Es sind eher die Feinheiten, die fehlen. Es ist halt alles auf 10m Womos ohne Platz- und Gewichtsprobleme ausgerichtet. Es gibt natürlich Druckpumpen, aber keine Tauchpumpen, die für eine einfache Wasseranlage genügen. Es gibt rohes Sperrholz, aber keine beschichteten Platten. Kleine Spülen, kleine Wasserhähne nur für Kaltwasser, Schwenktischbeschläge, Fehlanzeige. Es gibt aber so spannende Sachen wie ein Doppelklebeband von 3M (siehe hierhttp://http://www.expeditionportal.com/forum/threads/…-of-work!/page9), mit dem man zuverlässig Aluplatten auf Alurahmen kleben kann. Nennt sich VHB Tape (http://solutions.3m.com/wps/portal/3M/…N=5485815&rt=c3) und klebt wie Sau.
Die Teile, die es gibt, sind allerdings preiswert. Die Leerkabine mit ein paar Extras und inkl. Alkovenbett kostet etwa 6.000€. Man muß halt umdenken und kann nicht einfach zu reimo fahren.
Gruß
Stefan
Beiträge von Canoe
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Hallo,
bisher habe ich Euch gelegentlich über den Ausbau meines Ford Transit Allrad mit Ormocar Kabine berichtet. Den nutze ich dieses Jahr in Europa und nächstes Frühjahr geht er dann "to the Americas" für eine Panamericana Tour. Da wir aber als Rentner Zeit haben, touren wir mit unserem Womo nur in unserem Winter im Warmen oder auf der Südhalbkugel. Im Sommer leben wir in Canada, genauer bei Banff in Alberta.
Von dort erkunden wir Nordamerika und brauchen dazu natürlich ein Womo. Ich habe mich für einen Pick-up mit Hubdachkabine entschieden.
Der Pick up ist ein Nissan Titan doublecab, (ist unser einziges Auto und die Kids kommen gelegentlich zu Besuch) Bj. 2006, den ich in neuwertigem Zustand mit 120.000 km (das ist für die V 8 nicht viel) günstig bekommen habe (etwa 15.000€). Darauf kommt eine Hawk Kabine von FWC (http://www.fourwheelcampers.com/index.php/prod…-6-5-short-bed/). Da mir natürlich der angebotene Ausbau nicht gefallen hat (Ausbauen macht doch so Spaß), habe ich eine Leerkabine geordert. Die kommt Anfang Juli und dann mache ich mich an den Ausbau. Ziel ist es möglichst leicht zu bauen und mich zu beschränken. In Canada und USA kann man ungestört sich außen aufhalten. Die Kabine ist nämlich ziemlich klein. Geplant ist auf der Fahrerseite eine Küchen- und Schrankzeile, auf der Beifahrerseite eine Eckbank mit den beiden Flanken an der Stirn- und an der Beifahrerseite. Beifahrerseite hinten kommt ein kleines Schränkchen mit Porta Potti hin.
Wasser kommt wahrscheinlich in Kanistern unter die Bank an der Stirnseite. Kanister deswegen, da ich so das Auto leichter winterfest machen kann (in der Gegend hat es schon mal -30c). Kochen werden wir mit unserem guten alten Coleman 2 Flammen Benzinkocher, den wir leicht sowohl innen (hoffentlich selten) als auch im Freien verwenden können. Zur Stromversorgung plane ich eine Batterie mit Trennrelais (Cyrix 120) mit etwa 100 Ah. Wahrscheinlich auch etwa 100 wp Solar. Licht über LED. Kühlbox wird etwa 50l von Waeco, Thetford o.ä. Mal sehen was ich da für Deals finde.
Die größte Herausforderung wird die Beschaffung der Teile. In Nordamerika ist der Selbstbauermarkt kaum existent und Leichtbau auch keine Kernkompetenz.
Wenn die kabine da ist und es dann los geht, werde ich berichten.
