Geplanter Umbau auf Lifepo

  • Hallo zusammen,


    Seit kurzem schlage ich mich damit herum meine Anlage auf Life(y)po umzubauen. Gestern also mal etwas in den Tiefen des www gestöbert. Und wie das im www so ist, konnte ich dabei einiges an Wissen aufbauen, aber in einigen Bereichen bin ich weniger schlau als zuvor da zu einigen Aspekten 180 Grad entgegengesetzte Meinungen kund getan werden. Dazu komme ich nochmal.


    Im Moment werkelt eine 12V/240Ah AGM und die soll durch 4 Winston mit 160-260Ah ersetzt werden. Die genaue Kapazität wird von der Grösse welche am vorhandenen Ort am bessten rein passt bestimmt, muss ich noch genau ausmessen. Eines der Gründe zum Umbau ist das Gewicht.


    Auch sollen dabei einige Sachen an der Elektrik umgebaut werden welche sich nicht bewährt haben oder welche ich enfach nicht mehr so toll finde. So sollen z.B. einige weitere Sicherungsautomaten statt Schmelzsicherungen verbaut werden. Es sollen die Lade- und Entladekreise getrennt werden damit eine Abschaltung wegen Über- oder Unterspannung den jeweils anderen Teil nicht tangiert. Dabei sollen allenfalls auch die Batterielader (230V und BtoB) anders platziert und damit einiges an Kabel, und somit Gewicht, eingespart werden.


    Die vorhandene Ladeinfrastruktur soll beibehalten werden und wenn ich es anhand der vielen gelesenen Beiträge richtig interpretiere sollte das gehen obwohl die nicht explizit eine Lifepo-Einstellung haben. Der BtoB von Sterling hat bei Einstellung auf Exide-AGM eine Bulk-Ladespannung von 14.4V für 10-12 Stunden und schaltet dann auf float. Da ich selten 10-12 Stunden am Stück fahre und der bei jedem Stop über ein Relais ausgeschalten wird sollte der also immer mit 14.4V laden.
    230V Ladegerät ist eines von Philippi, das ALC 12/48. Das lädt auch mit 14.4V @ 20°C. Da hängt noch ein Temperatursensor an der Batterie anhand welcher die Ladespannung angepasst wird. Damit können wenn ich es recht im Kopf habe bei -10°C mit bis zu 15V geladen werden. Das wäre mir, gerade bei tiefen Temperaturen bei Lifepo zu viel. Hängt man den Sensor ab wird immer mit der 20°C Einstellung, also 14.4V geladen...sollte also passen.


    Es sollen keine passiven Balancer zum Einsatz kommen da diese soweit ich es verstehe die Energie einfach stumpf über Widerstände verbraten. Es soll also ein aktiver Balancer da eingebaut werden welcher die Energie mit wenig Verlusten von der zu hohen Zelle zu der zu tiefen Zelle transferiert. Eine Anzeige ist nicht zwingend nötig, aber dafür Blauzahn oder Wifi damit ich das ganze geschehen in der Batterie über das Android Handy/Tablett mitverfolgen kann. Natürlich soll auch die Sicherheit nicht zu kurz kommen, also Über-/Unterspannungsüberwachung und Abschaltung auf Zellenebene (nicht nur Batterieebene) und Temperaturüberwachung. Kleiner Eigenverbrauch ist dabei sehr wünschenswert. Dabei haben sich folgende Geräte herauskristallisiert:
    -Electrodacus SBMS0
    -BMS123 Smart Gen 3
    -Ein China Teil, sowas in diese Richtung.
    Für den Electrodacus spricht dass er gut den eigenen Bedürfnissen anpassbar ist, mit 0815-Shunts zu betreiben ist und auf Langlebigkeit ausgelegt ist. Die Solarladefunktion (ja ich weiss, ist nur PWM) wäre eine gern genommene Zugabe welche ich vielleicht sogar nutzen würde. Daten werden für ein Jahr im Gerät gespeichert. Und es ist Opensource. Contra: Bei ausgeschaltenem Wifi und Hintergrundbeleuchtung auf minimum (kann nicht ganz ausgeschalten werden) verbraucht er immer noch 300mW. Alles eingeschalten sind es bis zu 800mW was mir eigentlich etwas zu viel ist. Kommt der Preis dazu, aber der relativiert sich etwas wenn man bedenkt dass man ein Solarladegerät mit Balancer bekommt. Auch wenn der Entwickler sehr schnell antwortet (meist innert weniger Stunden), für Änderungsvorschläge hab ich das Gefühl dass er weniger empfänglich ist. Auch wenn die Daten geloggt werden, das geschiet in einem proprietären Format wleches zwar in der Anleitung beschrieben ist, ich aber noch nicht durchblicke wie ich dann an brauchbare Daten komme.
    Für den BMS123 spricht dass man wohl ein Plug and Play System bekommt. Dafür ist er nur in sehr enge Grenzen einstellbar und der Preis ist auch nicht ohne.
    Für die Chinesen spricht die Preis-Leistung und die sehr vielfältigen Einstellmöglichkeiten. Contra: Natürlich das ewige Qualitäts- oder Garantiethema.


