Energieversorgung durch Batterie + Diesel

Hier geht es um den Eigenbau einer Kabine oder eines Koffers
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Leerkabinen-Wolfgang
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Energieversorgung durch Batterie + Diesel

#1 Beitrag von Leerkabinen-Wolfgang » Fr 27 Sep 2002 13:31

> Hallo,

> habe einen MB 1217A von Heitmann gekauft. Die original Pritsche ist jetzt runter und ab nächster Woche baut Ormocar eine Kabine. Sobald diese fertig ist, geht es zu Agtar bei Köln wegen der Stromversorgung. Mein Plan ist, alles nur mit einer verstärkten Lichtmaschine und speziellem Regler sowie 7 oder 9 Batterien (6 bzw. 8 für 24V und 1 für 12V) und nachgeschalteten Wandler zu betreiben - kein Gas, sondern Induktionsherd, Haushhalts 230V Kühlschrank, Dieselheizung und Warmwasserbereitung ebenfalls mittels Diesel etc., etc...
> Die Webseite von Ormocar ist in Vorbereitung, ansonsten bis jetzt Beratung OK und vertrauenserweckend.
> Agtar: www.agtar.de, zwar eine "Hinterhofidylle" aber mit solidem Fachwissen und technisch fazinierend.
> Heitmann unter www.expeditions-lkw.de

>Liebe Grüße

>Jochen Gertenbach


Hallo, Jochen,

da hast Du aber ein ganz eigenwilliges Konzept - bestimmt mit vielen Vorteilen, aber auch einem gewichtigen Nachteil: die Stromerzeugung. Ich habe einmal überschlagen, daß Du mit Deiner Batteriekapazität recht weit kommen könntest, aber auch Agtar kann nicht zaubern und irgendwie muß der Strom ja erzeugt werden! Ich weiß nicht, welche Leistung die verstärkte Lichtmaschine bringen könnte, aber einmal 30min. kochen mit 2kW macht 1kWh, mit Wandler- und Leitungsverlusten (2kW aus 24V macht mehr als 80A - Leitungsquerschnitt irgendwo zwischen riesig und gigantisch, wo bekommst Du eigentlich einen solch starken Spannungswandler her?). Da muß Deine Lichtmaschine eine ganz schöne Zeit arbeiten, um diese Energie wieder in die Batterien zu pumpen.

Auch ein Haushaltskühlschrank ist nicht sonderlich sparsam, wenn man die Wandlerverluste mit einberechnet, und ob die Haltbarkeit für den Rütteleinsatz in einem LkW ausreicht? Ich hatte/habe soetwas mit einer handelsüblichen Geschirrspülmaschine vor, aber jeder Hersteller hat mir dringend davon abgeraten - die Geräte sind nicht für Schwingungen und Gerüttel ausgelegt.

Aber insbesondere beim Elektroherd habe ich Bedenken; hier lieber ein Dieselherd mit vernünftiger Entlüftung nach aussen und dafür die gesamte Elektrik eine Nummer kleiner...

Sollte nur einmal ein Denkanstoß sein
Leerkabinen-Wolfgang
die nächsten Festivitäten in http://www.Bodenheim.de:
erstes Juni-WE (05.-08.06.2020): Weinfest
04.-06.09.2020: Leerkabinen-Treffen
vierter Sept.-Samstag (26.09.2020): Weinprobe in den Weinbergen