Gruß
Stefan -
Hi,
zu 1.: Ich habe gute Erfahrungen mit normalen Blei-Säure. Der grosse Vorteil ist, dass die Ladespannung identisch ist mit der Starterbatterie und sie sind überall problemlos erhältlich' wenn sie einen Schaden haben. Nach etwa Netto 15.000km Piste und und vielen weiteren km. schlechter Teerstrassen halten die Batterien noch. Sie sind jetzt 2,5 Jahre alt. Natürlich sind die AGM Batterien stabiler. Mit Gelbatterien habe ich schlechte Erfahrungen bei grosser Hitze gemacht. Es wird in den Anleitungen dringend empfohlen, sie mit einer Temperaturüberwachung auszustatten. Hatte ich nicht, vielleicht sind sie deshalb gestorben.
zu 2 und 3 hast Du ja schon Antworten, die viel qualifizierter sind, als ich sie geben könnte. Ich habe nur einen einfachen Shunt-Regler und der tut, was er soll.
Wenn Du nicht mit Strom kochst, solltest Du allerdings mit 400-500 wp auskommen. Ich habe 180 wp und 160 ah Aufbau Batterie und hatte bisher genug Strom, trotz Kompressorkühli. Dort würde ich heute allerdings heute eine Truhe nehmen. Dort ist der Kälteverlust beim Öffnen deutlich geringer und das macht im Stromverbrauch bei grosser Hitze wirklich etwas aus.
Gruss
Stefan -
Hallo Stefan,
Nach 9 Monaten in Afrika ein paar Erfahrungen:
- Dachfenster über dem Bett ist für uns notwendig, da durch den Kamineffekt stickige und heiße Luft nach oben entweicht. Wir haben sogar einen Venti im Dachfenster, der die heiße Luft absaugt. So kann man bei einem gut isolierten Auto (der hält nämlich auch die Wärme) die Nachtkühle nutzen. Dachluken sollten einen mit Alu beschichteten Rollo gegen Sonne haben.
- Bei Fenstern am Bett ist Zugluft am verschwitzten Hals und Rücken ein Problem. Bei uns hat das zu steifem Hals geführt.
- Fenster hinten sind anfällig für Staub, da das der staubigste Teil am Auto ist.
- Offene Fächer am Bett kann man nur abends für Brille oder Bücher nutzen. Während der Fahrt verteilt sich der Inhalt offener Fächer im Auto.
- Denkt an Moskitoschutz über den Fenstern. Die Seitzrollos sind nutzlos.
- Dusche sollte mindestens 2 Abflüsse haben und die Waschbecken sollten gewölbt sein, sonst fließt das Wasser bei schräg stehendem Auto (es steht nie gerade) nicht richtig ab.
Gruß
Stefan -
P.S. Ich habe mir gerade die Kabine bei Ebay angesehen. Sieht gut aus, aber sie muß halt auch auf das neue Auto passen (Radausschnitte etc).
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Hallo Jeremia,
willkommen. So eine Kabine kostet neu etwa 16-20.000 € ohne Ausbau. An sich sind die ziemlich unkaputbar, wenn sie gut gebaut sind. Aber die von Dir beschriebene Kabine klingt schwer. Da mußt Du schon mindestens einen 5 t Sprinter oder einen LKW drunter setzen. Vielleicht hilft das.
Gruß
Stefan -
Hallo Icevine,
da wir (wenn wir nicht reisen) überwiegend in Kanada leben und ich auch von vielen Reisen Lateinamerika und Teile Afrikas recht gut kenne, ein paar subjektive Meinungen von mir:
Die von Dir genannten Fahrzeuge sind schon sehr alt und es wird weder in Nord- noch in Lateinamerika, noch in Afrika Ersatzteile dafür geben. Zumindest bei der Befahrung der Panamericana wirst Du viel Schnellstraße oder zumindest gute Teerstraße fahren. In Nordamerika ist dabei die Geschwindigkeit der Trucks um 100km/h. Deine Wahlfahrzeuge laufen kaum mehr als 80 km/h. Auf den Reisen wirst Du viel Hitze haben, eine Klimaanlage zumindest im Führerhaus ist wirklich kein Luxus. Das gilt bei der Zeit, die Ihr mit Fahren verbringt auch für einen vernünftigen Federungskomfort und eine Geräuschdämmung. 30-40 Jahre alte LKW sind nicht komfortabel und Du mußt mit Verschleiß- oder Standschäden rechnen.
