Hallo Sequoya,
einen interessanten Thread hast Du hier gestartet.
Da fühle ich mich wohl. ![]()
Ich bin gerade selbst in der Planungsphase meines WoMo`s in spe, fahre seit über 30 Jahren mit verschiedenen Wohnmobile nur urlaubsweise in der Weltgeschichte herum und habe beruflich Erfahrungen sowohl im Elektro- als auch im Flüssiggasbereich.
Im Folgenden meine Meinungen und Kenntnisse zu Deinen Themenbereichen.
Gas vs. Elektro
Ich werde beides miteinander kombinieren, weil ich auch in die nördlichen Regionen von Europa und auch zum Wintercamping in die Alpen oder Pyrenäen fahren werde, wo eine Heizungsanlage unumgänglich ist. Das wird mit "nur Strom" nicht zu machen sein. Eine Dieselheizung kommt für mich nicht in Frage wegen des höheren Wartungsaufwands gegenüber einer Gasheizung. Deine Fahrziele kenne ich nicht, zumindest solltest Du das ggf. noch in Betracht ziehen. Den auf dem Markt seit kurzem angebotenen Wärmepumpenprinzip für die Heizung traue ich noch nicht.
nur 230V
Da Du die Stromversorgung mit Photovoltaik, Generator und Landstrom planst, eine Batteriebank somit unerlässlich ist, hast Du neben der 230 V-Wechselrichterspannung zwangsweise auch 24V DC (Gleichspannung) zur Verfügung, die man ebenfalls nutzen könnte, z.Bsp. für die LED-Beleuchtung. Diese ist mit 24 V einfacher zu realisieren, zumindest was die Leitungen und die Leitungsverlegung betrifft (Stichwort hierzu: Isolationsstärke bei 230 V). Die Leitungsmindestquerschnitte sind bei der 24V- oder 230V LED-Beleuchtung wegen der geringen LED-Stromaufnahme faktisch gleich.
Ansonsten ist die "nur-230V-Bordversorgung" durchaus sinnvoll, insbesondere bei den Verbrauchern mit hoher Leistung (Waschmaschine, Induktionsherd, Backofen ....). Die Schutzmaßnahmen "gegen gefährliche Berührungsspannung" ist bei 230V aufwändiger als bei 24V DC, aber durchaus zu realisieren.
Bei den 230V-Haushaltsgeräten darauf achten, dass diese durch die WoMo-Tür passen. Die Standardbreite bei den Haushaltsgeräten ist 60 cm. Vieles gibt es aber auch in der Breite von 50 cm.
Mit Deiner Einstellung, die Elektrik von einem Fachmann erstellen zu lassen, liegst Du als selbsternannter Laie goldrichtig, gerade mit dem von Die genannten Elektro-Versorgungsprojekt. Da muss man doch ein wenig Kenntnis von der Materie haben, erste recht wenn Du die genannten Vorrangschaltungen und Batteriebank realisieren möchtest.
Verwendung von 230V-Haushaltsgeräten
Ob die 230V-Haushaltsgeräte immer den Anforderungen in einem (offroad fahrenden) Wohnmobil standhalten, weiß ich mangels Erfahrung nicht. Bei einer Waschmaschine und dem Induktions-Kochfeld habe ich keine Bedenken, beim Kühlschrank mit dem rückseitigen Kompressor schon eher. Deshalb habe ich mich für einen 24V-Kompressor-Kühlschrank speziell für den WoMo- und Bootsbereich entschieden und nicht für einen 230V-Haushaltskühlschrank.
Zitat von Sequoya..... Ich habe in die erste Kalkulation 30 000 - 40 000€ eingeplant für die Elektrik....
Das wird für Dein Vorhaben überschlägig reichen. Preistreiber sind die von Dir ausgesuchten Batterien, der Wechselrichter, das Spannungsaggregat und die PV-Anlage.
Zitat von Sequoya
..... eine 2-stufige Induktionsplatte, Anschlusswert: 3,7 kW (Was bedeutet das?)....
.... dass der benötigte Strom bei 230V ca. 16 A beträgt und somit einen Mindestquerschnitt der Zuleitung von 2,5mm² erforderlich ist.
Weiterhin muss der Wechselrichter mindestens diese Sekundärleistung (abgebende 230V-Leistung) haben. Zu empfehlen ist, wenn noch ein 230V-Kühlschrank nebenher läuft und noch etwas Reserve bei der 230V-Versorgung sein soll, was zu empfehlen ist, ein 5 kW-Wechselrichter (z.Bsp. Studer XTH 5000-24)
Als Hinweis: dieser Wechselrichter hat bei Nennbelastung eine Stromaufnahme von 140 A und sollte deshalb in unmittelbarer Nähe der Batteriebank platziert werden, also keine langen Leitungswege (absolut wichtig) !!!!
Der Leitungsquerschnitt würde hierbei 35mm² betragen.
Das Thema Anlaufstöme bei induktiven Lasten wie Motoren etc. hat sie bei der kurzfristigen Überlastfähigkeit dieses WR von 12 kVA deutlich relativiert.
Wechselrichter im allgemeinen
Diese sind heute so intelligent und komfortabel, dass Du Dich um die Umschaltungen (Landstrom, PV) nicht kümmern musst. Das macht der Wechselrichter allein. Allenfalls bei der Verwendung eines Spannungsaggregats statt Landstrom muss man manuell eine Umschaltung von "Landstrom" auf "Spannungsaggregat" vornehmen. Auch lassen sich die modernen Wechselrichter bei der Batterieladung auf die batterietypischen Ladekennlinien programmieren. Sie kommunizieren zudem z. Bsp. mit Solarladeregler zur Abstimmung des Lade- und Energie-Managements und können auch aus der Ferne gesteuert werden (das Letzte ist aber eher ein Feature, welches nicht notwendig ist und soll nur die Möglichkeiten der modernen WR zeigen).
