Mit dem Womo im Container über die Weltmeere...

Hier geht es um den Eigenbau einer Kabine oder eines Koffers
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Leerkabinen-Wolfgang
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Mit dem Womo im Container über die Weltmeere...

#1 Beitrag von Leerkabinen-Wolfgang » Mo 25 Okt 2004 12:55

Liebe Selbstbauer!

Möglicherweise können diese Hinweise hilfreich sein. Nutze selber seit über 30 Jahren ein WoMo, immer eigene Lösungen. Bei der letzten Lösung habe ich eine 4x4 Basis gewählt und ein Fahrzeug für die weltweite Verschiffung im Auge gehabt. Hinsichtlich der Maße habe ich mich auf die Transportmöglichkeiten mit Flat Rack (Grundmaße eines Containers, Höhe aber größer) konzentriert. So war/ist eine Verschiffung mit RoRo oder Containerschiff möglich. Diese habe ich auch inzwischen mehrfach durchgeführt.

Nun will ich wieder los und stelle fest: Ginge das Auto doch blos in einen normalen Container, dann wäre die Verschiffung einfacher und preiswerter. Es hat Veränderungen hinsichtlich der Transportbedingungen in der letzten Zeit gegeben.

Im Nachhinein hätte ich mein Auto besser mit einem Hubdach (oder einer anderen Lösung) ausrüsten sollen, dann hätte es in einem Container Platz gehabt.

Wer also gerade plant und an eine (spätere) Verschiffung in die fernen Ecken der Welt denkt, der kann ja mal darüber nachdenken. Auch auf einfachen Stahlscheiben statt auf Rädern kann man in den Container rollen, das spart schon Höhe, kann man bei der Planung ja berücksichtigen. Bei einem Allradfahrzeug reicht das zwar nicht, aber Lösungen gibt es hier auch.

Gruß

Fritz



P.S.: da Fritz z.Z. Schwierigkeiten hat, ins Forum zu kommen, hat er mir den Beitrag zur Veröffentlichung zugemailt, deshalb mein Logo bei diesem Beitrag...
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#2 Beitrag von agrupe » So 31 Okt 2004 02:27

Hi Wolfgang,

ich bin an einem Erfahrungsaustausch interessiert, da ich gerade die Verschiffung für Sommer 05 nach USA plane. Kannst Du mir die email-addy von Fritz geben?

Danke & Gruß

Andreas

P.S. An alle Interessierten: Mein bisheriger Stand für Ostküste hin & rück sind ca 4.500 € (Pickup & Kabine). Ein Mobil für 3-4 Personen für 2 - 3 Monate in USA mieten soll ca. 10.000 € kosten. Würg.

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#3 Beitrag von Leerkabinen-Wolfgang » Di 02 Nov 2004 11:34

Hallo, Andreas,

Privatshpäre ist mir heilig, deshalb gebe ich nicht einfach (eMail-)Adressen von Forumsteilnehmern weiter. Ich habe Fritz aber gebeten, sich mit Dir in Verbindung zu setzen...

Viele Grüße
Leerkabinen-Wolfgang
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#4 Beitrag von agrupe » Di 02 Nov 2004 11:47

No worries, mate!

Danke,

Andreas

Abgemeldeter User

USA - Kaufen statt mieten?

#5 Beitrag von Abgemeldeter User » Mi 03 Nov 2004 13:47

Für USA habe ich mal was drüber gelesen, daß man dort gebrauchte Womos kaufen könne mit Rückkaufgarantie durch den Verkaufenden. Wäre für Langzeitaufenthalte preislich interessant.
Quelle? Weiß nicht mehr genau - vielleicht ein Artikel in promobil oder ADAC? Anfragen kostet nicht so viel.

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#6 Beitrag von Leerkabinen-Wolfgang » Fr 05 Nov 2004 22:07

Noch einmal in Vertretung für Fritz:


Moin!

