das Resultat ist gar nicht mal so schlecht wenn man bedenkt dass Ulrike nur etwa drei bis vier Meter von uns weg stand! ![]()
Oben: Er ist einfach zu schön um hier nicht gezeigt zu werden...
Oben: Zwei, drei Kraxelstellen waren dann doch noch zu bewältigen...
Nach etwa zwei Stunden sind wir oben...wir habens gemütlich genommen, ich weil ich keine Kraft in den Beinen hatte, die Anderen aus Rücksicht auf mich...
Und oben gabs erstmals Pause!
VERDIENTERMASSEN!!!
Wer wissen will wie ich mich fühlte kann mal mit 39° Fieber eine 300m hohe Steilwand hochkraxeln...denn obwohl ich kein Fieber hatte war ich etwa so schwach wie wenn ich 39° hätte...
Oben: Geschaft! Die Barancowall ist bestiegen, der Kibo wäre nun noch näher...
...dem offenen Mund nach keuch ich noch immer...
Oben: Wie von den Guides angekündigt gings dann wirklich eben weiter, herrlich!!!
Nach der Pause gingen wir etwa 30 Minuten recht eben weiter und erreichten dann einen Punkt wo uns der Guide sagte dass das Camp gleich da hinten wäre...
Wir machten nochmals eine kleine Pause und nach etwa 10 Minuten gingen wir weiter, plötzlich tat sich vor mir ein Abgrund auf!!!
Hoi zämä und DANKE, DANKE, DANKE!!! ![]()
Tag 8: Es geht doch nicht runter...?
Es ist sehr kalt, meine drei Spenden an die Pissflasche sind gefroren...
Brrr...
Ich pack meine selbst mitgebrachten histaminarmen Lebensmittel zusammen und ess was ich essen kann...
Ich schreib dem Forumskollegen Johannes eine SMS mit der Frage ob er ein Zimmer für mich frei hätte und was das kosten würde...
Zum Glück hat man in den Camps meist Handyempfang!
Die Antwort kommt rasch, sie ist positiv und der Preis ist auch OK!
Also schlag ich zu!
Natürlich nicht wortwörtlich, ich mein damit nur dass ich das Angebot annehme...
Schön, endlich lern ich den ersten, der mir in einem Forum eine Frage zu Afrika beantwortet hat, persönlich kennen!!!
Wird aber auch Zeit nachdem wir uns per Foren schon seit etwa 5 Jahren kennen!!!
Draussen wirds langsam hell, ich husch aufs Klo...
...dort gehts zum Glück auch besser als gestern früh, auch das Zähneputzen übersteh ich ohne Brechreiz...
Zum Glück fühl ich mich nicht mehr so schlapp wie gestern Abend, aber offenbar geht es Lucy nicht sehr gut, denn
er sagt mir dass er auf jeden Fall mit mir absteigt!
Was mich natürlich freut, denn zu zweit kann man mehr unternehmen als allein!
Er war bisher jeweils derjenige mit den tiefsten Sauerstoffwerten...und seine Motivation ist wohl auch nicht mehr so toll...
Er sieht auch eher schlecht aus heute früh...nicht so leichenblass und krank wie ich, aber auch nicht gesund...
...kurz und gut: Wir zwei haben den Gipfel abgeschrieben!!!
Also runter auf kürzestem Weg, denken wir uns...
Aber Erstens kommt es anders und Zweitens als man denkt...
Die Guides kommen zu uns, fragen wie's geht, realisieren bald dass wir echte Probleme haben und eröffnen uns dass sie uns
nicht so ohne weiteres runterbringen können...
Shit!!!
Wir befinden uns an einer der schlechtesten Stellen für den Abstieg, denn die hierhin führende Route ist die Umbwe-Route,
das ist die steilste Route am Berg und sie wird auch die 'Bergsteigerroute' genannt!
Da mit verminderter Kraft runter: NEIN DANKE!!!
Also bleibt uns nichts anderes übrig als über die 300m hohe Barancowall, auch Breakfastwall genannt, rüber zum Karanga-Camp...
Oder zurück über den Lavatower auf 4628müM...NEIN DANKE!!!
Wobei dies von den Guides auch gar nicht vorgeschlagen wird, wohl weils Schwachsinn wäre mit einem Kranken über 4600müM. hochzusteigen...
Also beschliessen wir das Einzig Sinnvolle, nämlich über die Barancowall rüber zum Karanga-Camp zu gehen...
Ich seh mir dabei die Barancowall direkt vor meiner Nase an und hasse sie jetzt schon!!!
Ich hab ja schon viel von ihr gehört und gelesen, aber in Natura vor meiner Nase sieht sie einfach extrem...
...
...ja...abschreckend aus!!!
Oben: Links der Kibo und die senkrechte Steilwand da hinter den Zelten ist die 300m hohe Barancowall...
...
...das ist also der gemütlichste Weg um von hier weg zu kommen...
Toller Ort um krank zu werden, super gemacht!!! Doppel-GRMPFL!!! :-O
Während ich noch leer schlucke und meine Knie zittern erklärt uns unser Guide dass die Wand nur halb so schlimm wäre und
dahinter nur noch eine Ebene und ein kleines Tal auf uns warten würde und das die kürzeste Etappe bisher wäre und und und...
Nachdem ich mich wieder gefasst habe knippse ich noch etwas um die Zelte rum...um mich von der Barancowall abzulenken und der Nachwelt was von mir zu überlassen... :-/
Oben: Liebend gern würd ich Kopf voren in diese hübsche Blume springen wenn ich als Gegenleistung nicht die Barancowall rauf müsste...
