Möbelbefestigung

  • Hallo Leute!


    Als ich am Beginn meines Ausbaus stand habe ich nach Informationen gesucht wie denn die Oberschränke am besten an einer GFK Wand befestigt werden.
    Für alle die dies interessiert habe ich mal ein paar Bilder wie ich es nun gelöst habe:
    Es gibt die klassischen Einnietmuttern aus dem KFZ Bereich für Bleche. Die Teile halten auch im Blech perfekt, nur ist eben der Wulst an der Rückseite sehr klein sodass die Mutter am GFK sehr schnell ausreissen würde.
    Besser sind eigene Muttern mit längs geschlitzten Hülsen wo sich, wie bei einem Dübel, die Rückseiten ausklappen. Ich habe mir Muttern der Größen M5, M6 und M8 besorgt. Benötigt wird auch eine passendes Werkzeug mit den verschiedenen Einsätzen zum Setzen der Muttern. M5 für kleine Befestigungsaufgaben, M6 für die Möbel und M8 eben für schwerere Teile. Wichtig ist auch die Nietmuttern auf die GFK Stärke abzustimmen, es gibt hier unterschiedliche Klemmbereiche. Ich habe die Möbelteile mit den Nietmuttern vorpositioniert, immer wieder angepasst und so mal fast alles montiert. Dann bei der endgültigen Montage die Möbelrückflächen mit Sika angestrichen und konnte sie dann mithilfe der Schrauben wieder sauber an die Wand drücken, das hat super geklappt. Die dicke Kleberwurst bekommt man so ganz elegant "platt gedrückt" und das Möbelteil liegt wieder perfekt an und hält für die Ewigkeit :D


    Grüße Peter

  • interessante Vorgehensweise, Peter,


    Wie viel GFK- und PU-Schaum-Dicke hast du bei deiner Kabine?


    Ich wollte kleben, aber zusätzlich auch links und rechts Stützplatten anbringen, über die das Gewicht der Schränke abgeleitet wird. Bei mir gibt es (glaube ich) nur 0,5 mm GFK Innen, da sind diese Nieten sicher nicht so zweckmäßig.


    Gruß
    Jürgen

  • Hallo Jürgen, ich habe innen 2mm GFK. Durch die flächige Klebung verteilt man auch die Lasten auf eine grosse Fläche, da sind normalerweise keine zusätzlichen Verstärkungen notwendig, berechne mal welche Belastung du pro Quadratzentimeter hast, da kommt normalerweise nicht allzuviel zusammen.


    Grüße Peter

  • Hallo Peter,
    deine Ausführung ist natürlich wieder allererste Sahne, wie alles, was bisher von dir hier zu sehen war.
    Im Prinzip habe ich es genauso gmacht, nur alles eine Nummer einfacher.


    1. Rückseite der Oberschränke mit diversen Leisten versehen, um etwas Klebefäche zu erhalten.
    2. Leisten vorbohren und ansenken
    3. An die Leisten mit Kreppband bereits "Abstandshalter" für die Klebstoffdicke in Form von kleinen Stückchen Kabel (ca. 3 mm Durchmesser) geklebt.
    4. Schrank mit Hilfe von Spannstützen an die spätere Stelle bugsiert.
    5. Schrank mit gewöhnlichen Spax 3-3,5 mm an die Wand geschraubt. Nur "handwarm" angezogen.
    Mich hat überrascht, dass in dem 1,3 mm GFK die (leichten) Schränke mit diesen dünnen Schräubchen ausreichend fest an die Wand gezogen werden konnten. Ich hätte mich sogar getraut, damit vorsichtig wenige km zu fahren.
    6. Die Prozedur mit Kleber wiederholen. Dabei nicht vergessen, die Kabelstückchen als Abstandshalter wieder an die Leisten (in den Kleber) zu drücken.


    Erst wollte ich die Schrauben wieder raus nehmen, weil die Schränke über die Kleberschicht gehalten werden sollen und diese sicher Bewegungen macht (Wärmeausdehnung, Kräfte), aber jetzt sind sie immer noch drin. Je stabiler die punktförmige Verschraubung ist, desto mehr müssten sich diese beiden Befestigungsarten doch eigentlich "in die Quere" kommen?!


    Bezüglich Rechnen habe ich meine Zweifel.
    Nicht jede Schraube trägt anteilig gleich. Wie hoch sind die dylamischen Kräfte? In wlche Richtung? Kräfte durch Wärmeausdehnung? Was hält das Material eigentlich in welcher Richtung aus? Wie oft kommen welche Kräfte vor? Ermüdungseigenschaften der Bohrung?
    Ich glaube, in diesem Fall ist das Bauchgefühl fast noch die exaktere Wissenschaft :) .
    Gruß Restler

  • Hallo Restler!


    Mit der Berechnung hab ich mich wohl etwas mißverständlich ausgedrückt, ich wollte da nicht die Festigkeit der Schraubverbindung hinaus, sondern lediglich die Festigkeit einer Klebeverbindung betrachten.
    Man kommt hier schnell auf eine Zugfestigkeit von >>1to bei einem einfachen Oberschrank, damit wollte ich Jürgen ein gutes (Bauch)Gefühl geben dass dies sicher hält :D
    Du hast sicher recht, wirklich alle Kräfte, dynamische, Wärmeausdehnung usw, das wird sicher zu wissenschaftlich und is ja auch egal :roll:


    Das gewöhnliche Spax wirklich gar nicht so schlecht halten hat mich auch sehr überrascht, wie du sagst, zum Montieren kanns ausreichen.