Ich habe mal (1998) mit einem Anbieter hinsichtlich Miete und Rückkauf zum Festpreis verhandelt (Firmensitz in Bramsche bei Osnabrück). Habe es ebenso mit Anbietern in Australien versucht. Die Sache lohnt sich nicht, zumindest dann nicht, wenn man ein WoMo hat und dies verschiffen kann. Die Tageskosten waren mir einfach zu hoch. Das mag aber auch eine Frage der Dauer des Aufenthaltes sein, ich hatte 6-7 Monate im Auge, habe dann aber verschifft. Der Preis für die Verschiffung ist kein Festpreis, es hat keinen Sinn, von 3000$ oder 5000$ zu sprechen. Die Reederei berechnet bei RoRO-Verschiffung die Frachtrate in Abhängigkeit vom Volumen. Containerpreis ist dagegen fest für eine Route, unterliegt natürlich dem Markt, über 50% Aufschlag in 5 Jahren. Es geht also um die Frage, wieviel $ kostet ein Kubikmeter. Dies ist auch noch abhängig vom Zielort (Entfernung).
Halifax, Baltimore ist preiswert (vielleicht zur Zeit um 45 $ pro Kubikmeter), Los Angeles kostet vermutlich das Doppelte, war zumindest mal so, als ich dorthin verschifft habe.

Gruß

Fritz
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#7 Beitrag von Sven Strumann » Mo 29 Nov 2004 13:22

Für Kanada kann ich Verschiffung mit Eimsskip empfehlen. Sehr preisgünstig nach Halifax.

Abgemeldeter User

Sooo hoch ist ein Container nicht.....

#8 Beitrag von Abgemeldeter User » Di 30 Nov 2004 13:10

Hallo Freunde, die Gewißheit, daß ein verschifftes Womo mit allen Teilen vollständig am Zielort ankommt, ist bei Roro nicht so furchtbar groß. Die Horrorstories von völlig demontierten Fahrzeugen sind nicht ohne realen Hintergrund.

Ich hatte mich mit einem Spediteur in L.A. mal wegen der Verschiffung eines 43 feet Winnebago, den ich preiswert kriegen konnte, unterhalten, der sagte, er verschiffe ausschließlich im Container, für Roro oder Decksfracht auf Stückgutschiffen in der Kiste bekäme er keine Versicherung mehr. 43 Fuß im 40 Fuß - Container, das war´s dann, zumal mir Kollegen von dem das bestätigten (Stand 1996).

Ein weiteres Problem ist die Höhe des Containers. Ein Alkoven-Mobil geht definitiv nicht rein, auch vollintegrierte müssen meist mit speziell dafür angefertigten Metallscheiben statt der Reifen reingeschoben werden.
Dann ist das Verzurren eine Kunst, wenn überall nur ein paar cm "Luft" zur Seite sind.

Ich habe vor einigen Wochen Gelegenheit gehabt, beim Verladen im Cotainerterminal in Antwerpen zuzusehen, weil ein Freund von mir als Captain einen 6.800 Container fassenden Pott fährt (Länge rd. 350 m, Breite 50 m, Höhe über Wasserlinie ca. 45 m plus Antennen, Tiefgang bis 18 m, ein Wahnsinnsteil, Verbrauch 260 t Bunker-C-Öl bei Marschfahrt 25 kn in 24 Stunden). Aus der untersten Ebene benötigt die Containerbrücke gerade mal 75 Sek bis zum Ansetzen auf der Pier, das für ca je 50 Höhenmeter rauf und runter und 150 m horizontale Entfernung. Also zärtlich gehen die mit den Dingern nicht gerade um, ich schätze mal, da kommen Stöße bis zu 3 G durch!

Wenn man die Risiken und die Kosten der Verschiffung des eigenen Mobils in Betracht zieht, ist beim Urlaub bis zu 6 Wochen die Miete drüben die eher bessere Lösung. Es lohnt sich m.E. nur, wenn man was in den Container "passendes" hat und mindestens 3 Monate unterwegs sein will, ggf. mit Fortsetzung in Australien oder Südamerika.

Gast

Re: Sooo hoch ist ein Container nicht.....

#9 Beitrag von Gast » So 02 Jan 2005 18:44

Hallo!

]Hallo Freunde, die Gewißheit, daß ein verschifftes Womo mit allen Teilen vollständig am Zielort ankommt, ist bei Roro nicht so furchtbar groß.

Das Gegenteil ist eher der Fall. Weltweit werden per RoRo täglich mehrere Tausend Fahrzeuge verschifft, die kommen (fast immer) heile an. Mein WoMo ist gerade unterwegs (6. Reise) und ich denke schon, dass es weitgehend heile ankommt. Bisher wurde mir aus dem Auto eine JAcke geklaut und eine Leselampe im Fahrerhaus abmontiert.