Oben: Die Pflanzen hier sind echt faszinierend...vor allem wenn sie einem von der Barancowall ablenken...
Oben: Und diese Pflanze macht genau das was ich jetzt auch gern würde: sie versteckt ihr Innerstes in einer harten Schale!!!
Oben: Noch ein Blick zum Kibo und zur Barancowall...'Leer schluck'!!!
Oben: Wir sind komfortabel unterwegs, sogar unsere Toilette hat ihr eigenes Zelt! (und ein weiterer Träger einen Job...)
Oben: Noch die letzte Besprechung vor dem Start, in kurzen Hosen unser Guide Mohamed.
Und dann gehts los!
Es ist etwa neun, wie gehören wieder mal zu den Letzten, was uns Stau an der Wand erspart.
Nicht die schlechteste Idee!
Auch Ulrike und Dan vermeiden den Stau immer wie wir indem sie spät starten, diesmal treffen wir sie in Camp und sie uns
an der Barancowall, wo Ulrike wieder mit unseren Kameras Fotos von uns macht.
Immer wieder amusant wie sie erschrikt wie meine kleine Kamera losrattert...ich hab halt immer den Serienbildmodus drin, wenn auch nur den Langsamen mit 4 Bildern pro Sekunde...aber für Ungewohnte hämmert das ganz schön in der Hand, da erschrickt frau schon! ![]()
Aber sie macht es gut! @Ulrike: Danke für Deine diversen Foto-Einsätze! ![]()
Erst gehts mal ins kleine Tal neben dem Camp runter, über einen Bach und dann schon in die Wand, die nun beinahe senkrecht vor uns steht und mächtig Eindruck macht...
Lieber wäre es mir ich würde ihr mächtig Eindruck machen, aber leider ist es umgekehrt...
Los geht das Kraxeln, die Guides empfehlen Handschuhe, meine sind natürlich in der Tasche auf dem Kopf eines Trägers...
OK, es wären sowieso keine Bergsteigerhandschuhe sondern meine roten Kartfahrerhandschuhe, aber zum Glück hab ich nicht so empfindliche Haut an den Fingern...denn der Fels ist aus Lavagestein und entsprechend scharfkanntig...
Nicht überall, aber schon auch...
Oben: Wahnsinn wie die Träger hier raufgehen!!!
Oben: Hier unser schlauester Träger: Er hat seinen Stuhl dabei!
Oben: Jaja, kaum bin ich in Afrika wirds so kalt dass Eiszäpfen von den Wänden hängen...tststs...
Oben: Der Lavatower von unten her gesehen, wir wandern dann links daran vorbei.
Mein Druck im Kopf wird schon wieder etwas weniger, aber Kraft hab ich noch immer keine!
Beim Lavatower angekommen fühl ich mich doch gleich heimisch, denn:
Oben: Da hat auch jemand Anderes ein Porta-Potty dabei! (Rechts am Bildrand)!!
Ist nicht unseres! ![]()
Oben: Der Denker vom Lava-Tower!!!
Wir machen Pause, sind nun auf 4628müM, von nun an gehts wieder runter zum Baranco-Camp, welches auf 3981müM. liegt.
Alle sind recht schlapp, Bianca in ihrer Vulkaneuphorie hüpft natürlich trotz Höhenkrankheitssymptomen umher und schaut
sich alles genau an, informiert sich über die Besteigungsmöglichkeiten des Lava-Towers, erfährt von unseren Guides dass es momentan verboten weil zu gefährlich wäre und lässt uns andere Drei in Ruhe daliegen und vor uns hin sterben...
Zumindest sind wir sterbensmüde...zum wirklich sterben fehlt uns die Kraft! ![]()
Es ist schon nach halb drei und wir möchten ja gerne noch ankommen, haben aber erst die Hälfte der Strecke hinter uns!
Deshalb gehts wieder weiter, auf der anderen Seite des Towers sehr steil runter.
Die vielen rumliegenden losen Felsbrocken zeigen uns deutlich dass wir hier in einer gefährlichen Region sind, weshalb wir
ein eher hohes Temp einschlagen!
Durch die zum Teil sehr hohen Naturtreppen sind die Knie etwas gefordert...und schon freu ich mich dass ich nicht nur Bergauf- sondern auch Bergabgehen trainiert habe!![]()
Nachdem wir den Lavatower hinter uns gelassen haben gehts ewig lang auf und ab, tendenziell mehr ab als auf, zwischendurch auch ist's auch mal eben...welch Wohltat!!!
Nach einer guten Stunde erreichen wir wieder ein Gebiet mit Riesenlobelien...die Steinwüste von weiter oben ist hinter uns!
Oben: Schön zu sehen nach den Stunden in der Steinwüste: Riesenlobelie...
Oben: ...und schon bald ein ganzer Wald davon!!!
Oben: Offensichtlich in Paarungslaune!!!
Oben: Ein R I E S E N D I N G ! ! !
Oben: Es ist echt eindrücklich hier oben, so eine andere Welt, herrlich!!!
Nur schon deshalb lohnt es sich hier rauf zu kommen!!!
Oben: Eine Landschaft in einem Science-Fiction-Film...
Oben: Irgendwie unreal...und doch ist es real!
Wir sind erstaunlich schnell unterwegs, natürlich vor allem weils meist runtergeht, aber auch weil das Wetter sich verschlechtert und wir gerne ankommen wollen.
Die Launen von uns vier sind alle nicht sonderlich feierlich, wir sind alle fix und foxi!
Um 16:20 treffen wir am Baranco-Camp ein und beschriften das Buch, wie in jedem Camp und anschliessend gehts zu den Zelten.
Ich verabschiede mich und schmeiss mich ins Zelt, schlafe sofort ein!