Zitat von Sequoya
..... Klimaanlage, max. Kälteleistung (kW) 23 / 25
Luftleistung (m³/h) 4.200
Heizleistung (kW) 30
Stromaufnahme 12V / 24V (A) ‑ / 70; Kompressor (cm³) 310 cm³ / 470 cm³ .....LG
Wo kommen diese Werte her?
Was sollen die Angaben " Stromaufnahme 12V / 24V (A) ‑ / 70" bedeuten? (die Stromaufnahme soll 70A betragen?)
30 kW-Heizleistung für ein WoMo????
Damit werden heutzutage locker 4-Familienhäuser beheizt.
Fakt ist, die vorgenannte Kälte- und Heizleistung ist, wie hier schon mehrfach geschrieben, viiiiiel zu hoch und eines WoMos "nicht würdig" ![]()
Ich plane für mein WoMo zwei Klimageräte von Truma, Typ Saphir compact. Die haben zusammen eine Kälteleistung von 3,6 kW, was meiner Berechnung zufolge für zwei Personen bei einer (Wohn-)Fläche von 20 m² und einer Innenhöhe von 2,1 m ausreicht. Basis sind die Wärmegewinne im WoMo durch eine Rundum-Glasfläche von 2 m² (hoch gerechnet), durch 2 Personen (240 Watt), durch Sonneneinstrahlung (2.960 Watt) sowie die durchschnittlichen Verlustleistungen der elektrischen Geräte (75 Watt). Die berücksichtigte Region ist Mitteleuropa. In Süditalien bei 40°C Aussentemperatur wird das WoMo zwar nicht auf 22-24°C runtergekühlt, aber tagsüber doch um ca. 8 K reduziert. In der Nacht bei um die 30°C sind es dann allerdings angenehme 22°C. (alles theoretische Werte bei einer PUR Wandstärke von 50mm und Isolierverglasung. Die Überprüfung der theoretischen Werte erfolgt frühestens Mitte nächsten Jahres ![]()
Die Stromaufnahme bei vorgenannter Konstellation beträgt ca. 6 A/230V, das sind einschl der Verlustleistung des WR ca. 60 A Entnahmestrom auf der Batterieseite. D.h. in einer 8 stündigen Nacht ohne Stromgewinn wird eine Batterieleistung von ca. 480 Ah nötig. Da muss man tagsüber gaaaaanz schön nachladen - nur mit PV funktioniert das nicht! Selbst mit einem 2 kW / 230V - Stromaggregat beträgt die Ladezeit ca. 8-10 Stunden.
Ich wollte damit nur die überbordende Forderung Deiner Wunsch-Kälteleistung von 23 kW etwas relativieren - der schockgefrostete Elefant von Piccco (das dritte c ist das Fehlende von Sequoya weiter oben ![]()
muss es ja wirklich nicht sein.
Wichtig sind weiterhin die Betriebsgeräusche der Klimaanlage, angegeben in dB, sowie die maximale Neigung, die der Kompressor mit dem Kältemittel bei schief stehendem WoMo verträgt.
Zitat von Sequoya....... "] campo:
Für mich viel zu viele Kabel!!
Bei Deinen Ansprüchen/Deinem Vorhaben werden die auch nicht weniger. ![]()
Zitat von Sequoya..... Also definitiv ein Bereich, den ich in professionelle Hände gebe!
Und das ist gut so! Mit elektrischen Strömen ist nicht zu spaßen.
Zitat von Sequoya..... Jetzt habe ich noch mal zu diesen Anlaufströmen eine Frage. Kann man dazu, den passenden Quattro vorausgesetzt, beides nutzen? Also Generator und die Batterien? .....
Ja. Der o.g. WR und auch der von Victron haben ein Lastmanagement, das dies erlaubt. Wie oben bereits beschrieben, hat der Studer XTH 5000-24 eine kurzfristigen Überlastfähigkeit von 12 kVA (kVA ist ähnlich kW, berücksichtigt aber noch den induktiven Anteil der elektrischen Leistung. Den tieferen Unterschied erkläre ich hier aber nicht. ![]()
Zitat von Sequoya..... Und jetzt muss ich all das verstehen, was ihr geschrieben habt, um rauszubekommen, wie groß der Akku sein muss.
(GWL/Power WB-LYP1000AHC LiFeYPO4 (3.2V/1000Ah) Und ja, ich bin echt halbinformiert, was dieses Thema anbelangt. Wenn man von diesem Akku 8 Stück zusammenschaltet, habe ich ja etwas über 24V, und 1000AH, richtig? .......
Richtig!
Diese 1.000 Ah sind der theoretische Wert, in der Praxis aber nicht komplett nutzbar, weil LiFeYPO4 empfindlichst auf Tiefenentladungen reagieren. Somit würde ich die 80%-Empfehlung von Varaderorist berücksichtigen. Das Batteriemanagement von LiFeYPO4 ist nicht ganz ohne. Lies Dir mal die ganzen Threads zu diesem Thema in diesem Forum durch. Auch diesbezüglich wird es nicht ohne externe Hilfe für Dich gehen.
Viel Spaß und Erfolg bei Deinem Vorhaben wünscht
Stoppie