Die Horrorstories von völlig demontierten Fahrzeugen sind nicht ohne realen Hintergrund.

Das ist sicherlich richtig, aber viele (fast alle) Geschichten erzählen von einem Freund der einen Freund hat und der hat mal...........

Das Problem beim RoRo Transport ist nicht so sehr das Schiff, es sind die Zeiten im Hafen, Zugang zu den Häfen für potentielle Diebe, Personal dort etc. Bei den Reedereien gibt es insofern Unterschiede, das sie mit Besatzungen aus diversen (armen) Ländern fahren. Mit Wallenius-Wilhelmsen gibt es kaum Probleme, mit NYK auch nicht, HUAL soll schlimmer sein (hörte ich)



Ich hatte mich mit einem Spediteur in L.A. mal wegen der Verschiffung eines 43 feet Winnebago, den ich preiswert kriegen konnte, unterhalten, der sagte, er verschiffe ausschließlich im Container, für Roro oder Decksfracht auf Stückgutschiffen in der Kiste bekäme er keine Versicherung mehr. 43 Fuß im 40 Fuß - Container, das war´s dann, zumal mir Kollegen von dem das bestätigten (Stand 1996).


Ich kann das nicht verstehen und beurteilen. Habe selber Ende 1998 von USA mein WoMo zurückgebracht nach Bremerhaven ohne jegliches Problem, auch Versicherung war kein Problem.

Bezahle derzeit für den Transport 100 Euro Versicherung für eine 36 bis 38 Tage dauernde Reise.


Ein weiteres Problem ist die Höhe des Containers. Ein Alkoven-Mobil geht definitiv nicht rein,

AUch das geht eventuell. Ein Freund hat ein Alkovenmobil auf Ford Transit Basis (Hersteller?), wenn die Räder ab sind und Stahlscheiben zum Rollen dran sind, dann geht der in einen Container und ist so schon von Australien nach Bremerhaven gekommen.


Dann ist das Verzurren eine Kunst, wenn überall nur ein paar cm "Luft" zur Seite sind.


Da hast du zu 100 % recht.



Ich habe vor einigen Wochen Gelegenheit gehabt, beim Verladen im Cotainerterminal in Antwerpen zuzusehen, weil ein Freund von mir als Captain....... Aus der untersten Ebene benötigt die Containerbrücke gerade mal 75 Sek bis zum Ansetzen auf der Pier, das für ca je 50 Höhenmeter rauf und runter und 150 m horizontale Entfernung. Also zärtlich gehen die mit den Dingern nicht gerade um, ich schätze mal, da kommen Stöße bis zu 3 G durch!

Alles kein großes Problem. Ich habe selber als Ing. auf Handelschiffen mein Geld verdient und kenne so etwas den Betrieb. Mit den Container kommt doch der "ganze elektronische Käse" zu uns, das Zeug bleibt heile.


Gruß


Fritz

Mc Nab
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#10 Beitrag von Mc Nab » Mo 28 Nov 2005 16:32

Hallo Leute,
Nach dem ich alles über die Such-Funktion in Erfahrung gebracht habe möchte ich euch um Rat bitten.

Ich verlege Ende Jänner nach Australien (nachdem ich hier meinen Job+Wohnung aufgegeben habe). Jetzt gibt es 2 Möglichkeiten dafür: Entweder meinen Mitsubishi L200 (2,5 TD) verschiffen und dazu noch einen Anhänger (sogenannte campervans) anschaffen die man hochklappt und mit Küche+Schlafmöglichkeit ausgestattet sind. ". Variante= drüben einen Landcruiser mit 300tkm kaufen und den Anhänger dazu. Seit ca 2 Monaten beobachte ich den Gebrauchtwagen-Markt aber es ist eher unbefriedigend was man so für sein geld bekommt zumal die Karre dann ohne Ausrüstung dasteht. Da flammt der gedanke der Überstellung wieder auf und ich wollte mal fragen ob ihr mir Adressen von seriösen Reedereien nennen könnt damit ich dort die dementsprechenden Anfragen stellen kann.