Ich meine auch die anderen legen sich kurz hin, aber im Gegensatz zu mir schlafen sie nicht bis kurz vor dem Abendessen!
Nachdem ich fürs Abendessen geweckt wurde geh ich zu den Anderen ins Essenszelt rein, das Essen folgt mir auch schon bald darauf nach.
Offenbar findet es unsere Gesellschaft nett, und auch wir haben es zum Reinbeissen gern... ![]()
Nach der wie immer sehr leckeren Suppe gibts Nudeln (Ich schreib absichtlich nicht Spaghetti, obwohl alle Nudeln in Tansania als Spaghetti oder Maccharoni bezeichnet werden und ich beides in Tansania noch nie gesehen habe...hier schreibt übrigens der Italiener in mir!!!) mit Fleischsauce.
Ich nehm mir etwas weil ich weiss dass ich die Energie benötige, aber hungrig bin ich nicht ansatzweise!
Einige Nudeln rutschen die Speiseröhre runter, ein Stück Fleisch wird nachgeschoben und...
...
Ich spurte los!!!
Mit Müh und Not kann ich Lucy davor bewaren Halbverdautes ins Gesicht zu bekommen, während ich mich noch am Reissverschluss des Zeltes abmühe schiesst mit die Suppe schon durch die Nase raus!!!
Endlich draussen!!!
Endlich den Mund aufmachen!!!
Und da liegt das Abendessen während ich noch ewig weiterwürge... ![]()
Ein Träger wird auf mich aufmerksam, ruft den Kellner der mir Servietten und Wasser bringt...
Nach einer gefühlten Ewigkeit, in der die anderen Drei einen guten Meter von mir entfernt versuchen trotzdem zu essen,
beruhigt sich mein Magen wieder etwas, die Würgerei endet langsam...
Ich wasche mich und dreh mich um, da steht noch immer der Kellner und fragt mich wie's mir geht...
Ich hab in jenem Moment sofort realisiert dass das Stück Fleisch und mein Körper sich nicht wohlgesonnen waren...
Sofort ist mir auch der Schwächeanfall nach dem Mittagessen am zweiten Tag eingefallen...und auch meine Schwäche von
heute morgen...gestern Abend gabs auch schon Fleisch...und mein Gefühl der hoch- und runterhüpfenden Temperaturen...
...und dass meine Nase seit dem Abend des zweiten Tages 'zu' ist hat auch Axel bemerkt...die Flecken an den Händen schieb
ich aber dem Sonnenbrand zu, obwohl es schon etwas speziell aussieht...
Ich vermute deswegen dass ich einen massiv erhöhten Histaminpegel habe und zieh das Hosenbein hoch, da dort die einzige sichtbare Histaminauswirkung in Form vom Flecken erscheint...
...
Der Kellner weitet seine Augen, öffnet den Mund, aber kein Ton kommt raus...
Ich schau auch hin und was seh ich da???
Einen neuen Rekordfleck in bisher nicht gekannter Grösse und farblicher Ausführung!
Shit!!!
Also hab ich definitiv wieder einen viel zu hohen Histamingehalt! (Klick mich um Dich über Histaminintoleranz etwas zu informieren...)
So weh es mir tut, das heisst ganz klar und ohne Widerrede: Runter vom Berg!!!
Denn ich brauch dringend wirklich frisches (und dadurch histaminarmes) Essen!!!
Damit es nicht falsch verstanden wird: Der Koch hat keinen Einfluss auf den Histamingehalt des Essens, er hat nichts falsch
oder schlecht gemacht!!!
Ich vermute aber dass die Esswaren aufgrund der vielen Buchungsabsagen schon einige Tage im Lager lagen bevor wir
losgezogen sind und sie so Histamin anhäuften!
Denn beinahe alle Lebensmittel produzieren bei der Lagerung mehr oder weniger Histamin, bei den Grundnahrungsmitteln ist
lediglich Reis die löbliche Ausname!
Wobei auch Nudeln nicht wirklich ein Problem sind...ich habe das Fleisch als grössten Übeltäter in Verdacht...
Auch hier nochmal: Nicht falsch verstehen! Die Esswaren waren nicht schlecht, für nicht histaminintolerante Menschen
problemlos zu essen!
Ich hätt vieleicht im Vorfeld darauf hinweisen müssen dass die Esswaren alle frisch sein müssen, aber da wir bisher immer
Anfangs Safari und auch zwischendurch frisch eingekauft haben hab ich daran gar nicht gedacht...FEHLER!!!
Wobei die Histaminmengen im Essen schon sehr sehr hoch gewesen sein müssen dass ich trotz Medis und Histaminabbauenden Nahrungszusätzen in so kurzer Zeit so extrem reagiere...hatte ich noch nie so schnell so stark!!!
Na ja, nützt nichts, ich muss runter!
Ich setz mich wieder ins Essenszelt und kurz darauf stehen die beiden Guides und der Hilfsguide mitsammt Kellner auch im Zelt
und befragen mich, schauen sich mein Bein an und sind offensichtlich etwas verwirrt, wohl weil ich von einer Krankheit spreche die sie nicht kennen.
Kennen bei uns ja selbst die meisten Ärtzte (noch) nicht...
Wir verbleiben so dass wir, weil wir im Moment eh nichts anderes tun können, erst mal die Nacht hier bleiben und dann
morgen früh entscheiden was zu tun ist!
Kurz darauf geh ich wieder ins Zelt und schlüpfe in meinen Schlafsack...obwohl der Kili wunderschön im Sternenlicht leuchtet und ich noch versuche eine Foto davon zu machen...aber mir fehlt die Kraft um einen geeigneten Stein als Auflage zu suchen...also geb ich auch und hüpfe (in extrem kleinen Hüpfern) ins Zelt...
