Zitat von SequoyaHallo Wolfgang,
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Ich möchte immer gerne verstehen, warum etwas ist, wie es ist. Wenn du lust und Zeit hast, wäre es total nett, wenn du mir noch mal die Nachteile unserer Skizze aufzeigst.
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Das erste kann ich nur unterstützen, das Letztere mache ich sehr, sehr ungern: ich zerreiße nicht gerne die Träume anderer, und meine Vorstellungen sind ja nun auch nicht allgemeingültig. Aber da Du so explizit drum bittest, werde ich meine Bedenken aufzeigen. Stückweise, denn ich habe immer nur ein paar Minuten Zeit, um etwas zu schreiben, also diesen Beitrag immer mal wieder lesen...
1. Heckbereich (Schlafzimmer/Bad):
238cm Innenbreite abzgl. 140cm Bett und Wand blieben ca 95cm Badbreite...
a) das Bett erscheint mir recht schmal, insbesondere weil an beiden Seiten feste Wände sind. Man kann also - wenn man einmal in wärmeren Gefilden unterwegs ist - nur wenig Luft zwischen die Schläfer bringen.
b) am Fußende des Bettes ist ein (60cm breiter?) Zugang nötig - der Platz wird nur wenige Momente am Tag benötigt und ist damit m.E. zu teuer.
c) der Stauraum unter dem Bett ist von innen nur vom Fußende her zugänglich. Da m.E. der von innen zugänglich Stauraum 'wertvoller' ist als der von außen zugängliche verliert man hier Innenstauraum. Du versuchst diesen Verlust durch den großen Kleiderschrank zu ersetzen - wieder Platz, der verloren geht. Unter dem Bett könnte man eigentlich genügend Kleiderstauraum schaffen.
d) eventuelle Hängeschränke über dem Bett sind nur schwer zugänglich, man muß immer auf das Bett krabbeln, um dran zu kommen.
e) Fenster können nur an die seitliche Außenwand - selbst ein Fenster nach hinten ist durch den Stauraum im Heck nicht möglich. Somit wird Querlüftung (in warmen Gefilden seeeehr wichtig für einen geruhsamen Schlaf) verhindert. Da hilft auch eine Dachluke nicht wirklich - die Luftbewegung geht dann über die Schläfer hinweg.
f) die Dusche in der Naßzelle wird nur maximal 2* für je 10min täglich genutzt - dafür eine Fläche von vielleicht 80*60cm zu opfern, erscheint mir zu teuer. Man kann sich eine Anordnung vorstellen, in der die Dusche bei Nichtbenutzung auch als Bewegungsraum vor dem Waschbecken und/oder Beinraum auf dem WC verwendet werden kann - mit Hilfe eines Rostes auch trockenen Fußes direkt nach dem Duschen. In 'Happy Hobo' haben wir eine Naßzelle von 110*75cm - davon rd. 75*75cm als Multifunktionsdusche...
g) das WC mittig im Raum erzwingt ein 'Herumtanzen' um in die Dusche zu kommen - mit einer Durchgangsbreite von um die 40-45cm.
f) 40cm Heckstauraum über volle Höhe und Breite - was soll da denn alles hinein? Das Format erscheint mir nur bedingt nutzbar.
h) die Gesamtlänge von hinten bis zum nutzbaren 'Lebensrraum' beträgt etwa 40cm (Heckstauraum) + 200cm (Bett) + 60cm (Gang am Fußende) + 60cm (Schrank), also 360cm - mehr als die Hälfte der zur Verfügung stehenden Gesamtlänge!
i) Platz für die eBikes gibt es nur unter dem Heckbett, aber dann müssen die beiden Räder nebeneinander in Fahrtrichtung verstaut werden, was bei dem Gewicht dieser Räder und der Höhe des Stauraumunterkante nicht ganz trivial sein dürfte.
2) Wohnbereich
a) eine Dinettenlösung ist für mich(!) die schlechteste, unkomfortabeste und unwohnlichste Art einer Sitzgruppe: man kann nur aufrecht darin sitzen, sich z.B. zum Lesen hinzulümmeln ist eher nicht möglich.
b) die Küche direkt an der Sitzgruppe mag ich auch nicht: wenn einer von beiden einmal etwas Ruhe haben will, der andere aber schon das Essen vorbereiten will, gibt's immer Unruhe am Tisch. Ok, dafür steht beim Essen die Küche als Abstellplatz für Schüsseln etc. zur Verfügung.
c) der Zugang zum Fahrerhaus und zur Aufbautür bedingen wieder einen Gang von 60cm oder mehr, die für das Wohnen völlig ungenutzt sind - erneut verschenkter Platz.
d) durch den raumhohen Schrank direkt an der Dinette und den hohen Schrank an der Küche Richtung Bad erscheint der zur Verfügung stehende Wohnraum noch kleiner, als er so schon ist - ob das dem Wohlfühlen zuträglich ist?
e) die Küchenarbeitsplatte sollte vernünftige Arbeitshöhe haben, also etwa 1m. Ein Fenster darüber sitzt noch einmal mindestens 10cm höher - von der Dinette kann man da kaum noch hinausschauen. Nach vorne geht's auch nicht, denn da ist ja das Fahrerhaus. Das heißt, man hat Aussicht nur zu einer Seite - und viel Licht bekommt man auch nicht rein. Für länger andauerndes schlechtes Wetter ein echter Stimmungskiller.
f) hochgesetzte Sitzgruppe ist immer eine Stolperfalle, und die Problematik im Winter mit der Unterbringung der Wassertanks im Außenbereich hatte ich ja schon genannt.
g) wenn Ihr einmal gemeinsam Fernsehen oder Bilder auf dem PC ansehen wollt, müßt Ihr Euch gemeinsam auf eine Dinetten-Sitzbank quetschen - gemütlich ist anders!
Kurz und gut: Du hast eigentlich unendlich viel Wohnfläche, die aber großteils durch unnötige tote Fläche weggeworfen wird. Und der Wohnteil ist mir persönlich sowohl optisch als auch real viel zu beengt. Ein Freund und Ex-Forumsmitglied hat ein Fahrzeug, das so zugebaut ist - für mich (!!!) wäre Dein Grundriß einer, der mir klaustrophobische Anfälle verursachen würde!
Rund 1/3 des Tages verbringt man im Bett, 1/3 bis 1/2 eines (schlechtwetter-)Tages in dem Wohnbereich, den Rest im Funktionsbereich. Für mich ist deshalb Wohnen und Schlafen das maß der Dinge, und die sehe ich in Deinem Grundriß nur supotimal gelöst. Aber wie schon mehrfach betont: diese Einschätzung gilt für mich, Du magst, darsft und sollst meine Ansicht nicht als Maßstab für EURE Vorstellungen nehmen!
Viele Grüße
Leerkabinen-Wolfgang