Zitat von abo
und deine theorie betreffend der stärkeren sulphatierung bei tiefer entladenen batterien ist sicher spannend, nur leider ist sie halt nur eine annahmeich habe bisher in keiner publikation was gelesen was diese these stützen würde
Vielleicht hast Du bisher noch nicht genug gelesen, oder den Texten die entsprechenden Informationen nicht entlocken können?
Nur mal auf die schnelle ein paar Dinge online zusammen gesucht.
Auf der Seite von Exide findet sich zum Thema Tiefentladung folgendes:
ZitatDie Batterie gerät dann in den Bereich der Tiefentladeung wenn:
· unter den Punkt der vorgegebenen Entladeschlußspannung hinaus weiter entladen wird; z.B. wenn Dauerverbraucher während einer Standzeit nicht abgeschaltet werden.
· sich die Batterie durch Pausen während der Entladung regeneriert und somit bei Erreichen der Entladeschlußspannung zu tief entladen ist.
Der letzte Satz bedeutet also so viel wie das es durch eine Pause im Entladevorgang durch dann stattfindende Regeneration dazu kommen kann, dass die Batterie bei erreichen der Entladespannung schon im Bereich der Tiefentladung ist. Und dieses Entladeverhalten ist aber doch typisch für die zyklische Nutzung im Wohnmobil, insbesondere wenn dann auch noch ein Kompressorkühlschrank betrieben wird. Dann ist der Entladestrom ja nie konstant sonder schwankt zwischen einigen mA und mehrern A.
Des weiteren zitiere ich mal kurz aus dem "GelHandbuch" von Exide:
ZitatAlles anzeigen...Die mögliche Zyklenanzahl hängt von verschiedenen Parametern ab, z.B. ausreichende Wiederaufladung, Entladetiefe und Temperatur.
Tiefere Entladungen (höhere Entladetiefen) bewirken eine geringere
Zyklenanzahl, weil die aktive Masse viel stärker beansprucht wird und eine
stärkere Wiederaufladung nötig ist (Korrosion!). Entsprechend resultieren
niedrigere Entladetiefen in höheren Zyklenzahlen. ...
Die Zusammenhänge zwischen Entladetiefe und Zyklenanzahl sind nicht
immer exakt proportional. Sie hängen auch vom Verhältnis von Menge
aktiver Masse zu Menge des Elektrolyten ab.
Ich lese daraus sehr wohl, dass hohe Entladetiefen schädlicher sind als niedrige Entladetiefen.
Zur Auslegung von Batterien an Solaranlagen (Insellösungen, zyklischer Betrieb) steht dort ferner folgendes:
Zitat- Optimale tägliche Entladung: ≤ 30% C10, typisch 2 bis 20% C10
- Empfohlene maximale Entladetiefe bei Langzeitentladungen ≥ 72 h:
80% von C100. Dies entspricht einem Zuschlag von 25% auf die
errechnete Kapazität C100.
Hier wird das oben angeführte dann in praktischen Anwendungsanweisungen umgesetzt.
In der Gebrauchsanweisung der Sonnenschein A500C (also der ausdrücklich für zyklische Einsätze vorgesehenen Version der A500) findet sich folgende Passage.
ZitatAlles anzeigenz
Nach Entladungen, auch Teilentladungen, ist
sofort zu laden. Beim Batteriebetrieb in Elektrofahrzeugen
(Lade-/Entladebetrieb) wird empfohlen,
zum Erreichen einer optimalen Brauchbarkeitsdauer,
Entladungen von mehr als 60% der
Nennkapazität zu vermeiden. Entladungen von
mehr als 60% der Nennkapazität sind in dieser
Anwendung Tiefentladungen und verkürzen die
Brauchbarkeitsdauer der Batterie...
So, dass waren mal ein paar Publikationen, die (nicht nur meine) These stützen. Aber das ist wahrscheinlich immer noch alles falsch, oder?
(Komisch nur, dass das so oder so ähnlich eigentlich in jeder Publikation zu Bleibatterien zu finden ist.)