Lg aus Wien
Ein Schiff ist nicht für den Hafen gebaut

Fritz
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#11 Beitrag von Fritz » Mo 28 Nov 2005 22:07

Hier nun eine etwas ausführliche ANtwort auf dein Problem.



Deutschland Neuseeland, Australien ist vergleichbar, gleiche Reedereien oder Agenten anfragen

Verschiffung möglich mit HUAL (http://www.hual.com/),
NYK (http://www2.nykline.com/home/index.html) und Wallenius Wilhelmsen (www.2wglobal.com)per RoRo (andere kenne ich nicht), aber auch über Contship (http://www.contship.com/new_home_page/c ... whome.html)
und Hamburg Süd (und sicherlich weitere) möglich per Container oder Flat Rack. Genereller Service/Vermittlung wird auch geboten durch: www.roro-service-center.de
Auch mit „AFL Logistic , König-Georg-Deich 2, 21107 Hamburg,040 7420013-10“ habe ich positive Erfahrung gesammelt.
Ich habe mit Wallenius (WW) per RoRo direkt nach Auckland verschifft (früher aber auch schon mit Hamburg Süd per Flat Rack nach Sydney)
Die Passage von Bremerhaven dauert ca. 32 bis 34 Tage und hat im Dezember 2004 ca. 135 US $ per Kubikmeter gekostet. Der Ablauf ist einfach, ein Spedition etc. war nicht erforderlich, direkter Kontakt mit den WW Angestellten in Bremerhaven, Auto anliefern (ein Tag vor Abfahrt des Schiffes war o.k). WW hält sich an ISPS, Mitnahme persönlicher Effekten verboten, Kontrolle in Bremerhaven aber fair. Wer sein Auto kennt, kennt auch Verstecke. Aber die Mitnahme von Schlauchboot mit Motor wäre problematisch geworden. Weder NYK noch HUAL sprachen diesen Punkt an. NYK hätte das Auto Umladen müssen, Preis wäre mit WW weitgehend identisch gewesen. Umladen bedeutet, Auto steht im Hafen, Diebstahlsgefahr. (Habe ich bei NYK schon erlebt, 14 Tage in Thailand im Hafen stand das Auto, es wurde geklaut in der Zeit, wenn auch unbedeutend bezüglich des Wertes)

Ankunft Neuseeland. Gang zur Reederei am Montag und dort 306 NZ $ bezahlen, Papiere bekommen. WW vereinbart für uns einen Termin mit dem MAF (also Quarantäne) am Dienstag 11 Uhr. Wir gehen am Montag zum Zoll, das Carnet wird gestempelt, das Auto ist quasi eingeführt, steht im Hafen, kein Zöllner hat es gesehen in unserem Beisein. Dann am Montag noch zum AA und das Auto anmelden. Das dauert auch nur 20 Minuten und kostet ca. 100 NZ $ für 6 Monate. Haftpflicht für Personenschäden eingeschlossen, aber keine „Third Party Insurance“ AA bietet das an, Mindestdauer 6 Monate und doppelt so teuer (etwa 450 NZ $) wie die Alternative NAC.
Unser Auto ist also am Montag zugelassen, steht noch im Hafen. Am Dienstag der Termin mit dem MAF (kostet 45 NZ $), Kontrolle verläuft fair, mehr Fragen (nach Zeltausrüstung, Angelausrüstung, Lebensmittel etc.) als gründliche Durchsuchung. Der MAF Inspektor gibt uns die notwendigen Papiere (außerhalb des Hafens) und damit gehe ich zur Hafeneinfahrt, will mein Auto holen. So einfach geht das nicht. Ich werde aber als Besucher registriert, bekomme einen Ausweis und ein Shuttelbus bringt mich zu P&O im Hafen. Die schauen sich die Papiere an, machen Kopien, bringen mich zum Auto. Da dies nicht anspringt (Batterie leer) wird noch Starthilfe organisiert und ich fahre mit dem Auto zur Hafenausfahrt. Als Besucher registriert, als Autofahrer wieder raus. Dies geht so eigentlich nicht, da Autos unter 3,5 t nur über einen zugelassenen „Autotransporteur“ den Hafen verlassen dürfen (keine Selbstabholung erlaubt).
Versicherung des Autos steht noch an. Alle Versuche zu NAC (National Automobil Club, Whangarei) von Deutschland aus Kontakt, aufzunehmen blieben ohne Reaktion. Jetzt nur ein Anruf, 45 Minuten später ist im Hotel (Fax) der Versicherungsantrag angekommen. Ausfüllen, unterschreiben und zusammen mit einem Scheck (bei uns war es eine Postanweisung, Kreditkarte geht nicht)abschicken. Kostete 112,5 NZ $ für 6 Monate. Versicherung nennt sich „Jetsetter- bzw. Backpacker Insurance“
Angeblich (las ich mal in einer Info) versichert NAC keine Autos über 2,8 t. Mich frage niemand nach dem Gewicht.
Autos über 3,5 t bezahlen noch eine „Road Charge“ bei der Zulassung.
Normalerweise müsste man noch zum TÜV (WOF), da das aber für die Anmeldung nicht notwendig war, habe ich darauf verzichtet. Polizeikontrolle erlebte ich nie.