    Lade- und Entladeschiene wollte ich eigentlich über die bereits hier vorhandenen (aber noch nicht verbauten :oops: ) Blue Sea ML-RBS Relais abschalten. Das sind Bistabile Relais mit 2 Spulen und verbrauchen wenn sie mal geschalten sind absolut keinen Strom. Soweit so gut, aber zum Schalten brauchen sie 7A! für 20ms. Das Problem dabei, gibt man da nicht einen Impuls sondern ein Dauersignal drauf zieht die Spule die 7A die ganze Zeit. Soweit ich weiss geben aber die BMS immer ein Dauersignal raus und können schon gar nicht 7A. Letzter Punkt könnte einfach mit einem zusätzlichen Relais bewerkstelligt werden, aber dann müsste ich noch irgendwie nach 1/2 Sekunde wieder abschalten und dazu noch eine Umschaltung von Spule "Ein" zu Spule "Aus"...geht sicher irgendwie mit einer Bastellösung, strebe ich aber eigentlich nicht an.
    Für das BMS123 werden 100A (120A) Smart - Dual Relay angeboten welches wohl genau die Probleme löst. Sind offenbar auch Bistabile Relais sein und somit (fast) kein Strom brauchen wenn sie mal geschalten sind. Vermutlich wird das auch meine Lösung auch wenn ich damit weniger Strom ziehen kann und die Möglichkeit am Relais verliere es von Hand ein- oder auszuschalten. Strom sollte ausser beim Not-Starten über die Aufbaubatterie kein Problem sein und kann gelöst werden so wie das von Hand ein- und ausschalten auch...beides dann nicht so elegant wie mit dem Blue-Sea, aber was solls.


    Und nun zu den Zellen. Wegen der angepriesenen Ladefähigkeit auch bei tiefen Temperaturen hatte ich mir die Lifeypo von Winston ausgesucht. Nun hatte ich aber eine sehr interessante Kommunikation per Email mit dem Entwickler von Electrodacus und seitdem bin ich mir da nicht so sicher ob das wirklich so ist oder ob da einfach ein überrissenes Werbeversprechen ist. Im wesentlichen ist er nämlich der Meinung dass auch eine Winston eine ganz normale Lifepo Zelle ist welche nicht unter 0°C geladen werden darf. Das Yttrium könne helfen dass es bei tieferen Temperaturen noch geladen werden könne, aber das maximal ein paar mal, da es danach verbraucht, abgelagert oder wie auch immer nicht mehr zur verfügung stehe. Andere Hersteller würden auch mit anderen Stoffen experimentieren und da hätte sich genau das gezeigt dass es eben nicht wirklich was bringe. Er hat mir dazu auch ein x-seitiges pdf geschickt, muss ich aber noch zeit nehmen es durchzulesen und vor allem zu verstehen...ist in englisch scheint von irgendwelchen Gelehrten verfasst zu sein :shock::roll:
    Er ist der Meinung dass Winston gute Zellen seien, aber eben auch nicht mehr und die Werbeversprechen völlig überrissen seien. So auch bei der Spannung welche Winston mit 4V/Zelle angebe, andere nur mit ehrlichen 3.6 oder 3.65V. Man müsse da nur die Ladekurven anschauen welche Winston angibt...und ja, von 3.6 bis 4V wird nicht wirklich viel Energie eigelagert, um es mal vorsichtig auszudrücken.
    In anderen Beiträgen hab ich gelesen dass man bei den von Winston freigegebenen -45°C maximal mit C 0.03 laden soll. Über -20°C soll dann C 0.5 möglich sein. Bei Winston liest man nichts davon und auch bei den Tieftemperatur-Ladekurven sind sie sehr sparsam...
    Ich kann das nicht so wirklich einordnen. Meine Zellen werden eh im Innenraum eingebaut, daher spielt das auf einer Reise keine Rolle, Im Winter daheim wenn das Fahrzeug ausgekühlt ist werde ich aber wohl auch bei Winston davon absehen diese bei Tiefen Temperaturen zu laden. Trotzdem werde ich wohl Winston kaufen da andere (gute) Zellen auch nicht wesentlich billiger sind.