Gute Nacht!
Tag 7: Rauf zum Lava-Tower!
Guten Morgen!
Es ist etwa 06:00 Uhr, ich hab gut geschlafen und musste nur einmal meine Pissflasche befriedigen!
Ab aufs Klo, denn meine Gedärme rumoren übel vor sich hin...beinahe Durchfall!
Und viel Gas...so kenn ich's wenn ich zuviel Histamin habe, so beginnen die Probleme... ![]()
Es könnte aber auch andere Gründe haben, wie die Höhe, wobei ich dann auch andere Symptome haben müsste, die ich nicht habe...
Ich fühl mich schwach, als ob ich Fieber hätte, was ich aber nicht habe...Blutdruck ist auch ok, Sauerstoffwerte sind mit 89% ebenfalls im grünen Bereich...zumindest für die Höhe und wenn man bedenkt dass ich auch zuhause nicht über 95% komme.
Na ja, wird schon wieder besser werden...
Ich ess noch einige histaminarme Riegel und einen Salametti (die vertrag ich immer problemlos) und geh dann Zähne putzen.
Und dann passierts!
Ich gerate mit der Zahnbürste zu weit nach hinten und schon kommt der Würgereflex!!!
Shit!!!
Zum Glück kommt nichts aus dem Magen hoch...aber ich würge schon recht lange und ausgeprägt...
Dazu muss man sagen dass zumindest ich sehr schnell den Würgereflex bekomme und sich das in der Höhe sogar noch verstärkt...
Natürlich bekommen das auch die Guides mit und fragen nach, aber es war wirklich nur die Zahnbürste, die zu weit nach hinten vorgedrungen ist, das fiese Ding!!!
Ich sag den Guides aber schon dass ich recht schwach bin heute und wir bitte sehr langsam gehen sollen.
Die Sorgenfalten auf den zwei Gesichtern sind nicht zu übersehen...
Anschiessend pack ich meine zwei PET-Flaschen in eine Tasche ein und bring sie dem Koch, damit er abgekochtes Maji Moto (Maji Moto = Heisses Wasser in Suaheli) auffüllen kann.
So kann wenigstens niemand meine verbotetenen PET-Flaschen sehen...ich möchte den Guides ja keine Probleme bereiten!
Und, egal welche Probleme ich habe, ich muss fotografieren gehen!!! ![]()
Oben: Frühmorgendliches 180°-Panorama am Shira Cave Camp mit Blick zum Mt.Meru
Oben: Gleiche Blickrichtung, etwas näher herangezoomt: Klohaus mit Mt. Meru!
Dann gehts ab zum Frühstück, wo ich wieder zwei Suppenlöffel Porridge mit Milo runterwürge und ein Ommelette esse.
Auch die Tatsache dass ich essen kann sagt mir dass das vorhin kein Brechanfall sondern nur eine Folge der Zahnbürste war!
Phu!
Normalerweise kann ich nach dem Brechen keinen Bissen essen...
Dass ich's jetzt kann erleichtert mich doch ungemein!!!
Oben: Nebst unserem Kellner bringt auch unser Guide noch was, aber das wollen wir doch nicht essen...
Eine Angolaturteltaube oder Brillentaube, Steptopelia decipiens...
Oben: Blick aus dem Zelt...und wer steht da??? Natürlich Kibo, der Wolkenlose!!!
Anschliessend wird alles was irgendwie an die Sonne kommen könnte eingecremt, aber dummerweise finde ich meine Mütze nicht mehr!
Hab ich die etwa verloren???
Na ja, ich ziehe die Kaputze meines Pullovers hoch, sieht zwar scheisse aus, funktioniert aber auch halbwegs als Sonnenschutz.
Und schon gehts los, sehr, sehr langsam!
Schön, alle nehmen Rücksicht auf mein Problem, danke dafür!!! ![]()
Oben: Jetzt gehts lo-os, jetzt gehts lo-os!!! ![]()
Auf dem Weg treffen wir wieder mal Ulrike und Dan, die von Bianca mit Sonnencreme versorgt werden...
Ein weiterer Tourist gesellt sich dazu, der arme Kerl ist Opfer seiner Fluggesellschaft, denn sein Gepäck ist nicht mit ihm gelandet und so hat er weder seine Ausrüstung noch Sonnencreme...
Echt, das braucht man am Berg beim besten Willen nicht!!!
Sein Gepäck wird ihn dann nach dieser Etappe auch erreichen...immerhin!
Aber das ist schon ein Grund weshalb man mindestens einen Tag vor der Tour in Tansania eintreffen sollte!
Oben: Die Aussicht ändert sich nicht wirklich, zwischen dem letzten Bild und diesem liegen 73 Minuten Wanderung...
Oben: Eine der meiner heutigen schwachen Beinen geschuldeten Pausen, hier mit unserem Guide Augusto am posen vor dem Mt. Meru und dem Krater des Shira (rechts)
Und weiter gehts, es ist zwar nicht steil, aber es geht immer schön gleichmässig mit geschätzten 20° Steigung (=etwa 45%) bergwärts, meist den Kibo im Blick...wenn denn der Blick nicht auf den Boden gerichtet ist...
Ich bin kräftemässig ziemlich an der Grenze und bremse die Truppe recht stark, was denen aber auch zugute kommt, denn ein langsamer Aufstieg ist einfach besser für die Aklimatisation als ein weniger langsamer!
Darf man nie vergessen in diesen Höhen!