Neuseeland-Australien

ANZDL (WWW.anzdl.com) und Wallenius Wilhelmsen (WW) kommen hier als RoRo Anbieter in Frage. Andere kenne ich nicht.
Ich habe mit WW von Auckland nach Melbourne verschifft. Ausschlaggebend dafür war letztlich die Tatsache, dass das Schiff von WW nur 4 Tage benötigte. Bei anderen Reisen dieser Reederei können es auch 9 Tage sein. Weitere Gründe für mich waren: Ich habe mehr Vertrauen zu WW (habe öfter mit denen verschifft), das Angebot war auf den $ klar spezifiziert (ANZDL sagte bei persönlicher Vorsprache: Etwa 2500-2600 NZ $ plus Nebenkosten), das Auto konnte länger genutzt werden (ANZDL: 5 Tage vorher abliefern) und WW wollte nicht unbedingt einen Agenten einschalten, wir haben also den Ablauf selber organisiert. Für ANZDL spricht aber: Die Mitnahme persönlicher Effekten ist kein Problem, es wird lediglich darauf hingewiesen, dass die Gefahr des Diebstahls besteht und man wertvolle Gegenstände nicht sichtbar liegen lassen soll.
WW ist hier anders, verbietet die Mitnahme persönlicher Effekten (wegen ISPS), gestattet aber (fast?) alles was so zum WoMo gehört. Küchenzubehör, Wäsche, Kleidung, Schlafzeug, Dinge des täglichen Bedarfs. Das wird vor Ausreise kontrolliert und dafür werden 400 NZ $ berechnet.
In Doppelböden habe ich einiges Versteckt was mir kritisch erschien.

Ablauf:
Den ganzen Kontakt mit WW in Auckland haben wir per Internet über email abgewickelt. Es scheint wirklich erforderlich (Nicht nur für dem Export von Auckland, auch für den Import in Melbourne), dass man in Australien eine Adresse hat. Wir haben die von einem Caravanpark in Melbourne (big4, Elisabethstraße) angegeben und dort auch in einer Cabin für einige Tage gewohnt um die Einfuhr des Autos zu organisieren.
Am Montag dann bei WW in Auckland ins Büro, Fracht und Nebenkosten zahlen und für Mittwoch (durch WW) einen Termin mit dem Security
Inspektor an der Hafeneinfahrt vereinbaren. Dann am Montag noch zum Zoll, das Carnet wird , ausgestempelt, mit dem Auto fahre ich aber noch rum.
Am Dienstag das Auto gründlich waschen, auch (vor allem, wegen der Quarantäneinspektion in Melbourne) von unten.
Am Mittwoch Kontrolle durch den Inspektor, freundlich, nett, fair, aber nicht oberflächlich, auch nicht sehr gründlich. Auto im Hafen bei P&O abgeben. Das war es.
Dieser Inspektor hat zwar 400 $ gekostet, aber auf die Art konnte ich mein Auto selber in den Hafen fahren. Dies ist laut Verordnung für Autos unter 3,5 t nicht möglich, es muss ein zugelassener Autotransporteur eingeschaltet werden. ANZDL gibt auf seinem Merkblatt gleich 5 Firmen für diesen Dienst an, die dann natürlich kassieren.