Stellplätze vorhanden! Bei Fragen eMail/PN an mich

Gast

Induktionherd im Wohnmobil

#2 Beitrag von Gast » Fr 27 Sep 2002 14:59

> Hallo,
>
> habe einen MB 1217A von Heitmann gekauft. Die original Pritsche ist jetzt runter und ab nächster Woche baut Ormocar eine Kabine. Sobald diese fertig ist, geht es zu Agtar bei Köln wegen der Stromversorgung. Mein Plan ist, alles nur mit einer verstärkten Lichtmaschine und speziellem Regler sowie 7 oder 9 Batterien (6 bzw. 8 für 24V und 1 für 12V) und nachgeschalteten Wandler zu betreiben - kein Gas, sondern Induktionsherd, Haushhalts 230V Kühlschrank, Dieselheizung und Warmwasserbereitung ebenfalls mittels Diesel etc., etc... Die Webseite von Ormocar ist in Vorbereitung, ansonsten bis jetzt Beratung OK und vertrauenserweckend. Agtar: www.agtar.de, zwar eine "Hinterhofidylle" aber mit solidem Fachwissen und technisch fazinierend. Heitmann unter www.expeditions-lkw.de
>
> Liebe Grüße
>
> Jochen Gertenbach
>
>
Hallo,
ich dachte schon ich habe in der Entwicklung der Induktionsherde was verpasst. Ich kenne nur die Einzelplatte, die nicht einbaubar ist mit 220 V. Ansonsten bieten die Weißwarenhersteller, wie Miele, De Dietrich oder Gaggenau Luxuskochfelder an, die nur 2 Kochfelder haben. Die anderen Hersteller aben übliche Haushaltsmaße 60 X 60 bis 60 X 120 m, Anschlußwerte (natürlich 380 V) ab 5,6 kW bis 9 kW. Die höchste Kochstufe, die im Ankochen an Gas fast herankommt, Powerstufe genannt braucht 2.800 W. Da brauch ich aber ne Menge Strom. Außerdem brauche ich lauter neue Töpfe, die pro Stück auch um die 80 € kosten. Außerdem ist die Disskusion um den Elektrosmog noch lange nicht beendet. Da sind die Handys Peanuts dagegen. Und das in dem kleinen GFK-Raum, nein danke. Ich warte lieber auf Conduktion. Das wird bestimmt interessanter.

Gruß Christel

Gast

Re: Energieversorgung durch Batterie + Diesel

#3 Beitrag von Gast » Fr 27 Sep 2002 15:02

Moin Moin!!

Der Wolfgang hat recht! Aus Strom Wärme zu erzeugen ist wohl die uneffektivste Möglichkeit überhaupt!
Wichtig bei der Auslegung der Batterie Anlage ist die gesammt Energiebilanz. Du mußt ausrechnen, welcher Verbraucher ungefähr wie lange am Tag läuft und was er dabei an Strom verbraucht. Die selbe Menge an Strom ( Ampere x Stunden), mal einen Ladefaktor von 1,2 bis 1,4 must du auch wieder nachfüttern. Bei normalen Batterien kannst du mit recht hohem Strom laden. Das verkürzt die Ladezeit und die Batterien können das. Bleibt jetzt nur die Frage, wo der viele Strom herkommt.

Wenn du irgendwelche Wandler benutzt, nimm getaktete. Deren Wirkungsgrad (~90%) ist besser als der von Linearwandlern. Die Wandlungsverluste müssen in die Energiebilanz natürlich auch mit rein.

Robert

Gast

Re: Energieversorgung durch Batterie + Diesel

#4 Beitrag von Gast » Fr 27 Sep 2002 15:34

Für Lösungen mit viel Fahrzeit und wenig Standzeit gibt es von Dynawatt z.B. passende Anwendungen.
Hier ein Link mit pdf-Dateien zur Info.
Die Fa. Panda-Icemaker bietet eine ähnliche Lösung mit Generator 540A, anschließendem spez. Spannungswandler, der 24+220 V parallel bereitstellt, Ladegerät, etc.

http://www.leab.de/pdf-dateien/index.ht ... selrichter

Gruß Dieter

Gast

Re: Energieversorgung durch Batterie + Diesel

#5 Beitrag von Gast » Fr 27 Sep 2002 18:14

Mit dieser Elektrik braucht er gar keinen Herd, denn er kann sicher mit der Abwärme der Wandler kochen.