Ich ess zwischendurch immer wieder einige Riegel und Bifi-artige Würstchen, die geben schön Kraft, ich vertrag sie gut weil sie nur sehr wenig Histamin drinn haben obwohl es salamiartige Dinger sind und...sie geben viel Eisen, was für die Bildung der roten Blutkörperchen von Vorteil ist!
Und die werden hier oben dringend benötigt!
Oben: Der Blick zurück zeigt die aufkommende Bewölkung...
Oben: Afrikanische Striemengrasmaus, Rhabdomys pumilio, auch 'Vierstreifenmaus' genannt! ![]()
Die anderen Drei beklagen Kopfweh, beraten ob sie Tabletten nehmen sollen, denn es geht ja noch etwa 250 Höhenmeter weiter rauf...
Wir wandern weiter, ab etwa 4400müM. beginnt auch bei mir der Kopf etwas zu drücken, Kopfweh würd ich das aber noch nicht nennen.
Ich hab zwar keine Kraft und meine Därme springen lustig umher, aber ich glaub den anderen Dreien gehts nun schlechter als mir, zumindest was die Höhensymptome angeht!
Denn ich hab nur leichten Druck im Kopf, sonst keine Höhensymptome!
Axel und Bianca hingegen machen mir echt etwas Sorgen!
Lucy fühlt sich auch nicht so toll, aber er macht mir noch den besseren Eindruck als die anderen Zwei.
Nach etwa einer Stunde erreichen wir einen Ort wo wir die Mittagspause machen, es ist auch schon nach 13:00 Uhr.
Die Steine sind unbequem, es ist kühl, ich meine auch dass etwas Nebel aufgekommen ist...
Nachdem ich endlich einen brauchbaren Sitzstein gefunden habe schlag ich meine Zähne in eine Art Kuchen, was Lucy mit einer Verbeugung hinter einen Felsen und einem herzlichen 'Wrurgggghhhhh...' komentiert...
Für die, die's nicht verstanden haben... 'Wrurgggghhhhh...' ist die internationale Aussprache für die Töne, die beim sich übergeben entstehen... ![]()
Bianca sieht das, wendet sich mit verzehrtem Gesicht ab und isst nichts, ich knabbere mein Zeug zur Hälfte runter und Axel...
Jaja, Axel...
Der isst gemütlich vor sich hin bis die Lunchbox fertig ist... ![]()
Axel isst alles und das jederzeit und in jedem Zustand!!! ![]()
Wär ich froh könnt ich das noch...in jüngeren Jahren war ich auch so...
Wir messen unsere Sauerstoffgehalte, die sind bei allen gerade noch so im grünen Bereich, ich meine ich hätte 84% gehabt.
Axel misst auch den Gehalt der Guides...und ich meine er hätte erzählt dass Mohamed 97% hatte!!!
Wau!
Das hab ich nichtmal zuhause auf 400müM!!!
Unglaublich!!!
Oben: Weissnackenrabe oder auch Geierrabe, Corvus albicollis, der es auf Reste unseres Lunches abgesehen hat...
Schöne Vögel, und ich schreibs wieder: Extrem gross!!! Noch nie hab ich so grosse Raben gesehen!!!
Wir wandern schon bald wieder weiter, nun gehts erstmals nicht mehr gleichmässig hoch sondern runter, ebenaus und erst dann wieder etwas hoch...der Lavatower kommt langsam in unser Blickfeld!
Oben: Nahaufname einer beinahe geschlossenen Riesenlobelie
Oben: Lavastein mit herlich sichtbaren Einschlüssen anderer Steinarten.
Oben: Und da ist es: Das Shira Cave Camp mit den herrlich windschiefen Bäumen und Sträuchern!
Im Camp angekommen richten wir unsere Zelte ein, was bei Tageslicht wesentlich angenehmer ist als wie am Vorabend im Dunkeln!
Schon bald gehen wir aber wieder auf Wanderschaft, denn zum Einen müssen wir uns noch im Hüttenbuch eintragen, zum Anderen ist der Aklimatisationsspaziergang noch an der Reihe!
Oben: In der Hütte am Eintragen unserer Anwesenheit...jeder darf mal!
Oben: Links die Hütte, rechts der neue Helikopterlandeplatz...wobei ich bisher noch nie gehört habe dass es dort Helikopter gibt, und in der Mitte die Zelte des Shira Cave Camp's.
Oben: Und weshalb das Shira Cave Camp so heisst sehen wir hier, eine Höhle (Cave) im Shira (Eine der drei Spitzen des
Kilimanjaro-Massivs)...ok, Bianca ist auch noch zu sehen, was das Bild doch klar aufhübscht!
Oben: Unwirkliche Felsen, herrliche Moose...
Oben: Filigrane Pflanzen, Ästen gleich, und doch eher an eine Art Moos erinnernd...was das wohl ist?
Oben: Dünnste Fäden, sich wie Sporen eines Pilzes ausbreitend...und das am ganzen Felsen!
Oben: Blick auf unsere nächste Etappe, die uns zum Lava-Tower und auf 4628müM. (gem. meinem GPS) führt...URG!!!
Oben: Wunderschöne, stachelige Pflanze am Wegesrand...
Nach etwa einer halben Stunde auf einem grossen Felsen (3909müM.) sitzend gehts wieder runter ins Camp (3838müM.), wo Bianca von Augusto wieder mal Suaheli-Unterricht bekommt.
Oben: Kleiner Bachlauf beim Abstieg zurück zum Camp.
Diesen Unterricht gibts seit dem ersten Tag, aber vor allem Bianca und Axel strengen sich auch an etwas zu lernen.
Ich als alter Sprachenverwirrer versuch am Anfang noch mitzuhalten, aber schon am ersten Tag ist mein Sprachzentrum
komplett überfordert!