Aus diesen Gründen habe ich mich vor 2 Jahren, als ich für den gleichen Zweck wie Du ein Basisfahrzeug suchte, gegen alte LKW entschieden.
An sich wäre das vorherige Sprintermodell ideal. Es ist in allen Zielländern (Ersatzteile!) ziemlich weit verbreitet (in Südamerika wurde das alte Modell bis letztes Jahr gebaut), hat keine moderne anfällige Abgasreinigung und ist bequem. Wenn Du da einen gut erhaltenen Allrad findest, hast Du meines Erachtens den Hauptpreis gewonnen. Die 2. Wahl wäre ein Mercedes Vario (gibt es auch als Allrad). Ich habe nix dergleichen gefunden und daher ein anderes Auto genommen, das bisher seinen Zweck erfüllt.
Eine andere Möglichkeit sind japanische Klein-LKW. Die gibt es aber selten in Europa mit Allradantrieb. Der ist bei einem Klein-LKW mit Heckantrieb für die Panamericana und in Asien nicht nötig (außer vielleicht auf Nebenstrecken in Zentralamerika oder dem Amazonas in der Regenzeit), in Afrika aber schon hilfreich.
Gruß Stefan -
Na so dramatisch ist es auch wieder nicht. Ich bleibe innerhalb der zulässigen Achslasten und will nur die Federwegsreserven wieder herstellen.
Gruß Stefan -
Hallo Restler,
ich habe vorne schon die 1850 kg Federn. Hinten sind jetzt es mit vollen Tanks, Ersatzteilen, Sandblechen, 2. Ersatzrad etc natürlich mehr.
Werde berichten, was es bringt. Wie gesagt, schon im Serienzustand habe ich die Reise überstanden. Durch die Reise haben sich die Federn auch deutlich "gesetzt". Ich glaube nur, da gibt es Optimierungspotenzial.
Gruß Stefan -
na ja zur Not habe ich ja noch die Serienfedern. Die Luftfedern sind ja nur Zusatzfedern.
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Erst einmal vielen Dank für die hilfreichen Informationen. Hinten bin ich nicht auf den Anschlagpufern, ich habe noch etwa 10cm Luft. Die Blattfedern sind aber "flach" , d.h. sie haben keine Wölbung und keinen Abstand. Nach Euren Hinweisen werde ich also die Luftfedern und verstärkten Vorderachsfedern nehmen und experimentieren, welchen Druck ich brauche. Als Achslasten hatte ich bei ziemlich leerem Wassertank, halbvollem Dieseltank, vollen Gasflaschen und mit mir (100kg) am Steuer und Campingstühlen und Tisch im Heckstaukasten, 1550kg auf der Vorderachse und und 1545 kg auf der Hinterachse.
Gruß Stefan -
Hallo Fahrwerksspezialisten,
in meinem Erfahrungsbericht über 9 Monate netto in Afrika mit einem Ford Transit habe ich erwähnt, daß ich die Federung verstärken möchte, da sie auf schlechten Wegen zu wenig Reserven hat, obwohl ich die Achslasten nicht ausreize. Bei Goldschmitt habe ich jetzt verstärkte Vorderachsfedern gefunden. Für die Hinterachse gibt es 2 Möglichkeiten: Die Billige ist Einbau von Zusatzschraubenfedern, die Teure Einbau von Luftfedern. Der Preisunterschied ist ungefähr 700€ inkl. Einbau. Die hinteren Stoßdämpfer habe ich schon ersetzt. Die waren mit 35.000 km restlos fertig (die Wege waren z.T. wirklich nicht gut). In Zimbabwe hat Ford mir passende südafrikanische Gabriel Safari eingebaut. Das sind richtig dicke Dinger mit Stickstoff- Zugabe speziell für den Offroad Gebrauch in schweren Geländewagen. Als Nicht-Techniker kann ich nur feststellen, daß sie bisher auf allen Wegen zuverlässig den Stoß gedämpft haben.