    Soweit meine Gedanken dazu. Für sachdienliche Hinweise zum ganzen bin ich wie immer offen. Insbesondere würde mich interessieren ob ihr da irgendwelche Fehleinschätzungen meinerseits erkennen könnt, ob es noch andere brauchbare BMS welche meinen oben geschilderten Anforderungen genügen gibt und welche Relais zum schalten der Ladung/Entladung ihr so verbaut habt. Habt ihr gute/schlechte Erfahrungen mit dem shop.gwl.eu oder andere empfehlenswerte Händler?


    Vielen Dank und Gruss
    Urs

    In der Theorie entspricht die Praxis der Theorie...

  • Hallo Urs,


    ich habe sechs, der sieben bisher gebauten Batteriesysteme mit dem BMS123 Smart Gen 3 realisiert. Das funktioniert ausschließlich mit bistabilen Relais. Bei kleinerem Leistungsbedarf mit dem von dir erwähnten billigen 120A Relais, ansonsten gibt es auch eine hochwertige 260A (Ausführung http://www.litrade.de/shop/Sch…lais,260A,DC,14V,NEU.html). Bei der 120A Version sollte man etwas konservativer sein, denn das ist für 120A AC. Bei DC sollte man deutlich weniger schalten, etwa die Hälfte.


    Anders als heute mehrheitlich aufgebaute Anlagen, schalte ich immer mit zwei Realis den Lade- und Entladezweig getrennt.


    Habe mit obigem BMS nur gute Erfahrungen gemacht, was willst du daran einstellen? Es zeigt Zellspannungen, Gesamtspannung und Temperatur und balaciert ab 3,40V Zellspannung kontinuierlich, allerdings nicht aktiv. Das halte ich aber für überflüssig, da ohnehin nur während des Ladevorganes balanciert wird und nach meiner Erfahrung die verbratene Leistung eher gering ist. Allerdings bietet es keine BT oder WLAN Anbindung. Die liefert aber auch nicht mehr Information als das vordandene Display.


    Als Zellen habe ich ausschließlich Winston verwendet mit besten Erfahrungen. Wichtig ist eine sorgfältige Initialisierung der Zellen, bevor sie verbaut werden.


    LG Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,


    Danke für den Link zu den 260A Relais. Die hatte ich nicht auf dem Schirm. Muss ich mir mal genauer anschauen, aber ich denke der 120A würde auch ausreichen, denn da wäre ich selten über 50A, meistens wohl eher 10A oder weniger...ausser beim Überbrücken bei leerer Fahrzeugbatterie. Da werde ich wohl nur ein Hochstromschalter einbauen der ausser beim überbrücken immer aus ist.



    Anders als heute mehrheitlich aufgebaute Anlagen, schalte ich immer mit zwei Realis den Lade- und Entladezweig getrennt.


    Das werde ich definitiv trennen. Auch ich finds nicht (mehr) Zielführend nur mit einem Kreis/Relais...unter anderem darum auch die Umplatzierung der Ladegeräte.


