Eigenwandaufbau ohne Tragprofile

Hier geht es um den Eigenbau einer Kabine oder eines Koffers
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helme
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Eigenwandaufbau ohne Tragprofile

#1 Beitrag von helme » Do 18 Mär 2004 14:27

Hallo,
Ich bin neu hier und lese immer wieder über den Eigenbau von Sandwichwänden mit zusätzlichen Rahmenprofilen.
Warum noch diese Rahmenprofile?
Man könnte doch einfach die Deckschicht (Alu oder GFK) mit Styrodur und der inneren Schicht (GFK oder Holz) mittels Körappur 666 verkleben. Die Verklebung dürfte auch ohne Vakuumpresse (nur mit leichtem Anperessdruck) eine deutlich höhere Festigkeit haben als das Styrodur, sodaß die Verklebung sicher nicht die Schwachstelle ist. Gekaufte Sandwichplatten sind zudem mit Pu gefüllt, welches noch geringere Festigkeitswerte hat als Styrodur.
Um zu vermeiden, daß sich beim verkleben Luftblasen bilden könnte man in das Styrodur im Abstand von ca 10cm Längsrillen einschneiden, über die die Luft entweichen kann.
Die Verbindung der Platten könnte dann mit Standartwinkeln erfolgen.
Das Ganze wäre dann ein sich schon über Jahre bewährter Wandaufbau.
zum einem Preis von ca.. 20-.25.-€/qm.

Was haltet Ihr davon?
Habe ich einen Denkfehler ?

Vielen Dank für eure Meinung
Helme

Ronny

Eigenwand

#2 Beitrag von Ronny » Do 18 Mär 2004 16:39

Hallo helme,
folgende Probleme sehe ich hierbei:
Die Styrodurplatten gibt es nur in bestimmten Abmessungen, genauso wie Holz und Alu. D.h. Du hast in Deinem Sandwich Stoßverbindungen, die potentielle Schwachstellen sind. Auch bei GFK wird es das gleiche sein. Auf Styrodur beidseitig 2-3mm dicke GFK Schichten selber aufzulaminieren ist zwar sicher möglich, ob man damit aber billiger wegkommt bezweifle ich.
Auch kenne ich den Kleber nicht, die unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten von Alu, Styrodur und Holz könnten ein Problem sein.
Mal gespannt, was die anderen so meinen.

Viele Grüße,
Ronny

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frebeka
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#3 Beitrag von frebeka » Do 18 Mär 2004 17:50

Hallo,

ich kenn die Materialien, ein Kabinenhersteller baut so ähnlich Sandwich-Platten (Gfk-PU-Gfk), allerdings mit Unterdruckpresse bis 10 Meter.
Die Gfkschicht ist Rollenware, die PU- Platten sind alle 10 cm eingeschnitten, wegen der Luftentweichung beim Pressen.
Die Presse hat jedoch einen ebenen Boden, die Deckschicht wird mit Sperrholzplatten beschwert und per Unterdruck verpresst.
Diese Aktion kann ich mir als Selbstbau nicht vorstellen, es soll ja glatt aussehen, wenn es fertig ist.
Ach ja, damit sich die Wand beim Pressen nicht verzieht, sind die Innen und Aussenschichten unterschiedlich gerollt!
freundliche Gruesse aus der Suedpfalz

www.frebeka.de

Gast

#4 Beitrag von Gast » Do 18 Mär 2004 21:05

Ich ahbe mal eine Weile bei Bimobil gearbeitet. Da wurde ein Alurahmen geschweist schon wegen der Verbindung mit den anderen Bauteilen, eine
Lage Pappelsperholz Rahmen darauf, Körapur, Styrodur ohne Einschnitte.
Körapur,Alublech.
Das Ganze auf einem Tisch, darauf wurde ein Rahmen mit einer LKW Plane abgesenkt und verspannt und für 12 Stunden mit einer Unterdruckpumpe abgesaugt.
Die Kabinen sind extrem stabil.

helme
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#5 Beitrag von helme » Fr 19 Mär 2004 09:53

Hallo,

vielen dank für die schnellen Komentare.
Hierzu meine Gedanken

Zur verschiedenen Wärmeausdehnung:

Die gleiche Problematik besteht bei gekauften Sandwichplatten. Die auftretende Wärmeausdehnungen werden durch Spannungen im Material und Durchbiegung nach Innen oder Außen aufgefangen. Also auch hier wieder entscheidet das schwächste Material also das Styrodur.

Zu den kleinen Formaten:

Die aüßere Deckschicht (Alu 1mm ) wollte ich stumpf im Abstand von ca. 2mm stoßen und innen einen Alublechstreifen aufkleben (Körapur), so dass eine Überlappung entsteht. Die Festigkeit der Verbindung ist dann abhängig von der Klebefläche. Ich denke dass bei 10 cm Überlappung auch hier die Festigkeit der Verbindung größer ist als die von Alu.
Damit das Styrodur dann in diesem Bereich sauber anliegt müsste in diesem Bereich die Materialdicke des Blechstreifens im Styrodur abgefräst werden.
In den äußeren Spalt würde ich eine Fuge aus Sikaflex ziehen.
Bei der Innenschicht (6mm Sperrholz) kann auf beiden Seiten ein Stufenfalz gefräßt werden und ebenfalls verklebt.
Die Dämmschicht wird auch bei verschiedenen Herstellern aus Teilstücken gemacht.
Das Styrodur kann auch am Stufenfalz verklebt werden.

Zum Kleber:

Körapur 666 ist ein zwei Komponenten PU-Reaktionsklebstoff zum Kleben von Metall mit besonders guter Haftung zu Aluminium, Holz, PVC-hart und GFK

Unter anderem zur Herstellung von Kernverbundelementen mit PS-, PUR-, PVC-Hartschaumkern.