Gesamtkosten für ein WoMo von 36 Kubikmeter Rauminhalt: 2985 NZ $, die reine Frachtrate belief sich zu dem Zeitpunkt auf 60 NZ $ per Kubikmeter plus Bunkercharge von etwa 10 %.auf diesen Preis.

Ankunft Melbourne

Am Freitag zu WW ins Büro, dort etwa 40 AUS $ zahlen, Papiere bekommen. Damit zum Zoll. Es wird ein Termin für Montag 11 Uhr an der Hafeneinfahrt vereinbart. Quarantäne (AQIS), im gleichen Gebäude, am gleichen Schalter, aber Bürokraten. Termin für Dienstag 11.30 Uhr (vorher zahlen, ca. 130 AUS $) Dann am Freitag noch zur Zulassungsstelle (VIC ROADS, Lygon Str. 459, Stadtteil Carlton, www.vicroads.vic.gov.au, eine andere Adresse: www.dotrs.gov.au)). Es gab 15 Schalter, als wir dran waren blickte der Mann nicht durch, Chef holen. Der nimmt das ungestempelte Carnet, die Deutsche Zulassung -die Internationale hatte ich nicht in der Tasche- und den Paß, nach 20 Minuten hatten wir die Zulassung und 205 AUS $ für 6 Monate gezahlt. Der Betrag schließt eine Haftpflicht für Personenschäden ein, nicht für Sachschäden. Das Auto stand noch im Hafen, das Carnet war nicht gestempelt, aber so kann es gehen. Laut Vorschrift hätten wir hinten ein Schild mit „ LEFT HAND DRIVE“ (75 mm große Buchstaben!) haben müssen. Hat der Chef wohl vergessen.
Die Kontrolle durch den Zoll dauerte dann 5 bis 10 Minuten, am Dienstag die Kontrolle durch AQIS ebenfalls 10 Minuten. Jeweils 2 Personen waren amtlich tätig. Am Dienstag gehe ich im Hafen (dort sitzt auch AQIS) mit den Papieren zu einem Büro, warte wie andere auch, bin nach 30 Minuten dran, gebe Papiere ab, bekomme andere und den Autoschlüssel. Gehe zu meinem Auto und fahre zum Gate, gebe Papiere ab, ebenso die Warnweste, den Besucherausweis und die Schranke öffnet sich für mich. Ich bin im Straßenverkehr von Melbourne. Es fehlt lediglich noch eine allgemeine Haftpflichtversicherung. Bei einer früheren (2001) Reise haben wir so einige Erfahrungen gesammelt. Sind jetzt Mitglied im Campingclub Australien (CMCA: www.cmca.net.au)geworden und haben über diesen Club eine Versicherung abgeschlossen bei einem Versicherungs-Broker. Das war Ken Tame&Associates PTY LTD in Melbourne, Stadtteil Kew in der High Street 79-83. Den ganzen Zinober haben wir im Vorfeld per email (kent at kentame.com.au) geklärt. Die Versicherung erfolgt bei Lumley General Insurance Limited, 99 King Street, Melbourne, Tel. 0386274333, Fax. 0386274312. Da waren wir auch 2001 über „Kings Cross Car Park“ in Sydney versichert. Jetzt über den CMCA zahlen wir für eine Haftpflicht und quasi eine Vollkaskoversicherung 215 AUS $ für 6 Monate. Eingeschlossen ist noch so was wie bei uns der ADAC-Schutzbrief. Der Ablauf vereinfacht sich, wenn man den Versicherungsrabatt aus der Deutschen Haftpflicht und den Wert des WoMos nachweisen kann. Da der Abschluss im Vorfeld aus Deutschland möglich ist, ist dieser Nachweis ja auch kein Problem.
Andere Versicherungen laut RACV: OAMP (Tel 1800240432) und Just Car Insurance (Tel 13 13 26 in Melbourne)




