Kleberdicke

Hier geht es um den Eigenbau einer Kabine oder eines Koffers
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Heiko
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Kleberdicke

#1 Beitrag von Heiko » Mo 22 Nov 2004 20:17

Hallo zusammen,
nach einigem Hin und Her habe ich am Wochenende beschlossen, meinen Aufbau selbst anzufertigen. Dazu habe ich heute 48lfm Aluwinkel 100x100x4 bestellt. Ich lasse einen unteren und einen oberen Rahmen anfertigen, bei dem die Profile auf Gehrung gesägt und dann verschweißt werden. Nun habe ich den Boden- und den Dachrahmen. Diese werden danach über 4 "Säulen", ebenfalls aus Winkelmaterial, miteinander verbunden. Über die Schweißnähte zwischen Rahmen und Säulen werden dann noch 8 Verstärkungen mit jeweils 50cm Länge gesetzt. Insgesamt ergibt sich ein Gestell mit den Maßen ca. 4500 x 2470 x 2200mm³. Jetzt habe ich bei sauberer Ausführung durch den Schlosser 3 verschiedene Innenmaße. Wieviel Mindermaß muß ich nun Eurer Meinung nach bei der Fertigung der Sandwichplatten einhalten, damit der Kleber ( Sika o.ä.) seine Wirkung entfalten kann. Bisher plane ich mit Platten von Pecocar, weil diese eine industrielle Fertigung haben, von der ich die größtmögliche Maßtreue erwarte.
Mein weiteres Vorgehen soll wie folgt sein:
Ich klebe zuerst die Deckenplatte ein, daraufhin drehe ich das Gestell und setze es auf den Hilfsrahmen, der auf dem Fahrgestell montiert ist. Nun klebe ich den Boden ein, führe die Bohrungen aus und verschraube Hilfsrahmen, Gestell und Bodenplatte miteinander. Jetzt klebe ich die Seitenwände ein und zum Schluß die vordere und die hintere Stehwand.
Was haltet Ihr hiervon, was würdet Ihr anders machen.
Danke und Gruß Heiko
Das geht auf keine Kuhhaut !

hwk
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#2 Beitrag von hwk » Di 23 Nov 2004 10:42

Hallo Heiko!

Die Kleberdicke - bei der Verwendung von Sikaflex - sollte so ca. 2-3mm betragen. Die Winkelprofile, wie sie im Fahrzeugbau eingesetzt werden (zu beziehen über Ackermann Fruehauf) haben eine ensprechende Sicke mit dieser Tiefe. So ist garantiert, dass dieser Kleberspalt auch eingehalten wird.

Bei der Konstruktion mit Winkelprofil, welches an den Stoß-Stellen auch noch verschweißt wird, ist aus meiner Sicht eine überklebte Verstärkung nicht erforderlich, da die eigentliche Stabilität durch die Platten un die Klebnaht kommt. Laut Werksangaben soll Sikaflex 221 eine Endfestigkeit von 4N/mm² haben. Das heißt, an einer Kleberstelle von Daumennagel-Größe kann man ca. eine Last von 90 kg dranhängen. Rechnet man mal die Gesamtkleberfläche zusammen, so kommen da zig Tonnen als mögliche Last zusammen; da kommt es sicherlich auf die Verstärkungen nicht mehr an, da eher die Wand durchreissen wird und nicht die Winkel.

Viel Glück beim Bau und viel Spaß dabei

HWK

Heiko
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#3 Beitrag von Heiko » Di 23 Nov 2004 22:52

