Verlangt TÜV ein Stabilitätsgutachten bei Selbstbaukabine ??

Hier geht es um den Eigenbau einer Kabine oder eines Koffers
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SeppR

Verlangt TÜV ein Stabilitätsgutachten bei Selbstbaukabine ??

#1 Beitrag von SeppR » Sa 06 Nov 2004 17:28

Hallo Leute
Hier im Forum haben doch schon einige ihre Leerkabine selbstgebaut.
Anschließend muss man damit zum TÜV - völlig normal in Deutschland.

Nun haben aber in den letzten Jahren die TÜV-Forderungen auf allen Bereichen enorm zugenommen. Jede Schraube, die im öffentlichen Verkehr etwas halten soll muss heutzutage ihr Zulassungszeichen haben, und hinter jedem solchen Zeichen steht ein Festigkeitsgutachten.

Wie macht der Selbstbauer das? Wer kennt Richtlinien für den TÜV oder wie machen die professionellen Kabinenbauer das? Ich halte das für einen wesentlichen Knackpunkt, der den Selbstbau einschränken könnte.

Vielleicht können hier einige Leute mit eigenen Erfahrungen bei der TÜV-Zulassung oder verkehrstechnisch gebildete (z.B. TÜV-Ingenieure) Antworten posten. Das wäre für alle interessant.

Oder ist dieses Thema etwa schon bis zum Abwinken in diesem Forum behandelt? Dann würde ich um einen Hinweis auf diese Threads bitten.

MfG SeppR

Jörg
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Stabilitätsgutachten

#2 Beitrag von Jörg » So 07 Nov 2004 07:04

Hi,
ich würde mal sagen, das kommt auf das Fahrzeug an, das du als Fahrgestell verwenden möchtest.
wenn du ein Fahrzeug nimmst, das einen Leiterrahmen hat, wie z.B. ein Geländewagen oder ein LKW-Fahrgestell hast du im großen und ganzen wohl keine Probleme
Ich nehme einen Geländewagen und habe mit den zuständigen Leuten vom TÜV vorher gesprochen.
Ich soll die Umbaumaßnahmen in einer Bilddokumentation festhalten, so das nachvollziehbar ist, was gemacht wurde,
Natürlich soll alles schon, ich sag mal " Hand und Fuß"haben,dann würde es später keine großen Probleme geben.
Auf meine Frage, ob ich das Fahrzeug ab und zu vorführen sollte , wurde mir gesagt,ich könnte ihn fertigbauen, aber zwischendurch die Bilder von den Bauabschnitten beim TÜV abliefern, sie würden dafür einen Ordner anlegen.
Im großen und ganzen kann man wohl eine ganze Menge machen, aber die Leute vom TÜV wollen einfach gefragt werden.(Das kann ich auch verstehen!)

Die Profis haben es da schon schwieriger, die müßen auf ihre Umbauten ja auch noch Garantie geben,wahrscheinlich auch das eine oder andere Gutachten vorlegen, weil es sich z. T.um Serienumbauten handelt.

Gruß Jörg

Pick-Up Jo
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Tüv

#3 Beitrag von Pick-Up Jo » So 07 Nov 2004 17:16

Hi zusammen

Also bei mir war bzw. ist das noch so:

Ich bin v o r h e r !! zum Tüv gegangen und hab gesagt: so hab ich das vor.
Der Tüv-Mensch hat gesagt, im Prinzip o.k., wenn ich .....
Hab ich gesagt: o.k., mach ich.
Hab ich so gemacht, war zwischendrin mal wegen dem fest montiertem Hilfsrahmen mal dort zum ankucken und alle waren zufrieden :lol:

Zum Aufbau: wenn Du k e i n e Passagiere im Aufbau beförderst, ist eigentlich alles ganz easy. Da will der Tüv nicht viel, ausser einer ausreichenden Befestigung mit dem Fahrwerk, daß du das Teil nicht verlierst, auch bei einem Unfall nicht. Irgendwelche Gutachten werden dann in der Regel nicht verlangt, hab ich noch nicht gehört.
Das Teil sollte natürlich nachvollziehbar stabil gebaut sein.
Irendwelche Nachweise über Splittersicherheit oder Entflammbarkeit der Bauteile brauchst Du nicht, wenn Du mit gebräuchlichen Materialien arbeitest, wie z.b. Alu, GFK, Siebdruck, Multiplex ect.

Aber das A und O ist, geh vorher hin und rede mit den zuständigen Leuten über Dein Vorhaben, dann gibt es voraussichtlich keine Probleme.

Geh aber nicht zu irgendeinem Prüfer an der Prüfbahn, sondern frag bei der Anmeldung oder in der Zentrale nach dem dortigen Spezialisten für solche Vorhaben.

Mir ist es passiert, daß einer völlig entgeistert und konsterniert, schier die Hände über dem Kopf zusammenschlagend und kurz vor dem geistigen Kollaps gestammelt hat : " was haben Sie vor ???, das.. das ist ausgeschlossen, das geht nicht". Das war der OberPrüfer des TÜV Filderstadt, der mit dem Vorschriftenpack durch die Gegend reist und bei den Werkstätten und Motorradhändlern Einzelabnahmen macht. Aber alles nur auf Gutachten-Basis, alles andere undenkbar !!