Na ja...einiges weiss ich ja schon von vorherigen Reisen, aber die Zahlenreihe von 1 bis 40 war mir schon bei der Zahl 2
zu viel!
Jedem seine Talente...
Auf dem Rückweg treffen wir den Reiseleiter der schweizer Gruppe, wie ich schon vom Äusseren her vermutet habe sind sie eher zu schnell aufgestiegen, so dass eine Dame sich jetzt schon übergeben muss...
Aber: Er ist nun auch an einem Gespräch interessiert, macht mir die Gruppe wieder sympatischer!
Der Kellner Hemed, Sohn unseres Guides Mohamed, ruft uns für den The und die Popcorn ins Zelt, wir greifen mit unseren von der Sonne verbrannten Händen gerne zu.
Das mit dem Eincremen ist halt so eine Sache...Gesicht, Hals, Nacken und Ohren werden eingecremt, die Handrücken nicht!
Fehler!!!
Genauso ein Fehler ist es nur ein, zwei cm unter die Kleidung zu cremen, denn die hat sich bei mir um mehr als zwei cm
verschoben...und ich hab somit einen wunderbar rot leuchtenden sichelförmigen Streifen am Rücken unterhalb des Nackens...
Danke, Sonne, ich mochte Dich mal...GRMPFL!!!
...und nochmals GRMPFL!!!
Mit der untergehenden Sonne wird es schnell recht kalt, im Zelt wird uns das Abendessen gereicht, immer zuerst eine wirklich schmackhafte Suppe, anschliessend abwechselnd Nudeln, PommFritz und Reis, jeweils mit Fleischbeilage an Sauce sowie mit Gemüse.
Dann noch ein Dessert wie z.B. frittierte Banane oder so was.
Schmeckt ganz gut, ein Kompliment an unseren Koch Peter! ![]()
Aber ich kann nicht viel essen...seit dem Lunch schlägt meine Verdauung Purzelbäume...
Wie immer gehts schon recht früh zu Bett, gute Nacht!
Oben: Pflanze...nehm ich an...
...ein Edelweiss ist es nicht, sondern irgend eine Senecien-Art...
Oben: Der grosse Teil des Weges war etwa so steil...ziemlich Kräfteraubend!
Oben: Schöne Pflanze, und auch hier ist es irgend eine Senecien-Art...
Oben: Flechten und Moose...faszinierend!!!
Oben: relativ kurz vor der 3700müM-Marke...noch immer steil 'wiä än Susiäch!'
Uns kommt eine kleine Attraktion entgegen, was schon früh angekündigt wird...
Ein Lavastrom, Jeti, Reinhold Messmer???
Nein, viel realer: Eine Porterin!
Ohne 'Re' davor, halt eine Trägerin!
Echt, ich hab ja schon vor den männlichen Portern einen Höllenrespekt wie die mit dem Gewicht da rauf sausen, aber vor einer Frau, die ja keinerlei Sonderbehandlung wie geringeres Gewicht oder so was bekommt noch viel mehr!!!
Hut ab, strong Lady!!!
Oben: Da hat mal jemand Treppen gelegt...nicht ganz nach schweizer Norm...
Auf 3750müM. machen wir unsere Mittagspause, es ist etwa 13:00 Uhr, ich fühl mich gut und voller Kraft!
Wir packen unsere Lunchpackete aus und setzen uns auf die vorhandenen Steine.
Im Lunchpacket hats Bisquits, ein belegtes Brot, einen Früchtesaft, eine Banane, einen Muffin, Chips und ein unglückliches Hühnerbein...
...ganz alleine, von den Flügeln, der Brust und dem anderen Bein im Stich gelassen!
...und grilliert!
Wobei ich schon annehme dass das Grillieren schon einige Zeit her ist, denn wie sonst könnte man Hühnerfleisch geniessbar auf den Kili schleppen?
Nach dem Essen legen wir uns etwas in die Sonne, herrlich!!!
Eingecremt sind wir ja...
Und nun habe ich die Antwort: Ja, die Porter hätten uns nach unserer ersten Pause nur noch schwer überholen können...der Weg ist zu schmal für zwei Leute!
Oben: Mittagsrast auf 3750müM. mit Blick auf den Mt. Meru
Die Rast ist nur recht kurz, wir haben noch einige Höhenmeter zu bewältigen!
Nämlich noch etwa 300 an der Zahl, bevor es dann wieder etwas runter gehts zum Shira Cave Camp.
Oben: Auf dem Weg kommt man an einem kleinen Wasserfall vor einer kleinen Höhle vorbei...erfrischend!
Wir lassen uns viel Zeit, gehen langsam...zum Glück, denn seit der Rast hab ich keine Kraft mehr in den Beinen und fühl mich unwohl!
Da es Lucy auch so ähnlich geht nehm ich an dass das ist weil wir nach dem anstrengenden Anstieg gleich hingesessen sind und nach dem Sitzen gleich wieder einen strengen Anstieg vor uns hatten.
Die Landschaft ist atemberaubend, die Pflanzen um uns herum einfach eine Pracht!!!
Oben: Eine weitere Senecienart...
Oben: Und dann sehen wir die erste Riesenlobelie!
HAMMER!!!
Oben: Aber nicht nur die Lobelie an und für sich ist hammermässig, auch das ganze Arrangement der Pflanzen rundherum ist absolut faszinierend!!!
Es geht noch etwas aufwärts bevor wir nach einigen kleinen Kraxelpassagen die 4000er-Marke überschreiten und über eine sanft abfallende Hochebene runter zum Camp auf 3838müM. gehen.