Hat jemand Erfahrungen mit Zusatzschraubenfedern an der Hinterachse oder kann mir andere sachdienliche Hinweise geben?
Danke. Stefan -
Klettband haben wir auch wieder entfernt und Druckknöpfe reisen irgendwann aus. Wir haben daher auch die Polster etwas zu groß und klemmen sie ein. Uns ist auf Wellblechpisten schon so ziemlich alles aufgegangen oder durch das Auto geflogen, die Polster noch nicht.
Gruß
Stefan -
Hallo Carlo,
ich habe meinen Ausbau als echter Heimwerker ( ein Jurist, der mit Baumarktwerkzeug im Garten seine Kabine ausbaut) gemacht. Es war ein großer Spaß, endlich habe ich mal etwas Anfassbares geschaffen und nicht nur Papier produziert. Das Ergebnis ist nicht professionel, aber ok und hat die über 12 Monate, die wir netto darin gelebt haben auch gehalten. Die Technik funktioniert (und wenn es mal hakt kann ich es selbst reparieren), da ich mangels Fachwissen nur einfache Standardtechnik verbaut habe. Ich bin froh, ein relativ kleines einfaches Auto zu haben. Unterwegs habe ich einige Fahrer großer Mobile gefunden (die mit kleinen einfachen sind eindeutig in der Überzahl), die deutlich gefrustet waren, da sie in Nationalparks z.T. gar nicht oder nur zu Mondpreisen hineingelassen wurden oder Nebenstrecken nicht oder nur mit großen Problemen (waren landschaftsgestalterisch tätig) befahren konnten, von Parken in Städten etc. ganz zu schweigen.
Ich bewundere die ingenieurtechnischen Höchstleitungen und bekomme dadurch auch Anregungen, nach 35 Jahre Fernreisen kann ich mir aber nicht vorstellen, in der Praxis mit so einem Riesenmobil zu verreisen.
Aber glücklicherweise sind die Geschmäcker und Prioritäten so unterschiedlich.
Gruß Stefan -
Meine Kabine hat eine Innenlänge von etwa 3,5 m, Breit innen von 2,08 und Innenhöhe von 2,00m. Sie hat einen kleinen Alkoven über dem Fahrerhaus. Das Leergewicht kenne ich nicht, aber fertig ausgebaut hat sie etwa 1.000kg. Das Fahrgestell als Allrad hat ohne Fahrer etwa 1.750 kg gewogen. Mit uns und reisefertig hat der Transit Allrad knapp 3.500kg, expedtionsfertig (Ersatzteile, Sandbleche, 2. Reifen Bergewerkzeug, 175l Diesel etc.) etwa 3.600-3.700kg. Die Achslasten sind 1.850kg vorne und 2.250kg hinten, so daß ich da im grünen Bereich bin.
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Hallo Theo,
Für Deine Zielgebiete kannst Du sicher einen Defender nehmen, aber auch jeden anderen allradgetriebenen Klein-LKW. Wichtig ist ausreichende Zuladung und, wenn Du die Panamericana fahren willst, ist ein Dieselpartikelfilter ein Problem. Ich habe auf meinen Reisen inzwischen genug Leute getroffen, die auf Fernreisen große Probleme damit haben. Insbesondere über 3500 m Höhe scheinen die sich schnell zuzusetzen.