Hallo Leute,
ich habe heute bei Pecocar in Holland 6 Platten für meine Kabine bestellt. Sind nette Leute und sprechen deutsch wie Du und ich. Ich denke, Sie haben viel Umgang mit Deutschen, zumal Sie ein Konto in Deutschland führen, auf welches Zahlungen zu leisten sind. Lieferzeit 3 Wochen, ca. 50m² Bedarf und das Ganze bei 2mm Gfk/40mmPU/2mmGfk zum Preis von 55,50/m², macht in der Summe ca. 3300.- brutto. Meine Auwinkel zzgl. Schlosserarbeiten kommen auf knapp 1000.-. Rechne ich jetzt noch den Kleber und Kleinkram dazu, komme ich auf einen Leerkabinenpreis von max. 5000.-, was ich im Vergleich zu gewerblichen Anbietern für ein echtes Schnäppchen halte. Über die Feiertage werde ich die Kabine zusammenfügen. Ich werde mich bemühen, Bilder einzustellen, wenn ich soweit bin. Falls einer von Euch Interesse hat, sich auch eine Kabine selbst zu bauen, so kann er oder sie jederzeit "Zeuge" werden oder bei Lust und Eignung auch mithelfen. Je mehr ich mich mit dem Selbstbau auseinandersetze, destomehr verliert die ganze Geschichte ihren Schrecken für mich. Ich denke, daß ich mit Hilfe meiner Lehrlinge ( 4 ), Schraubzwingen, Hölzer aller Art, Schraubzwingen und Gurten das Projekt bei guter Vorbereitung in höchstens 2 Tagen werde umsetzen können.
Bis bald und Grüßle von Heiko
Das geht auf keine Kuhhaut !

Ragnhild
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#4 Beitrag von Ragnhild » Di 23 Nov 2004 22:58

Klingt interessant 8)
stell doch dann mal Bilder rein. Oder am besten jetzt schon, damit man das Vehikel drunter mal sieht und erahnen kann wie es werden soll :twisted: sind doch alle neugierig
.




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Martin
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#5 Beitrag von Martin » Fr 26 Nov 2004 09:46

Hallo:
Da ich mir nächstes Jahr auch eine Kabine selbst "zusammenkleben" möchte, bin ich natürlich auch an deinem Bau (hoffentlich mit umfangreicher Dokumentation) brennend interessiert.
Wozu brauchst du eigentlich den Alu-Rahmen? Was ich bis jetzt mitbekommen habe, ist es aus festigkeitsmäßiger Sicht ausreichend, die Platten stumpf zusammenzukleben (und die Aluwinkel nachträglich anzubringen)
Hoffentlich sehen wir auch Bilder- auf jeden Fall wünsche ich dir alles Gute

Gruß Martin

Joe

#6 Beitrag von Joe » Fr 26 Nov 2004 10:07

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Zuletzt geändert von Joe am Fr 28 Okt 2005 11:29, insgesamt 1-mal geändert.

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Lothar
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#7 Beitrag von Lothar » Fr 26 Nov 2004 11:09

Hallo Heiko,
da kann ich Joe nur zustimmen. Mir taten die Unterarme schon nach ner halben Tube Sika weh! War nicht gerade warm an dem Tag und dann will das Zeug schon überhaupt nicht mehr raus.
Dann 70 Euro für einen OBI-Kompressor und 10 für die passende Pistole ausgegeben und die ganze Sache macht direkt Spaß. Davon ab kann man beim Womo bauen Druckluft ständig brauchen. Späne weg beim Sägen undf fräsen u.s.w.
Lothar

hwk
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#8 Beitrag von hwk » Fr 26 Nov 2004 11:51

Hallo zusammen,

die Pressluftpistolen sind sicherlich das optimale, wenn man mal von dem Druckluftschlauch absieht, der immer einen Weg in die Sikamasse findet. Super Erfahrungen habe ich auch mit der Profi-Pistole von Henkel gemacht, die iene bessere Hebel-Übersetzung hat als die billigen 2 Euro-Pistolen aus dem Baumarkt. Di Anschaffung (ca. 10 Euro) lohnt sich auch für später, wenn man halt nicht diese Mengen auf einmal verarbeiten muss.

Besten Gruß

HWK

dm(als GAST)

#9 Beitrag von dm(als GAST) » Fr 26 Nov 2004 14:52

Ich habe bei MABU gesehen, dass er das Sika nicht in der Kartusche, sondern in wesentlich größeren Beuteln hatte.
Herr "Mabu" wird dafür sicherlich seine finanziellen Gründe haben.