Oben: Schöner Grössenvergleich!
Tag 6: Der Spaziergang wird zum Hiking
Es ist kalt!!!
Kein Wunder, meine nackten Schultern sind nicht im Schlafsack, ich hab vergessen den Schlafsack oben per Kordel zu schliessen...
Depp!
Ein Blick auf's iPhone sagt mir dass es kurz nach Mitternacht ist...
Um zu merken dass die Blase drückt benötige ich das iPhone aber nicht, nun kommt schon die Pissflasche zu ihrem ersten
Einsatz!
Zum Glück hab ich die dabei!
Es muss um den Gefrierpunkt sein, vieleicht etwas darüber, auf jeden Fall kalt!
Also lümmel ich mich nach vollendeter Befüllung der Pissflasche wieder in meinen Schlafsack, schliesse ihn nun auch bei den
Schultern und versuch zu schlafen...
...01:00 Uhr...
...02:00 Uhr...
...03:00 Uhr...
...04:11 Uhr...
...05:26 Uhr...
...ich versuchs noch immer erfolglos, es ist zwischenzeitlich 06:30 Uhr.
Na ja, etwa 3 Stunden hab ich ja vor Mitternacht schon geschlafen, immerhin!
Ich sitz auf, zieh mich an und husche auf's Klo, putz die Zähne...anschliessend pack ich mein Zeug zusammen, denn um
07:30 Uhr gibt's Frühstück!
Und was gibts zum Frühstück am Berg???
Ja, Porridge!!!
Und was hass ich abgrundtief???
Ja, Porridge!!!
Trotzdem nehm ich zwei Suppenlöffel davon, denn so schrecklich es auch schmeckt, zusammen mit Milo, einer Art Kakaopulver, ist es essbar...von geniessbar schreibe ich absichtlich nicht!!!
Man kann von Porridge halten was man will, aber es gibt Energie wie kaum was anderes, und zwar lang anhaltend!
Nur drum stopf ich den fürchterlichen Schleim in mich rein und würg es runter...
Obs gut gemacht ist?
Keine Ahnung!
Insofern kann ich bis anhin nicht mal was über die Qualitäten des Kochs sagen...
Zum Schutz des Kochs muss ich noch sagen: Wir haben auch Omelette, Toast und Würstchen bekommen...und Nutella hatte Bianca dabei...
Wobei Würstchen in Tansania schon was für die echt harten Kerle ist...oder für Axel, denn der isst ja alles!!!![]()
Oben: Unser Guide Augusto wurde aus seinem Zelt gestellt, meiner Tasche gings auch nicht anders...
Wir stehen noch etwas rum und welches Berglein seh ich da hinter mir?
Nein, nicht das Matterhorn... :-/
DEN KIBO NATÜRLICH!!!
Und das wolkenlos im schönsten Sonnenschein!!!
Oben: Kibo, der Wolkenlose!!! 2848m höher als wir sind...
Während die Crew das Camp abbricht gehen wir um 08:30 Uhr los, heute führt uns Mohamed an.
Und er führt uns zwar langsam an, aber viel schneller könnt ich nicht auf Dauer!
Von dem her passt's doch ganz gut!
Es ist wieder die Strecke die wir gestern abend schon zur Aklimatisation gegangen sind, steil und glitschig, wenn auch nicht mehr so glitschig wie gestern!
Auf der linken Seite sehen wir immer wieder den 4562m hohen Mt. Meru und den 3962m hohen Shira Ridge, einen der drei Berge des Kilimanjaro-Massivs!
Oben: Der Shira...ein ziemlich wild aussehender Rest eines Vulkans...
Oben: Wie man sieht gehts steil aufwärts, steiler als es auf der Foto aussieht!!!
Oben: Hier machen wir nach 50 Minuten eine kleine Rast, um die Porter vorbei zu lassen...
Oben: Ausblick vom Rastplatz: Rechts der Shira halb hinter Wolken, etwas links davon im Dunst kaum zu sehen der Mt. Meru und etwas links der Mitte erkennt man noch so knapp die letzten Zelte des Machame-Camps.
Oben: Natürlich muss noch ein Gruppenbild gemacht werden...alle noch fit!!!
Oben: Blick hinunter zu den aufsteigenden Portern...hier sieht man auch mal wie steil es ist!
Nachdem unsere Porter uns überholt haben um das Camp vor uns aufzubauen...
...Moment...
...mussten wir denn dort warten weil es nachher keine Überholmöglichkeit mehr gab oder was???
Hmm...
...sind auch wir weitergestiegen!
Und es wurde wieder etwas flacher, aber schon schnell wieder steil...richtig steil!!!
Die Landschaft verändert sich, die Büsche verschwinden allmälich und plötzlich sehen wir in einem Tal neben uns die
für die ostafrikanische Hochgebirgswelt so typischen Riesen-Senecien...
Wir sind also im Bereich des KIlis angekommen der mich nebst dem Gipfel und dem Krater am meisten gereizt hat!!!
Oben: Riesen-Senecien...noch nicht ganz so riesig wie weiter oben, aber schon eindrücklich!!!
Oben: Einfach nur WAU!!!
Live und in Natura noch um einiges WAUer!!!
Der Weg wird zu einem Trampelpfad, es wird steiler und steiler, wir sind nun schon beinahe 5 Stunden unterwegs, als
beinahe plötzlich der Wald sich lichtet und durch Wiesen und Buschwerk ersetzt wird...
