Tips für reisen mit Hund durch Europa?

Gleich ob der schönste Weg durch die Alpen gesucht wird oder nur die abwechslungsreichste Strecke zwischen Castrop-Rauxel und Wesel.
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Anne
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Tips für reisen mit Hund durch Europa?

#1 Beitrag von Anne » Mo 27 Sep 2004 22:50

Hallo!
Habe vor ab Januar 2005 ein ganzes Jahr durch Europa zu reisen. Habe gehört, dass das mit Hund gar nicht so einfach ist mit den ganzen verschiedenen Einreisebetimmungen. Zum Beispiel darf das Gesundheitszeugnis nicht älter als 2 Wochen bei der Einreise sein usw. Das würde also bedeuten, dass man in jedem Land ein neues Gesundheitszeugnis beantragen muß.
Stimmt das? Hat jemand andere Erfahrungen gemacht? Es gibt doch mehr Leute, die mit Hund reisen. Wie machen die das denn?
Freue mich über Antworten.
Gruß Anne

Joe

#2 Beitrag von Joe » Mo 27 Sep 2004 23:21

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Zuletzt geändert von Joe am Fr 28 Okt 2005 10:04, insgesamt 1-mal geändert.

hwk
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#3 Beitrag von hwk » Di 28 Sep 2004 10:12

Hallo Anne,

England ist hier sicherlich (wie leider auch einigen nordische Länder) die Ausnahme, da hier die Angst vor der Tollwut herrscht und bis vor kurzem auch eine Einreise mit Hund fast unmöglich war.

Ich kann hier nur Erfahrungen bei der Reise nach Italein, Frankreich, Spanien, Dänemark und Österreich beitragen. Hier galt: Tollwutimpfung mindesten 30 Tage alt (sofern noch kein Impfschutz durch eine vorhergehende Impfung bestand) und maximal 1 Jahr alt. Der Impfausweis (internationaler Impfsusweis für Hunde bzw. Katzen) hat gereicht. Dieser Impfausweis ist aber geändert worden => daher bitte den neuen mitnehmen bzw. ausstellen lassen, der alte gilt nicht mehr.

Chip oder Tätonummer ist hier Pflicht !!

Bisher wurden wir aber noch nicht nach diesem Ausweis gefragt.

Bei der Reise in die nordischen Länder (hier Schweden und Norwegen) sollte man sich erkundigen, damit es keine bösen Überraschungen gibt, ebenfalls gibt es abweichende Regelungen für die östlichen Länder.

Besten Gruß und eine schöne Reise

HWK

Bobby Shaftoe
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#4 Beitrag von Bobby Shaftoe » Di 28 Sep 2004 15:25

zu den einreisebestimmungen in EU-länder:
die einreise ist seit juli 2004 sehr stark vereinfacht worden, ausnahmen finden sich aber nach wie vor in skandinavien und england. wer ins EU-land verreist, muss einen sogenannten hundepass mitführen. darin sind alle impfungen dokumentiert. darüber hinaus muss der hund gechipt oder tätowiert sein.
mehr infos hier:
http://www.bello-media.de/wissen/recht/hundepass.html
http://www3.verbraucherministerium.de/i ... 8D816.html

bei fahrten nach südeuropa solltest du beachten, dass vor allem in küstenregionen die leishmaniose-verbreitung immens ist. leishmaniose ist eine durch einzeller ausgelöste infektionserkranung, die durch die sandmücke übertragen wird und mit der malaria verwandt ist. die verbreitung der leishmaniose liegt beispielsweise bei hunden auf mallorca bei geschätzten 60 prozent. bei menschen ist die leishmaniose heilbar, bei hunden und anderen tieren dagegen jedoch bisher noch nicht (wobei es auch dort bereits gute therapieerfolge gibt). viele hunde sind infiziert, zeigen jedoch keine symptome. ist allerdings das immunsystem durch andere ursachen geschwächt (unfall, kastration), kann die leishmaniose ausbrechen. typische symptome sind hautläsionen, durchfall, mattheit. ohne therapie kann die leishmaniose in diesem stadium zum tod führen. viele hunde erholen sich trotz therapie nicht mehr vollständig.