    Zu den begrenzten Einstellungen: Ich als Technik Interessierter finde es halt spannend noch Externe IO zu haben womit ich z.B. den Lastabwurf je nach SOC gestaffelt gestalten kann oder wenn ich jeden 0815 Shunt mit den für meine Anlage passenden Eckdaten (welche dazu noch für kleines Geld zu haben sind) darin integrieren kann statt (relativ teure) proprietäre Shunts kaufen zu müssen. Aber hast recht, man kann auch ohne leben und den nicht so Technikinteressierten könnte das auch mehr verwirren als helfen.


    Aber folgendes bringt mich etwas durcheinander:


    (...)balaciert ab 3,40V Zellspannung kontinuierlich, allerdings nicht aktiv. (...)Allerdings bietet es keine BT oder WLAN Anbindung. Die liefert aber auch nicht mehr Information als das vordandene Display.


    Jetzt verwirrst du mich. Du beziehst dich damit schon auf den BMS123 Gen3? Der hat doch gar kein Display dafür aber BT, ob aktiv oder passiv...keine Ahnung :?::?::?:


    Apropos BMS123 Gen3; laut Bedienungsanleitung hat der ein "Blindspot" von +/-300mA (bzw. 150 oder 75mA) bei 0A. Ist er da wirklich ganz blind oder nur ungenau? Ganz blind würde ja bedeuten dass wenn ich das Auto abstelle, wie bei mir eine Grundlast von 130mA gezogen wird, diese nicht gemessen würde. Also nach 4 Wochen ohne Nachladen würde er immer noch nahe 100% SOC anzeigen obwohl schon eine Menge Energie verbraucht wäre. Oder hab ich das falsch verstanden?


    Wie machst Du die Initialladung? Da liest man ja auch vieles...nur schon beim Strom zwischen 1 bis 20A oder C 0.2 oder C 0.5 ... und bei der Spannung von 3.5 bis 3.7V oder speziell bei den Winston gar bis 4V laden. Und dann Zellen einzeln oder alle 4 paralell miteinander laden usw.


    Vielen Dank und viele Grüsse
    Urs

    In der Theorie entspricht die Praxis der Theorie...

  • Hallo Urs,


    entschuldigung, ich war selbst verwirrt. Ich habe nie das BMS123 verwndet, sondern das hier: http://www.litrade.de/shop/BMS…,Zellen,12V,24V,3,5A.html


    Meine erste Anlage habe ich mit ECS LiPro1-3 aufgebaut. Die konnten zumindest damals keine bistabilen Relais ansteuern und nur wenig Leistung schalten. Somit habe ich mit SSR´s die Philippi fernsteuerbaren Batterieschalter angesteuert. Das ging dann mit obigem BMS und den bistabilen Relais wesentlich einfacher.


    Zur Initialisierung von Winston Zellen: Ich schließe die dazu alle parallel und lade sie mit einem Labornetzgerät bis zu einer Zellspannung von 4,0V auf. Die Höhe des Ladestromes ist dabei unerheblich. Mein Netzgerät kann nur 5A, somit dauert das recht lange. Um das abzukürzen, lade ich die Zellen in Reihenschaltung mit dem leistungsfähigen Bordladegerät vor und schalte dann erst parallel bis zur Vollladung bei 4,0V (vorsicht, zum Schluss geht das recht schnell). Danach aklemmen und die parallel geschalteten Zellen so lange stehen lassen, bis sich die Zellspannung möglichst nahe an die normale Ruhestannung von 3,3xV angenährt hat (auf jeden Fall unter 3,50V). Somit gleichen sich die Zellen beim Laden und Abklingen möglichst gut an.


    LG Wolfgang

  • Ja, das spielt schon eine Rolle. Die Zellen werden ja im normalen Betrieb nur bis max. 3,6V aufgeladen. Die Ladung bis auf 4,0V bringt wohl die Chemie deutlich mehr in Wallung. Der komplette erzwungene Zellausgleich durch die Parallelschaltung während der Initialisierung sorgt für eine Angleichung der Zellen.
    Das BMS sorgt im Regelbetrieb für das Einbremsen einer Zelle ab einem gewissen Schwellwert.