Oben: Fackellilie (Kniphofia), auch Raketenblume genannt...Version Orange
Oben: Fackellilie (Kniphofia), auch Raketenblume genannt...Version Gelb
Oben: Fackellilie (Kniphofia), auch Raketenblume genannt...Version Rot
Oben: Ankunft im Machame-Camp auf 3039müM (gemäss meinem GPS)
Oben: Weissnacken oder Geierrabe, Corvus albicollis...nicht scheu und RIESIG!!!
Oben: Unser Camp im Aufbau, hinten rechts das Klo-Zelt und im Vordergrund das Klo...kein Porta-Potty, aber eine Nachahmung!
Das grüne Steilwandzelt hinten links ist unser Essenszelt, das hellgrüne im Vordergrund ist mein Zelt, die beiden orangen
werden von Bianca & Lucien sowie Axel beschlafen.
Links neben dem Klo die Schale mit der Seife, auf dem Klo die Utensilien um sich zu waschen.
Nach der Ankunft müssen wir uns erst in der Hütte ins Buch eintragen, jeder Einzelne!
Dann gehts erst mal runter zum Camp, das sich noch im Aufbau befindet, und da es schon 18:00Uhr ist und wir noch den Aklimatisationsspaziergang machen wollen gehts ohne grosse Pause und ohne Rucksäcke, aber mit Elan weiter rauf!
Kleine Erklärung für Flachlandindianer: Um sich besser zu aklimatisieren steigt man etwa 100 Höhenmeter höher hinauf und macht da etwas Pause, so 15-30 Minuten oder länger, je länger je besser, und dann steigt man ab zum Schlafplatz.
Ein Spruch den man immer wieder hört ist 'hike high, sleep low', also wandere hoch, schlafe tief...so aklimatisiert
man sich am Besten!
Aber noch viel mehr hört man 'pole-pole', was in Suaheli etwa 'gemütlich/langsam' bedeutet...und genau so sollte man den
Berg rauf gehen: L A N G S A M !
Wir gehen also los, am Ende des Camps finden wir die Schweizer, die nicht reden wollten, wieder, ich grüsse, einige
grüssen zurück, und schon wirds steil.
Richtig steil!
Aber noch immer gut zu begehen...
Wir gehen wieder durch lichten Wald und Busch, erreichen eine kleine Lichtung und nach der wird aus dem Spaziergang eine
Wanderung!
Denn es geht nun über Stock und Stein!
Grosse Felsbrocken liegen rum, der Weg führt über einen alten ausgewaschenen Lavafluss steil aufwärts, noch steiler als
vorhin schon!
Naturstufen von 50cm Höhe und mehr...und der Untergrund ist vom Regen her noch glitschig!
Und schon kommt die erste Kraxelpartie...nach der wir die Pause machen!
Gemäss GPS sind wir nun auf 3117müM., also 'nur' 70m höher als das Camp.
Somit sind wir heute von 846müM. in Moshi bis auf 3117müM. gefahren/gewandert, also hat unser Organismus 2'271m Anstieg zu verkraften!
Das ist etwas mehr als die sonst empfohlenen maximal 500-800 Höhenmeter (je nach Quelle)...minim mehr...
Geht aber allen gut! ![]()
Und immerhin: wir sind 1317 Höhenmeter selbst raufgestiegen! ![]()
Und ich dopple nochmals nach: Wir sind nun schon in einer Höhe die die meisten Menschen im Leben nie erreichen, höher als die höchste asphaltierte Strasse der Alpen, höher als der höchste Berg Deutschlands...jetzt schon, am ersten Tag!
Auch auf unseren Schlafplatz auf 3047müM trifft das Meiste zu, das liegt auch 1247m höher als das Gate!
Auf die angegebenen 11km vom Machame Gate zum Machame Camp (die liegen auf der Machame-Route, die wir
gewählt haben...jaja, so ist's!) sind das also im Schnitt 11,33% Steigung.
Alpenstrassen haben selten mehr als 8%, die Meisten weniger als 5% Steigung.
Aber auf den ersten Tag an der Machame-Route trifft das Wort 'Spaziergang', das von vielen für den Kilimanjaro verwendet wird, noch zu.
Schon auf den Teil den wir zur Aklimatisierung hoch sind aber definitiv nicht mehr!
Oben: Der Blick zurück lässt die Steilheit nicht mal erahnen, man sieht höchstens wie glitschig es ist!
Oben: Ausblick während des Aklimatisierungsaufstiegs...hier sieht man die Steilheit des Weges am unteren Bildrand etwas besser...
Oben: Blick von oben auf die erste Kraxelstelle der Tour...
Oben: Und so gehts weiter rauf...
Wir aber gehen im Halbdunkeln wieder runter, da wir keine Stirnlampen dabei haben.
Auf halbem Weg kommen uns Ulrike und Dan entgegen, die wir unten am Gate und immer wieder mal auf dem Weg getroffen haben.
Unten im Camp angekommen ist's schon recht dunkel, wir werden schon bald ins Essenszelt gerufen.
Das Essen am Berg ist halt...na ja...essbar, ein Genuss ist es nicht obwohl der Koch einen guten Job macht!
Aber in der Kürze der Zeit mit den Möglichkeiten die er hat kann man kein Essen erwarten das einem das Gefühl gibt
'Gott im Piemonte' zu sein...
...vieleicht wie 'Gott in Frankreich', aber sicher nicht wie 'Gott im Piemonte'!![]()
Da wir so spät angekommen sind haben wir die Zelte noch nicht wirklich eingerichtet, erst die Taschen liegen drinn...
Nun noch eine kurze Erklärung der Bedienung des Klo's und schon gehts ins Zelt, Matrazze aufpumpen, sich einrichten usw.
Nach etwas rumstehen in der Kälte und plaudern gehts schon früh ab in den mollig warmen Schlafsack, gute Nacht!