das soll nicht heissen, dass du mit deinem hund nicht in den süden fahren sollst, aber du solltest folgende tipps beherzigen:

sandmücken sind nachtaktiv (1 stunde vor sonnenuntergang gehts los), sehr windempfindlich und haben sehr kurze flugstrecken. sandmücken kommen deshalb in einer höhe ab 2 metern nicht mehr vor. der hund sollte deshalb am besten nicht auf bodenhöhe schlafen. empfohlen ist unbedingt ein moskitonetz, wobei du darauf achten solltest, dass die maschen möglichst eng sind (< 4 mm).

vor der sandmücke schützt das protectorhalsband scalibor, das allerdings in deutschland noch nicht so verbreitet ist. viele tierärzte in deutschland sind leider mit der leishmaniose sehr unerfahren. wenn du scalibor von deinem tierarzt nicht bekommst, solltest du andere ärzte fragen. der wirkstoff in scalibor ist übrigens auch in shampoo-form erhältlich. wichtig bei scalibor ist, dass der hund bereits zwei wochen vor reiseantritt behandelt wird.

grundsätzlich solltest du deinen tierarzt konsultieren, der sollte bescheid darüber wissen, welche anderen mittelmeerkrankheiten eine impfung erfordern (z.b. erlichiose, babesiose).

mehr infos findest du auch hier:
http://leishmaniose.de/hundeschutz.html
http://www.tierheimspanien.de/pages/krankheiten.html
http://www.4pfoten-2beine.de/krankheiten.html

Anne
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#5 Beitrag von Anne » Di 28 Sep 2004 21:37

Hallo!
Vielen Dank für Eure Antworten. Bin schon etwas schlauer geworden.
Gruß Anne

Abgemeldeter User

Da muß ein Lob raus.....

#6 Beitrag von Abgemeldeter User » Do 30 Sep 2004 12:27

Hallo Bobby Shaftoe,

einen so kurzen und dennoch alles wichtige erwähnenden Beitrag über diese gefährlichen Tierkrankheiten habe ich selten gelesen. Super und danke!

Vielleicht sollte man an dieser Stelle mal einen Hinweis für Tierheime und Leute, die sich Hunde aus dem Mittelmeerraum mitbringen wollen, richten:

So traurig das Einzelschicksal eines Hundes und so groß das Mitleid eines Tierfreundes auch sein mag, Leishmaniose positive Tiere haben hier in Deutschland nichts zu suchen!!!! Wir hatten lange nichts mit diesen Parasiten nichts zu tun, warum sie also zu Lasten der hier lebenden Hunde einschleppen? Dem Vernehmen nach soll es in der Gegend von Kornwestheim schon übertragende Sandmücken geben. Und wer kann schon sicher sagen, ob eine hier heimische Mückenart sich nicht auch als Überträger eignen könnte, wenn sie mal einen Leishmaniosehund gestochen hat?

Bobby Shaftoe
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#7 Beitrag von Bobby Shaftoe » Do 30 Sep 2004 12:48

hmmm, sehr schwieriges thema. den tierschützern bläst ohnehin ein harter wind entgegen, einerseits von den leuten, die das thema tierschutz nicht nachvollziehen können, andererseits von leuten, die nicht verstehen, warum man überhaupt tiere aus dem ausland vermittelt. aber das ist eine andere geschichte.

ich vermittle selber hunde aus mallorca und ibiza und habe vor einigen wochen neun hunde aus rumänien geholt. unsere hunde werden auf mittelmeerkrankheiten getestet und (soweit machbar) geimpft, dazu kommen impfungen und tests für andere krankheiten wie parvovirose oder zwingerhusten.

grundsätzlich bin ich gegen die einfuhr von positiven hunden, allerdings sollte man nicht vergessen, dass ein großteil der spanischen bevölkerung ebenfalls leishmaniose-positiv ist. das problem ist also ganz und gar nicht in den griff zu bekommen, indem man die einfuhr von positiven hunden verbietet. man muss das übel bei der wurzel packen und die forschung intensivieren. leishmaniose ist keine neue krankheit sondern seit mehr als hundert jahren bekannt und dokumentiert. in der humanmedizin ist sie bereits heilbar. was fehlt, ist ein medikament für die veterinärmedizin, mit dem man die krankheit nicht nur eindämmen, sondern vollständig heilen kann.

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