Also genau dieser Anwendungsfall. (Habe ich hier im Forum gefunden)
www.koemmerling-chemie.de

Unterdruckpresse .
Bei Kömmerling wurde mir bestätigt, daß dies nicht nötig ist, es sei lediglich dafür zu sorgen, daß die Materialien vollflächig anliegen. Bei dem Format der Styrodurplatten dürfte das auch kein Problem sein (mit Schlitzen).
Ich würde das Alu auf eine Ebene Platte legen, und dann Stück für Stück das Styrodur aufkleben, anschließend innen das Holz 1,22x2,44m aufkleben.
Leichte Unebenheiten an den Styrodurstößen würde ich in Kauf nehmen.

Zur Stabilität:

Die Stabilität dürfte bei Verwendung von 6mm Birke- oder Lauansperrholz deutlich höher sein als bei Kabinen in Holzständerbauweise.

Wie denkt Ihr darüber ?

Gruß
Helme

wohnmog

#6 Beitrag von wohnmog » Fr 19 Mär 2004 22:24

Hallo Helme,

auch ich habe so ähnlich gebaut, allerdings mit einem Stahlrahmen innenliegend. Außen mit 1,5mm Alu-50mm Styrodur- innen kommt 4mm Sperrholz- verklebt mit Körapur666. Die Aluplatten auf den Stahl mit Sika.
Selbst ohne die innere Schicht Sperrholz ist es absolut stabil! Klar war mir auch eine gekaufte kabine zu teuer, doch unterschätze die Kosten des Klebers nicht- mit den Angaben des Herstellers kommt man nie und nimmer aus! Problem sehe ich ohne das Traggerüst bei der Möbelbefestigung an der Innenseite- sollte aber auch Alu innen rein, gehts mit Sika- aber mit Holz alleine wäre ich vorsichtig. Sollte aber auch gehen, man muss nur die Möbel etwas anderst planen
Das Problem mit den Styrodurplatten sehe ich nicht- Stöße kannman ja auch verkleben- mache ich auch. Das Problem ist eher, eine möglichst ebene Fläche zu finden- wirklich eben, sonst brauchst Du viel Kleber!
Aber ich würde außen etwas dickeres Mat nehmen- aber das kommt auf deine spätere Verwendung an??
Grüße
Markus

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unimurr
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#7 Beitrag von unimurr » Mo 22 Mär 2004 22:56

Hallo Helme,

die Methode funktioniert einwandfrei. Ich stelle meine Sandwichplatten genau so her. Alu, 1,5mm, Styrodur, 4mm Sperrholz mit Körapur666 verklebt. Das Ganze mit MSP55 (MS-Polymer-Kleber) in ein lackiertes Stahlgerüst mit 5mm Dehnfuge eingeklebt. Trotz Winter zu hause und Sahara im August keine Probleme.

Bodenplatte
Bild
200kg-Presse
Bild
Verklebung im Rahmen
Bild

Gruß

Franz

Mehr Bilder auf:

http://www.unimog-murr.de
no spirit, no glory!

wohnmog

#8 Beitrag von wohnmog » Mi 24 Mär 2004 00:42

@ Franz

die 200Kg Presse gefällt mir;) Problem ist eigentlich nur der Untergrund- ich fand nichts wirklich ebenes zum Kleben. Wollte schon ins Wohnzimmer ausweichen :idea:
Überklebst du deine Stöße außen nochmal mit einen Alustreifen, oder kommst du sogar ohne aus? Kommt bei dir vor dem Sperrholz nichmals eine dampfsperre?Meine ich hätte das mal so gelesen bei dir??
Grüße
Markus

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#9 Beitrag von unimurr » Mi 24 Mär 2004 21:03

Hallo Marcus,

Die Alubleche sind an allen vier Seiten um 40mm abgekantet. Damit kann ich wunderbar die Fuge füllen und habe die Verklebung am Alublech. Damit läßt sich auch Dein Problem mit der Plattengröße lösen. Mit der Abkantung machst du einfach eine Längsfuge. Ist auch besser wegen der Dehnung. siehe als Beispiel das Klappenblech Zeichnung:
http://www.satanic-mechanic.de/forum/UN070781X.pdf

Als Untergrund habe ich eine 28mm Presspanplatte, die die kleinen Unebenheiten meines Betonbodens ausgleicht.
Früher habe ich die Innenverkleidung aus Sperrholz nicht verklebt und dann brauchst Du eine Dampfsperre. Jetzt verklebe ich das Sperrholz mit dem Styrodur und da erübrigt sich die Dampfsperre, weil zwischen Holz und Styrodur sich keine Feucht niederschlagen kann, wie bei der nichtverklebten Version.

Gruß

Franz
no spirit, no glory!

wohnmog

#10 Beitrag von wohnmog » Mi 24 Mär 2004 22:52

hallo Franz,

sorry, habe eben erst gesehen, dass du die Platten ja zwischen das Stahlgerüst klebst. Was hat dich dazu bewogen, sie nicht auf den Rahmen zu kleben- klar, mit einer ausreichenden Schichtstärke. So habe ich es gelöst.
Leider muss ich so wesentlich mehr Kleber verwenden, da ich mir sonst nicht sicher sein kann, eine flächige Verklebung zu erhalten. Hatte es auch erst auf einer Seite so versucht, dass ich das Styrodur am Boden aufgeklebt habe, jedoch kann man dies nicht so genau ausführen und ich musste später an den Rändern einsetzen. Danach habe ich zuerst die Platten auf das Gerüst geklebt und dann Styrodur- ging wesentlich besser als erwartet. Aber ich brauche mehr Kleber. Mit welcher Menge kommst du auf den qm hin?
Grüße
Markus

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