    Um eine ausreichende Kleberstärke zu gewährleisten habe ich an den Rückseiten der "Klebeleisten" mit der Oberfräse 3mm tiefe Taschen herausgefräst um an der Wand letztendlich keinen Spalt zu den Möbeln zu haben. :wink:


    Grüße Peter

  • Zitat von MuPeBe

    Um eine ausreichende Kleberstärke zu gewährleisten habe ich an den Rückseiten der "Klebeleisten" mit der Oberfräse 3mm tiefe Taschen herausgefräst um an der Wand letztendlich keinen Spalt zu den Möbeln zu haben. :wink:

    Sag ich doch, alles vom Feinsten. Auch das habe ich mir erspart. Stattdessen habe ich versucht, meine Fähigkeiten zu optimieren, ohne allzu große Sauerei eine halbwegs ansehnliche Sika-Fuge zu Stande zu bringen, ist aber vielleicht noch schwieriger als fräsen :) .
    Dein Gefährt würde ich liebend gerne besichtigen. In der Bodenheim-Anwesenheitsliste bist du nicht nur nicht angemeldet, sondern nicht einmal existent.
    Gruß Restler

  • Zitat von restler

    Stattdessen habe ich versucht, meine Fähigkeiten zu optimieren, ohne allzu große Sauerei eine halbwegs ansehnliche Sika-Fuge zu Stande zu bringen, ist aber vielleicht noch schwieriger als fräsen :)


    Eine ansehliche Sika Fuge?? Das ist die absolute Königsklasse, ich versuche die mit allen Mitteln zu vermeiden weil ich es nicht ohne totale Sauerei hinbekomme :D

  • Zitat von MuPeBe

    Eine ansehliche Sika Fuge?? :D


    Mit dem Abglätmittel von Sika ist das schon sehr anspruchsvoll... Was aber recht gut geht und eine saubere Fuge und saubere Kanten der geklebten Objekte hinterlässt ist das Abwischen überschüssigen Sikas mit einem Einmaltuch, welches im Sika Remover 208 getränkt ist. Das getränkte Tuch gleitet dabei auf dem Sika und hinterlässt eine glatte Oberfläche. Je öfter man wischt desto mehr Sika entfernt man.


    http://deu.sika.com/dms/getred…st01.webdms.sika.com/1070

    schöne Grüße
    Franz


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  • Zitat von MuPeBe

    Hallo Leute!


    Als ich am Beginn meines Ausbaus stand habe ich nach Informationen gesucht wie denn die Oberschränke am besten an einer GFK Wand befestigt werden.
    Für alle die dies interessiert habe ich mal ein paar Bilder wie ich es nun gelöst habe:
    Es gibt die klassischen Einnietmuttern aus dem KFZ Bereich für Bleche. Die Teile halten auch im Blech perfekt, nur ist eben der Wulst an der Rückseite sehr klein sodass die Mutter am GFK sehr schnell ausreissen würde.
    Besser sind eigene Muttern mit längs geschlitzten Hülsen wo sich, wie bei einem Dübel, die Rückseiten ausklappen. Ich habe mir Muttern der Größen M5, M6 und M8 besorgt. Benötigt wird auch eine passendes Werkzeug mit den verschiedenen Einsätzen zum Setzen der Muttern. M5 für kleine Befestigungsaufgaben, M6 für die Möbel und M8 eben für schwerere Teile. Wichtig ist auch die Nietmuttern auf die GFK Stärke abzustimmen, es gibt hier unterschiedliche Klemmbereiche. Ich habe die Möbelteile mit den Nietmuttern vorpositioniert, immer wieder angepasst und so mal fast alles montiert. Dann bei der endgültigen Montage die Möbelrückflächen mit Sika angestrichen und konnte sie dann mithilfe der Schrauben wieder sauber an die Wand drücken, das hat super geklappt. Die dicke Kleberwurst bekommt man so ganz elegant "platt gedrückt" und das Möbelteil liegt wieder perfekt an und hält für die Ewigkeit :D


    Grüße Peter


    Hallo Peter


    Als stiller Mitleser, bin ich über Deine perfekte Arbeit sehr beeindruckt. Mein allergrössten Respekt und Wertschätzung!! Immer wieder informativ und hilfreich Deine Beiträge zu lesen!


    Habe ein Frage an Dich zu den Hülsen: Sind das diese hier http://www.titgemeyer.de/filea…IGUNGSTECHNIK/Tb1416D.pdf RIV-TI Plus von Titgemeyer?


    Das Werkzeug habe ich gesehen ist von Titgemeyer.


    Freu mich von Dir zu hören und wünsche Dir weiterhin gutes Gelingen! Weiter so...!!!


    Herzliche Grüsse aus der Schweiz


    Bernd

  • Hallo Bernd!


    Ja, hast du richtig eingeschätzt, das Werkzeug von Titgemeyer, die Einnietmuttern habe ich von Böllhoff da sie bei Titgemeyer nicht verfügbar waren. Wichtig ist dass sie diesen Schlitz am Schaft haben, dadurch stülpt sich dieser beim Stauchen aus und du bekommst mehr Klemmfläche. Auch verzeiht diese Variante eine nicht ganz genau definierte Plattenstärke weil ein grösserer Klemmbereich angegeben wird.


    PS: Danke für deine Anerkennung :D


    Grüsse Peter

  • Als Alternative zu diesen Nietmuttern kann man ggf. auch Spreiznieten verwenden. Die gibt es u. a. auch bei Ebay. Sie lassen sich mit der ganz normalen Popnietzange verarbeiten.


    Ich selber gehöre aber auch der Klebefraktion an.

    Viele Grüße
    Krabbe
    (Sachkundiger für Campinggasanlagen)

  • Hallo Peter,


    hast du noch von diesen Spreiz-/Hohlraumdübel M8 übrig? Ich finde die nirgends bzw. nur in Großpackungen, z.B. bei Böllhoff.


    Grüße

    Alexander

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