Ich habe meine Kabine von Ormocar bauen lassen und war sehr zufrieden. Sie waren preislich günstiger, als die anderen Angebote. Da sie als einer der ganz wenigen Hersteller die Sandwichplatten selbst "backen" kannst Du bestimmen, welche Isolierdicke und GFK-Dicke Du willst. Da kann man viel am Gewicht machen. Nur so konnte ich 3,5t halten.
Gruß
Stefan -
Hallo Alter Hans,
Deinen Anmerkungen zum Gewicht stimme ich zu. Heute würde ich (außer Kleinigkeiten) zwei wesentliche Dinge bei dem Auto anders machen:
- Noch konsequenterer Leichtbau z.B in casemaker Bauweise oder mit Alu-Rahmen und Dibondplatten und jede sonstige Möglichkeit zum Gewichtssparen ohne die Stabilität zu gefährden. Jedes Kilo wirkt (gefühlt) doppelt auf schlechten Wegen.
- Kein Kühlschrank, sondern 2 Kompressorkühlboxen. Eine 18l als Tiefkühl- und eine etwa 50 l als Kühlbox. Es ist enorm, was an Kälte "herausfällt", wenn man eine Kühlschranktür öffnet. Bei einer oben öffnenden Kühlbox bleibt sie drin.
Gruß
Stefan -
Hallo ran 4x4,
225/70 AT Reifen geht meines Wissens nicht, da die mir bekannten Reifen nur eine Traglast von 102 haben. Die 225/75 er haben eine Traglast von 115, was ausreicht. Trotz intensiver Suche habe ich nirgends einen Ausrüster gefunden, der dafür eine TÜV Freigabe hat. Den Aufwand einer Einzelfreigabe habe ich gescheut, da der 1 cm mehr Breite nicht viel bringt. Die Reifengröße war auch nur im Tiefsand ein Problem. Ich werde daher vor allem eine höhere Traglast und einen robusten Aufbau suchen. Der Kandidat ist dabei zur Zeit der Continental Vanco Camper, der bei 215/75 einen 10 PR Reifen mit 116/114 Traglast liefert. Das ist Rekord.
Ja, die Panamericana ist das nächste Ziel. Im Laufe des Jahres 2013 werden wir das Auto zurückverschiffen (meiner Frau ist die Sicherheitslage auf der Ostroute immer noch suspekt) und wollen dann im Frühjahr nach Halifax. Da wir im Sommer sowieso in Alberta leben und auch dort bald ein Womo haben (der Ausbau wird mein Sommerprojekt), geht es dann ziemlich bald in den Süden.
Gruß Stefan -
30.000km mit einem Transit in Afrika:
Ich möchte meinen alten Beitrag jetzt aktualisier. Wir sind nunmehr in etwa 9 Monaten reiner Reisezeit mit unserem Ford Transit Allrad etwas über 30.000 km durch Südafrika, Namibia, Botswana, Zimbabwe und Mozambique gefahren. Wer Interesse an den Reiseberichten hat, findet die auf http://www.reisephant.blogspot.com.
Hier möchte ich mehr auf unsere Erfahrungen mit Auto und Komponenten eingehen. Die Erfahrungen sind in weiten Teilen auch auf Fahrzeuge ähnlicher Konzeption (Sprinter Allrad, VW Syncro) übertragbar.
Unser Transit hat eine Ormocar Kabine und wiegt mit allen Tanks voll und nachdem meine Frau den Supermarkt geplündert hat etwa 3.500-3.600 kg. Er hat Serienreifen und als einzige Modifikation einen selbstgebastelten Unterfahrschutz aus Baumarktteilen im Wert von etwa 35 €.