Hamburg-Sydney

In 2000 habe ich von Hamburg nach Sydney verschifft. Diesmal nicht RoRo sondern per Flat Rack mit Hamburg Süd via Panama-Kanal (Umladen).
Ankunft in Seydney:
Gang zur Reederei (Montagmorgen), diese beauftragt nach Rücksprache mit mir (in meinem Namen) eine Spedition, dieses „Flat Rack“ mit dem Auto darauf aus dem Hafen zu holen. Ich gehe am Montag zum Zoll und vereinbare einen Termin für Dienstag auf dem Speditionsgelände. Der Zoll telefoniert mit der Quarantäne, die haben zum gleichen Termin auch Zeit.
Am Dienstag Kontrolle des Autos. Der Zoll ist zufrieden und füllt das Carnet aus, die Quarantäne verlangt eine Nachreinigung. Man hat Erde am Unterboden gefunden. Am Dienstagnachmittag verlasse ich mit dem Auto das Speditionsgelände (keine Anmeldung, keine Versicherung, ich bin auf den Straßen Sydneys) und fahre einige km zu einer Werkstatt, die die notwendige „TÜV-Prüfung“ (Green Slip, oder so ähnlich heißt das Dokument was man dann bekommt) vornehmen will.
Am Mittwoch habe ich diesen Zettel und fahre zur Zulassungsstelle. Die wollen das Carnet, die Freigabe durch die Quarantäne und die TÜV-Prüfung sehen. Ich bekomme meine Zulassung.
Die Versicherung (Thirt Party Insurance) schließe ich über Kings Cross Car Park
ab. Ein Fax hin zur Versicherung mit meinen Daten, ein Fax zurück und ich bin versichert. Am Mittwochnachmittag beginnt die Reise mit dem eigenen Auto und Deutscher Zulassung.



Dauerhafte Registrierung/Anmeldung/Zulassung eines LHD Fahrzeugs mit Australischem Nummernschild.
Eigentlich ist dies nicht möglich, das LHD Fahrzeug darf mit Carnet 1 Jahr genutzt werden, dann hat die Ausfuhr zu erfolgen oder es ist umzurüsten auf RHD bzw. zu verschrotten. So kannte ich es bislang.
Ich sprach darüber mit einem (wie mir schien) informierten Australier. Demnach gibt es eine Variante. In Nordaustralien (Darwin) werden LHD Fahrzeuge zugelassen, wenn es sich um das Fahrzeug einer Firma, eines Selbständigen handelt. Der Ausi sagte sinngemäß: Bist halt selbständig, meldest das an, handelst mit Löffeln oder Gabeln, egal. Das in Nordaustralien angemeldete Auto darf dann natürlich im ganzen Land fahren. Was mir nicht ganz klar ist (habe auch nicht nachgefragt), gilt das nun für den „NichtAusi“ der sich in Nordaustralien selbständig macht und seinen „Firmenwagen“ mitbringt, oder auch/oder nur für den Einheimischen?


Australien Deutschland.

2001 habe ich von Brisbane mit NYK per RoRo nach Bremerhaven verschifft. Damalige Kosten etwa 100 US $ per Kubikmeter Frachtvolumen. Der Preis war weitgehend identisch mit dem des Hinweges per Containerschiff (Flat Rack) von Hamburg nach Sydney.

Jetzt in 2005 ist der Transport mit NYK nicht mehr möglich. Wallenius fährt regelmäßig nach Bremerhaven, die Kosten belaufen sich aber auf gut 200 US $ per Kubikmeter. Wallenius in Melbourne verlangt die Einschaltung eines Freight Forwarders (im Gegensatz zu Bremerhaven und Neuseeland). Der kostet schon ca. 20 US $ pro Kubikmeter. Ich werde mit Containerschiff per Flat Rack zurückverschiffen. Gegenüber Wallenius spart das etwa 3000 US $.

Mein Auto ist zur Zeit auf dem Rückweg von Australien, wieder mit einem Flat Rack.


Gruß

Fritz



Mc Nab hat geschrieben:Hallo Leute,
Nach dem ich alles über die Such-Funktion in Erfahrung gebracht habe möchte ich euch um Rat bitten.

Ich verlege Ende Jänner nach Australien (nachdem ich hier meinen Job+Wohnung aufgegeben habe). Jetzt gibt es 2 Möglichkeiten dafür: Entweder meinen Mitsubishi L200 (2,5 TD) verschiffen und dazu noch einen Anhänger (sogenannte campervans) anschaffen die man hochklappt und mit Küche+Schlafmöglichkeit ausgestattet sind. ". Variante= drüben einen Landcruiser mit 300tkm kaufen und den Anhänger dazu. Seit ca 2 Monaten beobachte ich den Gebrauchtwagen-Markt aber es ist eher unbefriedigend was man so für sein geld bekommt zumal die Karre dann ohne Ausrüstung dasteht. Da flammt der gedanke der Überstellung wieder auf und ich wollte mal fragen ob ihr mir Adressen von seriösen Reedereien nennen könnt damit ich dort die dementsprechenden Anfragen stellen kann.