Jochen

Re: Energieversorgung durch Batterie + Diesel

#6 Beitrag von Jochen » Sa 05 Okt 2002 19:28

> Hallo, Jochen,
>
> da hast Du aber ein ganz eigenwilliges Konzept - bestimmt mit vielen Vorteilen, aber auch einem gewichtigen Nachteil: die Stromerzeugung. Ich habe einmal überschlagen, daß Du mit Deiner Batteriekapazität recht weit kommen könntest, aber auch Agtar kann nicht zaubern und irgendwie muß der Strom ja erzeugt werden! Ich weiß nicht, welche Leistung die verstärkte Lichtmaschine bringen könnte, aber einmal 30min. kochen mit 2kW macht 1kWh, mit Wandler- und Leitungsverlusten (2kW aus 24V macht mehr als 80A - Leitungsquerschnitt irgendwo zwischen riesig und gigantisch, wo bekommst Du eigentlich einen solch starken Spannungswandler her?). Da muß Deine Lichtmaschine eine ganz schöne Zeit arbeiten, um diese Energie wieder in die Batterien zu pumpen.
>
> Auch ein Haushaltskühlschrank ist nicht sonderlich sparsam, wenn man die Wandlerverluste mit einberechnet, und ob die Haltbarkeit für den Rütteleinsatz in einem LkW ausreicht? Ich hatte/habe soetwas mit einer handelsüblichen Geschirrspülmaschine vor, aber jeder Hersteller hat mir dringend davon abgeraten - die Geräte sind nicht für Schwingungen und Gerüttel ausgelegt.
>
> Aber insbesondere beim Elektroherd habe ich Bedenken; hier lieber ein Dieselherd mit vernünftiger Entlüftung nach aussen und dafür die gesamte Elektrik eine Nummer kleiner...
>
> Sollte nur einmal ein Denkanstoß sein
> Leerkabinen-Wolfgang
Hallo an Alle, die geschrieben haben.

Eure Kommentare waren recht interessant. Die Kommentare und Hinweise kamen hauptsächlich für die Datei, die wegen Lieferanten angelegt werden sollte.

Deshalb nochmals der Hinweis, sich die Seite(n) von Agtar mal anzusehen.

Zu dem Energiekonzept von meinem Fahrzeug: Die Lichtmaschine (24V, ~60A) wird durch eine neue mit ~100A und neuem Regler ersetzt, der die Batterien nicht wie sonst bis zu 80% max. sonder voll auf 100% lädt. Auf das Kabel, lieber Wolfgang von Lichtmaschine zu Batterien (7x 210A, vielleicht auch 9x, davon 1x für 12V) bin ich auch schon gespannt.

Daran hängt dann ein Inverter mit 3kW, überlastbar kurzfristig bis 4kW, für Spitzen bis zu 5kW (lt. Agtar!), der einen richtigen Sinus liefert. Dazu kommt dann noch ein Wandler auf 12V mit eben jener Batterie von oben als Puffer. Damit habe ich dann 3 Stromkreise (12V für Licht, Rückfahrkamera, Alarm etc.) 24V hauptsächlich als Lieferant für den Inverter aber auch für z. B. Dieselheizung, Wasserpumpe etc. und last but not least 220V.

Die Kosten sind in etwa gleich mit den Ausgaben meines ursprünglichen Konzepts mit Gas (2x 11 kg + 60 l Gastank), „normaler“ gekapselter Gas-Generator (kein Panda, da der das Budget sprengen würde) und den Rest dann mit dem üblichen Ausbaukram.

Bei dem Kühlschrank habe ich auf einen 220 l Kühlschrank mit doppelten Gefrierfach von Quelle für Euro 249,- zurückgegriffen (Liebherr wäre mir zwar lieber gewesen, aber Faktor 2,5 teurer) und die Gewährleistung mit Euro 39,- Aufpreis auf 4 Jahre verlängert. Das war es mir wegen meiner eigenen Bedenken wegen der Langlebigkeit wert (s. auch Euer Kommentar wegen Standardhaushaltsgeräten).

Wegen dem Induktionsherd habe ich persönlich keine Bedenken. Die Mikrowelle zuhause ist ja auch nicht ohne. Entsprechende Töpfe und Pfannen sind teuer, aber wegen der Nickelallergie meiner Frau sowieso im Haushalt bei uns Standard.
Und wegen Mutationen: der Sohn ist gezeugt und die Familienplanung abgeschlossen.