Gefahren sind wir durch Südafrika, Namibia (einschließlich Kaokoveld), Botswana (einschließlich Moremi und Chobe-NP und Kwai River Gebiet), Zimbabwe, Mozambique und Swaziland. Wir haben uns außer dem Van Zyls Pass in Namibia keine Pisten verkniffen aus Angst, es nicht zu schaffen. Das hat bei einigen Fahrern „echter“ Geländewagen schon gelegentlich Staunen ausgelöst, wenn wir mit unserem Womo z.B. im Moremi auf einer Weichsandpiste oder bei einer Flussdurchfahrt aufgetaucht sind. Wir sind 2 mal im Sand stecken geblieben (einmal davon, als der Allrad ausgefallen ist, dazu komme ich noch). Mit Sandblechen sind wir beide Male wieder in kurzer Zeit freigekommen.
Für Fahrer mit Rußpartikelfilter: Schwefelarmen Diesel gibt es nur in Südafrika, in anderen Länder wird der Schwefelgehalt erstaunlicherweise oft an der Zapfsäule angezeigt und variert danach zwischen 500-2.000 ppm. Fast alle neueren Fahrzeuge in Afrika haben CommonRail Motoren, so daß die Dieselqualität dafür ausreicht.
Schäden am Fahrzeug:
1 Reifen Totalschaden, einer beschädigt (beides auf Felspisten im Kaokoveld). Wir haben problemlos in Namibia in Oshakati 2 neue Reifen bekommen.
2 Stoßdämpfer an der Hinterachse. Die Serienstoßdämpfer sind für den Pisteneinsatz zu schwach. Ersatz gab es problemlos sogar in Zimbabwe, da die Fordstoßdämpfer offenbar eine gängige Größe haben.
1 ABS Radsensor , der nach einigen Flußdurchfahrten defekt wurde. Leider geht dann auch der Allradantrieb nicht mehr. Das ist offenbar ein Problem vieler moderner Allradfahrzeuge, da logischerweise die Achsen entkoppelt werden müssen, wenn das ABS anspricht. Offenbar haben die dann eine Schutzschaltung, die die Achsen bei einem Defekt im ABS permanent entsperren. Ich habe einige Leidensgenossen getroffen und ein Toyotafahrer hat mir dann empfohlen, einfach die Sicherung für die Radsensoren zu ziehen. Das hat auch funktioniert und ich hatte wieder Allradantrieb (allerdings ohne Traktionskontrolle, die die Differenzialsperren ersetzt) aber der Tacho hat dann auch nicht funktioniert, da der auch über die Radsensoren angesteuert wird. Ich habe die Sicherung daher immer nur dann gezogen, wenn ich Allradantrieb wirklich gebraucht habe, was erstaunlich selten ist. Ich habe dabei aber auch gemerkt, wie wirksam die Traktionskontrolle (die ich ja dann nicht mehr hatte) war.
1 Luftfilter, der bei einer sehr tiefen Flußdurchfahrt (etwa 70-80 cm) nass wurde (ich weiß, soll ich nicht machen, es gab aber keine Brücke).
Der selbstgebastelte Unterfahrschutz ist verbeult, hat aber gehalten, die ausfahrbare Trittstufe an der Aufbautür ist verbogen (Felsberührung) und muß ersetzt werden.
Der (serienmäßige) Dieselfilter mit Anzeige und Wasserabscheider ist etwa 1/3 voll und wid demnächst ersetzt.
Schäden am Aufbau:
Kissmann Kühlschrank: Wie bereits berichtet habe ich den ersetzt, da er dauernd vereist ist und bei großer Hitze nicht ausreichend gekühlt hat. Andere Reisende haben ähnliche Erfahrungen gemacht , allerdings nur, wenn sie (wie ich) den Kältespeicher hatten. Der Engelkühlschrank (ohne Kältespeicher), den wir jetzt haben ist zwar lauter aber er kühlt zuverlässig und mit weniger Stromverbrauch auch bei hohen Temperaturen. Gemessen habe ich bei Stufe 4 (von 6) – 10c im Gefrierfach und 8c im Kühlschrank bei 43c Temperatur im Fahrzeug.