    LG Wolfgang

  • Hallo zusammen,


    @ Visual
    Gute Frage auf die es wohl nicht *die* Antwort gibt. Im Netz liest man auch dazu diametral entgegengesetzte Meinungen von "wenn saubere Initialladung dann kein BMS nötig" über wie Du schreibst, "das soll der BMS machen" bis hin zu "Initialladung und BMS, beide unerlässlich (aus den von Wolfgang genannten oder auch anderen Gründen) "ich tendiere zur letzten Methode, ist aber mehr ein Bauchgefühl als auf Fakten basiertes Wissen und da gibt es auch Leute die warnen dass man die Zellen auch nicht bei der Initialladung auf 4 V Laden soll...


    Wolfgang
    Danke für die klarstellung mit den BMS. Litrade hatte ich eigentlich aus meiner Liste geworfen. Gründe: Passiver Balancer, Schutzlack aufpreispflichtig und als ich, glaub sogar hier im Forum, über die weiteren Erfahrungen beim Einbau gelesen habe.


    Danke auch für Deine Erfahrungen mit Initialisieren. Labornetzteil liegt da, mit 2x5A für den Zweck auch nicht zu üppig dimensioniert aber das macht man ja nicht alle Tage.
    Hast Du Erfahrungswerte ob die Winston wirklich 40-50% vom Hersteller vorgeladen sind? Oder schwankt das? Wäre interessant um etwa abschätzen zu können wie Lange das Laden dauern wird.


    Vielen Dank und Gruss
    Urs

    In der Theorie entspricht die Praxis der Theorie...

  • Hallo Urs,


    ob die 4,86€ für den Schutzlack wirklich kaufentscheident sind, musst du selbst wissen. Habe bisher ausschließlich gute Erfahrungen mit dem LiTrade BMS.


    Auf wieviel % die Zellen geladen sind, kann ich nicht sagen. Gefühlsmäßig sogar mehr als die von dir genannten 40 - 50%. Vorladen mit normalem Ladegerät und dabei die Zellspannungen überwachen geht ja auch immer noch.


    LG Wolfgang

  • ... verwende für meine 4x100Ah Winston Zellen ebenfalls das BMS von Litrade: http://www.litrade.de/shop/BMS…,Zellen,12V,24V,3,5A.html - Last und Ladung schalte ich ebenfalls separat (mit den günstigen / billigen 120A Relais)... nach gut 2 Jahren gab es nie ein Problem mit der Anlage. Nach längerer Standzeit und etwas Drift über den Zellen braucht es 1-2 Zyklen, dann sind die Zellen wieder auf 10-20mV ausbalanciert...


    Die Zellen habe ich bereits initialisiert bei http://www.ev-power.eu gekauft (problemloser Versand in die CH)

  • Nachtrag Initialisierung:


    Aus gegebenem Anlass habe ich nochmals recherchiert und Abweichungen zu der mir bisher bekannten Lehrmeinung festgestellt. Das Datenblatt von Winston nennt nach wie vor 4,0V als maximale Ladespannung. Es gab auch von GWL eine Anleitung, mit 4,0V zu initialisieren. Auch entsprechende Ladegeräte mit 4V Ausgangsspannung wurden von GWL angeboten. Nun ist bei GWL und anderen jedoch von 3,6V die Rede, LiTrade spricht von maximal 3,8V. Somit scheint man inzwischen von den auch von mir oben probagierten 4,0V abzurücken.


    Ich habe alle Anlagen mit 4,0V initialisiert und die laufen seit bis zu 5 Jahren problemlos. Wie bei vielen anderen Dingen, so können natürlich neue Erkenntnisse auf die Prozedur Einfluss genommen haben.


    Wollte dies nur der Vollständigkeit halber noch in die Runde streuen.


    Wenn allerdings einer behauptet, die Initialisierung würde das BMS ersetzen, dann hat der das ganze Thema LiYPO4 noch nicht verstanden.


    LG Wolfgang


  • Wenn allerdings einer behauptet, die Initialisierung würde das BMS ersetzen, dann hat der das ganze Thema LiYPO4 noch nicht verstanden.