Liebe Grüße

Jochen

Gast

Re: Energieversorgung durch Batterie + Diesel

#7 Beitrag von Gast » So 06 Okt 2002 19:16

hallo Jochen,

Deine lösung gefällt mir gut - ich glaube ich habe im letzten Jahr einen Artikel über dieses System in Promobil oder Reisemobil gelesen und war davon überzeugt. Die Dimensionierung der Leitung von Lichtmaschine zu den Batterien habe ich durch ein Eisenelement aus der Konstruktion gelöst,das natürlich zum Rest des Rahmens elektrisch getrennt sein muß.Mein Problem ist vielmehr das Gewicht der 10 Natobatterien à 115Ah -ich komme bei dem MB 1019AF mit schwerer Doppelkabine in 7,5to-Bedrängnis.Ich glaube,es ist sinnvoller 2 Batterien weniger und dafür einen Solarwandler mit 110Ah zur Unterstützung beizupacken.
Wichtig ist nur,dass das konstruktive Element wirklich elektrisch vom Rahmen getrennt ist - ich nehme hierfür die Sicherungsstange für das hochklappbare Fahrerhaus,die ich auf jeden Fall dabei haben muß und ausreichend für jeden Stromfluß dimensioniert ist.
Hat jemand Erfahrung mit den vorgeladenen-aber wohl überlagerten Natobatterien - 115Ah für 65Euro?
Ps. wie bist Du mit der Umrüstung auf Singles hinten zurechtgekommen? Ich suche noch eine Möglichkeit um auf normale Trailer bereifung umzurüsten,da ich auf der IAA erstmalig GFK-Felgen gesehen habe mit einem Gewicht von 19,5kg!!! -das spart mir bei der Umbereifung mindestens 100kg ein.

der urologe

Jochen

Re: Energieversorgung durch Batterie + Diesel

#8 Beitrag von Jochen » Fr 11 Okt 2002 23:45

Hallo Urologe (?),

das Fahrzeug war bereits mit den entsprechenden Reifen und Felgen von der Firma Heidtmann ausgerüstet – also null Problemo.

Was mir allerdings auffiel, ist dass das Fahrzeug einen unerwarteten Drang ins Gelände hat – jedenfalls ist der Geradeauslauf nicht gerade das gelbe vom Ei. Fabian Heidtmann sagte mir, dass dies typisch für Einzelbereifung ist, mit Zwilling würden sie besser in der Spur laufen.


Mit dem Fahrzeug, Kabine, Einbauten, Betriebs- und Versorgungsstoffen (Wasser, Diesel,....) liege ich höchstwahrscheinlich über 7,5 to. Da ich mir keinen Ärger mit der Polizei einhandeln will bzw. im Extremfall meinen Versicherungsschutz haben möchte, habe ich diese „magische“ Grenze von unter 7,5 to aufgegeben.

Gruß

Jochen


> hallo Jochen,
>
> Deine lösung gefällt mir gut - ich glaube ich habe im letzten Jahr einen Artikel über dieses System in Promobil oder Reisemobil gelesen und war davon überzeugt. Die Dimensionierung der Leitung von Lichtmaschine zu den Batterien habe ich durch ein Eisenelement aus der Konstruktion gelöst,das natürlich zum Rest des Rahmens elektrisch getrennt sein muß.Mein Problem ist vielmehr das Gewicht der 10 Natobatterien à 115Ah -ich komme bei dem MB 1019AF mit schwerer Doppelkabine in 7,5to-Bedrängnis.Ich glaube,es ist sinnvoller 2 Batterien weniger und dafür einen Solarwandler mit 110Ah zur Unterstützung beizupacken.
> Wichtig ist nur,dass das konstruktive Element wirklich elektrisch vom Rahmen getrennt ist - ich nehme hierfür die Sicherungsstange für das hochklappbare Fahrerhaus,die ich auf jeden Fall dabei haben muß und ausreichend für jeden Stromfluß dimensioniert ist.
> Hat jemand Erfahrung mit den vorgeladenen-aber wohl überlagerten Natobatterien - 115Ah für 65Euro?
> Ps. wie bist Du mit der Umrüstung auf Singles hinten zurechtgekommen? Ich suche noch eine Möglichkeit um auf normale Trailer bereifung umzurüsten,da ich auf der IAA erstmalig GFK-Felgen gesehen habe mit einem Gewicht von 19,5kg!!! -das spart mir bei der Umbereifung mindestens 100kg ein.
>
> der urologe

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