Bei den Mengen lohnt es sich bestimmt mal nachzufragen, wo man die bekommt.

dm

Joe

#10 Beitrag von Joe » Fr 26 Nov 2004 15:29

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Zuletzt geändert von Joe am Fr 28 Okt 2005 11:30, insgesamt 1-mal geändert.

hwk
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#11 Beitrag von hwk » Fr 26 Nov 2004 15:39

Hallo zusammen,

auch die Schlauch-Pressen arbeiten mit Pressluft, was nicht nur ermüdungsfrei ist sondern auch einen wesentliche gleichmäßigeren Auftrag sicherstellt. Aber die Dinger kosten in einer einfachen Ausführung mindestens 60 Euro.

Da aber bei Ebay die 310 ml Kartuschen für 4,50 Euro das Stück angeboten werden, bezweifele ich, dass man mit den Schlauchbeuteln echt billiger fährt, da diese fast ausschließlich über den Fachhandel angeboten werden.

Besten Gruß

HWK

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#12 Beitrag von Heiko » Fr 26 Nov 2004 18:45

Hallo und vielen Dank,
zu Martin: Ich denke, daß es vom Handling her viel leichter ist, die Platten in ein schon vorhandenes Gestell einzusetzen als mit losen Platten zu hantieren, die in alle Richtungen abgestützt werden müssen, bevor ich mit dem nächsten Schritt weiterfortfahren kann ( so wollte ich es ursprünglich machen ). Zudem ist der Rahmen auf diese Art in sich fix auch ohne Platten, wovon ich mir ein zusätzliches Maß an Stabilität erwarte ( VIEL HILFT VIEL ). Zudem kann ich, auch wenn die Platten schief gesägt wären, eine rechtwinklige Kabine bauen, weil sich die Platte nach dem Rahmen richtet und nicht anders herum.
Ich werde mit Druckluftkartuschenpressen arbeiten, und mit Akkupresse!! Hat den Vorteil, daß mich kein Schlauch behindert. Selbstverständlich arbeite ich im Januar in einer beheizten Halle.
Vielen Dank Für Eure Anteilnahme.
Gruß Heiko
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#13 Beitrag von Ragnhild » So 28 Nov 2004 10:16

Einwand: :?: :oops:

Warum SiKa und kein Zweikomponentenkleber der eine länger Offenverarbeitungszeit hat? Den kann man in Ruhe aufspachteln und hat den Ärger mit dem Kartuschengedrücke nicht.



:?: :?: :?:
.




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#14 Beitrag von Heiko » So 05 Dez 2004 11:35

Hallo Leute,
diese Woche habe ich meinen Hilfsrahmen ( aus ALU ) und meinen Kastenrahmen bekommen, hoffentlich sind nächste Woche meine Platten fertig, so daß ich geschwind nach Holland fahren und sie abholen kann. Meine Vorgehensweise muß ich leider abändern, weil ich wenn ich wie oben beschrieben vorgehen würde, keine Möglichkeit hätte die Bodenplatte und die vordere Stirnwand von außen zu verfugen d.h ich muß mindestens 5 Wände einsetzen, bevor ich den Kasten auf dem Hilfsrahmen montiere, aber bei einem Leerkabinengewicht von max. 500kg dürfte ein Stapler damit auch keine Probleme haben. Marcus, wo gibt´s den 2 K-Kleber und wie heißt er.
Gruß Heiko
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Wasser auf dem Dach?

#15 Beitrag von Picco » So 05 Dez 2004 12:25

Hallo Heiko

Wenn ich Dich richtig verstanden habe, klebst Du das Dach von unten in den Rahmen. Bleibt da nicht rund ums Dach herum ein Steg von der Materialdicke des Rahmens und der Kleberdicke stehen?
Wenn ja, hast Du auch genau so dick Wasser auf dem Dach stehen, was nach meinen Erfahrungen mit den Dachhauben an meinem Ersten Camper mit der Zeit problematisch wird...
Überdenk doch noch mal, ob da Wasser stehen kann oder nicht...

Gruss und viel Glück

Picco

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