    Hallo Wolfgang,


    falls Du mit dieser Anmerkung visual meinst, hast Du ihn wohl missverstanden.
    So wie ich ihn verstanden habe, fragte er das genaue Gegenteil: Ob nämlich das (notwendige) BMS die Initialisierung erspart.

    Gruß vom Niederrhein
    Michael

  • Hallo Michael,


    nein ich meine mit meiner Anmerkung keinen der hier an der Diskussion beteiligten. Ich bezog mich auf die angeklungene Bemerkung über einige Meinungen im Internet, die bei Initialisierung der Zellen ein BMS als überflüssig erachten.


    Gruß Wolfgang


  • Hallo Stefan,


    die verlinkte Seite gehört leider nicht Gunther, sondern dem Schweizer Rene, der in dem Vario seit Jahren lebt und reist. Auch auf Youtube......
    Der baut übrigens gerade an einem neuen Vario mit 4x4.

    Gruß vom Niederrhein
    Michael

  • Hallo zusammen,



    ob die 4,86€ für den Schutzlack wirklich kaufentscheident sind, musst du selbst wissen.


    Den Preis kannte ich noch gar nicht, und nein, Kaufentscheidend ist es wohl nicht. Ganz verstehen warum man das als aufpreispflichtige Option anbietet verstehe ich allerdings auch nicht. Aber egal, der Litrade wird es trotzdem nicht werden, es gibt nämlich *für mich* ein KO-Kriterium den ich oben ganz vergessen hatte; Kein BT oder Wifi. Früher hab ich da Kabel durchs halbe Auto gezogen um das Display an einem geeigneten Ort zu haben und trotzdem war es irgendwie immer am falschen Ort. Beim Victron Batteriemonitor mit BT hab ich es schätzen gelernt das Display immer da zu haben wo ich bin, egal ob ich fahre oder hinten im Aufbau sitze und dafür musste ich nicht ein einziges Kabel verlegen.


    Betreiben ohne BMS wird denke ich schon funktionieren, sofern man immer ein Auge drauf hat und ggf "von Hand" balanced wenn nötig und immer schaut dass keine Zelle tiefentladen oder überladen wird. Wenn man im Womo lebt und genug Kapazität hat dass man weder beim Laden noch beim Entladen an die Grenze gehen muss mag das auch lange gut gehen, wie der vom Gunthers Link ja auch ansatzweise zeigt. Andererseits, wenn Gewicht keine Rolle spielen würde und ich das Geld für eine solche Anlage hätte (er spricht ja von um die 10 Mille) dann würde ein BMS eher nicht das sein was ich einsparen würde, aber jeder wie er mag ;)


    Vielen Dank allen für eure Tips und Erfahrungen.


    Gruss
    Urs

    In der Theorie entspricht die Praxis der Theorie...

  • So, Projekt geht weiter.



    Heute ist ein kleines Kistchen angekommen




    Nach entfernen vom ganzen Verpackungsmaterial macht es einen sehr aufgeräumten Eindruck. Ich hätte ja lieber die ganze Kiste voll mit so gelbe Zellen gehabt, aber man kann ja nicht alles haben :roll::wink:








    Am Sonntag bei GWL bestellt, heute um 14 Uhr geliefert. 2.5 Arbeitstage von Tschechien in die Schweiz inkl. verzollen bis zu mir vor der Türe...bin begeistert.


    Habe lange hin und her überlegt welche Grösse ich nehmen soll. Am Schluss sind es 260 Ah-Zellen geworden weil die sich von den Abmessungen her nur in der Höhe von den 200Ah-Zellen unterscheiden und da hab ich genug Platz.
    2. Grund ist die Energiedichte. Bei den 260Ah sind das 93.48Wh/kg, bei der 200Ah "nur" 81.01 Wh/kg. Mit verhältnissmässig wenig Mehrgewicht doch einiges mehr an verfügbare Energie finde ich gut. Somit ersetze ich 240AH AGM durch 260AH LIFEPO, was doch eine deutliche Steigerung sein dürfte. Da ich sowohl beim Laden als auch beim Entladen wohl eher Konservative Werte fahren werde rechne ich mit einer Steigerung der verfügbaren Energie um ca 80%, und das noch bei einem um geschätzt 30kg tieferem Gewicht. So kann ich nochmal länger auf Solar verzichten oder das Thema zumindest nochmal etwas länger auf die lange Bank schieben :wink:



    Die Zellen habe ich bereits initialisiert bei http://www.ev-power.eu gekauft (problemloser Versand in die CH)


    Unter dem Link landet man auch bei GWL, problemloser Versand kann ich bestätigen. Ob die initialisiert sind oder nicht weiss ich nicht, ist aber nicht so entscheidend, da ich irgendwo eh gelesen habe dass man das machen sollte wenn sie lange gestanden haben. Hab nur mal eine einfache Spannungsmessung der Zellen gemacht. Die tiefste liegt bei 3.2961V, die höchste bei 3.2980V was für mich schon kein schlechtes Zeichen ist dass die Zellen i.O sind. Werde aber vermutlich noch eine Kapazitätsmessung jeder Zelle machen, mal schauen.


    So, was Liefergeschwindigkeit anbelangt sollten jetzt noch die Schweizer, Deutschen, Kanadischen und Chinesischen Kollegen eine Scheibe von den Tschechen abschneiden und schon könnte ich weitermachen :roll::wink:


    Gruss
    Urs

  • Hallo Urs,


    wenn Du nicht länger als ein paar Tage an einem Ort bleibst, wirst Du keine Solarplatten benötigen, das macht die LiMa und der Ladebooster dann locker.

    Gruß vom Niederrhein
    Michael


  • Unter dem Link landet man auch bei GWL, problemloser Versand kann ich bestätigen. Ob die initialisiert sind oder nicht weiss ich nicht, ist aber nicht so entscheidend, da ich irgendwo eh gelesen habe dass man das machen sollte wenn sie lange gestanden haben. Hab nur mal eine einfache Spannungsmessung der Zellen gemacht. Die tiefste liegt bei 3.2961V, die höchste bei 3.2980V was für mich schon kein schlechtes Zeichen ist dass die Zellen i.O sind. Werde aber vermutlich noch eine Kapazitätsmessung jeder Zelle machen, mal schauen.


    Die Initialisierung wird separat verkauft: https://shop.gwl.eu/Support-Se…ttery-cells-per-1-Ah.html


    Gruss

  • Michael
    Ja, bisher hat es ja so wie ich reise auch mit der AGM gut geklappt. 3 Tage ohne nachladen geht ganz gut, wenn ich etwas auf den Stromverbrauch achte auch 4 Tage. Bisher war ich fast jeden, oder zumindest jeden 2.Tag unterwegs, daher geht das gut, aber inzwischen bin ich auch gerne mal 2 oder sogar 3 Tage an einem Ort. Geht auch noch gut. Darum hab ich auch immer noch kein Solar drauf obwohl von Anfang an vorgesehen und auch so vorbereitet dass ich es ohne Probleme anschliessen könnte.
    Aber man wird ja älter...und vielleicht auch noch sesshafter, da scheinen mir 3-4 Tage ohne Probleme, mit etwas auf den Stromverbrauch achten auch (fast) das doppelte eine Investition in die Zukunft...und ich muss mir keine Gedanken über Solar machen denn da hab ich die Eierlegende Wollmilchsau leider auch noch nicht gefunden, sprich super leicht, super flach, guter Wirkungsgrad, lange Lebensdauer, zahlbar...


    crono
    Danke für den Link, hatte ich nicht gesehen...und eigentlich auch nicht danach gesucht. Wobei es jetzt eh zu spät wäre, aber ich hab ja die Infrastruktur zum laden da, von daher kein Problem. Dachte auch daran ein oder 2 Zyklen zu entladen um die Kapazität zu prüfen, das ganze dann periodisch alle Jahre um zu schauen wieviel die Zellen wirklich über die Zeit einbüssen. Aber dafür warte ich noch auf die Elektronische Last vom Chinesen (ist auch noch für andere Spielereien interessant) und den BMS vom Kanadier...


    Gruss
    Urs

    In der Theorie entspricht die Praxis der Theorie...

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