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#12 Beitrag von Fritz » Mo 28 Nov 2005 22:12

Hallo!
Noch ein Hinweis.
Wenn du in Australien (länger) wohnen willst, kannst du dein Auto auch hier lassen, du kannst es lediglich ein JAhr mit einem Carnet nutzen, danach bekommst du es nicht zugelassen wenn es sich um einen Linkslenker handelt.
Es soll lediglich für Oldtimer eine Ausnahme geben, angeblich auch für Selbständige ausländische Unternehmer mit Zweiniederlassung in Nordaustralien. Gerüchte die ich hörte.

Gruß
Fritz


Mc Nab hat geschrieben:Hallo Leute,
Nach dem ich alles über die Such-Funktion in Erfahrung gebracht habe möchte ich euch um Rat bitten.

Ich verlege Ende Jänner nach Australien (nachdem ich hier meinen Job+Wohnung aufgegeben habe). Jetzt gibt es 2 Möglichkeiten dafür: Entweder meinen Mitsubishi L200 (2,5 TD) verschiffen und dazu noch einen Anhänger (sogenannte campervans) anschaffen die man hochklappt und mit Küche+Schlafmöglichkeit ausgestattet sind. ". Variante= drüben einen Landcruiser mit 300tkm kaufen und den Anhänger dazu. Seit ca 2 Monaten beobachte ich den Gebrauchtwagen-Markt aber es ist eher unbefriedigend was man so für sein geld bekommt zumal die Karre dann ohne Ausrüstung dasteht. Da flammt der gedanke der Überstellung wieder auf und ich wollte mal fragen ob ihr mir Adressen von seriösen Reedereien nennen könnt damit ich dort die dementsprechenden Anfragen stellen kann.

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#13 Beitrag von Mc Nab » Di 29 Nov 2005 23:10

Hallo aus Wien,
Ich muss sagen daß das die absolutr längste und ausführlichste Antwort ist die ich je in einem Forum bekommen habe :shock: !!!DAAANNNKE!

Ich werd mir jetzt gleich deine Antwort ausdrucken und bei einer Tasse Café durchlesen....
Ein Schiff ist nicht für den Hafen gebaut

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#14 Beitrag von Mc Nab » Mo 05 Dez 2005 12:38

So-hat zwar etwas gedauert aber ich bin nun durch. habe mir inzwischen zwei Angebote eingeholt wobei keines der beiden unter 3000€ für eine Richtung war exclusive irgendeiner Transportversicherung!RoRo wurde mir dringend abgeraten deshalb waren das Angebote für einen Container. Bei Verschifungskosten von über 6000€ (ohne Hafengebühren und Zulassung in Down Under) tendiere ich stark zu der Variante das Fahrzeug unten zu kaufen und wieder zu verkaufen-leider! Mein Pick Up hat grad mal 160tkm oben mit neuer KUpplung...unten wirds wohl ein Hj6 werden bzw ein HJ7 mit Ausbau den ich dann mit einem geringen Wertverlust weiterverkaufen kann. Aber zum Trost gehts ja nach der Rückkehr-Sommer 2006 zuerst ans Nordkapp und dann gleich weiter nachB Griechenland ;-) Vielen Vielen Dank aber nochmal für deine ausführliche Beschreibung der Überschiffungsmöglichkeiten.

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Containermaße

#15 Beitrag von Fritz » Mi 25 Jan 2006 18:17

Hallo!

Vielleicht ja ein geeigneter Abschluß zu dem Thema oder einfach eine Ergänzung.

Containermaße finden sich hier http://www.tis-gdv.de/tis/containe/inhalt2.htm und ich kann nur erneut empfehlen bei dem Gedanken an eine Verschiffung zumindest die Breitenmaße für einen Open Top bzw. für ein Flat Rack einzuhalten.

Fritz

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