Bin dann zum meinem "normalen" Tüv nach Nürtingen und hab dort den "ultimativen" Prüfer gefunden. Ich glaub, ich hab´s schon mal gepostet:
Riesen Typ, kommt aus dem Maschinenbau und hat zu mir gesagt:
"Das deutsche Zulassungsrecht gibt viel mehr her, als man glaubt und es ist viel mehr möglich, als allgemein geglaubt wird."

Und zusammen mit diesem Prüfer ist alles wirklich ganz easy.
Aber: Du mußt mit Vorstellungen mit Hand und Fuß zu diesen Leuten gehen, die müssen den Eindruck haben, der kann das. 8)

Sorry, a bisserl lang gewroden :lol:

ciao
Wo ein Pick Up ist, ist auch ein Weg (nicht immer, aber immer öfter)

Heiko
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#4 Beitrag von Heiko » So 07 Nov 2004 21:07

Hallo,
ich habe von meinem TÜV-Menschen die Zulassung erhalten, ohne daß das Fahrzeug schon fertig gewesen wäre. Ich bin mit meinem 1113 dort gewesen, Fahrgestell mit Kabine ohne jeglichen Aufbau. Unter dem Arm hatte ich die MB-Richtlinien für die Ausführung des Aufbaus für diesen Typ. An und für sich sollte er mir lediglich eine Ablastung eintragen, damit ich mit meinem Auto überhaupt fahren darf, weil ich nur den alten 3-er habe. Großzügigerweise hat er in Anbetracht meines Vorhabens etwas mehr dazugegeben ( Einzelbereifung, Womozulassung, geschätzte Maße und Gewichte nach meinen Angaben ). Die Ausführungsrichtlinien unter meinem Arm haben ihm gereicht. Wir haben sie miteinander durchgesprochen ( Maße, Legierung des Aluminiums... ). Über die Befestigung des Koffers auf dem Hilfsrahmen hat er sich nicht dezidiert ausgelassen, das Ganze übrigens für 54.- Euronen. Der Mann ist übrigens vom Fach, macht Sondereintragungen und Einzelabnahmen bei DC im Werk Untertürkheim und nach Feierabend gelegentlich in gemütlicher Runde auch etwas mehr. Selbstverständlich werde ich mein Fahrzeug mit montiertem Koffer bei ihm vorfahren und, falls er etwas auszusetzen haben sollte, dieses ändern. Sollte sich einer von Euch in und um Stuttgart angesprochen fühlen, so nehmt mit mir Kontakt auf, ich werde sehen, was ich tun kann. ( Bitte jedoch nicht wegen jedem "Scheiß", der Mann ist wertvoll.

Gruß Heiko
Das geht auf keine Kuhhaut !

Ragnhild
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#5 Beitrag von Ragnhild » Mo 08 Nov 2004 20:44

Irendwelche Nachweise über Splittersicherheit oder Entflammbarkeit der Bauteile brauchst Du nicht, wenn Du mit gebräuchlichen Materialien arbeitest, wie z.b. Alu, GFK, Siebdruck, Multiplex ect.
Doch. War meinem heimischem Prüfer hier total wichtig, als ich ihm erklärte was ich vorhab. Befestigung und die Rahmen waren alle o.K. nur zur Abnahme soll ich unbedingt einen Nachweis auf Splitterfestigkeit und Brandverhalten mitbringen, wenn ich es dann mal als WoMo umschlüsseln lass. Nun laß ich mir die Platten in der Plalz ;-) draufstellen und dort geht es dann gleich zum TÜV, der hoffentlich dann mit allem einverstanden ist, was ich da so gebastelt hab.
.




***

Gebhard

#6 Beitrag von Gebhard » Di 23 Nov 2004 12:46

Hallo zusammen!

Und wie sieht's aus, wenn im Koffer doch 1 - 2 Sitzplätze sein sollten (Geländewagen mit Rahmen, Koffer komplett mit Fahrerraum verbunden)???

Gruß Gebhard

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#7 Beitrag von Leerkabinen-Wolfgang » Di 23 Nov 2004 12:56

Hi, Gebhart,

dj hat in seiner Kabine (siehe http://www.womobox.de/phpBB2/viewtopic.php?t=1548) ohne Probleme zwei Sitzplätze im Aufbau eingetragen bekommen - allerdings nur quer und rückwärts zur Fahrtrichtung. Ich glaube, was man eingetragen bekommt, hängt ganz maßgeblich vom Prüfer ab. Also nötigenfalls bei mehreren Prüfern nachfragen...

Viele Grüße
Leerkabinen-Wolfgang
die nächsten Festivitäten in http://www.Bodenheim.de:
erstes Juni-WE (05.-08.06.2020): Weinfest
04.-06.09.2020: Leerkabinen-Treffen
vierter Sept.-Samstag (26.09.2020): Weinprobe in den Weinbergen

Stellplätze vorhanden! Bei Fragen eMail/PN an mich

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#8 Beitrag von Sven Strumann » Mo 29 Nov 2004 13:19

Gutachten wegen Splittersicherheit wollen hier auch alle TÜVs haben. Ohne das geht nichts.
Als ich unseren T4 zum Bürofahrzeug umschreiben ließ, wollte ein TÜV sogar ein Gutachten über die Beleuchtungsstärke am Arbeitsplatz.

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