Die Ormnistor Dachhauben sind nicht fernreisetauglich. Sie haben einen relativ komplizierten Kurbelmechanismus, der offenbar Rüttelpisten, Staub und Hitze nicht aushält. Bei allen 3 Dachhauben sind sie inzwischen defekt. Ich mußte den Kurbelmechanismus ausbauen und öffne die Hauben mit einer eingeklemmten Leite und Gummistrapsen. Nach robustem Ersatz suche ich noch.
Die Seitzfenster haben z.T. kleine Risse und die Moskitonetze sind ein Witz. Alle Reisenden, die wir getroffen haben, haben mit Klettband befestigte selbstgenähte Netze vor den Fenstern (wir auch)., etwas umständlich, aber wirksam.
Sonst hat Alles gehalten.
Verbesserungen:
Mit Allradantrieb ausgerüstete Klein-LKW (VW, Sprinter, Transit) sind erstaunlich geländegängig . Für mich waren das größte Problem die zu kleinen Reifen im Sand. Bei den Achslasten müßten es mindestens 245/75R16, besser 235/85 R16 oder gar 315/57R16 sein, um das Einsinken zu reduzieren. Das geht beim Transit wegen der zu kleinen Radkästen vorne nicht (beim VW vermutlich auch nicht). Beim Sprinter gehen offenbar zumindest die 245er, die noch den Vorteil haben, daß sie in Afrika überall verfügbar sind, da sie eine Standardbereifung für die Pick ups sind. Ich bin letztlich mit drastisch reduziertem Luftdruck mit meinen 215/5R16 (225/75 AT Reifen würden auch auf Felgen und Fahrzeug passen, sind aber nicht legal) durchgekommen, hatte aber wenig Reserven.
Nehmt die höchste verfügbare Traglast und sucht besonders robuste Reifen. Die in Namibia gekauften Goodyear sind mit den Pisten und Felsen deutlich besser fertig geworden, als die Bridgestone. Das ist allerdings Jammern auf hohem Niveau. An sich kann ich mit 2 Reifenpannen nicht meckern.
Die Federung und die Stoßdämpfer sind bei der Belastung von vielen tausend Pistenkm trotz theoretisch ausreichender Achslastreserven zu weich. Da werde ich aufrüsten. Ich bin noch verschiedene Konzepte am Prüfen.
Fazit:
Selbst für Reisen in Afrika sind moderne Klein LKW geländegängig und robust genug. Südamerika ist hier nach meiner Erfahrung deutlich weniger anspruchsvoll, so daß hier noch weniger Probleme zu erwarten sind. Ford-Werkstätten habe ich in fast allen wesentlichen Städten gesehen (VW und Mercedes natürlich auch) und sie waren auch vernünftig ausgestattet und kompetent. Die Diagnosegeräte (brauchte ich zur Diagnose des ABS Defektes) haben den Transit erkannt, obwohl er im südl. Afrika bisher nicht verkauft wird. Die Aussage von Ford, die Software würde immer alle Fordfahrzeuge kennen, es gäbe keine länderspezifische Einschränkung , stimmt also (bisher).
Also: Fahrt los und macht Euch weniger Gedanken über die Ausrüstung. Uns ist ein normaler uralter Mercedes 207 begegnet, der ohne technische Probleme (die politischen sind ein anderes Thema) über den Landweg (Ostroute) nach Südafrika gefahren ist.
Gruß Stefan -
Hallo,
ich kann Peters Problem und die Ursache nur bestätigen. Das gleiche Problem gibt es übrigens bei den Dachliken zumindest von Remi (ist (noch) nicht Dometic)
Da ich in Afrika in Malariagefährdetem Gebiet unterwegs bin habe ich in meinen NotInnen großzügig um Fenster und Dachluken herum selbstklebendes Velcroband angebracht an dem ich Moskitonetzstoff befestige. Nicht schön und muß jedesmal zum Auf- oder Zumachen der Fenster abgelöst werden, aber wenigstens mückendicht.
Gruß
Stefan